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Expertenrat: Was ist das für eine Diagnose?

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  • Expertenrat: Was ist das für eine Diagnose?

    Sehr geehrter Expertenrat,

    bitte helfen Sie mir (66 Jahre) bezüglich meiner Diagnose und der geeigneten Therapie. Ich habe folgenden Arztbericht vorliegen:
    PSA Wert: 11,4 ng/ml

    Klinische Angaben: Ausschluß Prostata-Ca.

    Makroskopie:
    1.) Drei Stanzen von rechts: Zusammengelegt 5 cm lange Stanzzylinder, z.T.etwas feinfädig (I)
    2.) Drei Stanzen von links: Zusammengelegt 4,8 cm lange Stanzzylinder und ein kleines Fragment (II)

    Histologisch:
    1.) Prostatastanzzylinder (rechts), unauffälliges Stroma, z. T. hyperplastische Drüsen, teils atrophe Drüsenfelder. Man sieht auch Sekretstau. Die Hostarchitektur ist allerdings intakt und die Kernplasmarelation erhalten. An einer Stelle erkennt man eine suspekte Drüsengruppe (7 Drüsen). Hier liegen die Drüsen Rücken an Rücken. Eine Kernpleomorphie erkennt man allerdings nicht. makronukleolen sind nicht zu erkennen.
    2.) Prostatastanzzylinder (links), unauffälliges Stroma, hyperplastische Drüsen neben atrophen Drüsenfeldern. hier in einem Stanzzylinder exzentrisch eine suspekte Drüsengruppe, hier liegen die Drüsen Rücken an Rücken. An einer Stelle scheinen sie zu fusionieren. Man sieht eine mäßige Kernpleomorphie und immer wieder auch Makronukleolen. Das Sekret ist atypisch.

    Immunhistologie:
    1.) Immunhistologisch exprimiert die kleine suspekte Drüsengruppe recht ein basalzelltypisches Zytokreatin und ist zytoplasmatisch negativ für Racemase.
    2.) Immunhistologisch exprimiert die suspekte Drüsengruppe links kein basalzelltypisches Zytokeratin und ist zytoplasmatisch positiv für Racemase.

    Diagnose und Begutachtung:
    1.) Tumorfreie Prostatastanzzylinder von recht.Kein Anhalt für Malignität.
    2.) Mäßig differenziertes, kleinacinäres Prostatacarcinom von links, abschnittweise mit Drüsenfusionen (max. 3% des Stanzzylindervolumens sind infiltriert).

    1/2. Prostatastanzzylinder (von rechts und links) jeweils mit kleinen suspekten Drüsengruppen, so das zur Klärung der Dignität immunhistologische Untersuchungen angeschlossen werden.

    Szintigrafie: alles normal, ohne Auffälligkeiten
    Gleason-Score 3 + 4 = 7 (G2a)
    Ultraschallbefund: nichts zu sehen
    Tastuntersuchung: ja, der Arzt hat etwas ertastet (suspekter Tastbefund)

    Bitte können Sie mir sagen, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und wie kann ich als "normaler" Mensch diese Diagnose verstehen?

    Komme ich für die Brachytherapie in Frage oder muss ich mich einer Totaloperation unterziehen?

    Wäre die Hifu Methode ebenfalls hilfreich um einer Totaloperation aus dem Weg zu gehen?


    Ich weiß, es sind sehr viele Fragen, aber ich war sehr geschockt von der Diagnose. Für Ihre Hilfe danke ich Ihnen sehr.

    Herzliche Grüße
    Josef66


  • Re: Expertenrat: Was ist das für eine Diagnose?


    Sie haben ein sehr kleines Tumorareal in der Prostata jedoch mit einem Gleason Score von 3+4=7a. Zusammen mit dem PSA von 11 haben SIe eine erhöhte Risikosituation, bei der man eine alleinige Brachytherapie nicht empfehlen würde. Man kann eine Kombination aus Seed-Brachytherapie mit einer leichten Bestrahlung von außen machen. Alternativ eine alleinige Bestrahlung von außen oder eine Radikaloperation. Von einer HIFU würde ich Ihnen hier dringend abraten, die Ergebnisse sind nicht zufriedenstellend.
    Bezüglich des Tastbefundes stellt die alleinige Aussage, dass der Arzt etwas getatstet hat, keine eindeutige Definition des klinischen Stadiums dar, es ist zumindest cT2a, kann aber auch höher sein. Insgesamt sollte man bei jeglicher Bestrahlungstherapie noch eine zusätzliche begleitende Hormontherapie in Betracht ziehen.

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    • Re: Expertenrat: Frage auf Ihre Antwort?


      Guten Morgen Herr Dr. Kahmann,
      ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre schnelle Antwort. Bitte sind Sie so freundlich und antworten mir nochmals, ich habe in Ihrer Antwort folgendes nicht so ganz verstanden:

      Was bedeutet "erhöhte Risikosituation" (GleasonScore 7a und PSA 11) ?

      Die alleinige Bestrahlung von außen, die evtl. in Betracht kommt. Sind das radioaktive Strahlen und muss ich mir da eine Chemotherapie vorstellen, wie bei anderen Krebsarten auch?

      cT2a bedeutet die Größe des Tumors?

      Welche Medikamente sind das für die begleitende Hormontherapie?

      Vielen, vielen Dank für Ihre Hilfe. Ich finde es super von Ihnen, dass Sie sich die Zeit nehmen, hier in den Foren die Anfragen verunsicherten Patienten zu beantworten. Vielen Dank!

      Herzliche Grüße
      Josef66

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      • Re: Expertenrat: Frage auf Ihre Antwort?


        Prostatatumoren werden in verschiedene Risikogruppen eingeteilt, dies ist abhängig von den Tumorparametern PSA, klinisches Stadium, Gleason Wert. Es gibt die Einteilung in niedrig, intermittierend und hoch-Risiko. Bei Ihnen liegt ein hohes Risiko vor. Bestrahlung hat mit Chemotherapie nichts zu tun. Es sind in der Tat radioaktive Strahlen. das klinische Stadium wird als cT klassifiziert, cT2a bedeutet, dass der Tumor auf einer Seite tatsbar war.
        Die begleitende Hormontherapie wird meistens mit sog. LHRH Agonisten, die als 1, 2, 3 oder 6 Monatsspritzen verabreicht werden, durchgeführt. Beispiele für solche Präparate sind z. B. Enantone oder Trenantone. Hierzu müssten Sie mit Ihrem Urologen sprechen.

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