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Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

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  • Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

    Nach einem hohen PSA-Wert wurde eine Prostata-Biopsie durchgeführt mit folgenden Ergebnissen:

    1. Glaeson 3+4=7, Glaeson -4- Anteil ca. 10 %
    2. 4+3=7, Glaeson-4-Anteil ca. 60 %, 70 % Tumorbefallen
    3. 4+3=7, Glaeson-4-Anteil ca. 60 %, 50 % Tumorbefallen
    4. 4+3=7, Glaeson-4-Anteil ca. 30 %
    5. 4+3=7, Glaeson-4-Anteil ca. 40 % 30 % Tumorbefallen
    6. 4+3=7, Glaeson-4-Anteil ca. 60 % 50 % Tumorbefallen

    Eine folgende CT hat keinen negativen Knochenbefund ergeben.
    Welche Therapie wird bei diesen Werten nach den Krebsrichtlinien empfohlen?


  • Re: Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

    Wie hoch war denn der PSA Wert vor der Biopsie ?

    Kommentar


    • Re: Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

      Der Wert war 13, Aber inwieweit ist dies für die Beurteilung der Therapieform von Bedeutung? Ist es nicht so, dass der PSA-Wert nur einen Hinweis auf mögliche Krebszellen gibt und nach der Feststellung von Karzinomen durch die Biopsie der PSA-Wert Schnee von gestern ist?

      Kommentar


      • Re: Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

        In die Therapiefindung werden verschiedene Parameter einbezogen, dazu gehört auch der PSA Wert. Weiter das klinische Stadium der Tastuntersuchung , die Anzahl der positiven Biopsien und der Gleason Score. Sie haben einen Tumor des mittleren bis hohen Risikos. Diese können gemäß der Leitlinien operiert werden (die Leitlinien lassen die OP immer zu, das lag auch an den Mitgliedern der Leitlinienkommission, die aus vielen Operateuren bestand). Die OP hat bei Ihrer Befundkonstellation ein hohes Risiko für positive Schnittränder oder Befall außerhalb der Prostata. Dann würde nach der OP noch eine Bestrahlung notwendig werden. Insofern könnte man gleich die Bestrahlung machen, die gemäß der Leitlinien auch möglich ist. Hier sollte man auch eine begleitende Hormontherapie in Betracht ziehen.

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        • Re: Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

          Dr. Kahmann, vielen Dank für die ehrliche Antwort. Wie kann ich denn jetzt die für mich passende und am wenigsten belastende Therapie eingrenzen? Mein Arzt empfiehlt die Operation auch mit der Begründung, dass in dem Fall einer nicht vollständigen Entfernung des Karzinoms dann noch alle anderen Maßnahmen nachgeschaltet werden können. Dies ist ja auch durchaus nachzuvollziehen. Wenn jedoch schon jetzt die Wahrscheinlichkeit aufgrund der Biopsieergebnisse groß ist, dass schon nicht von der Operation erfaßte Randbereiche betroffen sind, ist natürlich zu überlegen, ob ich mich dann vorab den Risiken und möglichen Folgen dieses Eingriffs ausliefere, wenn nachher noch mit großer Wahrscheinlichkeit die anderen Therapien zum Einsatz kommen.

          Hierzu meine Frage, ob die Operation eigentlich dann das Mittel der Wahl ist, wenn die hochprozentige Chance besteht, dass hierdurch das Karzinom vollständig entfernt wird. Anscheinend wird sie aber wohl regelmäßig als erste Standardmaßnahme empfohlen.
          Kann z.B. eine Bestrahlung auch ohne eine vorherige Operation zur vollständigen Entfernung des Karzinoms führen? Auch wenn meine Fragen etwas laienhaft daherkommen mögen, möchte ich doch die richtige Entscheidung treffen, indem ich mich keinen Belastungen aussetze, von denen ich später sagen müßte, dass sie nicht notwendig gewesen wären.

          Zuletzt wäre ich noch für eine Antwort dankbar, ob bei einer Entscheidung für eine OP die daVinci-Methode tatsächlich eine schonendere OP-Methode ist, die auch die größere Chance der Verhinderung einer Inkontinenz bietet.

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          • Re: Welche Vorgehensweise wird nach den Biopsieergebnissen empfohlen

            Die Leitlinien sehen bei ihrer befundkonstellation sowohl Operation als auch Bestrahlung vor. Die primären Heilungschancen sind gleich. Nach der OP kann noch bestrahlt werden. Nach einer Bestrahlung ist eine sekundäre OP schwierig. Dennoch wurde ich wahrscheinlich die primäre Bestrahlung mit begleitender hormontherapie vorziehen, da bei der OP die Nachbestrahlung oft eh notwendig ist und durch die primäre OP das inkontinenzrisiko um ein vielfaches höher ist als bei der Bestrahlung. Falls sie sich für eine OP entscheiden hat die DaVinci Methode keine sicher nachgewiesenen Vorteile weder im Bezug auf die Heilungsraten als auch auf die Risiken wie Inkontinenz oder Impotenz.

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