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2 "ICHs" in einem Me

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  • 2 "ICHs" in einem Me

    Liebes Forum Team

    Ich belange mit einer Anfrage an Sie, da ich nicht mehr weiter weiss.

    Nun, mein Freund und ich führen seit 4 Jahren eine 1A Beziehung es stimmte bis jetzt eifach alles bis heute.

    Mein Freund hat mir erklärt, dass er ein „eigenartiges" Gefühl in sich hat, welches er auch früher schon hatte.

    Nun seine Jugendzeit...
    Im Alter zwischen 16 bis 25 Jahre hat er mit seinem Leben stark gespielt. Er ist schnell Töff, Auto gefahren und hat sehr viel getrunken. Wenn er dazumal in eine Mauer gefahren wäre, dann wäre ihm dies egal gewesen... denn sein Leben war ihm dazumal voll egal.

    Auch war mal nicht sicher, ob er Krebs hatte oder nicht. Ihn liess das voll und ganz kalt... er spürte keine Regung und es war ihm egal, wenn er Krebs hätte – aber zum Glück war dem dann nicht so.

    Nun nach vier Jahren Beziehung ist dieses Gefühl wieder hier. Er möchte alles hinter sich lassen und einfach den Schlüssel hinlegen und seine „Freiheit“ wieder haben, denn sein „schwarzes“ ich von dazumal sei wieder hier.
    Bei uns in der Beziehung ging es darum einen Schritt weiter zu gehen mit heiraten und Familie haben. Somit sagt sein „schwarzes“ ich dass er keine Verantwortung für jemanden übernehmen möchte, sondern jederzeit einfach alles hinlegen kann, weg gehen kann oder auch allem ein Ende setzen kann. Aber dies könne er so lange nicht, wo seine Eltern noch leben.
    Das zweite ich liebt mich über alles und möchte auch kämpfen...

    Ich bin am Ende... und weiss nicht weiter... was kann ich tun wie kann ich ihm helfen?

    Danke für Ihre Hilfe im Voraus.

    MfG
    F.


  • RE: 2 "ICHs" in einem Me


    Denke mal, da hilft nur eine tiefenpsychologische Analyse und eine entsprechende Therapie.
    Jeder Fall ist anders und es ist schon fasr fahrlässig, hierzu schlaue Sätze zu hinterlegen.
    Ich hoffe für Dich und Deinen Partner, daß ihr das hinkriegt...

    Kommentar


    • RE: 2 "ICHs" in einem Me


      Hallo Fina,

      1)Das zweite (ich) liebt mich über alles und möchte auch kämpfen...
      Ich denke du meinst (er) u.s.w
      2)was kann ich tun wie kann ich ihm helfen?

      Was ist den eingetreten um das er wieder diese labile tandenze bekommt ?
      Wen du ihm /dir helffen willst, ist eine therapie der leichteter weg, es müsste doch dir schon in den sinn gekommen sein, das du kein therapie guru bist.-
      Also, der weg :
      schreibe Dr riecke, Das er dir adressen geben kannst in eure nähr ...das (was dein thema betreift) ist wie du weisst... kein balade mit kafé kränschen.- Somit greife "real" nach den mitel die euch (im leben) zu verfügung stehen.-
      praxis@dr-riecke.de

      Grüsse,
      Véro

      Kommentar


      • RE: 2 "ICHs" in einem Me


        Komischer Weise (nicht ha, ha, komisch) weiß ich bzw. kenne ich die Gefühlsregungen Deines Freundes...jedenfalls glaube ich das.

        Das hat aber nichts mit Suizidgedanken zu tun (die lösen nämlich in dieser "Stimmung" auch keine besonderen Gefühle wie "heilendes Selbstmitleid" aus...das ne gute Sache ist (für mich jedenfalls). Wenn man sich hin und wieder erlaubt, den Plan B im Kopf durchzuspielen...nicht aus Masochismus, sondern einfach nur dieses Gefühl zu spüren, diese Idee auszuspinnen "Ich MUSS gar nichts" - wenn alles schief läut, hab ich Plan B) - das ist son bisschen der Control Freak in mir, der auch den letzten Auftritt selbst bestimmen will

        dieses Gefühl ist auch nicht oft eine ereignisbezoge "Sache" wie wenn man besonders traurig oder verzweifelt ist...

        das hat auch nur selten was mit den Gefühlen gegenüber anderen Menschen zu tun...

        das ist einfach, als wenn man komplett in Folie oder Eis eingepackt wird - und auch das ist ok...alles ist ok, kein Drama, kein nix, einfach nur too much, too fast of everything - oftmals, wenn einfach zu viel ...von "irgendwas" auf einen einprasselte/einprasselt und man gar keine Zeit und Muße hat um zu sortieren...man sieht noch alles, und funktioniert auch irgendwie...aber wirklich was was zu tun hat man mit sich selbst nicht ´mehr...kein Gefühl für sich selbst...man wird zum Ding - für sich selbst...ich nenne das mein "Limbo-mood" - nicht Himmel und nicht Hölle...Während meine Familie (Eltern, vorwiegend Mutter) mich in dieser Stimmung am liebsten um sich haben (kein Nörgeln, keine guten Ratschläge, kein Bitten und Betteln) sondern flexibel einsetzbar für allehand praktische Arbeiten...finden es meine Freunde und Bekannte, extrem seltsam, wenn ich so drauf bin...wie ein Brummkreisel, der sich so schnell dreht, dass man schon wieder ganz genau hingucken muss, um zu prüfen ob er nicht doch eigentlich stillsteht...ich bin schon ein wenig älter (fast 40) und habe mich im Laufe der Zeit, mit dieser Stimmung "arrangiert"...als Teenager und Twen habe ich auch versucht, durch Alk und Drogen wieder ein Gefühl für mich zu kriegen...aber das ging so ziemlich nach hinten los...hatte immer ne "Kotztüte" , Zahnputzzeug und ne Flasche Wasser dabei...und habe seitdem einen Ruf die "eleganteste" Kotzerin zu sein...nicht mal die "Tatsache" dass ich mit 23 schon drei Magengeschwüre hatte, interessierte mich sonderlich...aber wie gesagt...ich hab mich mit diesem "manchmal Ding" Gefühl arrangiert...und ganz manchmal wünsche ich mir diese Stimmung sogar...meistens wenn ich aus Erfahrung weiß, dass meine Emotionen, Meinungen, Gefühle etc keinerlei Bedeutung oder Einfluss in der zu klärenden Angelegenheit haben...

        Ich kann Dir nur raten Deinem Freund nicht zu viele bohrende Fragen zu stellen - nicht im Moment - sage ihm ruhig, dass Du Dir große Sorgen machst...um ihn (nicht um Eure Zukunft als Paar, nicht um Dich selbst, nicht um irgendwelchen Außenkram)...und dass Du gerne helfen würdest...erwähne nur nix von Zusammenreißen oder Verantwortung oder Zukunft...noch zusammengerissener als er gerade ist, kann er gar nicht sein...es kann gut sein, dass er in diese Starre verfallen ist, weil ihm mehr oder minder bewußt geworden ist, dass Du Dich auf ihn verlässt, vermutlich auch seine Eltern - für immer, und dass er aus der Nummer nie wieder rauskommt...er soll nicht nur als Sohn sondern auch als Ehemann funktionieren - immer- ....und ich denke, den Anspruch stellt er an sich 120%...wenn Du kannst, dann mach ihm klar, dass Du Notfalls auch ohne ihn klarkommen kannst, dass er sich auch mal ein paar "Auszeiten" und "Schwachheiten" rausnehmen kann...der Spruch "ich kann ohne Dich nicht leben" "Ich brauche Dich" "Ich bin ohne Dich nur ein halber Mensch" hat für mich absolut gar nichts romantisches...sowas versetzt mich in absolute Panik...das ist Druck pur und schnürt mir die Kehle zu...wenn Dein Freund nur ein bisschen so drauf ist, wie ich, dann kannst Du ein klein wenig zu seiner "Genesung" beitragen, indem Du Dich selbstverständlich um die alltäglichen Sachen kümmerst...auch wenn er das bisher immer getan hat...

        Nichtsdestotrotz, sollte er da wirklich nicht mehr alleine rauskommen, dann wirst Du recherchieren müssen und ihm unterschiedliche Hilfsoptionen (Einzeltherapie/Gruppentherapie/Selbsthilfegruppen etc) anbieten müssen...und rechne damit, dass er seine "Off-Stimmung" vielleicht gar nicht mal so grauselig findet, wie Du...

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        • RE: 2 "ICHs" in einem Me


          "Wenn Faust den unter Schullehrern berühmten, vom Philister mit Schauer bewunderten Spruch sagt: " Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust!" dann vergißt er den Mephisto und eine ganze Menge anderer Seelen, die er ebenfalls in seiner Brust hat. Auch unser Steppenwolf glaubt ja, zwei Seelen (Wolf und Mensch) in seiner Brust zu tragen und findet seine Brust dadurch schon arg beengt. Die Brust, der Leib, ist eben immer eines, der darin wohnenden Seelen sind aber nicht zwei, oder fünf, sondern unzählige; der Mensch ist eine aus hundert Schalen bestehende Ziebel, ein aus vielen Fäden bestehendes Gewebe.
          (...)
          Immerhin hat unser Steppenwolf wenigstens die faustische Zweiheit in sich entdeckt, er hat herausgefunden, dass der Einheit seines Leibes nicht eine Seeleneinheit innewohnt, sondern dass er bestenfalls nur auf dem Wege, in langer Pilgerschaft zum Ideal dieser Harmonie begriffen ist.
          (...)
          Dass Menschen von solchen Möglichkeiten sich mit Steppenwölfen und "zwei Seelen, ach!" behelfen, ist ebenso verwunderlichund betrübend, wie dass sie so oft jene feige Liebe zum Bürgerlichen haben. Ein Mensch, der fähig ist, Buddha zu begreifen, ein Mensch, der eine Ahnung hat von den Himmeln und Abgründen des Menschentums, sollte nicht in einer Welt leben, in welcher common sense, Demokratie und bürgerliche Bildung herrschen. Nur aus Feigheit lebt er in ihr, und wenn seine Dimensionen ihn bedrängen, wenn die enge Bürgerstube ihm zu eng wird, dann schiebt er es dem "Wolf" in die Schuhe und will nicht wissen, dass der Wolf zuzeiten sein bestes Tiel ist. Er nennt alles Wilde in sich Wolf und empfindet es als böse, als gefährlich, als Bürgerschreck - aber er, der doch ein Künstler zu sein und zarte Sinne zu haben glaubt, vermag nicht zu sehen, dass ausser dem Wolf, hinter dem Wolf, noch viel andres in ihm lebt, dass nicht alles Wolf ist, was beisst, dass da auch noch Fuchs, Drache, Tiger, Affe und Paradiesvogel wohnen. Und dass diese ganze Welt, dieser ganze Paradiesgarten von holden und schrecklichen, großen und kleinen, starken und zarten Gestaltungen erdrückt und gefangengehalten wird von dem Wolfmärchen, ebenso wie der wahre Mensch in ihm vom Scheinmenschen, vom Bürger, erdrückt und gefangengehalten wird."

          TRACTAT VOM STEPPENWOLF Nur für Verrückte

          (Hermann Hesse: Der Steppenwolf)

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