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Angst, Freundin zu verlieren

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  • Angst, Freundin zu verlieren

    Hallo

    Ich hoffe daß ich in diesem Forum richtig bin, und mir jemand einen Rat geben kann.

    Ich bin 23 Jahre alt und habe eine Freundin (22) mit der ich seit 7 Jahren zusammen bin.
    Als ich 19 Jahre alt war, habe ich mich für 4 Jahre als Zeitsoldat beim Militär verpflichtet. Dadurch waren ich und meine Freundin oft über Monate voneinander getrennt, aber letztendlich haben wir diese Zeit recht gut überstanden. Bei meinem letzten Auslandseinsatz bin ich jedoch verwundet worden, war viele Monate im Krankenhaus und habe starke Medikamente bekommen. Das hat mich körperlich und auch psychisch ziemlich mitgenommen, und hat dazu geführt, daß ich bis heute so gut wie keine Lust mehr auf Sex habe, obwohl ich von den körperlichen Voraussetzungen her dahingehend nicht eingeschränkt bin.

    Mein behandelnder Arzt hat mir gesagt, daß sich das wohl mit der Zeit geben wird, aber ich bin dennoch in Sorge, daß meine Freundin irgendwann die Geduld mit mir verliert und fremdgeht, oder die Beziehung beendet. Zwar zeigt sie sich momentan sehr verständnisvoll, aber meine Angst bleibt. Was soll ich tun?

    Gruß
    Johannes

  • RE: Angst, Freundin zu verlieren


    Hallo Johannes
    ganz sicher sind Sie in diesem Forum richtig! Sie werden bestimmt noch Stellungnahmen von klugen,lebenserfahrenen Teilnehmern bekommen. Gewiss werden Ihnen besonders Frauen versichern, dass eine 7jähr. Partnerschaft i.d. wichtigen Jahren zwischen 15 und 22 J. -die auch schon schwierige Zeiten gemeistert hat-eine große Tragfähigkeit besitzt, die durch eine situativ geminderte Libido nicht ernsthaft gefährdet ist. Außerdem sind die Gründe für das mangelnde Interesse a. d. Sexualität völlig einfühlbar und - da offenbar krankheits- und medikamentös bedingt - auch i.d.R. vorübergehend.
    Aber das hat Ihnen Ihr behandelnder Arzt ja auch schon gesagt. Ich bin sicher, Ihre Freundin wird bleiben.
    MfG
    Dr.Riecke

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    • RE: Angst, Freundin zu verlieren


      Hallo
      Vielen Dank für Ihre Antwort.

      Sicherlich ist unsere Beziehung dadurch, daß sie nun schon so lange besteht, nicht gefährdet an irgendwelchen Kleinigkeiten zu zerbrechen.
      Ich weiß aber daß ich mich in den letzten Jahren an der Front sehr verändert habe. Ich bin nicht mehr der optimistische lebenslustige Mensch der ich früher war. Ich bin viel öfter schlecht gelaunt als früher und lasse das dann auch mal an anderen Leuten aus, obwohl ich das gar nicht will. Bei meinen Freunden mache ich mir darüber weiter keine Gedanken, die sind da nicht so empfindlich wenn ich mal etwas grober werde, aber bei meiner Freundin hab ich Angst daß ich sie damit irgendwann vergraule. Vielleicht hat sie irgendwann kein Verständnis mehr dafür oder erwartet daß ich mich zusammennehme anstatt den Jammerlappen zu spielen, der ich sicher oft bin. Dazu weise ich ihre körperlichen Annäherungen dauernd zurück - ich könnte es ihr echt nicht übel nehmen wenn sie das irgendwann mal satt hat.

      Teilweise kommt es mir vor als wäre ich in den letzten 4 Jahren ein alter Mann geworden. Die Gesprächsthemen meiner Freunde interessieren mich oft nicht mehr, ich kann keinen Sport mehr machen durch die Verletzung, und habe kaum mehr Antrieb für viele Sachen die früher selbstverständlich für mich waren. Mein Arzt meinte letztens ich wäre durch die Erlebnisse der vergangenen Jahre traumatisiert. Diese Zeit war auch alles andere als angenehm, und ich habe viele ziemlich üble Sachen erlebt und gesehen die mich immer noch verfolgen. Er hat mir vorgeschlagen es mal mit einer Psychotherapie zu versuchen. Aber irgendwie hätte ich Hemmungen das alles einem Wildfremden zu erzählen, der dafür auch noch Geld nimmt.

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      • RE: Angst, Freundin zu verlieren


        Den Therapeuten zahlt die Krankenkasse. Wenn Dein Arzt es Dir schon vorgeschlagen hat, kriegst Du von ihm auch eine Überweisung dafür. Frag ihn, wen er Dir empfehlen kann.

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        • RE: Angst, Freundin zu verlieren


          Im Gegensatz zu Dr. Riecke sehe ich sehr wohl Grund dass dich deine Freundin verlassen wird. Vielleicht einfach so, von heute auf morgen.

          Erstens: sie war von 15 bis 22 deine Freundin, jetzt ist sie in genau dem Alter wo sie was erleben will, wo sie neues anfangen will, und 7 Jahre Beziehung bringen eine gewisse Eintönigkeit mit sich.

          Zweitens: Du bist depressiv und für's Bett nicht zu gebrauchen. Beides ist gift für jede Beziehung. Fehlt nur noch, dass du keine Arbeit hast. Du bist momentan kein Vorzeigemann und deine Angst spürt sie vielleicht schon.

          Aber wie alles im Leben ist, kommt es anders als man denkt. Ich kenne sie nicht, vielleicht ist sie eine von den beständigen Frauen die mehr vom Leben wollen als nur den schnellen Kick zu suchen. Dann wären deine Sorgen völlig unbegründet.

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          • RE: Angst, Freundin zu verlieren


            @ Bonnie
            Ich weiß, daß so eine Therapie von der Kasse gezahlt wird. Mir gehts darum, daß ich bei so einem Couchdoktor Probleme hätte die ganze Sache auf Kommando zu erzählen. Ich kenne das dumme Gelaber von Psychologen, bin lange genug im Krankenhaus von einem mehr oder weniger routinemäßig betreut worden. Selbst wenn sie das Problem 100% erkennen - helfen können sie deshalb noch lange nicht. Wie denn auch? Mit dem Rezeptblock?

            @ Andras
            Grund hätte meine Freundin wirklich genug die Beziehung zu beenden. Ist ja auch nicht so, daß sie in den letzten Jahren während meiner Abwesenheit keine anderen Männer kennengelernt hat. Ich glaube zwar nicht, daß sie fremdgegangen ist, aber sie hat ,denke ich, einen recht guten Vergleich was sie mit mir hat und was sie mit anderen Männern haben könnte. Dazu kommt noch, daß mich ihre Eltern regelrecht hassen und es da immer noch Ärger gibt, auch nach all den Jahren. (Das sind so Hardcore-Pazifisten der Marke "Grünewähler im Strickpulli", als ich zum Militär gegangen bin war ich für natürlich gleich ein Mörder). Das belastet unsere Beziehung eben noch zusätzlich.
            Ich war letztens schon drauf und dran das alles mal in einem passenden Moment anzusprechen, so nebenbei. Daß ich eben Angst hab, ihr irgendwann nichts mehr bieten zu können, oder sie meine depressive Stimmung satt hat, wenn ich das nicht in den Griff krieg. Aber ich weiß nicht ob das so eine gute Idee ist, ich will ihr ja keinen schlimmeren Eindruck von unserer Situation vermitteln, als sie evtl selbst hat.

            Schönes Wochenende!

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            • RE: Angst, Freundin zu verlieren


              Hallo Johannes
              Sie sollten unbedingt einer Psychotherapie zustimmen, denn inzwischen stellt sich doch eine depressive Störung dar, die auch Anteile eines Burnout-Syndrom hat. Bei der ersten Schilderung hatten Sie das mangelnde Interesse am Sex in den Vordergrund gerückt, aber das ist nur eines von vielen Symptomen eines komplexen Bildes, das man behandeln kann und muss. Ihre Freundin wird von Ihnen erwarten, dass Sie das Mögliche tun. Sport können Sie nicht mehr betreiben, aber zur Therapie gehen ! Es ist verständlich, dass Sie nach der beim Militär erlebten Erfahrung mit den Psychologen keine Lust zu einer Psychotherapie haben. Nur kann man Beides nicht vergleichen und dass Sie gern gehen, verlangt niemand. Ein Depressiver kann nichts gern tun. Ich wünsche Ihnen die Kraft dazu!
              Dr.Riecke

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              • RE: Angst, Freundin zu verlieren


                Hallo Dr. Riecke

                Was genau ist denn eigentlich ein Burnout-Syndrom?

                Ich kann mir ganz einfach nicht vorstellen, was mir so ein Therapeut sagen könnte, damit ich das alles wieder in Griff krieg.
                Vor allem will ich keine Psychopharmaka mehr nehmen, ich habe ein paar Monate lang Seroxat genommen, da war ich immer müde. Ich befürchte, daß der Therapeut sagt, daß die Therapie ohne begleitende Medikation sinnlos ist.
                Was mir immer über jede Krise hinweg geholfen hat war einfach Sport, aber den kann ich jetzt ja nicht mehr machen. Habe mir schon überlegt wieder mit Krafttraining zu beginnen, aber das ist irgendwie dumm wenn man da nicht den ganzen Körper mit einbeziehen kann. (Die Verletzung habe ich am linken Bein, vor allem das Knie ist betroffen und ich muß es schonen).

                Ich denke auch daß ich keine Lust mehr auf Sex habe weil ich nur noch zuhause rumsitze und kaum mehr Bewegung habe. Mein Körpergefühl hat sich total verändert. Früher war ich mal stolz auf meinen Körper und hab auch viel dafür getan, jetzt bin ich ein fauler Sack. Dazu kommen die häßlichen Narben an den Beinen, wegen denen ich mich auch vor meiner Freundin schäme. Fehlt wirklich nur noch daß ich fett werde.

                Bitte noch eine Antwort auf eine Frage: Halten Sie es für sinnvoll, daß ich mit meiner Freundin über unsere Beziehung rede? Wir haben das bisher nämlich nie gemacht, alles immer haarklein auszudiskutieren, vor allem was Sex anging. Ich will ihr das Ganze nicht schlimmer erscheinen lassen als es evtl. ist. Ich weiß nicht einmal in wie weit sie damit klarkommt daß momentan kaum noch was läuft, aber früher kam es oft vor daß wir mal einen ganzen Samstag im Bett verbracht haben. Denke schon daß sie das vermißt.

                Johannes

                PS: Vielen Dank für ihre Geduld mit mir

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                • keine Angst


                  Ich denke, es ist höchste Zeit etwas zu tun, bevor es zu spät ist.

                  Fang an etwas zu tun, fang an mit Sport, egal was, fang an deine Gesundheit besser in den Griff zu bekommen. Schone dich nicht, das treibt dich in die Depression hinein statt raus. Dein Körpergefühl wird dann wieder zurückkommen.

                  Kümmere dich nicht darum wie deine Narben aussehen, sondern kümmere dich um dein Selbstbewusstsein. Ich kannte mal einen, dessen Gesicht zernarbt war, er war keine Schönheit. Aber er hatte Selbstbewusstsein und ignorierte seine Narben und er hatte genug hübsche Frauen um sich.

                  Und lass dir ruhig begleitend Antidepressiva verschreiben solche wie Citalopram z.B. die nicht müde machen. Die wirken langsam, aber sie wirken.

                  Und ich denke es ist wichtig mit ihr darüber zu reden, dass du erkannt hast woran es liegt dass es so ist und dass du was dagegen machen kannst.
                  Weil wenn sie erstmal denkt es ändert sich ja sowieso nichts, dann wird es schwer sie vom Gegenteil zu überzeugen. Ich kenne sie nicht, nicht jede hat grossen Weitblick und Durchhaltevermögen.

                  Aber vergiss nicht bei allem was du denkst und tust, wenn du früher der Strahlemann warst oder derjenige der sie verzaubert hatte, dann kannst du das immer wieder, weil es eine Eigenschaft von dir ist. Sie ist nur überdeckt von deiner Situation, darum ändere sie.

                  " PS: Vielen Dank für ihre Geduld mit mir "

                  Das sind Anzeichen einer Depression :-)))
                  Das klingt höflich aber nicht selbstbewusst... :-)

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                  • RE: keine Angst


                    hallo, lieber Andras, ich empfehle Dir dringend, dich bei Dr. Riecke zu bewerben und ihm etwas unter die Arme zu gleifen. Ich denke Du hast das Talent und das nötige Sendungsbewußtsein für so einen Job.

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                    • RE: keine Angst


                      Teufelchen: Was regst du dich so über Andras auf? Ist es seine Klugscheisserei oder sein Sendungsbewußtsein? Oder hat er dir was getan?
                      Na gut- der gibt sich gerne als Universaltherapeut in verschiedenen Foren und Alleswisser, aber er ist doch vor allem ein furchtbar sensibler Mann, der seine letzte Beziehung zu verarbeiten sucht. ..und offenbar hat der sonst auch Langeweile.

                      Jedenfalls, zeige doch mal ein wenig Nachsicht- du bist ja eh schon in der Hölle, aber nicht alle wollen dahin:-))

                      Da fällt mir noch der Spruch eines Pfaffen ein: Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht.

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                      • RE: keine Angst


                        statt nur zu nörgeln und zu meckern, wie wärs mal mit nem gescheiten beitrag? nein? naja dann lass doch die in ruhe die wenigstens veruschen zu helfen, wo da klugscheisserei sein soll...nunja jeder wie er es braucht,gell teufel?
                        dann mecker und nörgel mal weiter rum...puhh manche haben ne laune hier...........tztztz

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                        • RE: Angst, Freundin zu verlieren


                          Hallo Johannes,
                          es ist vielleicht ein Dialog, der die anderen nicht so interessiert und der inzwischen auch das Thema Partnerschaft sprengt. Andererseits wird z.Z. nach einem Forum "Depressionen" gefragt. Also wir sind mittendrin. Zu Ihren Fragen: Über das Burnout-Syndrom können Sie sich hier bei m-ww.de unter "Psychische Krankheiten" umfassend informieren. Da steht z.B. auch, dass ursächlich auch "anhaltende unbewältigte Konflikte" und anderes, was auf Sie zutrifft, infrage kommen. Ich selbst mag den Begriff nicht besonders, habe aber in der Klinik manche Pat. gesehen, wo diese Diagnose eher zutraf, als eine Depression allein. Zum Seroxat: es ist eines der ersten sogenannten SSRI auf dem deutschen Markt, inzwischen gibt es auch welche, die nicht müde machen. Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen aber schon gesagt haben, dass man diese Medikamentengruppe nicht plötzlich absetzen darf. Aber es ist so, wie Sie befürchten: eine Kombination eines (anderen) Antidepressivum mit einer Psychotherapie verkürzt die Behandlungsdauer deutlich. Ohne Med. geht es aber eventuell auch.
                          Zum Sport haben Sie schon gute Ratschläge bekommen. Da kann ich mich nur noch anschließen. Früher war -wie Sie schreiben- der Sport für Sie auch eine Art Krisenbewältigung, diese Funktion könnte er auch heute wieder bekommen.
                          Aber das Wichtigste ist das Gespräch mit Ihrer Freundin. Sie wird nicht lange akzeptieren, dass Sie sich in sich selbst zurückziehen. Sie sollten sich ihr anvertrauen, denn sie braucht sicher eine Perspektive. Übrigens auch für ihren Konflikt zwischen ihrer Partner- und Tochterrolle, denn was Sie über Ihr Verhältnis zu ihren Eltern berichten, ist allein schon Stoff für mehrere Gesprächsstunden.
                          Als Letztes: ich hatte Ihnen ja schon zu einer Therapie geraten. Aber ich möchte Ihnen nach dem jetzigen Kenntnisstand noch versichern, dass Sie absolut therapiefähig sind. Ihre Vorbehalte sind einfühlbar, aber Ihre ehrliche Selbstanalyse, der Leidensdruck und der Wille, etwas zu ändern , werden auch etwas ändern!
                          Viel Glück
                          Dr.Riecke

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