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Wieder Prostatitis?

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  • Wieder Prostatitis?

    Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann,

    Ich (55 jahre) war in 2011 schon einmal mit meiner Krankheitsgeschichte hier im Forum.

    Damals war folgende Situation: Seit Ende 2010 steigende PSA Werte bis auf 10,6 (Quotient jeweils 9-11%) nach zwei negativen Biopsien (insg. ca 24 stanzen), davon war die 2. Biopsie gezielt nach einem negativen MRT. Dann Einnahme von Antibiotika im August 2011 und Rückgang der PSA Werte bis auf 3,57 (Jan. 2012), bis August 2013 insg. 5 weitere PSA Kontrollen alle unter 4,0 zuletzt im Aug. 2013 mit 2,66 (Quotient: 22%); Der Urologe gab endgültig Entwarnung, da aufgrund des PSA Verlaufs eine Prostataentzündung vorgelegen haben müsse. Im Nov. 2013 Routineuntersuchung beim Hausarzt mit PSA 3,15 (bis dahin keinerlei Beschwerden, auch nicht beim Wasserlassen).

    Anfang Januar wurde bei mir aufgrund Ultraschall und hoher Entzündungswerte im Blut eine akute Gallenblasenentzündung diagnostiziert und mit Antibiotika behandelt (u.a. Ciprofloxanin 500mg 20 Tabletten bis Ende Jan. 2014). Die Symptome während der Gallenblasenentzündung waren allerdings ähnlich einer Prostataentzündung: Starker Schüttelfrost, Schweissausbrüche, Abgeschlagenheit, plötzlich mehrtägiger starker Harnverhalt mit Druckschmerz beim Wasserlassen im Dammbereich. Den ständigen Harndrang habe ich immer noch, aber ohne Schmerzen.

    Dann der Schock: Ende Janaur Routine PSA Messung beim Urologen: PSA 9,5, Quotient: nur 5%, Prostata beidseitig vergrößert. Der Urologe hat zur PSA Kontrolle Ende März geraten und gemeint, dass ein so plötzlicher starker Anstieg der PSA Werte innnerhalb von 3 Monate (praktisch Verdreifachung) völlig atypyisch sei für ein Karzinom. Er vermutet eher wieder eine ggf. ausgklingende Prostatatentzündung (alle Blutentzündungswerte und Urin sind allerdings im Moment absolut okay).

    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir wie damals eine persönliche Einschätzung geben könnten. Vielen Dank.



  • Re: Wieder Prostatitis?

    Die Symptome sprechen für eine Entzündung. Die schnelle PSA Erhöhung auch. Ich würde dem Rat des Urologen folgen und eine Kontrolle nach erfolgter spezifischer Antibiose machen.

    Kommentar


    • Re: Wieder Prostatitis?

      Vielen Dank für die schnelle Einschätzung. Ich werde es dann genauso machen und mich dann wieder melden, wenn ich die nächsten Ergebnisse habe.

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      • Re: Wieder Prostatitis?

        Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann,
        ich benötige wieder einmal Ihren geschätzten Rat. Nach dem starken PSA Anstieg von 3,1 (Nov. 2013) auf 9,5 (Februar 2014) ist er weiter bis auf 10,5 (März 2014) gestiegen. Wir haben dann wie zuletzt beschrieben eine Antibiose durchgeführt und der PSA fiel tatsächlich auf 7,1 (Mai) und 6,2 (August). Der PSA Quotient lag dabei jeweils weiterhin schlecht unter 10%.
        Ende Oktober bekam ich einen neuen PSA Wert (allerdings von einem anderen Labor) von 6,85. Eine Kontrollmessung habe ich bei meinem Haus-Urologen (im alten Labor)durchführen lassen und warte jetzt auf das Ergebnis.
        Ich gehe mal davon aus, dass der aktuelle noch ausstehende PSA-Wert weiterhin irgendwo in der Größenordnung um >6 liegen wird und damit konstant hoch ist. Ich bin absolut beschwerdefrei, Tastbefunde waren ok und der Ultraschall sieht unauffällig aus, sonstige Blutwerte alle entzündungsfrei.
        Nach Einschätzung meines Urologen im August spricht der drastische schnelle Anstieg weiterhin nicht für eine bösartige Geschichte, sondern für irgendwelche entzündlichen Prozesse, da der PSA nach der Antibiose zunächst runter ging und ich diesselbe Entwicklung schon einmal vor drei Jahren mitgemacht hatte.
        Ich bin allerdings zunehmend nervös. Was würden Sie mir raten? Erneute Antibiose und Kontrollmessung ODER Ein 3 tesla MRT oder schon wieder eine (3.) Biopsie? Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

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        • Re: Wieder Prostatitis?

          Ich würde ein multiparametrisches MRT machen lassen bevor ich eine Biopsie veranlassen würde. Bei einem persistierenden Wert von 6 wäre diese dann im nächsten Schritt angezeigt.

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          • Re: Wieder Prostatitis?

            Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann,
            zunächst vielen Dank für Ihre wieder schnelle Antwort.

            1. Ich stimme Ihnen voll zu, zunächst ein mpMRT und dann gezielte Biopsie in suspekte Areale - so wie ich dies in der Uni-Klinik Düsseldorf in 2011 auch schon habe machen lassen, da waren 2 Biopsien und 1 MRT in 2011 jeweils negativ. Ich würde jetzt beim dritten Mal keine "Blind-Biopsie" mehr vornehmen lassen, sondern immer ein mpMRT (auch bei Selbstzahlung) voranstellen wollen.

            2. Heute erfuhr ich allerdings meinen aktuellen PSA aus dem selben Labor, das meine Werte immer untersucht: 8.9!! (letzter Wert Ende August in diesem Labor 6,15)

            Nach einem langen Gespräch mit meinem Urologen heute haben wir folgendes Procedere festgelegt: a) 3 Wochen erneute Antibiose b) Ende Dezember neue PSA Messung... und dann weitersehen.

            Begründung: Er geht fest davon aus, dass es sich hier bei den starken Schwankungen und Kurvenverläufe der letzten 4 Jahre n um eine akterielle Prostatitis handelt, wie sie schon einmal abgelaufen sein muss (in 2011 war ich auch schon bis über 10,6 hatte dann zwei Jahre insg. 6 "Normalwerte" um die 4 und weniger und ab Anfang diesen Jahres wieder einen plötzlichen Anstieg auf über 10 hoch. Der aktuelle erneute Anstieg zeige, dass die vorherige Antibiose im April 2014 angeschlagen hatte, weil der Wert ja von 10 auf 6 runter ging und jetzt wieder auf 8.9 hoch. Der freie PSA Quotient sei zwar weiterhin schlecht, aber in der aktuellen Entzündungssituation nicht aussagefähig.

            Mein Urologe klingt ziemlich überzeugt und beruhigend und

            FRAGE: Halten Sie angesichts der ständigen Schwankungen nicht auch eine abakterielle Prostatitis für ehrr möglich? Wie gesagt, keine Entzündungswerte, Blut, Urin, Sperma alles okay und ohne Beschwerden....

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            • Re: Wieder Prostatitis?

              DIe großen Schwankungen sind normalerweise nicht durch Tumore sondern durch Prostataentzündungen bedingt. Insofern würde ich Ihrem Urologen zustimmen. Dalls der PSA nicht fällt, würde ich wie schon geschrieben ein mpMRT und dann eine Fusionsbiopsie machen, falls sich im MRT etwas zeigt.

              Kommentar



              • Re: Wieder Prostatitis?

                Hallo Herr Dr. Kahmann, Ich habe nach einer antibiose im November 2014 weiter steigende PSA werte auf 9.0 und zuletzt 10.0 Anfang Februar. Ich habe nach Rücksprache mit meinem Urologen, der übrigens angesichts des plötzlich starken psa Anstiegs Anfang 2014 und des bisherigen stark schwankenden kurvenverlaufs (2011 psa bei 10 und 2 negative Biopsien und negatives mrt sowie dann 5 psa werte unter 4 in 2012-2013) nicht davon ausgeht, dass hier ein PCs vorliegt, ein parametrisches mrt im 3 Tesla verfahren durchführen lassen. Heute erhielt ich die Ergebnisse: Bildpunkte von 7 und eine pi-rads von 3, d.h. Unklarer Befund. Würden Sie jetzt zur Abklärung jetzt auch eine dritte 3D gesteuerte Biopsie durchführen lassen? Ich habe nach wie vor keine Beschwerden, abgesehen von ständigem harndrang. Vielen Dank für Ihr feedback.

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                • Re: Wieder Prostatitis?

                  Ich würde bei einem PI-RADS von 3 keine Biopsie bei Ihrer Vorgeschichte durchführen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch eine Fusionsbiopsie nach 2 vorhergegangenen negativen Biopsien und den PSA Schwankungen ein Tumor gefunden wird, ist eher gering.

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                  • Re: Wieder Prostatitis?

                    Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann, Trotz Ihrer zuletzt beruhigenden Einschätzung angesichts des MRT Ergebnisses und meiner bisherigen Krankheitsheitsgeschichte kEINE Biopsie durchführen zu lassen, habe ich aufgrund meiner schwachen Nerven vor 3 Wochen dennoch eine fusionsgesteuerte 3D Biopsie machen lassen. Gute Nachrichten: von den 4 gezielten Biopsien in die beiden MRT suspekten Areale und weiteren 13 Stanzen waren alle negativ. Sie hatten also mit Ihrer Einschätzung, dass man vermutlich nichts finden wird völlig recht. Der schriftliche Befund liegt mir noch nicht vor, aber in der Besprechung der Biopsie Ergebnisse hat mir der klinik Arzt letzte Woche gesagt, dass auch die histologische Untersuchung der Proben auf eine chronische prostatitis hindeutet. Nach den nunmehr insgesamt 45 Stanzen in 3 Biopsien und 2 MRTs In den letzten vier Jahren, hoffe ich jetzt, dass alles nur Fehlalarm gewesen ist und sich der Verdacht einer abakteriellen chronischen prostatitis langfristig bestätigt. Was würden Sie mir jetzt empfehlen? Sicherlich werde ich weiterhin regelmäßig meinen Urologen aufsuchen; denken Sie, ich sollte es noch einmal mit einer langfristigen antibiose versuchen (3 mit jeweils verschiedenen Medikamenten habe ich in den vier Jahren schon hinter mir)? Vielen Dank für Ihre Einschätzung und Empfehlung. PS: vlt gibt es ja andere forum Teilnehmer, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Ich nehme jeden Rat gerne an)

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                    • Re: Wieder Prostatitis?

                      Ob Ihnen eine erneute Langzeitantibiose wirklich hilft ist fraglich. Sie haben eine abakterielle Prostatitis, da hilft die Antibiose nicht entscheidend. Es haben einige Patienten mit abakterieller Prostatitis gute Erfahrungen mit der Einnahme von Tamsulosin gemacht. ;an muss jedoch beachten, dass dieses Medikament dafür nicht zugelassen ist. Sie müssten weiter Ihren Urologen konsultieren und mit ihm das weitere Procedere abstimmen.

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