• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

    Hallo,

    mein Vater, 82, hat sein Bein verloren. Er liegt immer noch im Krankenhaus. Nun hat der Sozialdienst des Krankenhauses mich darauf hingewiesen, dass er entlassen werden könnte und wir uns Gedanken machen sollen, wo er nun hinkommt.

    Es gibt dabei das Problem, dass die Wohnung meiner Eltern weder rollstuhlgerecht noch behindertengerecht ist. Deshalb habe ich nun eine Wohnung, die das bietet reservieren lassen und nachgefragt, wie oft ein Pflegedienst kommen könnte. Dieser könnte bis zu 7x am Tag kommen. Dies habe ich alles dahingehend getan, weil ich weiß, dass mein Vater ein Pflegeheim ablehnt.

    Nun ist es aber so, dass meine Mutter meinen Vater nicht zu Hause haben will und kann. Erstmal hat sie auch noch ein OP vor sich. Aber selbst danach möchte sie ihn nicht da haben. Sie sagt, sie könnte das nicht, sie schafft das nicht, dann könnte sie gar nicht mehr raus.

    Es kamen auch die Tiraden von wegen, hätte sie bloß nicht so einen "Opa" geheiratet. (Sie ist 11 Jahre jünger). Dieses Verhalten hat mich sehr schockiert, aber es war abzusehen. Ich hatte hier ja bereits mehrfach geschrieben, dass sie unnatürlich auf die Enkelin fixiert ist und ihr Leben sich nur um sie dreht (auch psychologisch bestätigt, dass das ein krankes Verhältnis ist). Sie ist so krank, dass sie für die Enkelin ihre ganze Altersvorsorge auf den Kopf geknallt hat und ich habe auch wieder bei der Bank gesehen, dass sie schon wieder höhere Beträge abgehoben hat. Und nun ist es so gekommen, dass sie nun ein Fall für das Sozialamt wird. Denn die Rente reicht auch nicht für ein Pflegeheim.

    Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich würde meinen Vater selbst nicht ins Pflegeheim stecken, er lehnt es kategorisch ab. Allerdings will meine Mutter ihn auf Gedeih und Verderb nicht daheim haben, auch nach ihrer OP nicht. Und ich selbst, habe auch keine behindertengerechte Wohnung und habe momentan zu kämpfen nicht zur Dialyse zu kommen.....

    Gestern fing er damit an, dass er mit eine Prothese laufen möchte. Und dass ein Rollstuhl gar nichts bringen würde, da müsste immer einer da sein....also im tiefsten Inneren weiß er, dass meine Mutter ihn sitzen lassen würde. Davon abgesehen, passt der Rollstuhl nicht durch die Türen in der jetztigen Wohnung. Von einem Rollstuhl wollte er gar nichts hören...obwohl der Arzt mir schon gesagt hat, dass bei seiner Verfassung, dass mit den Prothesen nicht gehen wird. Wenn man was von Pflegeeinrichtung sagt, dann denkt er, dass er so lange bleibt, bis die OP meiner Mutter zu Ende ist und sie nach Hause kommt. Dem soll nach meiner Mutter auch nicht sein....

    Ich sitze im Schlamassel und weiß nicht wie das werden soll. Andersherum weiß ich, dass meine Mutter nicht für ihn sorgt....sie ist wie eine Glucke, die im hysterischen Wahn den ganzen Tag hinter der Enkelin hinterher ist....das ist ihr Einzigstes Interesse....Ansprechen darauf braucht man sie nicht, dann bekommt sie einen hysterischen Schrei- und Heulkrampf.....wie gesagt, psychologisch bestätigt, dass es ein krankes Oma-Enkel-Verhältnis ist. Sie streicht ihr eigenes Leben komplett und richtet sich wie eine Wahnsinnige nur auf die eine Enkelin aus und so, dass sie sich dabei selbst ruiniert......

    Deshalb sehe ich meinen Vater nicht versorgt. Sie hat ja vor seiner Amputation ständig ihn fertig gemacht und vor seinen Augen und Ohren rumgeheult, wie schwer und schlecht sie es mit seiner Pflege hat und sie wird wegen ihm bald sterben.....und da hat er ihr nichts getan es war noch keine Pflege, nur weil er mit dem Rollator gelaufen ist und ab und an, mal wegen den Wassertabletten nicht schnell genug auf der Toilette war....das was jetzt kommt ist wirklich Pflege.

    Ich weiß nicht, wie ich mich Verhalten soll, denn wenn er ins Heim kommt, dann wird er seinen Lebensmut verlieren, da bin ich mir sicher. Aber bei dieser Frau, kann er nicht wohnen....ich habe richtig Angst...."einen alten Baum verpflanzt man nicht" heißt es doch.


  • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

    Entweder überlässt du ihr die Entscheidung, ich denke mal rechtlich gesehen hat sie da auch den größeren Einfluss.
    Oder du besprichst das mit deinem Vater, dahingehend welche Form des Wohnens er sich künftig vorstellen kann und schaust ob du dabei unterstützen kannst, oder du bietest an ihn zu dir zu nehmen.
    Noch eine Möglichkeit, wäre den sozialen Dienst einzuschalten, ein Gespräch mit deinem Vater zu organisieren (am Besten ohne selber dabei zu sein) und dich zurück zu ziehen, was meiner Meinung nach die beste Wahl wäre, da du es ja auch nicht schaffst dich von deiner Mutter zu distanzieren würde ein Einmischen ohne eine Handlungshandhabe zu haben, nichts weiter als Nerven lassen ohne dadurch etwas bewirken zu können.
    Im Grunde ist es die Sache deiner Eltern, du kannst dich da nur einschalten wenn es einer von ihnen das auch will.
    Dich einzuschalten in Form von Wohnungssuche etc. ohne dafür das ok zu haben bringt nichts außer Unfriede, weil es eine Einmischung ist die auch dein Vater als übergriffig empfinden könnte, schließlich hat er ja immer noch alles recht der Welt das selber zu entscheiden und in eventuelle Möglichkeiten eingeweiht zu werden.

    Kommentar


    • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

      Hallo Tired,

      ich habe das Problem, dass ich faktisch gezwungen bin, mich einzumischen. Denn in der Vollmacht meines Vaters, stehe ich mit drin und meine Mutter. Da meine Mutter ja nie zu erreichen ist, weil sie mit der Enkelin ihre neue Freiheit genießt, ruft der Sozialdienst des KH`s aber auch sämtliche Ämter und Behörden bei mir ständig an und wollen Entscheidungen haben. Das ist das Problem.

      Meine Mutter ist "durch" mit dem Mann und ihrer eigenen Familie.

      Wie gesagt ich habe auch selbst keine passende Wohnung. Und die Wohnung, die ich reserviert hatte war für meine Eltern....meine Mutter wollte ja schon immer umziehen, warum nicht in eine solche Wohnung, denn sie wird auch mal schlechter werden von der Gesundheit. Sie selbst wollte das, was ich aber nicht geahnt habe, sie will es ohne unseren Vater.

      Kommentar


      • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

        Was meint denn dein Vater dazu?
        Gibt ja auch noch betreutes wohnen, oder Wohnen in einer normalen Wohnung wo aber eine Betreuung ist falls man sie benötigt.
        Du solltest dich da informieren und vor allem, deinen Vater fragen was er sich am ehesten vorstellen kann und wenn er alles nicht möchte, dann soll er sagen was er möchte und eine Entscheidung fällen.

        Kommentar



        • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

          Ist denn dein Vater geistig relativ fit?

          Kommentar


          • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

            Hallo Tired,

            ja, an all das habe ich auch schon gedacht. In betreutes Wohnen ist alles voll. Er steht mit seiner Frau auf der Warteliste. Aber wann da mal was frei wird....das kann dauern.

            Eine behindertengerechte Wohnung hatte ich reserviert für beide zusammen, aber da möchte meine Mutter nicht. Hatte ich ja schon erwähnt. Er wiederum, will aber mit ihr zusammen wohnen, was sie aber nicht möchte.

            Und dann eben das Pflegeheim. Er kann mir schon Antworten geben, nur ist er immer noch ziemlich durcheinander und vergesslich....hatte ein OP-Delir und es ist auch noch nicht komplett weg.

            Ich fühle mich gefangen, weil ich daran interessiert bin, dass beste für ihn rauszuholen und auch in seinem Sinne, aber da macht seine eigene Frau ja einen Strich durch die Rechnung. Und wie gesagt, ich kann ihn aufgrund meiner Erkrankung und Wohnverhältnisse nicht nehmen und selbst, wenn ich wieder genesen würde, müsste ich ja sehen, dass ich ja mal wieder auf Arbeit komme nach ewiger Krankschreibung.

            Ich habe nur Angst, dass er den Lebensmut verliert. Erst das Bein weg, dann funktioniert es nicht mit einer Prothese, sondern Rollstuhl und dann auch noch ein Pflegeheim. ....es wird ihn mächtig fertig machen und das macht mir große Sorge.

            Kommentar


            • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

              Hallo,

              ich beziehe mich jetzt nur auf Möglichkeiten bezgl. der Betreuung nach der Klinik ...
              Für alles andere bin ich gerade aus verschiedenen Gründen und emotional nicht der richtige Ansprechpartner.

              Es gibt die Möglichkeit nach der Amputation von der Klinik direkt in eine "stationäre Übergangspflege" und danach in Reha zu gehen. Damit hätten Sie zumindest Zeit gewonnen.
              Ich denke damit wäre zunächst allen geholfen. Viel Erfolg.

              Katzenauge

              Kommentar



              • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                Genau und dein Vater wird das Delir ja auch überwinden, dann ist es alleine seine Entscheidung was er tun möchte.
                Die Patientenverfügung gilt ja nur wenn er nicht entscheiden kann, ansonsten ist er ein erwachsener Mann und in der Lage aus den Möglichkeiten die für ihn Beste zu wählen.
                Dass er mit deiner Mutter zusammen wohnen will und sie nicht, ist auch eine Sache die er akzeptieren muss, du kannst das alles nicht für ihn tun, du kannst auch keine Lösung für ihn finden, das muss er alles selber bewerkstelligen, du kannst allerhöchstens bei seinen Entscheidungen unterstützen.
                Ich kann nur nochmal meinen Rat wiederholen, distanziere dich, krass gesagt geht es dich auch nichts weiter an wenn er alles ablehnt, dann muss er die Folgen tragen und deine Mutter.
                Wenn du dich so rein hängst, ziehst du mehr Verantwortung an dich als nötig ist und darunter leidest du ja.

                Du kannst eventuell nochmal mit ihm und dem sozialen Dienst reden, falls du meinst er ist nicht in der Lage zu entscheiden, kannst es aber selber auch nicht weil er nicht will, dann beantrage eine Betreuung für ihn, dir jedenfalls tut das alles nicht gut und es ist besser die Existenziellen Sachen und seine Versorgung in andere Hände zu geben, als dich ständig damit verrückt zu machen.
                Wenn kein Anlass zu einer Betreuung besteht, dann ist es wieder so dass er für sich die Verantwortung hat und du hast "nicht" die Verantwortung dich mit Dingen aufzureiben die nicht angenommen werden.
                Nochmal, versuche dich zu distanzieren, versuche die Verantwortung abzugeben und loszulassen, ist eh besser wenn du die Zeit mit ihm unbeschwert ohne solche Diskrepanzen erleben kannst, als gegen Windmühlen zu kämpfen.
                Du kannst ihm nur helfen wenn er das auch will und mitmacht, das ist nicht der Fall, also kannst du auch nichts tun weil du nur seine Tochter bist und nicht seine Betreuung.

                Es ist müßig ständig Vorschläge zu machen die abgewiesen werden und dann zu versuchen neue Optionen zu finden, auch wenn es keine gibt, das ist sein Ding Alternativen zu finden wenn er deine Vorschläge nicht annehmen mag und deine Mutter nicht bereit ist zu helfen, dafür hast du keine Verantwortung und du musst auch nicht mehr helfen umso mehr abgelehnt wird.
                Zieh eine Grenze!

                Kommentar


                • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                  "Ich habe nur Angst, dass er den Lebensmut verliert."

                  Wenn er mit Ihrer Mutter zusammen leben sollte, sie das aber nicht will und regelrecht ablehnt, wäre das Klima zu Hause so vergiftet, dass es auch kein lebenswerter Zustand für ihn wäre.

                  Da eine Prothese offenbar aus medizinischen Gründen nicht infrage kommt, bleibt nur der Rollstuhl mit allen baulichen Ansprüchen und Hilfsmöglichkeiten.

                  Eine private Wohnung ist also nur dann möglich, wenn sie nicht nur barrierefrei, sondern auch behindertengerecht (Sanitärbereich) gestaltet ist und Hilfspersonen zur Verfügung stehen.

                  Das können Sie nicht leisten. Und Ihre Mutter will nicht.

                  Folglich bleibt nur eine stationäre Pflegeeinrichtung.
                  Es gibt Übergangsmodelle mit Reha-Angeboten, die die endgültige Lösung etwas leichter machen.

                  Kommentar


                  • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                    Sehr geehrter Dr. Riecke,

                    vielen Dank für Ihre Antwort. Die private Wohnung, die ist überhaupt nicht geeignet, weder ist sie barrierefrei, noch behindertengerecht. Und Sie haben ja recht, er hat sich schon vor seiner Amputation nicht mehr getraut meine Mutter um Hilfe zu beten bzw. irgendein Symptom zu sagen, denn sie hat vor ihm ja ständig gesagt, wie schwer und schlecht sie es mit der Pflege hat und sie würde wegen ihm sterben. Das ist - finde ich sehr demütigend -.

                    Meine Sorge ist, dass sein Bruder, der auch ins Heim musste, Selbstmord begangen hat und ich habe die Sorge, weil sie ähnlich vom Charakter sind, dass er auch daran zugrunde geht oder noch viel schlimmer.

                    Fakt ist eins, zu Hause ist er nicht versorgt, was meine Mutter betrifft.....

                    ich fühle mich irgendwie hilflos und schuldig....aber was soll ich tun...

                    Kommentar



                    • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                      aber was soll ich tun...
                      Ein paar Gedanken dazu gab es ja schon.

                      Kommentar


                      • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                        "ich fühle mich irgendwie hilflos und schuldig....aber was soll ich tun..."

                        Im Moment ist Ihr Vater noch stationär, kann - oder soll - entlassen werden.

                        Krankenhäuser bekommen genaue Vorgaben von den Kostenträgern, wie lange ein bestimmter Fall stationär behandelt werden darf. Wird überzogen, bekommen die Krankenhäuser von der Krankenkasse keine Vergütung.

                        Mit diesem Problem werden Sie bald konfrontiert werden.

                        Am besten, Sie wenden sich bald an den Sozialdienst des Krankenhauses und schildern dort die familiäre Situation. Dieser Dienst kann Ihnen nämlich auch bei einer stationären Übergangspflege behilflich sein, bis das weitere Procedere (Pflegeheim) geklärt ist.

                        Kommentar


                        • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                          Hallo,

                          ich beziehe mich jetzt nur auf Möglichkeiten bezgl. der Betreuung nach der Klinik ...
                          Für alles andere bin ich gerade aus verschiedenen Gründen und emotional nicht der richtige Ansprechpartner.

                          Es gibt die Möglichkeit nach der Amputation von der Klinik direkt in eine "stationäre Übergangspflege" und danach in Reha zu gehen. Damit hätten Sie zumindest Zeit gewonnen.
                          Ich denke damit wäre zunächst allen geholfen. Viel Erfolg.

                          Katzenauge
                          Das war auch bei der Mutter meines Freundes so. Sie hat auch immer wieder eingefordert, bitte jaaaaa nie in ein Heim. Nach einem Unfall war aber der Pflegebedarf gegeben und sie ist dort hingekommen.
                          Ihr wurde erklärt, das ist nur vorübergehend. Ich dachte das auch zuerst. Dann aber war zu unser aller Erstaunen ihr Zustand komplett besser und immer besser, je länger sie im neuen Umfeld war. Gleichaltrige, Freunde neue, nette Unterhaltung, nette Betreuung und rund um die Uhr immer und stets sicher für sie gesorgt, hat sie sehr stabil werden lassen. Nach ein paar Tagen war sie bereits fitter, als seit Jahren nicht. Sie hat sich nicht gehen lassen dort, sehr viel mehr Bewegung gehabt, als sie daheim für nötig gefunden hat und die vielen Gespräche mit den ganzen Mitbewohnern haben ihr geistig auch einen Drive wieder gegeben.

                          Kkk- ich kann dir nur sagen, glaub nicht alles, was man so redet. Dein Vater findet vielleicht gerade dort, was er immer vermisst hat. Er denkt sich etwas aus unter dem Wort Heim, vielleicht ganz etwas Arges. Seid wenigstens ein paar Wochen dafür, dass er sich dort erholen kann. Dann könnt ihr immer noch umentscheiden. Ihr werdet sehen, wie auch er bald herauskriegt, hoppla, da wollte ich nicht hin...???
                          Die Oma ist regelrecht aufgeblüht. In ihrem Haus hat sie angefangen, sich nur noch wie ein kleines Baby versorgen zu lassen, selbst den Tee wollte sie nicht mehr selbst vom Tisch nehmen, ihr Rücken begann schon wund zu werden, weil sie besser fand, liegen zu bleiben.
                          Im Heim ist sie täglich dreimal mit dem Rollator um den Block, innerhalb kurzer Zeit wieder, hübsch angekleidet und nett frisiert. Das bewirkte die neue Zusprache und Ansprache, die durchaus lustig war und heiter dort. Ihre Knder waren besorgt und dementsprechend ernst.
                          Im Heim wurde miteinander musiziert, recht viel für das alles gesorgt, worauf man eher nicht mehr achtet, wenn es eh alles wurscht ist, weil keiner zuschaut, nur die eigenen Leut.
                          Ich finde, es ist das Beste gewesen, was ihr passieren können hat, dass über ihren Kopf entschieden wurde. Der war ja voller Vorurteile.
                          Von wegen Betreuung rund um die Uhr, endlich sorglos und bemühtes Personal um sich, ist was Schlechtes.
                          Ganz ehrlich, selbst, wenn man sich eine vierundzwanzig-Stunden-Hilfe holen würde und die schönste Mietwohnung finden würde, wer würde bei ihm sein, wenn er aus dem Bett fällt, wenn man tief schläft? Hier gibts Nachtschwestern, die teilen sich die Betreuung auf, wirklich rund um die Uhr.

                          Kommentar


                          • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                            Hallo,

                            gestern hat meine Mutter unseren Vater mitgeteilt, dass er ins Pflegeheim kommt. Er hat bitterlich geweint. Mir tut es so leid, dass mir selbst schon die Tränen in die Augen schießen. Er hat sich gestern gar nicht mehr beruhigt.

                            Nun habe ich Angst, dass er daran zu Grunde geht. Und ich weiß ja auch, dass sein Bruder wegen einem Pflegeheim Selbstmord begangen hat. Das macht mir jetzt alles Angst. Und ich kann ihm nicht helfen, weil ich momentan selbst gesundheitlich eingeschränkt bin.

                            Aber es kommen auch schon die ersten Vorwürfe. Eine Nachbar hatte gefragt, wie es unseren Vater geht. Dann kamen so die Bemerkungen, die darauf abzielten, wie es denn sein kann, dass wir unseren Eltern nicht helfen. Wie soll man aber helfen, wenn meine Schwester den ganzen Tag auf Arbeit ist und ich selbst aufgrund meiner Gesundheit Hilfe benötige. Das ist ja auch das, wenn man mir nicht ansieht (durch Rollstuhl, Blindenstock, keine Haare durch Chemo bei Krebs), dann gibt es das nicht und man hat nichts. Ich habe bisher den Stand meiner Gesundheit vertuscht, denn ich weiß ja, dass man nichts sagen darf in der Leistungsgesellschaft. Meine Gesundheit muss ich allein mit klar kommen: Sozialverhalten und Zuspruch ist da Fehlanzeige und umso weniger die Leute von einem Wissen, umso weniger können sie über jemanden mit Klatsch und Tratsch herfallen. So meine Erfahrungen.

                            Meine Mutter hat so eine Art Befreiungsschlag hinter sich. Sie ist sehr verstärkt mit der Enkeltochter unterwegs. Gestern hatte ich noch Papiere fürs Sozialamt ausgefüllt, da hat sie mir wieder vorgehalten, dass ich keine Kinder habe. Und man könnte auch Kinder bekommen, wenn man kein Geld hat.....Sie ist einfach nicht normal. Unter den Medikamenten, wie ich stehe darf ich gar keine Kinder bekommen und mit einem Kind wäre ich sofort an der Dialyse, außerdem bin ich zu alt, dann hatte ich nie eine biologische Uhr die getickt hat und Ja, ich bin der Auffassung, dass man die Grundbedürfnisse eines Kindes decken können sollte um eins zu haben. Dazu zählt Essen, Kleidung, Schule,Ausbildung und nicht ständig nein zu sagen, weil man kein Geld hat. Ich habe es selbst durch, wenn man noch nicht mal passende Schuhe oder eine neue Hose bekommen hat oder einem das Essen vorgehalten wird. Das ist nicht schön für ein Kind. Sie kann mich nicht ernsthaft degradieren, wegen einem Kind.....das ist nur zum Kopf schütteln.

                            Aber die Eltern meines Freundes sind genauso. Wir sind aus gleichen Gründen bei Ihnen aussen vor. Man wird als Egoist, Kapitalist, familienfemd etc. hingestellt und ausgegrenzt.

                            Dann hat sie mir wieder vorgehalten, dass ich ein schlechter Mensch bin. Und alle Leute mit denen ich zusammen bin, werden schon merken, wie schlecht ich bin. Und ich werde noch meine gerechte Strafe bekommen. Die meisten wären gestorben, die so schlecht sind wie ich.....das aus den Mund eine Mutter....keine Worte finde ich da.......

                            Gleichzeitig hat sie wieder Lobeshymnen auf die Enkelin gesungen, wie toll sie ist und was sie alles getan hat.

                            Weiterhin hat sie mir vorgeworfen, dass sie das alles nicht angeben müsste, was ich da fürs Sozialamt bräuchte und ihre Schwester hat gesagt, sie hätte nur einen Kontoauszug abgeben müssen. Ich habe dann gesagt, gut, beim nächsten Mal macht eben ihre Schwester den Antrag für meinen Vater fertig, wenn sie denn so schlau ist.

                            Ich habe das dann abgebrochen, ich muss zusehen, dass ich mit meiner Gesundheit klar komme, da kann ich die Affenfahrten nicht gebrauchen.

                            Ich kann nur inständig hoffen, dass mein Vater sich doch einlebt, vielleicht kennt er ja auch jemanden von früher...man weiß nie.

                            Kommentar


                            • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                              Warum schert es dich was Nachbarn sagen?
                              Auch von deiner Familie scheinst du dich nach der ganzen Zeit immer noch nicht abgrenzen zu können, du führst immer die gleichen Umstände an die an dir nagen, die sollten dich aber gar nicht mehr interessieren.
                              Es sollte dir egal sein, ob deine Mutter mit dem Enkelkind unterwegs ist, oder was sie zu deinem Leben meint, du musst lernen Grenzen zu setzen.

                              Dein Vater ist nicht unmündig, er kann entscheiden ob er eine Reha beantragt, er kann mit dem sozialen Dienst reden, die Sozialarbeiter der Klinik nach Möglichkeiten fragen.
                              Er hat immer noch das letzte Wort.

                              Er sollte auch die Verantwortlichkeiten für den Notfall neu regeln, wenn er nicht klar kommt kann er auch selber eine Betreuung beantragen, die "nicht" von einem Familienmitglied übernommen wird.
                              Solange du da involviert bist, sollte er auch mit dir darüber reden, dass Lösungen gefunden werden bei denen du aus der Verantwortung möglichst raus bist und jemand beauftragt wird der sich da auskennt und der auch dafür bezahlt wird.

                              Kommentar


                              • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                Hallo Tired,

                                ich finde es mehr als anmaßend von den Nachbarn, jemanden irgendwas vorzudiktieren. Es ist ein Lernprozess mit dem Abgrenzen. Ich hatte in der Zwischenzeit schon viel erreicht...., dadurch, dass ich die Papiere ausfülle, bin ich nun wieder mehr in Kontakt, zwangsweise.

                                Mein Vater redet nicht mit dem Sozialdienst. Er fragt ja nicht mal beim Arzt nach den weiteren Verlauf. Ich frage immer nach. Er ist so der Typ, der sich nie um Ärzte, Ämter, Behörden oder sonstwas gekümmert hat.

                                Ich hatte nochmal mit Ärzten, Schwester und Sozialdienst gesprochen. Also die Ärztin meinte, dass es mit einer Prothese nichts mehr wird. Dafür ist er zu alt und hatte schon vorher zu viele Schwierigkeiten beim Laufen. Wenn er es will kann er es probieren, aber sie sieht dass er dadurch nur Bettlägerig wird, weil mit der Prothese nichts funktioniert.

                                Von einer Reha hält er nichts. Er will immer nach Hause, weder Reha, noch Pflegeheim oder Krankenhaus - das ist seine Devise.

                                Mit dem Sozialdienst des Krankenhauses und auch mit einer Freundin,die Sozialarbeiterin ist, hatte ich gesprochen. Beide meinen, dass er Pflege benötigt und wenn die Wohnung nicht behindertengerecht und barrierefrei ist, dann wird es nichts, und genauso wenig wird es nichts, wenn meine Mutter nicht dazu bereit ist, ihn zu Hause zu haben, denn sie wäre diejenige, die zwischendurch da sein muss, wenn der Pflegedienst gerade nicht da ist.

                                Beide sagten, dass es für ihn ein vergiftetes Umfeld wäre, wenn meine Mutter vor Frust immer mehr und mehr auf ihn schimpft. Und man könne das Pflegeheim auch kündigen, wenn man eine andere Lösung hat und man ihn raus holt. Die andere Lösung hatte ich jetzt parat. Eine behindertengerechte Wohnung mit Balkon.....allerdings erstmal Warteliste, weil momentan nichts frei ist. Da würde er auch mitgehen, das weiß ich.

                                Meine Schwester fährt morgen hin und spricht nochmal mit ihm, ob er es sich als vorübergehende Lösung vorstellen könnte, bis wir eine Wohnung hätten und dann der Pflegedienst zu ihm kommt.

                                Er muss ja untergebracht werden. Meine Mutter will ihn nicht, ich kann ihn ja nicht auf der Straße stehen lassen und wie gesagt eine Reha lehnt er ab.

                                Kommentar


                                • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                  Wenn dein Vater alles ablehnt dann muss er, so hart es auch klingt, mit den Konsequenzen leben und ihr müsst das akzeptieren.
                                  Ihr könnt nicht nach Lösungen suchen und suchen, während alle Lösungen abgelehnt werden.
                                  Da muss er selber aus dem Quark kommen.
                                  Ihr könnt dem Sozialdienst die Situation schildern und fragen ob es eine Stelle gibt die sich da etwas kümmern kann.
                                  Wenn nicht, dann muss dein Vater mit der Entscheidung deiner Mutter leben und du musst das auch akzeptieren.
                                  Du kannst da nicht mehr machen, es ist auch nicht deine Sache immer weiter irgendetwas zu versuchen und wenn alles abgelehnt wird auch noch dafür die Verantwortung zu übernehmen.
                                  Dein Vater ist erwachsen, egal wie destruktiv sein Verhalten ist, es ist seine Entscheidung und du kannst ihn nur dort unterstützen wo er klar signalisiert dass er das auch möchte, der Rest liegt außerhalb deines Einflusses und hat nichts mit dir, mit dem was du tun solltest oder nicht zu tun.
                                  Du bist nicht seine Frau, du bist nicht seine Betreuerin, du kannst nicht mehr tun und solltest dich von der Verantwortung die er gar nicht will lösen.

                                  Kommentar


                                  • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                    Jetzt mal rein rational betrachtet.
                                    Auch wenn deine Mutter da recht herzlos rüber kommt, welche Lösung sollte es außerhalb eines Pflegeheims geben?
                                    Ich denke mal alle Plätze die da infrage kämen wären ohnehin belegt, so müsste so oder so eine Zwischen und die gibt es nicht, außer ein Pflegeheim.
                                    So gesehen kannst du ohnehin nichts anderes machen, als ihm da den Einstieg leichter zu machen und vielleicht auch näher zu bringen, dass auch in Heimen Bewegungsfreiheit drinnen wie draußen gestattet ist, jeder der geistig fit ist nicht eingeschränkt wird (zumindest sollte es so sein).
                                    Wenn du dich engagieren willst, dann schau das Heim zuvor an, vielleicht mit ihm zusammen, Heime bieten auch eine befristete Pflege an wenn die Pflegeenden Urlaub machen, eventuell so etwas in Anspruch nehmen dann kann er schauen wie es dort ist ohne dass er sich zu was verpflichtet.
                                    Nur wenn dein Vater auch das ablehnt, dann musst du ihn vielleicht ein Stück loslassen, diese Sache den anderen überlassen und dich raus halten, denn bei Ablehnung kannst du ohnehin nichts für ihn regeln, gar nichts!

                                    Kommentar


                                    • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim


                                      Wenn man dich vergleicht mit der Person, die du vor einem Jahr warst, dann meint man, das ist nicht mehr die Gleiche. Du hast dich geändert, kkk, total anders wie früher schreibst du, viel ruhiger, viel gelassener, nicht mehr so aufgeregt, merkst du es??? War das die Therapie, oder was hat dir sonst so geholfen?

                                      Man kann erkennen, dass du nicht mehr so leicht diese "weinerliche Verzweiflung" kriegst, wenn die da draußen ihre Meldungen machen.

                                      Kommentar


                                      • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                        Vergiss nicht, das übt man schon im Kindergarten, mit wem so umzugehen, dass dieser Emotionen zeigt.

                                        Das ist Macht austesten, wieviel Macht man hat. Weint man nicht, oder ärgert man sich nicht, dann probiert man es bei wem anderen, dich lässt man in Ruhe ab da.

                                        So ist der Mensch veranlagt, bis er eines Tages reifer wird und solche Spielchen nicht mehr nötig hat.

                                        Kommentar


                                        • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                          Hallo Elektraa,

                                          ich selbst war nicht in psychologischer Behandlung. Mir hat sehr viel eine befreundete Sozialpädagogin geholfen und auch die Aussage der Psychologin in der Reha meines Schwagers. Er war dort wegen Lungenembolie und ein Psychologen-Gespräch war dort Standard. Und durch die Psychologin und auch durch die Sozialpädagogin sind wir dahinter gekommen, dass wir nicht die "'Falschen" sind, sondern dass meine Mutter ein falsches Verhältnis zur Enkelin hat.

                                          Dann gibt es noch Punkte, die mich bestärkt haben. Als ich letztes Jahr selber wieder krank wurde und es jetzt darum geht, dass wir verhindern wollen, dass ich zur Dialyse muss, hat bei mir ein Schalter umgelegt. Dieser Schalter hat mir gesagt, wenn ich so weiter mache, werde ich zugrunde gehen und zuvor haben mich alle nur für ihre Zwecke benutzt und ich hatte kein schönes Leben. Bin nur zur Wunsch- und Arbeitserfüllung für andere gelaufen.

                                          Dann kam noch hinzu, dass es einer Freundin von mir genauso ergangen ist. Sie ist gelaufen und gerannt für ihre Familie trotz schwerer Erkrankung...hat sich keine Pause gegönnt. Nun ist sie tot. Das hat mich alles so unter Schock gesetzt, dass ich gesagt habe, dass was passieren muss, sonst passiert mir das genauso.

                                          Zumal es so ist, dass ich gemerkt habe, dass meine Mutter die Enkelin vor allen Arbeiten schützen will und ich darf laufen. Die Lorbeeren holt sich dann auch die Enkelin ab. Für mich nur leere Versprechungen und gar noch schlimmer: meine Mutter macht meine Schwester und mich in der ganzen Stadt madig und erzählt, wie schlecht wir sind. Und da hat es mir einfach gereicht: ich habe meine Gesundheit ruiniert und das ist der Dank dafür. Warum sollte ich das weiter tun.

                                          Sie versucht es immer wieder Arbeiten auf mich abzuwälzen. Ich bleibe nun definitiv auf meinem Kurs. Denn ich möchte weder zur Dialyse noch transplantiert werden müssen (wenn man dann überhaupt ein Organ bekommt), noch möchte ich am Ende vorzeitig sterben. Mein Leben ist mir zu kostbar als dass ich es für andere opfere. Denn andere würden auch nicht gleiches für mich tun.

                                          Ich muss leben. Meinen Vater besuche ich noch. Für meine Mutter sind nun andere zuständig. Ich nicht. Sollen die Arbeiten, die dafür belohnt wurden, ich bin da raus.

                                          Kommentar


                                          • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                            Dieser Beitrag von dir müsste ganz alleine auf einem Podest stehen und jeder, der hier einloggt, der sollte ihn lesen.

                                            Natürlich ist das der Grund, warum du einen fürchterlichen Zustand bereits hattest, weil man rücksichtslos zugegriffen hat auf deine Recourcen.

                                            Unsere Lektion ist, uns zu schützen lernen. Dir ist das jetzt gelungen, weil du zum Glück dieses fiese Spielchen durchschaut hast. Man ruft dich, um sich Vorteile zu beschaffen, klar, was sonst?
                                            Das ist schon okay so, bis zu einem gewissen Grad kann man das ruhig zulassen, darf zugleich aber nicht vergessen, auch dir stehen Vorteile zu bei so einem Austausch.

                                            Ich habe bemerkt, ( natürlich auch an meinem eigenen Verhalten) , wie Trickreich wir sind, wenn wir etwas ereichen wollen beim andern. Wir versuchen es auf die "Liebestour", gehts nicht, dann drohen wir, führt das auch nicht zum Ziel, dann können wir klagen und jammern, Schuldgefühle erzeugen und bissig werden, boshaft, kennst eh. Die schimpfen über dich, weil du dich nicht mehr manipulieren lässt. ...Es gab bei dir wirklich eine Zeit, da hast du dir einreden lassen, du bist schuld, weil es denen nicht gut geht. Das darf dich nicht jucken, dieses provozieren und lästern, weil auch das nichts weiter ist, als ein Versuch, dich wieder fügsam zu machen als Diener ihres täglichen Bedarfs.

                                            Kommentar


                                            • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                              Was deinen Papa betrifft- du wirst so was von froh sein, er natürlich auch, ( das dauert zuerst, wegen der Umgewöhnungsphase) wenn mal registriert ist, endlich, endlich keine Besorgungs und Versorgungssorgen mehr, man schaut auf ihn, man bringt ihm pünktlich sein Essen, seine Salben, seine Mittel, die er jetzt dringend braucht, man hat Kameraden um sich, Leute, die jederzeit gern miit ihm plaudern werden, statt immer mitten im Familienzwist an der Front zu stehen unter Dauerstress und Dauersorgen. Es wird auch bei ihm jetzt gemütlich ruhig. Natürlich auch bei dir, denn du kannst jetzt frei zugehen auf ihn, ohne über Mutter und Co steigen zu müssen vorher.

                                              Ruhig den Rückzug antreten, nicht mehr mitmachen, das ist die beste Lösung. Es fühlt sich an, wie eine Erlösung, wenn man sich sagt, ihr seid mir ab jetzt wurscht und egal, ich leb mein eigenes Leben, wie ihr lebt, das geht mich nichts weiter mehr an.

                                              Kommentar


                                              • Re: Bein verloren, Eheprobleme, Pflegeheim

                                                Eine meiner Tanten geht seit etwa sieben Jahren zur Dialyse, ich kam nach langer Zeit vor Kurzem mit ihr zusammen, sie war fröhlich, quitschvergnügt und sehr gesund hat sie auf mich gewirkt, mit ihren Walkingstecken schnell unterwegs. Ich dachte, ich seh nicht richtig, weil sie früher immer so kränklich war und blass und schwach.
                                                Dreimal wöchentlich ein paar Stunden Treffpunkt zum Durchwaschen, sauber machen ist das für sie, erzählte sie mir. Inzwischen kennen sich dort alle recht gut und man freut sich schon, wenn man sich wieder sieht, meinte sie.
                                                Ich kannte sie anders, daher war ich so verwundert. Ich habe sie immer gemieden, weil sie nur vom Kummer redete so lange ich sie kenne. Ihr Mann ist bissig gewesen, sie musste sich sehr viel grämen und fürchten immer vor ihm. Ab dem Tag, wo er gestorben ist, ist sie meiner Ansicht nach aufgeblüht. Da sieht man es wieder. Ist der Krieg aus, dann breitet sich Friede und Wohlstand aus.
                                                Der Schaden, den dieser Anhang ( ihr Ehemann) bei ihr hinterlassen hat, der wird nun zumindestens dank regelmässiger Blutwäsche in Schach gehalten und wie man sehen kann, sie ist keinem mehr ausgesetzt, der sie immer piekst, also spät, aber doch, sie ist raus.

                                                Für dich wünsch ich ebenso eine wunderbare Auszeit... lass es dir endlich gut gehen, recht hast du.

                                                Kommentar