• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Prostatakrebs und Blutungen

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Prostatakrebs und Blutungen

    Hallo, mein Vater liegt im Krankenhaus mit blauen Flecken überall am Körper (Kniekehle, Penis, Beine, Po,..), aus denen Blut austritt. Heute bekam er die Diagnose: zu 95 % Prostatakrebs. Jetzt werden die Untersuchungen mit ct usw. Auch Bauchspeicheldrüse wird dahingehend untersucht.

    Meien Frage: Wie hängen diese Blutungen und blaue Stellen mit der Krebsdiagnose zusammen ?

    Vielleicht noch: mein Vater hatte vor Jahren Boreliose, war dann wieder gesund. Vor 2 Monaten wieder Beschwerden, seitdem Antibiotika.Bis vor 5 Tagen, da ins Krankenhaus.

    Vielen Dank für die Antworten
    Thorsten


  • Re: Prostatakrebs und Blutungen


    Hallo Thorsten,
    das kann ich Ihnen aus der Ferne nicht sagen. Möglich ist bei einem fortgeschrittenen Tumor, dass es zu sog. paraneoplastischen Gerinnungsstörungen kommen kann, die die Blutergüsse erklären könnten. Die Farge müssten Sie an die behandelnden Ärzte stellen, die können durch Laboruntersuchungen den Gerinnungsstatus feststellen. Nimmt Ihr Vater den gerinnungshemmende Mittel?

    Kommentar


    • Re: Prostatakrebs und Blutungen


      Halle Dr, Kahmann,
      Ja, er bekommt gerinnungshemmende Mittel und weitere Blutkonserven. Das Hauptproblem ist ein Hämatom am Po. Der Arzt fragte den Chirurgen, aber der möchte eigentlich lieber nicht operieren, da es gefährlich ist. Jetzt wird weiter abgewartet.

      Desweiteren wurde aufgrund des Krebses ein Knochenzintigramm gemacht. Der Arzt sagte mir, der Befund ist zwar noch nicht komplett da, aber das gesamte Skelett sei befallen.
      Wie ist so eine Aussage zu deuten ? Diese Aussage klingt schrecklich und hoffnungslos...

      Der Arzt sagte, erst die Blutung stillen, dann Chemotherapie und Knochenverstärkende Medikamente.

      Kommentar


      • Re: Prostatakrebs und Blutungen


        Das klingt sehr nach einem fortgeschrittenen Tumor. In diesenm Zusammenhang kann es zu den Blutungen gekommen sein, die gerinnungshemmenden Mittel haben sicher dazu beigetragen. Ich denke im weiteren Verlauf kann man zum einen Hormonpräparate geben (LHRH Analoga wie z.B. Trenantone oder Zoladex) ggf. gemeinsam mit z.B. Casodex. Für die Knochen wird man Zometa geben. Das wird nach der Verbesserung der Gerinnungssituation erfolgen.

        Kommentar



        • Re: Prostatakrebs und Blutungen


          Vielen Dank erstmal für Ihre Informationen.

          Bei meinem Vater ist folgende Komplikation eingetreten: Das Hämatom im Po/Bein hat sich geschlossen. Nun aber gibt es eine Infektion darin. Der Arzt sagte, diese sei schwer zu bekämpfen. Er hat Fieber, wechselnd stark. Notfalls müße das Hämatom chirurgisch entfernt werden und damit wohl der komplette Oberschenkelmuskel. Ist es möglich, ohne zu leben ?

          Desweiteren teilte mir der Arzt mit, der Krebs hat die Knochen so befallen, dass diese keine Trombozyten bilden können. Diese beiden Dinge spielen wohl zusammen und machen seine Lage gerade äußerst kritisch. Eine Biopsie kann deshalb gerade nicht durchgeführt werden, da die Gefahr des Verblutens in seinem Zustand bestünde. Jetzt warten die Ärzte ab, wie er sich entwickelt.

          Was kann getan werden, wenn keine Trombozyten gebildet werden können ?

          Vielen Dank für Ihre Antwort
          Thorsten

          Kommentar


          • Re: Prostatakrebs und Blutungen


            Das ist eine recht verzwickte Situation. Ich denke man sollte auf jeden Fall einen Onkologen hinzuziehen (ein Internist, der Tumorerkrankungen behandelt), da dies ein ungewöhnlicher Verlauf der Prostatatumorerkrankung ist. Dieser hat häufiger mit Thrombozytenmagel zu tun und wird dies besser behandeln können als der Urologe. Bezüglich dr Knochenmetastatsen sollte eine Therapie mit Zometa eingeleitet werden. Generell sollte erwogen werden, ob die Gesamtsituation nicht eine Hormontherapie auch ohne die Biopsie ermöglicht.

            Kommentar


            • Re: Prostatakrebs und Blutungen


              Hallo Herr Kahrmann,
              mein Vater hat die Blutung überwunden und es konnte auch eine Biopsie gemacht werden.

              Gleason 4 (%) 80
              Gleason 5 (%) 20
              PSA (ng/ml) 680
              Prostatavolumen 25

              In der Beurteilung steht:
              Niedrig differenziertes Andenokarzinom der Prostata, mittelgradige bis schwergradige nukleäre Atypien (Stanzzylinder 1. Rechts Apex 5%, 3. Rechts Basis 10%, %. Links Mitte 15%). Außerdem Fibrosen und geringe fibormuskuläre und glanduläre Hyperplasie sowie Atrophie der Prostata (Stanzzylinder 1. Rechts Apex2. Rechts Mitte, 3. Rechts Basis, 4. Links Apex, 5. Links Mitte , 6. Links Basis)

              Wie ist das zu deuten ?

              Kommentar



              • Re: Prostatakrebs und Blutungen


                Es wurde ein aggressiv wachsender Tumor in 3 der Biopsien in der Prostata beidseits gefunden. Die Gleason summe ist 9 (von 10). Somit wurde die Vermutung, dass ein metatstasierter Prostatatumor vorliegt, bewiesen. Mit Ihrem Urologen müssen Sie jetzt die Therapieoptionen besprechen. Am ehesten wird eine Hormontherapie eingeleitet werden.

                Kommentar


                • Re: Prostatakrebs und Blutungen


                  Vielen Dank für ihre Antwort.

                  Mein Vater hat großes Vertrauen zu seiner Allgemeinärztin. Diese möchte ihn auch zu Hause betreuen.

                  Ist das sinnvoll, oder ist er beim Urologen besser aufgehoben ?

                  Kommentar


                  • Re: Prostatakrebs und Blutungen


                    Ich bin mir nicht sicher, wieviele Prostatakrebspatienten die allgemeinärztliche Kollegin betreut. Der Urologe ist sicher von seiner Fortbildung her besser in der Materie. Fragen Sie die Allgemeinärztin, ob sie onkologisch tätig ist. Ich würde mir auf jeden Fall beim Urologen zusätzlichen Rat einholen, die eigentliche Therapie kann dann von der Allgemeinärztin ggf. durchgeführt werden.

                    Kommentar