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PSA 440 ng/ml

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  • PSA 440 ng/ml

    Guten Morgen,
    mein Vater (76 J.) wurde vor einigen Tagen aufgrund eines Schlaganfalls stationär in einem Krankenhaus aufgenommen, dort wurde bei einer Blutuntersuchung ein PSA-Wert von 440 ng/ml festgestellt (die Ärztin hat mir erklärt, dieser Wert wird bei älteren Herren routinemäßig erhoben). Nach allem was ich mittlerweile gelesen habe ist dieser Wert so riesig hoch, dass ich das Gefühl habe alles ist aussichtslos.
    Mein Vater sollte eigentlich nach Feststellung des Wertes zu einer Biopsie gehen, die aber kurzfristig abgesagt wurde, weil er blutverdünnende Mittel einimmt. Er ist aufgrund seines Schlaganfalls schon sehr frustriert und traurig und weiß bis jetzt noch nicht, WIE stark erhöht seine Werte sind. Am Freitag wurde er aus dem Krankenhaus entlassen, am Montag soll er wegen des Schlaganfalls zur Reha (2-3 Wochen). Ich habe keine Ahnung, wie wir ihm das sagen sollen, und wie es jetzt weitergehen soll, gibt es bei diesem Wert überhaupt noch etwas zu hoffen???
    Viele Grüße,
    Julia


  • Re: PSA 440 ng/ml


    Der PSA von 440 macht einen Prostatatumor sehr wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist er auch schon fortgeschritten. Dennoch denke ich kann Ihr Vater zunaechst zur Reha und dann die Biospie durchfuehren lassen. In den 3 Wochen aendert sich nichts an dem Tumor. Er benoetigt dann auch weitere Untersuchungen wie CT und Knochenszintigramm. Abhaengig von diesen Untersuchungen wird die Therapie sein. Am Wahrscheinlichsten ist eine Hormontherapie.

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    • Re: PSA 440 ng/ml


      Guten Morgen,

      nach meiner letzten Anfrag vor über drei Jahren hat sich folgendes ergeben:
      Nach Reha und Erholung von seinem Schlaganfall wurde mein Vater seit April 2008 mit Leuprorelin behandelt. Nachdem der PSA-Wert nicht mehr zurückging, erhielt er im August anstatt Leuprorelin Profact.

      Die Entwicklung des PSA verlief wie folgt:

      4/2008: 498
      5/2008: 457
      10/2008: 69,13
      1/2009: 45,21
      4/2009: 18
      7/2009: 10,93
      11/2009: 8,73
      2/2010: 6,3
      5/2010: 6,6
      8/2010: 6,33
      11/2010: 9,2

      Ich gehe davon aus, dass der Tumor mittlerweile hormonresistent geworden ist, oder gibt es auch andere Möglichkeiten, die den Wiederanstieg des PSA erklären könnten?

      Wie könnte die weitere Behandlung jetzt aussehen?

      Am Montag steht der nächste Besprechungstermin beim Urologen an und ich wüsste gerne schon ein bisschen, was nun auf uns zukommen wird.

      Vielen Dank
      Julia

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      • Re: PSA 440 ng/ml


        Hallo, kann leider erst heute antworten, da ich in Aegypten bin, deshalb auch die komische Schreibweise. Der Tumor wird wie der steigende PSA zeigt womoeglich jetzt hormonresistent. Man sollte zunaechst den Terstosteronwert bestimmen lassen,um zu sehen, ob die Medikation die Testosteronproduktion ausreichend hemmt. Man wuerde als naechstes eine maximale Homonblockade mit der zusaetzlichen Gabe eines Antiandrogens (z.B. Bicalutamid) versuchen.

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        • Re: PSA 440 ng/ml


          Hallo Herr Dr. Kahmann,
          hallo liebe Mitleser ,

          ein Jahr nach meiner letzten Frage stehen wir wieder vor dem gleichen Problem wie damals.

          Nachdem sich der PSA -Wert meines Vaters ohne weitere andere Medikamente doch wieder leicht zurück entwickelt hatte ist er nun wieder recht deutlich angestiegen.

          Der Verlauf ist wie folgt:

          04/2008: 498
          05/2008: 457
          10/2008: 69,13
          01/2009: 45,21
          04/2009: 18
          07/2009: 10,93 Testo: 0,02
          11/2009: 8,73
          02/2010: 6,3
          05/2010: 6,6
          08/2010: 6,33
          11/2010: 9,2
          02/2011: 8,94 Testo: 0,09
          07/2011: 7,41
          11/2011: 10,85 Testo: 0,14

          Der aktuelle Testosteronwert liegt bei 0,14 ng/ml, damit ist er doch noch im Kastrationsbereich, oder? Heisst das, der Krebs ist jetzt tatsächlich hormonresistent geworden, oder gibt es dieses Mal immer noch die Chance, es könnte anders sein?

          Am Dienstag ist der Besprechungstermin beim Urologen. Worauf sollten wir vorbereitet sein, bzw. welche Fragen gilt es zu stellen?

          Wie könnte die weitere Behandlung aussehen?

          Viele Grüße,
          Julia

          Kommentar


          • Re: PSA 440 ng/ml


            Der Testosteronspiegel ist noch km Kastrationsbereich aber im Vgl. zu den Vorwerten angestiegen. Welche Hormntherapie wird derzeit durchgeführt?

            Kommentar


            • Re: PSA 440 ng/ml


              Hallo Herr Dr. Kahman,

              bis Juni 2010 erhielt mein Vater eine Dreimonatsspritze Leuprorelin, danach wurde Profact gespritzt, zum letzten Mal im Juli diesen Jahres.

              Ich muss noch erwähnen, dass bei einem Knochenszintigramm und CT, ebenfalls im Juli 2011, kein Hinweis auf Metastasen oder andere Veränderungen vorlag.

              Gruß,
              Julia

              Kommentar



              • Re: PSA 440 ng/ml


                Gibt es einen Grund, warum die Spritze nicht nach 3 Monaten erneut gegeben wurde? Eigentlich wäre sie im Oktober doch wieder fällig gewesen.

                Kommentar


                • Re: PSA 440 ng/ml


                  Hallo Herr Dr. Kahmann,

                  einen echten Grund gibt es eigentlich gar nicht, ...
                  Mein Vater erhielt Ende Februar Profact und hatte dann einen Termin zum CT und Knochenszintigramm im Juni, bis dahin wollte der behandelnde Urologe auf jeden Fall abwarten um zu sehen, was diese Untersuchungen ergeben.
                  CT und Szinti waren ohne Befund was Metastasen angeht, allerdings wurde ein Harnleiterstein festgestellt, der erst Mitte Juli operativ entfernt wurde. Bis dahin wurden keine Medikamente verabreicht. Nach dem Eingriff wurde dann in der ersten Augustwoche erneut Profact gespritzt. Weshalb dann erst Ende November ein Kontrolltermin ausgemacht wurde, kann ich nicht sagen, ich bin allerdings laienhaft davon ausgegangen, dass es "auf ein paar Tage mehr oder weniger" nicht ankommt, sonst hätte ich sicher nachgefragt.
                  Danke und Gruß,
                  Julia

                  Kommentar


                  • Re: PSA 440 ng/ml


                    Auf die paar Tage im Juli/August kommt es nicht an, die Depotpräparate wirken noch etwas länger als die angegebene Zeit, jedoch auch wenn die letzte Spritze im August war, hätte doch Anfang November wieder eine gegeben werden müssen. Warum ist die nicht erfolgt?

                    Kommentar



                    • Re: PSA 440 ng/ml


                      Guten Morgen,
                      auch für den späten Termin im Dezember gibt es keinen echten Grund. Die Praxis hätte zwischenzeitlich 4Wochen Urlaub, danach waren die Termine ziemlich ausgebucht. Wie bereits erwähnt habe ich mir leider gar keine Gedanken darüber gemacht. Haben Sie einen Tipp für mich, worauf bei dem morgigen Gespräch unbedingt zu achten ist, bzw. wie es mit der Therapie weitergehen kann?
                      Viele Grüße Julia

                      Kommentar


                      • Re: PSA 440 ng/ml


                        Man mus swieder mit der Hormontherapie beginnen und dann erneut den PSA messen und sehen, ob er dann wieder sinkt. Wichtig ist, dass die Hormongabe und die Kontrollen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

                        Kommentar


                        • Re: PSA 440 ng/ml


                          Hallo Herr Dr. Kahmann,

                          danke für Ihre ANtwort.
                          Eine Frage noch: Heißt das, Sie gehen noch nicht unbedingt davon aus, dass der Krebs mittlerweile hormonresistent ist?

                          Gruß,
                          Julia

                          Kommentar


                          • Re: PSA 440 ng/ml


                            Ich gehe davon aus, daß der PSA gestiegen ist, da kein Hormon mehr gegeben wurde. Insofern würde ich die Hormontherapie wieder beginnen und den PSA und den Testosteron erneut messen.

                            Kommentar


                            • Re: PSA 440 ng/ml


                              Hallo Herr Dr. Kahmann,
                              nachdem längere Zeit vergangen ist, seit meinem letzten Eintrag, möchte ich Sie heute nochmals wegen der Weiterbehandlung meines Vaters fragen.

                              Der PSA-Wert ist seit einem Jahr kontinuierlich gestiegen,

                              07/2011 7,41
                              11/2011 10,85
                              03/2012 11,74
                              06/2012 14,68

                              Der Testosteronwert wurde zwischenzeitlich (März 2012) bestimmt und liegt mit 0,13 ng/ml im Kastrationsbereich.

                              Mein Vater erhielt im März erneut ein Dreimonatsdepot Profact, ansonsten wurde bisher keine weitere Behandlung durchgeführt.

                              Morgen früh ist der Beprechungstermin beim Urologen und ich wüsste gerne, auf was ich achten muss, bzw. welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten es derzeit gibt. Beim letzten Termin im März hatte sein Arzt davon gesprochen, dass eigentlich als nächstes eine Chemotherapie in Frage käme, wovon er aufgrund des Allgemeinzustandes meines Vaters eher abraten würde.

                              Mein Vater ist mittlerweile 81 Jahre alt, hatte vor fünf Jahren einen Schlaganfall und ist leicht dement.

                              Welche Alternativen zu einer Chemotherapie bestehen denn überhaupt? Ich bin recht ratlos im Moment und hoffe, dass es vielleicht noch die ein oder andere Option gibt, die meinem Vater noch eine Zeit lang weiterhilft.

                              Viele Grüß,
                              Julia S.

                              Kommentar


                              • Re: PSA 440 ng/ml


                                Wurde denn schon eine komplette Androgenblockade durchgeführt, d.h. wurde auch schon ein Antiandrogen z.B. Bicalutamid dazugegeben. Als nächster Schritt wäre in der Tat die Chemo mit Taxotere. Im Anschluss Arbiraterone. Dies darf eigentlich erst nach Chemo eingesetzt werden. Neueste Studienergebnisse zeigen jedoch eine Wirksamkeit auch gleich nach der Hormontherapie. Ist jedoch noch nicht für dieses Therapiestadium zugelassen.

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                                • Re: PSA 440 ng/ml


                                  Hallo Herr Dr. Kahman,

                                  bislang wurde noch keine maximale Androgenblockade durchgeführt. Der behandelnde Urologe hat meinem Vater jetzt Bicalutamid 50 (wovon er täglich eine Tablette nehmen soll) verschrieben. Könnten Sie mir vielleicht kurz erklären, wie die Wirkungsweise des Bicalutamid aussieht? Der Testosteronwert meines Vaters ist im Kastrationsbereich, was bewirkt dann das zusätzliche Medikament? Die Dreimonatsspritze Eligard hat er letzte Woche übrigens auch wieder erhalten.

                                  Viele Grüße und einen schönen Abend
                                  Julia S.

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                                  • Re: PSA 440 ng/ml


                                    Das Bicalutamid verhindert, dass das im Körper zirkulierende Testosteron nicht an der Prostatazelle andocken kann. Es verhindert damit nicht die Produktion des Testosterons, sondern die Wirkung des Testosterons an der Tumorzelle.

                                    Kommentar