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Bestrahlung nach Radikaler RPE

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  • Bestrahlung nach Radikaler RPE

    Lieber Herr Dr. Kahmann,

    bei meinem Vater wurde nun doch eine radikale Prostataektomie vorgenommen. Die Werte nach Ektomie stellen sich leider schlechter dar als angenommen. Stadium T2c R1. Gleason Score wurde mit 3+4 = 7 bewertet. Rand lag sehr dicht am Harnleiter, mehr Wegschneiden ging nicht.

    Für uns stellt sich nun die Frage nach möglicher Rezidiv Bildung. Lt. den behandelnden Ärzten soll nicht sofort bestrahlt werden, sondern es soll die PSA-Wert Entwicklung abgewartet werden (was ja z.T. mainstream Meinung ist?).
    Das verunsichert uns sehr, weil es ja gerade Ziel der RPE war, den Krebs auszuräumen.

    Wie ist Ihre Einschätzung? Kann man überhaupt nach einer RPE direkt bestrahlen und welchen minimalen Abstand sollte man wegen der Abheilungsphase einhalten?
    Wenn eine Bestrahlung sinnvoll ist, kann man heute überhaupt noch eine normale Bestrahlung, die nicht auf IMRT basiert, empfehlen?

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Meinung!!
    Jan


  • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


    Man kann nach einer RPE bestrahlen, eine IMRT ist natürlich von Vorteil. Man sollte jedoch zunächst den PSA Verlauf abwarten. Ggf. ist zunächst keine Nachbestrahlung notwendig. Darüber wird gestritten, ob bei einer R1 Resektion sofort bestrahlt werden soll. wahrscheinlich nicht, jedoch schon sehr früh bei einem PSA-Anstieg über 0,2.

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    • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


      Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
      Dann warten wir die monaltichen Messungen ab.
      Mit freundlichen Grüssen
      Jan

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      • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


        Hallo, Dr. Kahmann,
        was bitte ist ein IMRT. Ich wurde vor 4 Monaten operiert. PSA vor 4 Wochen unter Hormonentzug (Spritze) 0,00 ng/ml. Gleason 8 Rx - Situation. Mein Operateur vertrat die Meinung gleich nach OP antiandrogene Behandlung, nach 6 Monaten Bestrahlung, dann noch mal 6 Monate die Spritze. Teilen Sie in meinem Fall diese Vorgehensweise oder gibt es hier neue Erkenntnisse ?

        Grüsse, helmut51

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        • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


          IMRT bedeutet intensitätsmodulierte Radiotherapie, eine besondere Form der externen Bestrahlung, bei der die umliegenden Organe besser geschont werden als bei der normalen Bestrahlung.
          Das Problem mit der Hormontherapie nach der RPE ist, dass man den PSA nicht als Kontrolle des Erfolges der RPE nehmen kann, da dieser durch die Hormontherapie künstlich niedrig gehalten wird. Viele Patienten brauchen nie eine Bestrahlung, obwohl bei der RPE positive Ränder gefunden wurden. Dies kann man aber nur beurteilen, wenn der PSA steigt oder nicht. Dies geht aber nur ohne Hormone zu beurteilen. Wenn Sie Hormone bekommen und dann ohne Rezidivnachweis in 6 Monaten bestrahlt werden, dann werden Sie unter Umständen unnötig bestrahlt.

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          • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


            Hallo Herr Dr. Kahmann,

            den Inhalt Ihrer letzten Antwort habe ich so ähnlich von meinem Zweiturologen auch gehört. Er hat mir eine Zytometrie empfohlen, die ich dann auch anfertigen ließ, wobei trotz des Gleason 8 ein peridiploides Verteilungsmuster festgestellt wurde und mir der durchführende Arzt eine gute Prognose ausgestellt hat. Ich habe erfahren, dass diese Methode der Malignitätsbestimmung sehr unterschiedlich diskutiert wird. Gerne würde ich Ihre Meinung dazu hören. Trotzdem werde ich wohl auf Nummer sicher gehen und die Bestrahlung machen lassen. Mein behandelnder Urologe meinte, ich müsse die HB dann noch mindestens ein weiteres Jahr nach Bestrahlung machen. Ich habe aber Sorge, dass ich meine Munition zu schnell verschieße. Ist das notwendig und warum ist das so ?

            Mein letzter PSA vor 1 Woche lag weiterhin bei 0,00 ng/ml unter HB. Ich bemerke aber in der letzten Zeit, dass ich Schmerzen in der Gesäß und Rückenmuskulatur habe. Ich glaube nicht, dass es Knochenschmerzen sind, aber wie unterscheidet man das so genau.
            Das Knochenzinti vor 6 Monaten war in Ordnung. Sind hier Nebenwirkungen der HB bekannt ? Meinen Urologen kann ich das nur sehr schwer fragen, der spult sein Programm herunter, beruft sich ständig auf seine Leitlinien und ist immer in Eile.

            Gruß helmut51

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            • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


              Zunächst ist eine Knochenmetatstase bei einem PSA (auch unter Hormontherapie) von 0,00 fast auszuschließen Beschwerden mit der Muskulatur sind nicht ungewöhnlich unter dauerhafter Hormontherapie, auch die Knochendicht nimmt ab und kann dadurch zu Beschwerden mit den Knochen führen. Ggf. sollten Sie die betroffenen Regionen röntgen lassen.
              Bezüglich der Hormontherapie und Bestrahlung sind synergistische Effekte bekannt, wenn man bei Bestrahlung der Prostata eine gleichzeitige und bis zu 3 Jahren weiterführende Hormontherapie durchführt. Dies wurde jedoch nur für high risk Tumoren bewiesen - mit dem Gleason von 8 liegt dieser bei Ihnen vor.
              Bezüglich der Ploidie scheiden sich die Geister in der Tat. Ich bin mir da auch noch nicht sicher, bin aber eher skeptisch, da hier noch ausreichende Erfahrungswerte fehlen.

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              • Re: Bestrahlung nach Radikaler RPE


                Hallo Dr. Kahmann,

                vielen Dank für die schnelle und umfangreiche Antwort. Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende !


                Gruß helmut51

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