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Bewußt dreist oder krank?

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  • Bewußt dreist oder krank?

    Hallo Leute,
    lieber Dr. Riecke,

    ich brauche hier eigentlich einen fachlichen Rat! Vor einem Jahr startete ich in eine Beziehung zu einem 41 Jahre alten Mann. Am Anfang war alles easy, er hat seine Lebensgeschichte offen da gelegt, wir redeten viel über die Zukunft usw.

    Seine Lebensumstände sind nicht ganz einfach. Er hat zwar eine Arbeit, ist selbständig, bezieht aus dieser Arbeit aber kein Geld. Die Plattform, wo er sich austobt, ist staatlich und somit dürfen keine privaten Sponsoren mit rein. Dies nur zur Erklärung.

    Er hat Freunde, die ihm sein Leben finanzieren. Er hat eine eigene Wohnung, lebt aber sonst in seinen allgemeinen Lebensumständen von der Hand in den Mund so zu sagen.

    Ich habe diesen Menschen zuerst als sehr freundlich, offen, ehrlich und im hohen Masse begeisterungsfähig kennen gelernt. Er überrannte einen fast mit seiner Persönlichkeit.

    Am Anfang redet man viel über Vergangenheit... Er legte offen da, daß er mal mit einer Frau 3 Jahre zusammen war, die ihn zu damaliger Zeit mit durchfinanziert hat, er aus diesem Geld ein Unternehmen aufbaute, dies aber aus unglücklichen Umständen wieder verlor.

    Er machte auch keinen großen Hehl darum, daß er ein sehr ausschweifendes Leben geführt hat, auch in Bezug auf Frauen, daß er sich nie festlegen konnte und lange Zeit nie hinter einer Frau stehen konnte, ohne das Bedürfnis zu haben, mit ihr ins Bett gehen zu wollen.

    Wie heißt es dann immer so schön.... Bei Dir ist alles anders... ;-)

    Am Anfang erzählte er mir oft über das zerrüttete Verhältnis zu seinen Eltern. Er war wohl lange Zeit Bettnässer, kommt aus einer katholischen Familie, war immer das schwarze Schaf der Familie wurde wohl auch in der Kindheit mit harten Strafen verbal und körperlich gezüchtigt. Sein Vater redet auch nicht mit ihm.

    Die Dinge haben ihn auch immer schwer beschäftigt. Er redete oft über alles, was in der Vergangenheit statt gefunden hat.

    Er sagte auch immer, daß er sich nirgendwo zu hause fühlt, wie in Blatt im Winde, heimatlos. Menschen werden ihm oftmals langweilig. Er war sehr schwierig und auch irgendwie wieder leicht in seiner Art.

    Ich fand auch seine Ansichten sehr schön, jeden Menschen so zu belassen, wie er ist, negative Erfahrungen einfach geschehen lassen und keine Erwartungen an andere Menschen zu stellen.

    Die ersten 4 - 5 Monate ging das ja noch ganz gut. Die Beziehung lief und im Prinzip dachte ich, ich hätte einen aufrichtigen und liebenswerten Menschen kennen gelernt.

    Das was nachher dabei rauskam, durchschlug aber sämtliche Erwartungen. Ganz skuril.

    Der Mensch erzählt jedem etwas anderes, als das, was tatsächlich der Wahrheit entspricht.

    Nun meine Vermutung bzw. meine Frage:

    Kann es sein, daß man in der Kindheit so geprägt wird, daß man sehr unehrenhaft durch das Leben geht, nur um Anerkennung z. B. bei den Eltern zu erlangen?

    Er ist immer gescheitert in seinem Leben. Hält auf Krampf an dem fest, was ihn eigentlich fertig macht. Seinen Job. Denn er dreht sich wie ein Hamster im Laufrad, bekommt kein Geld, somit Sorgen, Sorgen, Sorgen.

    Er hat natürlich auch keine Zeit, woanders Geld zu besorgen, nämlich durch andere Arbeit, denn er sitzt da und wartet und wartet und wartet und hält an dem Job fest, der ihn ganz und gar ausfüllt, nur halt nicht sein Leben erhält.

    Mittlerweile weiß ich auch, daß er noch andere Frauen in der Beziehung hatte. Die Tatsache ist nicht mehr so wirklich schlimm, denn ich wußte es irgendwann und habe mich von ihm getrennt.

    Nur ich glaube und weiß es auch irgendwie, daß er diese Frauen nur benutzt hat, genauso wie er mich benutzen wollte. Er nahm wahrscheinlich Geld von ihnen und machte sie sich irgendwie auf andere Weise zu nutze, wenn er sie nicht mehr gebrauchen konnte, schmiss er sie gleich wieder weg.

    Ich habe immer klar die Linie gezogen, zwischen dem, was seins ist und was meins ist. Deswegen denke ich, ich habe ihn irgendwie dazu gedrängt, so zu handeln.

    Er baut sein Leben so auf, daß er mich als "Aushängeschild" für seine Freunde und für seine Familie benutzt hat. Das er auch eine dauerhafte Beziehung führen kann. Hinten herum war alles ganz anders. Ein Mensch mit 2 Gesichtern.

    Er jammert für sein Leben gern, geht in seinem Leid richtig auf, nur Mitgefühl für andere empfinden, daß kann er nicht. Wenn er tröstende Worte sagt, merkt man richtig, wie gespielt es ist. Eigentlich möchte er sich damit nur vor anderen beweisen, mehr nicht.

    Wenn man ihn nicht bewundert, daß was er tut, seinen Job vor allem, wird er richtig abwertend. Tut so, als ob man ihn zu tiefst beleidigt hätte.

    Und depressiv ist er auch! Tagelang ist er manchmal in seinem Loch verschwunden und kam nicht mehr heraus.

    Er ist absolut nicht kritikfähig! Verbesserungsvorschläge kann er nicht annehmen. Er zieht immer nur sein eigenes Ding durch, nur richtig Dinge durch denken kann er gar nicht, da er total chaotisch im Kopf ist.

    Er hört auch negative Dinge gar nicht... Ich weiß nicht, da spielten sich manchmal ganz komische Dinge ab, da wurden von anderen Worte gesagt, die nicht gerade positiv waren und er schwebte ab, als ob man ihm den Heiligenschein aufgesetzt hätte..... Ganz seltsam.

    Der Mensch ist so perfekt in seiner Rolle, daß er tatsächlich sein entfernteres Umfeld dazu animiert, ihn immer wieder zu unterstützen. Aber Gnade dem, jemand zieht ihm die helfende Hand weg, der existiert gar nicht mehr in seinem Leben. So oberflächliche Kontakte pflegen kann er nicht. Entweder man ist richtig dicke mit ihm, oder gar nicht. Deswegen kann er auch keine geschäftlichen Kontakte pflegen.

    Was ich in der Zeit für mich fest gestellt habe... Die wichtigesten Punkte zumindest, daß er alles daran setzt, um seine heile "Scheinwelt" aufrecht zu erhalten. Er ist 0 von seinem Standpunkt abzubringen. Er geht lieber frontal den Abgrund herunter, als in der Lage zu sein, einzulenken.

    Und ich glaube halt, daß das was mit seiner Kindheit zu tun hat. Denn er hat so oft über das Verhältnis zu seinen Eltern gesprochen, hat mir den Telefonhörer in die Hand gedrückt zu seiner Mutter, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte, nur damit ich bestätigen kann, daß in der Beziehung alles richtig läuft...

    Er belügt seine Freunde, jeden, vor allem sich selber.

    Ich weiß nicht mehr weiter... Mich beschäftigt das vor allem auch immer noch. Denn ich frage mich auch, ob er mich jemals wirklich geliebt hat. Ich muß noch dazu sagen, er hat schon immer zugesehen, daß er mir auch mal was gibt. So war das nicht, also ein bißchen anders, als zu der Beziehung davor. Nur wo er das Geld immer her nahm (z. B. um Essen zu gehen), daß möchte ich im Nachhinein gar nicht mehr wissen.

    So viele Vorfälle, z. B. lag er einmal im Krankenhaus und da hat er wieder bei seinen Eltern angerufen, als ob er Mitleid erregen wollte... Seine Mutter hat sich am selben Tag die Schulter gebrochen, was sagt er: Die Frau gönnt mir auch gar nichts.

    Mit ist schon klar, daß ich an den Menschen so wie so nicht rankommen werde. Das war mir schon wärend der Beziehung klar. Der Mensch dreht einem die Worte im Mund herum, so wie er sich die richtigen biegen kann, damit seine Definition von Wahrheit bei rauskommt.

    Seine Definition von Wahrheit lautet übrigens: So weit es den anderen nicht verletzt... Klar, andere Frauen neben mir zu haben, hätte mich natürlich verletzt. Angelogen hat er mich nach seiner Auffassung auch nicht, denn er hat es ja nicht abgestritten, bzw. ich wußte zu dem Zeitpunkt ja nicht mit wem.

    Ist der Typ jetzt einfach nur dreist, fährt eine dreiste Masche oder ist da was anderes????????

    Hhhmmm.... Nein, ich habe nicht das Vertrauen in die Männerwelt dadurch verloren. Ich weiß, daß man nicht alles über einen Kamm scheren darf.

    Aber diese ganzen Umstände, waren so gravierend.... Ich könnte ein Buch darüber schreiben.

    Seine Freunde sind übrigens mittlerweile auch ganz schön angenervt. Denn er kennt auch kein NEIN. Läd sich überall selber ein, nimmt alles in Anspruch und registriert seine Grenzen überhaupt gar nicht....

    Auf der anderen Seite sind es aber auch Freunde, die dieses alles dulden, was auch nicht richtig ist.

    So dann... Bin mal auf Antworten gespannt...

    Liebe Grüße :-)
















  • RE: Bewußt dreist oder krank?


    hallo
    du das ist ja schon langatmig-das kann man auch kurzfassen- persönlichkeitsstörung---borderline
    such das weite

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    • RE: Bewußt dreist oder krank?


      Ja genau. Beim lesen dieses sehr langen Textes, fiel mir auch die Borderline Persönlichkeitsstörung ein...

      Kommentar


      • RE: Bewußt dreist oder krank?


        Hallo,
        so schlimm wie seine Kindheit vielleicht auch war, aber man kann nicht sein ganzes Tun darauf schieben. Ich denke auch das der Mann ein ernstes Problem hat. Wenn du da nicht daran kaputt gehen möchtest dann such lieber das Weite.


        Marimba

        Kommentar



        • RE: Bewußt dreist oder krank?


          der Mensch braucht nur Bewunderung. Ein Musterbeispiel wie aus einem Lehrbuch der klinischen Psychologie.

          Gib mal in die Google - Suchmaschine unter den Suchbegriff " narzisstisch - histrionisch PS " ein.

          Vergiß ihn

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          • RE: Bewußt dreist oder krank?


            Das würde ich auch so sehen, aber ich bin kein Psychologe, Fakt ist meiner Meinung nach er hat massive Persönlichkeitsstörungen, die auf der Kindheit aufbauen. Der gute ist als Lover sicher geeignet, aber als Mensch um eine Beziehung einzugehen sicher weniger. Es sei den er lässt sich Professionell helfen. Aber es ist ganz sicher nicht Deine Aufgabe die Krankenschwester zu spielen. Nicht mal wenn Du eine starke Persönlichkeit bist, er wird Dich auf Dauer aussaugen und brechen.
            Und wirklich aufrichtig lieben kann er nicht, was jedoch nicht heißen muss das er Dich mit Berechnung benutzt hat, er kennt es nun mal nicht anders.
            .

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            • RE:nicht fertiggebacken ?


              Fazit: Der ist (noch?) nicht fertiggebacken!

              (*_^_*)

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              • RE: Bewußt dreist oder krank?



                Hallo Melrose,
                das klingt tatsächlich nach einer richtigen Persönlichkeitsstörung, die sich offenbar durch sein ganzes Leben zieht und auch nicht kausal behandelbar ist.
                Wenn Sie nicht den einfachen Weg, sich zu trennen, wählen, dann können Sie nur mit ganz klaren Regeln in dieser Beziehung überleben.
                Ich kann Ihnen nur noch eine weise Entscheidung wünschen!

                Dr. Riecke

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                • RE: Bewußt dreist oder krank?


                  Danke für die Meinungen :-) Ich weiß, der erste Text ist sehr lang geworden, aber um diesen Vorgang zu beschreiben, die Sache war einfach zu komplex, als nur ein paar Worte runterreißen zu können.

                  Ich könnte noch mehr dazu schreiben ;-)

                  Wir haben uns vor ca. 1,5 Monaten getrennt. Ein Weiterführen auf diesem Wege war nicht mehr möglich. Denn das Vertrauen war selbstverständlich nicht mehr vorhanden.

                  Und ich habe letztendlich resigniert, denn ich habe irgendwann gemerkt, daß ich ihm nicht helfen kann.

                  Ich wollte es einfach nur für mein Gewissen abgleichen, denn man sagt nicht gern, daß ein Mensch krank ist, bzw. in Mechanismen handelt, wo er selber keinen Ausweg weiß.

                  Schade einen Menschen auf diese Weise zu verlieren!

                  Viele liebe Grüße :-)

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