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Reizthema Rauchen - Trennung?

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  • Reizthema Rauchen - Trennung?

    Hallo an alle,

    vielleicht kann mir jemand Ideen geben, wie ich mit diesem Problem umgehen kann.

    Mein Partner und ich sind seit 4 Jahren glücklich zusammen. Wir verstehen und sehr gut, und unsere Beziehung ist liebevoll und vertrauensvoll. Im Grunde haben wir nur *ein* Problem: er raucht.

    Als wir uns kennenlernten, sagte ich ihm, dass mir das nicht gefällt, und er versicherte mir, längerfristig wollte er ohnehin aufhören. Daraus wurde nach drei Jahren immer noch nichts.

    Heftige Auseinandersetzungen zu diesem Thema folgten in immer kürzeren Abständen und wurden bei mir durch eng aufeinander folgende Schicksalsschläge (Krebstod des Vaters durch Rauchen, eigene schwere Erkrankungen, weitere Krebsfälle in der Familie) immer gravierender. Schließlich kam es zu einem Riesenkrach, bei dem ich zusammenfassend erklärte: Die Zigaretten oder ich, entscheide dich.

    Dafür hatte er mehrere Wochen Bedenkzeit erbeten. Schließlich kam er auf mich zu und verkündete, er habe sich entschieden, nicht mehr zu rauchen. Ich war so glücklich und erfreut! Steine fielen mir vom Herzen. Meine Angst um seine Gesundheit, unsere Zukunft (gemeinsam alt werden etc.) schrumpfte augenblicklich.

    Das liegt nun etwa 4 Monate zurück. Seither gab es immer wieder Zeiten, in denen ich vage Rauchgeruch (an ihm oder Kleidung) festgestellt habe oder an Gegenständen, die er in seiner Wohnung hatte. Ich habe es immer verdrängt, denn nachfragen (und wenn ich es noch so geschickt und freundlich anstellte), führten regelmäßig zu großem Streit und Abstreiten seinerseits. Er will nicht über das Thema reden.

    Ich hatte schon langsam das Gefühl, verrückt zu sein, als ich mir ein Herz fasste und das tat, was ich eigentlich verurteile: ich schaute in seiner Wohnung nach und fand versteckt - Tabak, Filter sowie Papier. Jetzt fühle ich mich zwar nicht mehr verrückt, aber sehr angespannt, traurig, unruhig, ratlos.

    Hätte ich ihn beim Rauchen "erwischt", hätte ich sofort die zumindest vorläufige Trennung gefordert und neue Bedenkzeit für beide. Aber es ist nicht so einfach, jemanden bei etwas zu erwischen, bei dem er auf der Hut ist und es heimlich macht.

    Es ist mir klar, dass ich kein Recht habe, dem anderen das Nichtrauchen vorzuschreiben. Aber ich kann sagen, dass ich den Gedanken daran so belastend finde, dass ich mich trennen würde, wenn er den Absprung von den Zigaretten nicht schafft.

    Das Leben ist für mich kurz und kostbar, ich kann nicht aushalten zu sehen, wie sich ein geliebter Mensch selber Gift zuführt. Es ist mir auch egal, ob andere auf diese Art 100 Jahre alt werden. Solche Leute sind die Ausnahme und derartige Sprüche einfach dumm. Es gibt so viele Krankheiten und anderes, was die Lebenszeit verkürzt, da muss man nicht noch eins oben drauf setzen.

    Ich finde es auch schlimm, ein Tabuthema in der Beziehung zu haben.

    Mein Vertrauen ist jetzt auf wackeligem Boden, das kommt noch dazu, denn er hat ja sein Wort nicht gehalten.

    Kennt jemand diese Problematik und wie geht ihr damit um?

    Vielen Dank für eure Antworten,
    Sina


  • RE: Reizthema Rauchen - Trennung?


    Hallo Sina,
    ich war selbst viele Jahre starke Raucherin und ich weiss wie dein Freund sich fühlt,denn es ist verdammt schwer aufzuhören,wenn man es nicht selbst entschieden hat,sondern dazu genötigt wird!
    So wird er es n i e schaffen!!!!!
    Du musst offen über Deine Ängste reden,versuche ihn zu einem Mentaltraining gegen das rauchen zu bewegen,oder es gibt auch Akupunktur,oder auch wie ich es gemacht habe einen Heiler in der Schweiz. Ich habe taglich fast 3Päckle Zigaretten ,geraucht, auf einen Sclag null!!!
    Das ist jetzt 26 Jahre her,und ich bin stolz,nie wieder einen Glimmstengel im Mund gehabt zu haben.
    Es gibt ja auch Plaster oder Kaugummis oder Zigarettenspitzen usw.... Rede mal mit ihm ob sowas für ihn eine Hilfe wäre!
    Vielleicht will er ja schon lange selbst aufhören schämt sich aber dass er das nicht schafft. Also mit Druck erreichst Du nur das gegenteil!!!
    Ich wünsche eurer Beziehung viel Glück.
    Zisle51

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    • RE: Reizthema Rauchen - Trennung?


      Hi,

      Erst mal an Dagi´s: Du hast es eingangs richtig dargestellt: Solange er genötigt wird, aufzuhören, wird er es nie schaffen. Auch all Deine Hilfsmittel, die Du aufzählst, werden dabei erfolglos bleiben, wenn nicht bei ihm selbst im Gehirn irgendwann der Groschen fällt. Ich spreche aus eigener Erfahrung, weil ich selbst viele Jahre geraucht habe und aller Einfluss von außen eher kontraproduktiv war, bis ich selbst soweit war, aufzuhören. Dann hat´s aber auch keine Hilfsmittel mehr gebraucht, sondern es ging von heute auf morgen, von 100 auf Null.
      An Sina: Ich kann Deine Situation schon nachfühlen. Zum einen ist es für einen Nichtraucher ekelhaft, in die Nähe eines Rauchers zu kommen, der vielleicht auch noch ganz frisch nach Qualm stinkt. Zum anderen hast Du sehr greifbar nahe Erfahrungen mit den Konsequenzen des Rauchens gemacht. Du kannst einem Raucher die schlimmsten medizinschen Bilder von Raucherlungen, amputierten Gliedmaßen o.ä. zeigen. Das alles wird ihm zwar ein zustimmendes Raunen entlocken, ihn dennoch nicht zum Aufhören animieren. UND: als Raucher hast Du Deinen Freund kennen- und schließlich auch lieben gelernt, das solltest Du nicht vergessen. Dass er langfristig die Absicht hegt, mit dem Rauchen aufzuhören, glaube ich sofort, ohne ihn zu kennen. Aber diesen Willen erst mal bis zur Reife zu entwickeln und schließlich umzusetzen ist gar nicht so leicht. Überlege Dir genau, ob Du mit dieser "Erpressung" nicht einen Schritt zu weit gehst und schließlich nur die Trennung erreichst.

      Alles Gute,
      Pit

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      • RE: Reizthema Rauchen - Trennung?


        Hallo Sina,

        also erstmal, ganz so schlimm wie bei dir ist es bei mir zum Glück nicht. Aber meine Freundin raucht auch, und ich bin Nichtraucher. Es belastet mich schon ziemlich, denn genauso wie du habe ich Angst, den engsten Menschen durch so eine unnötige Sache viel zu früh zu verlieren.
        Ich habe auch schon oft mit ihr über meine Ängste geredet und sie beteuert auch immer wieder, dass sie es irgendwann aufgeben will - nur im Moment noch nicht. Ich versuche dann ihr zuzureden, dass sie es nie schaffen wird, wenn sie nicht in nächster Zeit aufhört.... Aber es bringt nichts... Ich habe meine Hoffnungen wirklich schon fast aufgegeben...
        Klar, ich habe sie so kennen und lieben gelernt, und würde sie deswegen nicht verlassen. Aber da bei dir die Krankheitsfälle und sogar der Tod noch eine Rolle spielen, kann ich dich total verstehen...

        Hoffe, dass derin Freund es schaffen wird, aber anscheinend hilft unter Druck setzen wirklich nichts....

        LG,
        Tom

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        • An Dagi`s, Pit und Tom1


          Hallo an alle, die mir bisher geantwortet haben, vielen Dank dafür!

          An Dagi`s: Wirklich bewundernswert, dass du es geschafft hast, ich glaube gerne, wie schwer es ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Bei uns ist das Thema ja leider (von seiner Seite aus) ein Tabu. Er will nicht darüber sprechen und nichts davon hören und schon gar keine Hilfe. Dafür bin ich als Partnerin wahrscheinlich auch nicht die Richtige, aber beim Rauchertelefon will er auch nicht anrufen, mit dem Hausarzt sprechen ist ihm peinlich. Natürlich träume ich davon, dass wir uns partnerschaftlich damit auseinandersetzen und er auch meine (oder andere) Unterstützung wünscht, aber das klappt leider nicht.

          An Pit: Danke für dein Verständnis. Mit dem "nach Rauch stinken" war früher oft ein Problem, das jetzt wenigstens nicht mehr besteht. Er achtet offenbar sehr darauf, einen großen zeitlichen Abstand zu unserem Zusammentreffen einzuhalten. Auch hat er mich nie vollgequalmt, er macht halt alles mit sich aus. So gesehen klingt es fair, wäre da nicht meine Angst um seine Gesundheit. Wirklich, das macht mich total fertig, ich könnte gerade nur noch heulen. Er weiß das auch, ich habe meine Gefühle vor ihm nicht verborgen gehalten. Wenn ich ihn beim Rauchen antreffen würde, hätte dies auf jeden Fall Konsequenzen, einfach weil er mich belogen hat. Wenn er es nicht schafft, warum kommt er nicht zu mir und sagt, ich bekomme das nicht hin und brauche Hilfe. Wo bleibt die Nähe in der Beziehung, wenn wir uns einander nicht verletzlich zeigen können?

          An Tom1: Bei dir klingt es so, als ob ihr bisher nicht über das Thema gestritten habt, nur geredet, ist das richtig? Was sagt deine Freundin zu deinen Bedenken und Ängsten? Wie kommt es, dass du ihr sagst, wenn sie nicht bald aufhört, würde sie es nicht mehr schaffen? Ist es ein unproblematisches Gesprächsthema für euch oder empfindest du es eher als belastend und wie oft redet ihr darüber?

          Herzliche Grüße
          Sina

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          • RE: An Dagi`s, Pit und Tom1


            Hi Sina_S

            Auch wenn er drauf achtet, Dich nicht voll zu stinken oder zu qualmen: Offenbar denkt er doch aber, Du würdest es nicht merken, oder? Was soll die Geheimniskrämerei!? Du schreibst: "Wenn ich ihn beim Rauchen antreffen würde, hätte dies auf jeden Fall Konsequenzen, einfach weil er mich belogen hat." Er hat Dich doch de facto belogen, oder seh´ ich jetzt was falsch? Und Du merkst zu Recht an, dass man in einer guten Beziehung über solche (und natürlich auch andere) Probleme wirklich offen sprechen können sollte. Wenn nicht, hat er vielleicht ein Problem mit seinem Stolz, die Niederlage des "nicht aufhören könnens" einzugestehen. Letzten Endes betrügt er sich doch auch nur selbst damit. Wenn Du wirklich ein so großes Problem mit seiner Raucherei hast (was ich schon verstehen könnte), dann nimm DU Dir auch den Mut zusammen, ihn zur Rede zu stellen. Aber überlege Dir vorher, ob und wenn ja, welche Konsequenzen Du aus dieser Unterredung ggfs. ziehen möchtest.

            Du machst das schon!
            Pit

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            • RE: An Dagi`s, Pit und Tom1


              Hi Sina!

              Mein Freund ist auch starker Raucher, das schon seit 30 Jahren. Aufhören will er nicht, wenn ich ihn darauf auch nur entfernt anspreche, reagiert er sehr gereizt. Obwohl seine Schwester an Krebs gestorben ist. Aber seine Einstellung ist, er macht, was er will. Und wer könnte denn sagen, daß er nicht auch später mal Krebs kriegen könnte, wenn er nicht rauchen würde. Und solche Sachen. Er läßt in diesem Punkt absolut nicht mit sich reden.
              Einmal hat er so gereizt reagiert, so wütend, ich war richtig erschrocken. Das war da, wo er gesagt hatte, er macht, was er will, und wer sich ihm in den Weg stellt, der hat Pech gehabt. Und daß er sich keine Vorschriften machen lassen würde.
              Daraufhin hab ich ihm einen Brief geschrieben, daß ich gewiss nicht die Absicht hätte, ihm irgendwas vorzuschreiben, aber daß ich Angst hätte, ihn wegen irgendwas dummem zu verlieren, und daß ich das auf keinen Fall wollte, weil er mir so viel bedeutet. Eine Antwort darauf hat er mir nicht gegeben, aber ich weiß, daß er den Brief noch hat.
              Für ihn gehört rauchen einfach dazu. Manchmal erzählt er, daß er da und da weniger geraucht hätte. Aber ich weiß, daß das einmalige Tage sind; daß er bestimmt nicht aufhören wird.

              Mit der Zeit hab ich mich an den Geruch gewöhnt, nur meine Eltern stört es sehr, wenn ich über's Wochenende bei ihm war, und dann eben meine Kleider stinken, wenn ich heimkomm. Was mich mittlerweile aber noch stört, ist das rauchen im Bett.

              Kommentar



              • RE: An Dagi`s, Pit und Tom1


                Hallo Sina,
                also wir haben uns schon mal gestritten deswegen, aber ich will sie nicht zu sehr unter Druck setzen...
                Und darüber reden tun wir auch eigentlich sehr oft, so 2-3 x im Monat auf jeden Fall....
                Meistens lass ich irgendwelche Kommentare auf das Rauchen bezogen los, und dann kommt von ihrer Seite " Ja du hast ja recht, ich will ja aufhören, aber im Moment klappt das nicht so...."
                Wenn wir bei mir sind, dann kann es vorkommen, dass sie 2-3 Tage nicht Raucht, aber sobald wir bei ihr zu Hause sind, ist der erste Gang zur Kippenschachtel.
                Dazu sei noch gesagt, dass sie kurz aufgehört hatte vor einem Jahr, dies stolz ihren und meinen Eltern erzählt hat, dann wieder angefangen hat, aber jetzt sich nicht traut, ihren "Rückfall" vor den anderen zuzugeben. Deswegen auch meistens heimlich....

                Naja, ich hoffe mal, dass sie es noch schafft, denn ich will nicht, dass sie so wird, wie mein Vater, denn der raucht ohne Ende und ist den ganzen Tag nur am husten...

                Viele Grüße, hoffe dir mit meinem Bericht zu helfen,

                Tom

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                • RE: An Pit


                  Hallo Pit,

                  ja, er denkt, ich merke es nicht. Ich bin mir auch nur zu 90 % sicher, die anderen 10 % lasse ich solange offen, wie ich ihn nicht beim Rauchen angetroffen habe. Immerhin besteht ja die Möglichkeit, dass die Tabakpackung noch "von früher herumliegt" und der vage Rauchgeruch daher stammt, dass seine Kollegen stark rauchen usw. Ich hoffe einfach, dass ich in diesem Punkt Gewissheit bekomme, um auch innerlich zur Ruhe zu kommen. Wahrscheinlich bleibt mir zunächst nichts anderes übrig als abzuwarten.

                  Ein Problem mit dem Stolz und "nicht aufhören können" kann ich mir gut vorstellen. Schließlich weiß er wie schädlich das Rauchen ist und dass das Aufhören mit Stärke und Durchhaltevermögen zu tun hat. Die Rückfallquote liegt extrem hoch, das lese ich immer wieder, auch den Hinweis an Raucher, sich davon nicht entmutigen zu lassen und sich nicht selbst zu verurteilen. Offenbar ist das ein gängiges Problem. Natürlich hat das Rauchen auch mit Selbstbetrug und Verdrängen zu tun.

                  Wie sollte ich ihn denn zum gegenwärtigen Zeitpunkt "zur Rede stellen". Ich möchte nicht zu ihm sagen: "Übrigens habe ich in deiner Wohnung rumgeschnüffelt und Tabak entdeckt..." Da hätte er wirklich berechtigten Grund, das Thema darauf zu lenken und könnte das Rauchen trotzdem abstreiten.

                  Tatsache ist, dass er das Rauchen stark reduziert hat und ich vermute, dies ist nun ein Schlupfloch, das er sich offen hält, weil er es noch nicht schafft ganz aufzuhören.

                  Danke für dein Mutmachen.

                  Herzliche Grüße
                  Sina

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                  • RE: An Bonnie


                    Hallo Bonnie,

                    danke für deine offenen Zeilen.

                    Wie ich lese, reagiert dein Partner auch gereizt, wenn du mit ihm über das Rauchen sprechen willst. Du weist auch auf einen wesentlichen Punkt hin, nämlich dass es nicht unbedingt vordergründig ums Rauchen zu gehen scheint, sondern um das, was der Raucher mit damit verbindet. In diesem Falle: persönliche Freiheit, selbstbestimmtes Leben.

                    Das ist es ja auch, warum zumindest psychologisch gesehen die Zigarettenvertreiber so erfolgreich sind. Jede Marke verspricht etwas anderes, was selbstverständlich näher betrachtet pervers ist: Freiheit, Naturverbundenheit, Abenteuer (Marlboro), Abgrenzung von der breiten Masse, Intelligenz, Originalität (Lucky Strikes) usw.

                    Es ist wichtig, dass du ihm mitgeteilt hast, es ginge dir nicht darum, ihm etwas vorzuschreiben. Wenn er dir erzählt, er habe weniger geraucht, ist das vielleicht der erste kleine Schritt und das Eingeständnis, er wolle aufhören, schafft es aber nicht. Pit hat ja schon ganz richtig festgestellt, es hat auch mit Stolz zu tun.

                    Ganz nüchtern betrachtet könnte man es als peinlich betrachten: abhängig sein von teuren, stinkenden Zigaretten, mit der man seiner Gesundheit schadet. Ich habe mal sarkastisch gesagt: das Karzinom, an dem mein Vater grausamst gestorben ist, hat mehr als 40000 DM gekostet. Wer würde denn bei vollem Verstand so viel Geld oder auch nur einen Cent in seinen fürchterlichen Tod investieren?

                    Die Wahrheit ist: die Zigaretten machen die Vorschriften in seinem Leben. Es ist sehr hart und ein riesengroßer Schritt, sich das selbst einzugestehen, geschweige denn, jemand anderem.

                    Du scheinst das Rauchen deines Freundes dennoch tolerieren zu können. Ich denke dann ist es nicht zu viel verlangt, wenn er auch einen Schritt auf dich zugeht und z. B. nicht mehr im Bett raucht. Ich bin der Meinung, er "darf" sich selber schaden, aber nicht einer anderen Person. Das könntest du durchsetzen, und hab keine Angst, wenn der Streit heftiger wird, bleib dabei. Was meinst du?

                    Herzliche Grüße
                    Sina

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                    • RE: Tom1


                      Hallo Tom1,

                      dein Bericht hat mir geholfen, danke dafür. Ihr sprecht recht oft über das Rauchen, deine Freundin reagiert vermutlich auch nicht so abweisend wie ich es erlebt habe oder auch Bonnie.

                      Wenn dir meine Fragerei nicht zu weit geht: Was für Kommentare sind es denn, die du auf das Rauchen bezogen loslässt?

                      Ich denke manchmal daran, was ich hätte anders gemacht haben wollen, wenn er wirklich an etwas erkranken würde, das vom Rauchen verursacht wurde. Wahrscheinlich würde ich bei der Katastrophe (denn das wäre es zweifelsohne für mich) im nachhinein so ziemlich alles als gerechtfertigt betrachten, also auch: "Ach, hätte ich nur mehr Druck ausgeübt, wäre ich nur deutlicher geworden."

                      Als ich meinen Freund fragte, ob es ihm lieber gewesen wäre, ich sei auch Raucherin, antwortete er froh zu sein, dass ich es nicht bin. Das würde es ihm erleichtern, zumindest weniger zu rauchen.

                      Du bist wohl auch durch deinen Vater vorbelastet. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mit meinem Vater sprach, wenige Monate vor seinem Tod. Das Thema Rauchen kam auch darin vor, und er gab zu, es sei eine "blöde Angewohnheit, die er aufhören sollte" nur eben, dass er es noch nicht schaffen würde. Dann etwa zwei Monate später rief er mich an und verkündete stolz, er hätte aufgehört, es sei ihm auch erstaunlicherweise ganz leicht gefallen. Ich war richtig glücklich und auch stolz auf ihn. Wenige Wochen später erfuhr ich, dass er ins Krankenhaus eingewiesen wurde wegen starker Atemprobleme. Er ist über vier Tage hinweg grausamst erstickt und niemand konnte ihm helfen. Ich habe davon wirklich einen nachhaltigen Schock bekommen.

                      Folgendes Thema habe ich schon bei Bonnie angesprochen und möchte dich auch fragen: was verbindet deine Freundin mit dem Rauchen? Abgesehen von der Überwindung der Gewohnheit und körperlichen Abhängigkeit, glaube ich wirklich, Raucher sind davon überzeugt, auch das, was sie seelisch mit dem Rauchen verbinden, aufgeben zu müssen. Bei meinem Freund ist das persönliche Freiheit. Es ist wahrscheinlich ein regelrechter Lernprozess zu verstehen, dass man diese Werte nicht verliert und in anderen Bereichen ausleben kann.

                      Herzliche Grüße
                      Sina

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                      • RE: Tom1


                        Hi Sina,

                        also an Kommentaren lass ich eigentlich häufig los, "Muss das denn schon wieder sein ?" , "Kannst du das nicht einmal sein lassen ?"oder häufig zieh ich mich schmollend zurück...
                        Als sie mal ankam und meinte, ob es mir was ausmachen würde, wenn sie jetzt eine rauchen würde, hab ich ihr gesagt, dass ich diese Frage echt lächerlich finde. Denn auch wenn ich ihr sage, dass ich es in einem bestimmten Moment nicht möchte, dann macht sie es trotzdem.
                        Sie sagt auch immer, dass sie nicht so enden will wie ihre Mutter (Stimme wie ein Mann, vom äußeren nichtmehr sehr atraktiv, was zweifelsohne vom rauchen kommt). Tja, ich fühle mich auch immr sehr mies, hab auch die Gedanken, was würde ich machen, wenn sie wirklich deswegen sehr krank wird?! Habe ihr vor einem Jahr schon ein ANgebot gemacht, dass sie - wenn sie es schafft bis zu ihrem nächsten Geb. aufzuhören - von mir 200 € bekommt...
                        Auch das hat nicht geholfen, leider....
                        Das mit deinem Vater tut mir echt leid, hoffe das ich sowas nicht miterleben muss !!!
                        Wenn ich sie frage, warum sie denn überhaupt racuht, meint sie immer "Das beruhigt mich". Sie hat ziemlich viel Streß zu Hause, und sie bruacht es einfach noch...
                        Naja, keine Ahnung wie es noch weitergehen soll.

                        LG,
                        Tom

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                        • RE: Reizthema Rauchen - Trennung?


                          Hallo Sina,

                          auch ich kann dich gut verstehen, ich bin nun schon bald 2 Jahre mit meinem Freund zusammen, der leider auch Raucher ist (mein erster Freund der am Klimmstengel hängt). Es ist aber nicht nur der gesundheitliche Aspekt der mich stört, mir ekelt einfach vom Rauch - ich denke das kann nur ein Nichtraucher nachvollziehen. Die Kleidung mieft und selbst nach dem Zähneputzen ist beim Küssen noch ein rauchiger Geschmack da. Aber: ich habe meinen Freund eben so kennen und lieben gelernt und finde damit eine Nörgelei im Nachhinein unfähr. Alleridings können gewisse Rahmenbedingungen auf Rücksicht für den Nichtraucher sehr wohl abgegrenzt werden: Rauchen in der Wohnung ist sicher kein Muss, Rauchen im Schlafzimmer wäre für mich ein Tabu (die meisten Raucher die ich kenne, graut aber selbst vor der Vorstellung im Bett bzw. im Auto zu rauchen). Da wir keinen Balkon haben geht mein Freund jedes mal vor die Haustür (wir leben im 3 Stock ohne Lift!), ich muss ihn dazu nicht einmal auffordern, er nimmt eben auch Rücksicht auf mich - und das ist so ok. Ein angenehmer Nebeneffekt: wenn man vor die Tür oder auf den Balkon muss, wird meistens deutlich weniger geraucht! Natürlich würde ich mir wünschen, dass auch er mit dem Rauchen aufhört, aber leider scheint es auch ihm nicht so leicht zu fallen. Mit Schimpfen und Nörgeln erreicht man nix, aber leider kommt man halt einfach ab und zu in Versuchung seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Wenn wir mal Kinder bekommen, möchte er aber von sich aus aufhören, nicht nur aus gesundheitlichen Gründen - Eltern haben ja auch Vorbildwirklung und wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umsehe, rauchen meistens die Kinder von denen ein Elternteil Raucher ist.

                          Ich wünsche dir jedenfalls alles, alles Liebe - veilleicht schafft ihr es die Wohnung als "Nichtraucherterritorium" abzugrenzen.

                          Sabine

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                          • RE: An Pit


                            Hi Sina,

                            schau, das ist doch Kinderkram, oder meinst Du nicht?
                            Ich war in einer sehr ähnlichen Situation. Es betraf zwar nicht das Verhältnis zu meiner Freundin, sondern zu meinen Eltern. Ich hatte nach 4 ½ Jahren ohne Ziggi wieder zu qualmen angefangen. Über die Gründe dafür schweige ich mich an dieser Stelle mal aus, hat nichts mit dem Thema zu tun.
                            Auf alle Fälle war es mir vor meinen Eltern so sehr peinlich, diese Schmach und Niederlage einzugestehen, dass ich sie drei Jahre lang in dem Glauben ließ, nach wie vor nicht zu Rauchen. Auch sie bemerkten, dass ich immer wieder nach Rauch riechend zu Besuch kam und auch sie dachten, ich käme vielleicht gerade von Bekannten, die rauchen o.ä. Nur ist der entscheidende Unterschied: Meine Eltern wussten es nicht, wenn doch, dann hätte mir meine Mum eine Szene gemacht, die sich gewaschen hat. Sie ist eine fast militante Nichtraucherin und hat auch keine Hemmungen, ihrem 33 jährigen Sohn damit tierisch auf die Nerven zu gehen :-)
                            Du aber weißt es ja eigentlich sicher, dass Dein Freund Dir hier eine Show abzieht. Es geht Dir auch nicht darum, dass er nach Rauch riecht, sondern um die berechtigte Sorge über seine Gesundheit, die er dadurch ja recht negativ beeinflusst. Was hindert Dich aber daran, ihm mal klipp und klar zu sagen, dass Du vermutest, er wäre rückfällig geworden. Wenn ich mal von mir selbst ausgehen darf, wird er sich vermutlich ertappt fühlen und wohl ein wenig "überreagieren". Hätte er ein reines Gewissen, würde er wahrscheinlich in aller Ruhe mit Dir darüber reden und Dich erfolgreich davon überzeugen, dass Du im Irrtum bist, verlass Dich auf Dein Bauchgefühl. Stell´ ihn doch auf diese Weise einfach mal auf die Probe. Du kennst doch Deinen Freund sicher sehr gut und kannst seine Mimik, Gestik, seine Formulierungen deuten. Ich an Deiner Stelle - wenn es mir wirklich soooo wichtig wäre - würde es drauf ankommen lassen.
                            Das Rauchen an sich hat m.E. nichts mit Selbstbetrug und Verdrängen zu tun, solange der Raucher zu seinem "Laster" steht. Inzwischen habe ich mich übrigens schon lange meinen Eltern gegenüber "geoutet", was für mich der wichtigste Schritt auf dem Weg war, überhaupt mal wieder damit aufhören zu können. Bislang qualme ich aber trotzdem noch munter vor mich hin. Jedoch die Art und Weise, mit einem "Rückfall" umzugehen, die kann wohl in eine Art Selbstbetrug münden, wenn man heimlich die eine oder andere raucht, sich selbst vor anderen aber immer noch als Nichtraucher bezeichnet.
                            Aber vielleicht mal eine andere Anregung: Ich habe neulich in einem Buch über die "Kraftzentrale Unterbewusstsein" einen Hinweis gelesen:
                            "Wenn man ein Problem nicht lösen kann, dann sollte man sich von dem Problem lösen".
                            Ich will damit nicht ausdrücken, dass Du Dich von Deinem Freund lösen sollst, aber vielleicht von dem Problem des Rauchens, denn das kannst Du ja offensichtlich nicht lösen.
                            Hoffe, Dir wieder ein paar Anregungen aus der Sicht eines Rauchers gegeben zu haben.

                            Viele Grüße,
                            Pit

                            Kommentar


                            • RE: Tom1


                              Hallo Tom,

                              danke für dein Mitgefühl wegen meines Vaters.

                              Deine Kommentare dem Rauchen gegenüber erinnern mich daran, wie ich die erste Zeit damit umgegangen bin, ich habe ganz ähnliche Bemerkungen hier und da losgelassen. Bis sich eben das Ganze durch die Schicksalsschläge so verstärkte, dass ich regelrecht explodiert bin.

                              Deine Freundin erscheint mir ähnlich ambivalent wie mein Partner: Einerseits nicht aufhören können/wollen, andererseits aber kommen immer wieder Hinweise, dass sie es doch "eines Tages" sein lassen wollen oder auch bereits ausprobiert haben. Das schürt natürlich unsere Hoffnung und gibt neue Motivation weiterzuversuchen, den anderen davon wegzubringen.

                              Ich kenne ja alle klugen Regeln in der Partnerschaft, so z. B. auch: man kann den anderen nicht ändern, hat auch kein Recht dazu und sollte ihn so akzeptieren wie er ist oder, wenn das nicht geht, es ganz sein lassen. Aber der Mensch, den man liebt, für den man sich entschieden hat, weist überwiegend Seiten auf, die man liebt und schätzt. Da kann man dann nicht wegen einer Sache gleich die ganze Beziehung in Frage stellen. Und weil man ja etwas Gutes bezweckt und mit seinen Bedenken nicht Unrecht hat (von wegen: Rauchen ist ungesund und verkürzt das Leben etc.), heiligt sozusagen der Zweck die Mittel und man versucht wider allen besseren Wissens, doch den Partner umzukrempeln.

                              Naja, das kennst du ja sicherlich alles. Ich denke allerdings, es ist wichtig, seinen eigenen Standpunkt konsequent zu vertreten und möglichst auf "ich-Botschaften" dabei zu achten. So etwa: "Ich finde Rauchen nicht gut. Ich habe Angst, dass..." Es ist nichts verkehrt daran, den Partner wissen zu lassen, wo man eigentlich steht.

                              Herzliche Grüße
                              Sina

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                              • An Hexenzirkel


                                Hallo Sabine,

                                glücklicherweise hat mein Partner immer nur "für sich" geraucht, also draußen oder auf dem Balkon. Insofern kann ich ihm keine Rücksichtslosigkeit mir gegenüber vorwerfen.

                                Ich glaube auch, dass Eltern eine wichtige Vorbildrolle den Kindern gegenüber haben. Mehr als die Hälfte aller Kleinkinder wachsen in einem Haushalt auf, in dem wenigstens ein Elternteil raucht. Die Bedeutung bzw. Auswirkungen dessen darf man nicht unterschätzen.

                                Mein Partner hat auch gesagt, dass ein Kind (welches wir uns in naher Zukunft wünschen) ihm die Entscheidung, ganz auf das Rauchen zu verzichten, erleichtern würde.

                                Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass dein Freund auch eines Tages aufhören wird, besonders, wenn ihr vielleicht einmal gemeinsame Eltern werdet.

                                Alles Gute für eure Liebe.

                                Herzliche Grüße
                                Sina

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                                • RE: An Pit


                                  Hallo Pit,

                                  hmm, man könnte das als Kinderkram bezeichnen, nicht wahr? Für mich ist es das nicht, sondern ein ernstes Problem und echte Ängste. Die Art wie ich damit umgehe hängt auch davon ab, wie sehr ich meinen Partner liebe und achte, und das tue ich in einem hohen Maß. Ich werde ihn also nicht aufgrund von "Indizien" zur Rede stellen und so tun, als könnte ich eine Rückfälligkeit damit beweisen. Das Problem läuft ja (leider) nicht weg, also kann ich mir noch etwas Zeit lassen, bis ich klarer sehe und sich eine Lösung entwickelt. Zur Rede gestellt habe ich ihn bereits mehrmals in der Vergangenheit. Es hat zu nichts als (Ab-)Streiterei geführt, und ich bin immer der Meinung, wenn sich eine Methode zur Lösung nicht bewährt hat, sollte man sie nicht endlos wiederholen.

                                  Deine Mutter ist also bei dir diejenige, die den "Finger draufhält" wie ich bei meinem Partner? Das ist eine vertrackte Geschichte, nicht? So kommen noch andere Elemente hinzu wie Heimlichkeiten, vielleicht auch schlechtes Gewissen, Misstrauen und dergleichen, was echte Intimität möglicherweise blockieren kann.

                                  "Wenn man ein Problem nicht lösen kann, dann sollte man sich von dem Problem lösen": das klingt klug und logisch. Aber der Mensch ist ja nicht so konzipiert, so leicht funktioniert es nicht. Mein Partner ist ja nicht das Problem, sondern die Sucht (das Rauchen oder wie man es auch immer bezeichnen will). Dem Spruch gemäß kann ich mich also nicht von meinem Partner lösen, sonst müsste ich ihn zum Problem erklären (was eine Lüge wäre). Und vom eigentlichen Problem kann ich mich nicht lösen, solange es noch vorhanden ist, verwoben in der Beziehung. Ich müsste wahrscheinlich erst den Zustand des Buddhas erreichen, um dazu fähig zu sein ;-).

                                  Herzliche Grüße
                                  Sina

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                                  • RE: Tom1


                                    Guten morgen Sina,
                                    ich sehe das genauso wie du. Das ist ja nicht so, dass ich sie unbedingt verändern und nach meinen Vorstellungen "umkrempeln" will, aber es geht ja wie du bereits sagtest um die Gesundheit des Partners / der Partnerin. Und ich werde auf jeden Fall dran bleiben, sie versuchen umzustimmen. Aber durch dieses ewige "Nein Schatz, jetzt kann ich noch nicht aufhören" sinkt meine Hoffnung immer mehr....

                                    LG,
                                    Tom

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                                    • RE: An Hexenzirkel


                                      Hallo Sina,

                                      danke für die lieben Worte, natürlich wünsche ich auch euch alles, alles Liebe für die Zukunft und wenn möglich ein "rauchfreies" Leben. Leider kann mal halt nicht immer so sachlich mit seinem Partner über das Thema diskutieren ....

                                      Mit der Vorbildwirkung der Eltern gebe ich dir volkommen recht, wenn es auch Ausnahmen geben muss. Meine Eltern haben gottseidank nicht geraucht - und es scheint sich bezahlt gemacht zu haben, mein Bruder und ich sind beide überzeugte Nichtraucher.

                                      Lg aus Österreich

                                      Sabine

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                                      • RE: An Hexenzirkel


                                        Das mit der Vorbildfunktion stimmt. Der Vater meines Freundes hat geraucht, seine Mutter mal ein bißchen, mittlerweile glaub nicht mehr. Und mein Freund raucht, seit er 13 (!) ist, zwei Schwestern von ihm auch.
                                        Das Prob. ist, bezüglich des gesundheitl. Aspekts, daß es ihm wirklich sch...egal ist, was es für Konsequenzen haben kann. Obwohl er es wirklich besser weiß. Aber er gibt nichts auf sämtliche Statistiken, oder Risiken. Für ihn ist es Schicksal, wenn er mal Krebs kriegen sollte, dann ist es eben so, und dann bräuchte er auch nicht mehr aufhören, denn dann hätte er es ja eh schon.
                                        Ich war ziemlich geschockt, wo er mir so was zum ersten Mal gesagt hat, und mir tut es auch weh, daß jemand bloß so eine Einstellung haben kann.
                                        Immerhin - vor ein paar Jahren hat er drei Schachteln tgl. geraucht, jetzt sind es zwei. Zumindest war das der letzte Stand, den er mir vor nem Jahr mal mitgeteilt hat.

                                        Daß er wegen nem Kind aufhören würde, kann ich mir auch kaum vorstellen. Er tut es ja auch nicht für mich. Und er ist selbst damit aufgewachsen, daß die Eltern Rauchen.
                                        Aber wenn ich mal ne eigene Wohnung hab, dann will ich nicht, daß da geraucht wird. Wenn er mal bei mir zu Besuch ist, dann geht er zum Rauchen raus zum Auto, und kommt dann halt wieder rein.

                                        Er ist sehr dickköpfig, was Dinge angeht, die er tut. Er läßt sich sehr ungern irgendwas sagen, und er haßt es, wenn er das Gefühl hat, jemand will ihm Vorschriften machen - obwohl das gar niemand tut.
                                        Aber das mit der "Freiheit" und so stimmt. Er hat wohl große Angst, diese zu verlieren, aufgeben zu müssen. Nur durch nichts einschränken lassen...

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                                        • Toleranz


                                          Hallo Sina,

                                          ich habe selbst vor über zehn Jahren das Rauchen aufgehört (fast 3 Schachteln am Tag), und mutierte dann zur militanten Nichtraucherin. Mir wurde körperlich übel, ich versuchte überall zu missionieren, bis es alle Raucher (auch meinen Mann, meine Schwester etc.) nur noch genervt hat. Ich habe damit niemanden überzeugt, nur jede Menge Stress gehabt.

                                          Inzwischen habe ich gelernt, das Rauchen zu tolerieren. Du hast ein Recht darauf, es dir in deiner Gegenwart zu verbitten, denn das beeinträchtigt dich. Es ist auch verständlich, keinen Raucher küssen zu wollen. Nur nimmt er da doch eh Rücksicht.

                                          ABER: Jemanden umerziehen, zu etwas nötigen zu wollen, finde ich nicht richtig. Natürlich machst du dir Sorgen um seine Gesundheit, Rauchen ist ein enormer Risikofaktor. Aber es ist einer unter vielen, und niemand von uns hat keinen gesundheitlichen Risikofaktor. Steht ja schon in der Bibel: "Wer ohne Schuld ist, der werfe..."

                                          Natürlich ist Rauchen dumm, teuer ... aber wenig Sport zu treiben, Übergewicht, Alkohol, zu viel Arbeit, schnell Auto fahren ... es gibt so viele Risikofaktoren. Lass ihm seinen und treibe ihn nicht in die Heimlichkeit. Er lügt nämlich nur, weil er dich nicht verlieren will, weil er die ewigen Grundsatzdebatten satt hat - weil du ihn dazu zwingst! Das hat auch mit Rebellieren zu tun.

                                          tacu
                                          die fürchtet, dass du sowas gar nicht lesen wolltest...

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                                          • Toleranz ist ganz wichtig.


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                                            Bei mir ist das ähnlich. Ich habe auch aufgehört zu rauchen und meine Freundin nicht.
                                            Ich habe auch missioniert und stress gemacht, bringt nichts.
                                            Biss ich nicht eingesehen habe, dass man jedem die Freiheit lassen soll, auch wenn es manchmal weh tut, so was mit ansehen zu müssen.

                                            Ich habe auch meine grenzen gesetzt und habe mein Auto und meine Wohnung zur Nichtraucherzone erklärt. Seit dem Raucht meine Freundin auch viel weniger und denkt selbst darüber nach -aufzuhören.

                                            Einen schönen Tag noch!

                                            DELL

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                                            • RE: Toleranz


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                                              danke für deinen Beitrag. Ich habe mich über alle Einträge hier gefreut, sie spiegeln ein vielfältiges Meinungsbild wider, das mir hilft, auch andere Sichtweisen einzunehmen und dadurch hat sich mein innerer Druck verringert.

                                              Natürlich weiß ich jetzt für mich immer noch keine abschließende Lösung und kann auch nicht auf "Knopfdruck" meine Bedenken und Haltung zum Rauchen ausschalten, aber immerhin etwas Abstand zu der Sache gewinnen.

                                              Herzliche Grüße
                                              Sina

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