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Opiate statt Physio?

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  • Opiate statt Physio?

    Ich bin 35, hatte einen Bandscheibenvorfall. Ich leide unter unerträglichen Rückenschmerzen, schon seit 8 Wochen. Eine Operation wurde abgelehnt.Mein Arzt hat mich mit Voltaren behandelt, aber es hilft nicht. Physio, Massage, Strom und Spritzen - hatte ich alles schon. Es tutu so weh, nichts hilft! Jetzt habe ich gehört, dass Opiate helfen sollen.Stimmt das? Machen die nicht schwummrig?


  • RE: Opiate statt Physio?


    Opiate können soviel ich weiss sogar abhängig machen. Normalerweise is man mit Physotherapie meistens auf dem richtigen Weg, aber wenn Sie sagen das es bei ihnen nicht anschlägt würde ich nochmal mit dem Arzt sprechen. Es gibt mittlerweile Operationen, die wirklich zu empfehlen sind, wobei ich sagen muss, das eine Operation die letzte Möglichkeit sein sollte.
    Haben sie schonmal eine Rückenschule besucht? Für Sie wäre es wichtig zu lernen wie man sich "rückengerecht" hinlegt, hinsetzt oder im bett dreht, um weitere Belastungen zu vermeiden.

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    • http://m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schmerzm


      Hallo Ullrich.

      Für die Schmerztherapie werden Opiodide eingesetzt. Ausführliche Informationen zu z. B. Tramal oder Tilidin findest Du unter der im Betreff genannten Adresse.

      Persönlich möchte ich Dir Tramal 200 als Retard - Tabletten empfehlen. Diese geben die Wirkung über mehrere Stunden gleichmäßig ab. Tilidin in Verbindung mit Naloxon (welches die berauschende Wirkung unterdrückt zur Verhinderung von Drogenmißbrauch) wird m. W. ausschließlich als Tropfen verabreicht. Das hat den Nachteil, dass Du in relativ kurzen Abständen immer wieder die volle Dröhnung nehmen mußt, weil die Wirkung der vorherigen Einnahme wieder nachläßt.

      Es klann Dir anfänglich tatsächlich passieren, daß Du Dich leicht "bedusselt"fühlst. Dieses Gefühl verschwindet aber sehr schnell wieder. Allerdings ist zu beachten, daß Du nach der Einnahme nicht Auto fahren solltest. Über Abhängigkeit oder Suchtgefährdung musst Du Dir keine Gedanken machen - diese Gefahren tendieren gen Null.

      Jede Schmerztherpie nur unter ärtzlicher Aufsicht für eine begrenzte Dauer vorgenommen werden Noch viel wichtiger ist die Ursachenbekämpfung. Der Arzt hat Dir absolut richtig von einer Op. abgeraten. Die Folgen sind niemels kalkulierbar. Mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 40% kann sich an der Schnittstelle Narbengewebe bilden. Dieses würde künftig und für alle Zeiten die Nerven reizen. Die Schmerzen wären schlimmer als vorher.

      Du solltest Dich nach einem Neurochirurgen erkundigen ( Anschriften erhälst Du über die Ärztekammer) der Erfahrungen mit der percutanen Nukleotomie hat. Bei dieser Op. ist die Gefahr des Narbengewebes nicht gegeben, weil nich am Nerv entlang "geschält" werden muss. Sofern der Facharzt diese Behandlungsform für möglich einstuft, empfehle ich unbedingt eine Zusage.

      Falls Du ergänzende Fragen hast, melde Dich einfach wieder.

      Gute Besserung wünscht Dir
      Frodo

      Ach ja: Sobald Du die richtigen Medikamente hast, solltest Du unbedingt mit einem Muskelaufbautraining beginnen (Schmetzen und Training vertragen sich nicht so gut..) Speziell Deine Bauch- und Rückenmuskulatur muß soweit aufgebaut werden. dass sich ein narürliches Stützkorsett bildet.

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      • RE: http://m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schm


        Hallo Frodo!

        Sie können doch nicht allem Ernstes jemanden Opioide -schon mit genauer Darreichungsform- empfehlen, dessen Krankheitgeschichte Sie nicht kennen? Opioide sind das ultima ratio, danach kommt nichts mehr. Man kann sie nicht anpreisen wie eine Aspirin.

        Bei chronischen Schmerzen muß man alles mögliche denken und auch immer an eine somatoforme Störungen ausschließen.

        Erst dann (!) erfolgt die Medikation evtl, die Sie erwähnen. Das muß aber ein betreunder Arzt vor Ort entscheiden.

        Außerdem existieren immer noch konservative Therapien. Die darf man nicht bei Seite schieben, nur weil man den Schmerz ausschalten kann.

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        • RE: http://m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schm


          Kleiner Nachtrag für alle Nichtlateiner: Es heißt DIE Ultima ratio. Nicht "das". Dieses Wort geruht nämlich weiblich zu sein ...

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          • RE: http://m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schm


            Das stimmt so nicht, was Sie schreiben.
            Zum einen ist eine medikamentöse Therapie eine konservative Therapie, im Gegensatz zu einer operativen. Falls sie nicht kausal ist, sondern wie hier nur der Schmerzlidnerung dient, nennt man sie palliativ, konservativ bleibt sie trotzdem.

            Das ist aber nur sprachlich, viel wichtiger ist:
            Opioide werden in Deutschland leider viel zu wenig verordnet, weshalb tausende von Patienten mit Schmerzen leben. Gerade bei Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen sollte - neben einer kausalen, evtl. operativen Therapie - frühzeitig eine gute Schmerztherapie eingesetzt werden. Dadurch kann nämlich u.U. die Entstehung von chronischen Schmerzen verhindert werden.
            Es ist also nicht so, daß man als Patient erst monatelang alles versuchen sollte, um die Probleme in den Griff zu bekommen, und dann letzten Endes Opioide zu nehmen. Sondern man sollte frühzeitig Schmerzmittel nehmen, die so stark sind, daß Schmerzfreiheit möglichst dauernd erreicht wird - wenn es sein mu, eben auch Opioide. Weitere Therapieversuche sollten parallel laufen, wobei man die Schmerzmittel immer mal wieder reduzieren kann, um zu schauen, ob sie noch nötig sind. Starke Schmerzen über einen langen Zeitraum führen ost dazu, daß selbst nach Ausschaltung der Ursache dann chronische Schmerzen bestehen bleiben.

            Im übrigen ist es zwar richtig, daß auch somatoforme Störungen sich in Form chronischer Schmerzen äußern können. Hier ist aber die Rede von einem eindeutig diagnostizierten Bandscheibenvorfall, der die Schmerzen verursacht, so daß man eine somatoforme Ursache wohl nicht erst lang und breit suchen muß.

            Thomas

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            • RE: http://m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schm


              Ich stimme Thomas in allen Punkten, was er über Opiate schreibt, zu. Diese Meinung hat sich in Fachkreisen durchgesetzt, wenn gleich sie nur eine relativ geringe Rolle in der Praxis spielt - leider. In anderen Ländern wird damit nicht so ängstlich umgegangen.
              Opiate haben zu unrecht einen schlechten Ruf.

              Da wurde von Herrn "Gast" etwas falsch verstanden, wenngleich es tatsächlich etwas ulkig ist, nach dem Hinweis "Bandscheibenvorfall" und "Schmerzen" gleich zu Opiaten zu kommen.

              Man muß aber betonen, dass es auch andere Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung einerseits und der Behandlung des Bandscheibenvorfalls andererseits, gibt. Sonst klingt hier alles danach, als ob nur noch Opiate in Frage kommen. Sie sind lediglich EINE Möglichkeit der Schmerztherapie. Unter Umständen reicht ein anderes Schmerzmittel auch aus.

              Mein Tipp an Ullrich: Das Schmerz-Problem mit Nachdruck(!) mit dem Arzt besprechen und gegebenfalls einen anderen Arzt aufsuchen. Ein guter Arzt wird die richtige Therapie finden.

              Viele Grüße, nexus

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              • RE: Opiate statt Physio?


                Hallo Ullrich,
                wie schon mehrmals erwähnt sollten Sie Ihren Schmerz kreis einmal durchbrechen. Mit welchem Mittel, das kann ein Anästhesist der Erfahrung mit Schmerzmittel hat der zum Beispiel in einer Schmerzambulanz beschäftigt ist. Denn es gilt erst mal den, in Ihrem Fall nicht mehr ganz "akuten" Schmerz, auf ein sehr geringes Ausmaß zu reduzieren und dann Langzeitpräperate um den vielleicht schon dauerhaften unterschwelligen Schmerz zu bekämpfen. Eine Erfahrung aus meiner Praxis: ein befreundeter Ansthesist kam mit akuten Rückenschmerz in die Praxis, er wurde von mir Krankengymnastik und Mikrostrom behandelt, es ging Ihm danach schon besser, aber zur Sicherheit nahm er noch hochdosiert Schmerzmittel , Kortison, Magenschoner um die Mittel besser zu vertragen und ging anschließend zu einem befreundete Arzt zur Akupunktur.
                Er war sehr schnell wieder fit !!
                Villeicht finden Sie auch einen Arzt , derSie in Ihrer Medikation so lange unterstützt, bis Sie weniger Schmerzen haben.
                Alles Gute
                Günter Knarr

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                • RE: http://m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schm


                  Hallo namensloser Gast.

                  Deinen Ausführungen kann ich entnehmen, daß Du noch niemals die Auswirkungen eines Bandscheibenvorfalls erfahren musstest. Betrachte dieses bitte als persönliche Gnade und nicht als Vorwand, trotzdem über Schmerzen zu urteilen.

                  In den vorhergehenden Stellungnahmen wurden die meisten Deiner Argumente bereits wiederlegt. Allerdings schreibst Du auch "Opioide sind das ultima ratio, danach kommt nichts mehr." Auf der von mir genannten Internetseite kannst Du dich über Schmerzmittel nach dem BTMG erekundigen. Danach wirst Du auch diesen Unsinn nicht mehr verbreiten wollen...........

                  Eine Bitte habe ich an Dich: Erst informieren, dann das Hirn einschalten, und erst dann eine Meinung bilden.

                  Es grüßt Dich
                  Frodo

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