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ADHS und Partnerschaft

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  • ADHS und Partnerschaft

    Liebe Leser,

    seit 5 Jahren bin ich mit meinem Partner zusammen, der starkes ADHS hat.
    Wir lebten bisher in getrennten Wohnungen, nun möchte mein Partner zusammenziehen und denkt über Kinder nach.
    Theoretisch wäre beides möglich: wir sind jung, gesund, haben einen Job und lieben uns...
    Jedoch habe ich große Bauchschmerzen bei dem Thema und bin hin und hergerissen.

    Sein ADHS belastet unsere Beziehung mal stärker, mal schwächer. Zu zweit kommen wir beide gut damit klar, jeder hat seinen Rückzugsort wo er hin kann wenn es zu viel wird.

    Eine Beziehung mit Kind stelle ich mir jedoch äußerst schwierig vor. Da wäre die Lärmbelastung, der Schlafentzug, das vorausschauende Denken, die Organisation, alles, was ein Elternteil auf sich nimmt, wenn es sich um ein Kind kümmern muss.
    All das sind Dinge, die ich im Falle einer Familiengründung nahezu komplett übernehmen müsste und ich möchte mir diese Verantwortung nicht ans Bein binden, hart gesagt.
    (Nein, ich unterschätze meinen Partner nicht, er hat große Schwierigkeiten was die genannten Punkte betrifft und benötigt Medikamente um seinen Alltag zu bewältigen).
    Er selbst gibt auch zu, dass er nicht wirklich weiß, was es bedeutet, Eltern zu sein- aber er möchte sehr gerne Familie, was ich absolut nachvollziehen kann.
    Aber ehrlich gesagt hat er genug damit zu tun sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen und ich sorge mich sehr um das, was da auf uns und mich zukommen könnte. Er ist bemüht, ambitioniert, aber ein guter Wille alleine reicht nicht!

    Nochmal zum Verständnis:
    wir führen eine gute Beziehung, haben uns mit dem ADHS arrangiert, auch wenn es uns immer wieder neu fordert und mich (teilweise) auch überfordert.
    Er ist in medikamentöser Behandlung die es ihm ermöglicht seinen Alltag zu managen.
    Ich bin auch nur ein Mensch und kann mir nicht vorstellen, so viel Verantwortung zu übernehmen wo mein Partner selbst keine Untersützung sein kann.

    Gibt es hier Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?
    Wie geht ihr mit der Thematik Zukunft und Kinder um?
    Habt ihr vielleicht Familie wo ein Elternteil ADHS hat?






  • Re: ADHS und Partnerschaft

    Hi,

    Wie würde es aussehen wenn du einen Partner hättest der kein ADHS hat, aber so eingespannt wäre dass es dennoch an dir hängen bliebe?

    wie sieht es denn mit deinem persönlichen Kinderwunsch aus?

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    • Re: ADHS und Partnerschaft

      Gute Frage:
      ich wäre bereit, fast alles zu übernehmen, wenn ich einen Partner hätte, dem ich theoretisch im Notfall auch mal die Verantwortung übergeben könnte (zB bei Krankheit etc).
      (Denke, bei vielen Familien ist das der Fall wo ein Elternteil 40+ h die Woche arbeitet...)
      Bei meinem Partner jetzt ist das nicht der Fall. Sollte ich krank im Bett liegen, wäre er keinerlei Hilfe, so hart das klingt. Eltern, Geschwister die was übernehmen könnten haben wir beide nicht oder nicht in Reichweite.
      Zudem ist es auch ein wichtiger Punkt ob der Partner sein Leben alleine gut leben kann oder selbst generell viel Unterstützung braucht und somit Kapazitäten von einem in Anspruch nimmt...
      Bisher habe ich keinen großen Kinderwunsch, ich könnte auch ohne Kinder leben.

      Kommentar


      • Re: ADHS und Partnerschaft

        Ich glaube es ist wichtig dass du weißt was du willst und danach handelst.
        Ich denke wenn ihr ein Kind bekommt, ohne dass du einen spürbaren Kinderwunsch hast, dann werden Mann und Kind ein negatives Geschmäckle bekommen, sobald es große Probleme gibt.

        Weiß denn dein Partner dass du nicht unbedingt ein Kind möchtest und was sind seine Argumente oder Vorstellungen, die für ein Kind sprechen?
        Da wäre es auf jeden Fall wichtig das auszudiskutieren und dass jeder seinen Standpunkt dem anderen näher bringt.
        Er denkt ja "nur" über Kinder nach, was ja auch sein gutes Recht ist, das Beste wäre wenn ihr das gemeinsam tut und wenn auch sein Wunsch gar nicht so groß sein sollte, kann man das Thema ja auch nach Aussprache vertagen, aber so dass beiden klar ist dass dies nicht heißt dass es irgendwann welche gibt.

        Kommentar



        • Re: ADHS und Partnerschaft

          Mein Mann hat auch ADHS, bin ich mir sicher. Aber früher hat das keiner diagnostiziert. Sein Sohn aus erster Ehe hat es ebenfalls.
          Wie sieht denn so ein Tag in eurem Alltag aus?

          Kommentar


          • Re: ADHS und Partnerschaft

            Frag ich mich auch gerade...Wie äußert sich das ADHS in eurem Leben?

            Wie alt seid ihr...seit wann lebt dein Mann mit der Diagnose...und seit wann nimmt er Medikamente und welche?

            ADHS ist eh so eine Diagnose...eher eine Hilflosigkeit von Schulsystem und Gesellschaft...die meisten Genies haben/hätten diese Diagnose...Ich las mal einen interessanten Artikel, laut dem Mozart, Edison, Einstein, Steve Jobs alle diese Diagnose gehabt hätten. Ich kenne eine große Schule mit weit über 1000 Schülern, an der es kein Kind mit ADHS gibt...Weil da anders gelernt und gelehrt wird....oder schau dir Vorträgedes Hirnforschers Gerald Hüther auf YouTube an...auch der sieht ADHS anders...jedenfalls nicht als eine mit Medikamenten zu behandelnde "Krankheit/Störung"

            Kommentar


            • Re: ADHS und Partnerschaft

              Auf jeden Fall sollte man mit dem Psychiater immer mal wieder Symptome und Befinden durchgehen, nicht selten werden alte Diagnosen dann revidiert.
              ADHS ist ja auch so etwas, was sich mehr oder weniger stark mit anderen Erkrankungen überlappt.

              Kommentar



              • Re: ADHS und Partnerschaft

                Ob ADHS eine Krankheit ist? Muss man ein wenig von der "Norm" abweichend immer gleich pathologisiert?

                Es gibt auch Leute,die sagen, dass ADHS und/oder Legasthenie Talentsignale sind...

                Kommentar


                • Re: ADHS und Partnerschaft

                  "so hart das klingt. Eltern, Geschwister die was übernehmen könnten haben wir beide nicht oder nicht in Reichweite."

                  Es gibt einen Ausspruch eines französischen Existenzialisten: "Wer seine Kinder liebt, setzt sie nicht in diese Welt".

                  Das ist natürlich etwas brutal, aber in Ihrem Fall sollte das Kindeswohl im Vordergrund stehen.
                  Und sein Kinderwunsch kann auch ein Bindungsbestreben für die Beziehung sein.

                  Kommentar


                  • Re: ADHS und Partnerschaft

                    Nein, muss man nicht, Hans Georg.
                    Aber wie es hier beschrieben wird, geht es um wesentlich mehr, als ein wenig.
                    In erster Linie ging es mir darum, dass man mit dem Psychiater im Gespräch bleibt, damit nichts übersehen wird, manchmal auch dass jemand längst wieder rund läuft, aber das scheint hier ja nicht so zu sein und auch das Problem in Sachen eventueller Nachwuchs

                    Kommentar



                    • Re: ADHS und Partnerschaft

                      "so hart das klingt. Eltern, Geschwister die was übernehmen könnten haben wir beide nicht oder nicht in Reichweite."

                      Es gibt einen Ausspruch eines französischen Existenzialisten: "Wer seine Kinder liebt, setzt sie nicht in diese Welt".

                      Das ist natürlich etwas brutal, aber in Ihrem Fall sollte das Kindeswohl im Vordergrund stehen.
                      Und sein Kinderwunsch kann auch ein Bindungsbestreben für die Beziehung sein.
                      Ich kenne viele Paare mit Kindern, die keine Verwandten in greifbarer Nähe haben...und sich gegenseitig helfen...

                      Was ein Existenzialist ist weiß ich nicht...aber "Wer seine Kinder liebt, setzt sie nicht in diese Welt"...wer also Kinder in diese Welt setzt, liebt sie nicht? Was ist so schlimm an dieser Welt? Der Mensch...wir...oder unsere Einstellungen und Haltungen? Ich bin der absoluten Überzeugung, dass nach unserem Tod noch was kommt...aber bestimmt keine Hölle...die machen wir uns schon hier und jetzt selber...
                      Dieser Franzose mit dem Ausspruch...absolut ohne Hoffnung...ohne Liebe? Wenn ich dieser Überzeugung bin, ohne Hoffnung auf Veränderung zum Guten, ohne den Glauben, dass der Mensch an sich gut ist...muss meine Existenz da nicht eine Qual sein? Ist das Existenzialismus?

                      Ich und meine Frau...wir haben 5 Kinder...wären die uns nicht geschenkt worden, ich hätte glaub nie lernen dürfen, was Leben sein soll/kann...

                      Kommentar


                      • Re: ADHS und Partnerschaft

                        Nein, muss man nicht, Hans Georg.
                        Aber wie es hier beschrieben wird, geht es um wesentlich mehr, als ein wenig.
                        In erster Linie ging es mir darum, dass man mit dem Psychiater im Gespräch bleibt, damit nichts übersehen wird, manchmal auch dass jemand längst wieder rund läuft, aber das scheint hier ja nicht so zu sein und auch das Problem in Sachen eventueller Nachwuchs
                        Da hast du schon recht...nur mit meinem Einwand wollte ich in Frage stellen, ob dieser jemand wegen ADHS je "unrund" lief...ADHS und die Medikamente dazu, für mich nur ein Mittel, um Menschen mit anderen Denk- und Lernweisen ins "System" zu pressen...durch die Medikamente wird nichts geheilt, nie die Möglichkeit erlernt, das "selbstzuregulieren"...und mit den Jahren der Medikamenteneinnahme wird es immer schwerer...bis irgendwann nahezu unmöglich...

                        Aber konkret würde mich immer noch interessieren, was die ganz konkreten bedenken der Threaderstellerin sind, für mich immer noch diffus und nicht greifbar, warum der Partner kein guter und liebevoller Vater sein könnte...

                        Kommentar


                        • Re: ADHS und Partnerschaft

                          Ich würde es auch schön finden, wenn sich Sanne92 noch mal dazu äußern könnte.

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                          • Re: ADHS und Partnerschaft

                            Sanne92 Möchtest du überhaupt mal Kinder haben...wenn ja, kann die Beziehung zu deinem Jetzigen Partner überhaupt eine Zukunft haben?

                            Antworten oder äußern brauchst du dich von mir aus hier dazu nicht...hör auf dein Herz. Denn verstandsmäßig (oder wie die Existenzialisten?)...findet man immer 1000 Gründe, warum es mit Kindern grad nicht passt?

                            Und im Prinzip...solltest du das ganze mit deinem partner besprechen? Aber nicht "Ich habe Angst, dass du das nicht auf die Reihe bekommst", sondern bleib immer bei dir, um was es dir geht...

                            Kommentar


                            • Re: ADHS und Partnerschaft

                              Liebe Leser,

                              seit 5 Jahren bin ich mit meinem Partner zusammen, der starkes ADHS hat.
                              Wir lebten bisher in getrennten Wohnungen, nun möchte mein Partner zusammenziehen und denkt über Kinder nach.
                              Theoretisch wäre beides möglich: wir sind jung, gesund, haben einen Job und lieben uns...
                              Jedoch habe ich große Bauchschmerzen bei dem Thema und bin hin und hergerissen.

                              Sein ADHS belastet unsere Beziehung mal stärker, mal schwächer. Zu zweit kommen wir beide gut damit klar, jeder hat seinen Rückzugsort wo er hin kann wenn es zu viel wird.

                              Eine Beziehung mit Kind stelle ich mir jedoch äußerst schwierig vor. Da wäre die Lärmbelastung, der Schlafentzug, das vorausschauende Denken, die Organisation, alles, was ein Elternteil auf sich nimmt, wenn es sich um ein Kind kümmern muss.
                              All das sind Dinge, die ich im Falle einer Familiengründung nahezu komplett übernehmen müsste und ich möchte mir diese Verantwortung nicht ans Bein binden, hart gesagt.
                              (Nein, ich unterschätze meinen Partner nicht, er hat große Schwierigkeiten was die genannten Punkte betrifft und benötigt Medikamente um seinen Alltag zu bewältigen).
                              Er selbst gibt auch zu, dass er nicht wirklich weiß, was es bedeutet, Eltern zu sein- aber er möchte sehr gerne Familie, was ich absolut nachvollziehen kann.
                              Aber ehrlich gesagt hat er genug damit zu tun sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen und ich sorge mich sehr um das, was da auf uns und mich zukommen könnte. Er ist bemüht, ambitioniert, aber ein guter Wille alleine reicht nicht!

                              Nochmal zum Verständnis:
                              wir führen eine gute Beziehung, haben uns mit dem ADHS arrangiert, auch wenn es uns immer wieder neu fordert und mich (teilweise) auch überfordert.
                              Er ist in medikamentöser Behandlung die es ihm ermöglicht seinen Alltag zu managen.
                              Ich bin auch nur ein Mensch und kann mir nicht vorstellen, so viel Verantwortung zu übernehmen wo mein Partner selbst keine Untersützung sein kann.

                              Gibt es hier Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?
                              Wie geht ihr mit der Thematik Zukunft und Kinder um?
                              Habt ihr vielleicht Familie wo ein Elternteil ADHS hat?



                              Das ist auf jeden Fall kein eleichte Sache und ich kann da verstehen, dass du unsicher bist. Ich kann dir so gar keinen Tipp geben, aber ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir, dass du die Entsheidung triffst, die für dich am besten ist.

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