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"zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

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  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

    Und Respekt, Leo, dass du so sorgfältig an deinen Beiträgen schreibst. Ich hau hier immer einfach raus, was mir in den Sinn kommt... ;o)
    Deine Schreibweise ist beneidenswert und das sehe ich bei deinem Veröffentlichungstempo. Vor mir brauchst du keinen Respekt haben, das ist eher Unvermögen. Und selbst wenn ich meinen Text dann zigfach redigiert habe und ihn veröffentliche, glaub mir, in dem Augenblick sticht mir jeder einzelne Rechtschreib-, Grammatikfehler und verkorrigierte Satz ins Auge und ich könnte ....
    Ja, Blödsinn ich weiß, aber ich lerne es hier auch noch.

    "Hoffe, du hattest einen schönen Tag, Traumfrau"/"Denke permanent an dich"
    Dazu ein paar Herzchen, ein Kuss-Icon, ein Kuss-Smiley.
    Das ist ja ein Herzchen. Zieht das, wenn du mal die Vorgeschichte ausblendest?

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    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

      Danke, lieber Leo! Das Einfachsohinschreiben fällt mir leicht, ist für mich wie reden.

      Ob das zieht? Tja, ich glaub es ihm, finde es also ok, wenn auch ein wenig "dünn" - ich kenne viele, die ganz anders vom Leder ziehen können und es auf ihre Art auch ernst meinen ;o)

      Es zog früher (und vermutlich immer noch ein wenig heute), weil ich ihn vor dem Schreiben gesehen habe und er mich optisch einfach umgehauen hat. Der ist von seinen Qualitäten als Liebhaber und seinem Aussehen her mein absoluter Traummann. Ich hatte wohl intuitiv so eine Vermutung, dass beides für mich zusammenhängen würde und ich das unbedingt mal erleben/im Detail sehen will. Wirklich wahr, für mich ist A. der schönste Mann, mit dem ich je Liebe machen durfte, und wenn ich nur dran denke, habe ich quasi nen Flashback von unserem 1. Mal im Hotel. Meine Güte!
      So, nun aber genug geschwärmt.

      Ich habe morgen trotzdem ein Date mit K., den ich sehr sympathisch finde, und bin im engen Austausch mit einem anderen K., der schreiben kann wie ein junger (lustvoll-lüsterner) Gott ;o)

      Schönen Abend noch!
      GLG, V

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      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

        Ihr Lieben,

        ich finde das interessant, wie ihr den Austausch hier so beurteilt - in absolut jedem eurer Beiträge hab ich was gefunden, was ich gebrauchen konnte. Und ich hatte nie den Eindruck, dass eine Antwort überhaupt gar nicht passt. Ich finde, je mehr Perspektiven, desto spannender und erhellender...

        Und Respekt, Leo, dass du so sorgfältig an deinen Beiträgen schreibst. Ich hau hier immer einfach raus, was mir in den Sinn kommt... ;o)

        Elektraa, du wolltest wissen, was A. geschrieben hat: zuletzt nachts um 01.00 Uhr (= heute) sowas wie "Hoffe, du hattest einen schönen Tag, Traumfrau"/"Denke permanent an dich"
        Dazu ein paar Herzchen, ein Kuss-Icon, ein Kuss-Smiley. (Nett und freundlich, aber weder "Schmetterling" noch "Paradiesvogel/Leierschwanz" ;o))

        Er schreibt ungefähr so wie immer, wenn er sich meldet, ob nun 1 Tag oder 1 Jahr zwischen der letzten Meldung liegt. Hier ist auch nix Konkretes im Spiel wie zB der Versuch, ein Wiedersehen zu planen.

        Euch nen wundervollen Abend
        GLG, V

        PS: Danke für die Komplimente!!!




        Leo, du schaltest deinen Kritiker zu sehr ein- den musst du übergehen lernen. Fehler gibts nicht, es gilt alles- auch angeblicher Nonsens. Raus und sausen lassen- dann sieht man praktisch am Papier, was sich im Geiste so tut. Das geht auch mir so, dass ich da manchmal den Kopf schüttle, aber auch das ist wichtig.
        Einfach alles unszensiert niederschreiben, was aus dem Bauch heraus kommt, das bringt mir wahnsinnig viel, es fördert praktisch zutage, was da ist. Dann spür ich oft, hoppla, da hakt sich etwas, das gehört entsorgt, das ist nicht mehr up to date- es ist wie wenn man Unkraut zupft, also sicher sehr, sehr sinnvoll und was mir scheint, wie beständige Therapie.
        Durch dieses "so dahinschreiben" ( eben wie reden, frei heraus) lösen sich manche Knoten, die nie rausgekommen wären, nebenher. Beim Wählen der Worte schon tut sich viel- wie wenn man sich mal zuhört richtig, endlich.
        Du merkst ja selbst, dass dieser liebe, vertraute Austausch hier nur gut ist für jeden Einzelnen, der sich beteiligt, jeder hat was davon auch in Eigenbelange und nebenher passiert das alles, während wir über A schreiben.

        Venussi, also so was, das hat er also geschrieben? Als ob bei ihm die Uhr stehen geblieben wäre.
        Bei mir in der Nähe ist ein Einzelberg, ( der Grimming) ein Block, um dem sich viele Geschichten und Sagen drehen. Er hat ein Tor, ( das berühmte Grimmingtor) deutlich sichtbar von Weitem, ein Gebilde im Fels, das wirklich aussieht wie ein riesiges Tor. Man erzählt, einmal, da kam eine Frau mit ihrem kleinen Jungen in die Nähe dieses Tores, es öffnete sich, die Bauersfrau sah lauter goldener Zapfen darin, sie grabschte danach, füllte ihre Schürze und Taschen und vergaß dabei aufs Kind. Das Tor verschloß sich, das Kind im Berg... Kein Zufall, dass ich diese Geschichte jetzt erzähl- denn, als ein Jahr drauf, genau ein Jahr später das Tor sich wieder öffnete, da war das Kind wie wenn es nur eine Stunde weg gewesen wär, nur die Frau war gealtert, das Kind nicht. Ein Jahr wurde verschluckt, unbemerkt fürs Kind. All die Sorgen der Mutter, davon wusste es nicht. Wie bei deinem A. Er ist aus dieser Welt gefallen, ohne es zu bmerken.

        Ich sehe bei mir auch manchmal- es ist, als ob sich etwas in Zeitlupe bewegt, während ich dahinlebe, ist manches extremst laaaaaangsam im "Fortschritt". Alle Jahre ein kleiner Schritt..während rundherum alles vergeht und rennt. In manchen Belangen bin ich gefühlt immer noch fast am gleichen Fleck. Geht es euch nicht auch so?

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        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

          Unser Zapfen grabschen, dem Gold nachlaufen, immer buisy sein, das schluckt manches weg, was einem eigentlich nur einfällt, wenn man mal aufschaut. Ach, mein Kind, wo warst du...
          Die Liebe des A ist unverändert jung geblieben und Leo´s Vorschlag, anzuknüpfen, wo es mal stand, es dort zu suchen, wo es mal war, den find ich fürchterlich romantisch und nett.

          Venus, ihr wart in einer anderen Zeit. Es ist alles noch da. Das Kind lebt, es ist unbeschadet. Kein Haar wurde ihm gekrümmt, deinem Kleinod...deinem Adonissilein, während es verschluckt wurde vom Berg...
          Bissi streicheln würde ich ihn jetzt schon und nicht lang nachdenken, wieso dieser wunderliche Zwischenstopp war. Wird wohl seinen Sinn gehabt haben und jede Erklärung ist vielleicht nix als eine Sage, eine Geschichte, die man sich ausdenkt- er wirds selbst nicht erklären können, vermutlich.

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          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

            Liebe Elektraa,

            das ist jedenfalls poetischer als meine Idee von der Zeitschleife wie in "Ewig grüßt das Murmeltier" ;o) Aber es kommt aufs Gleiche raus - ich bin ja nicht diejenige, die ihn im Berg vergessen hat, und so weiß ich nie, wann der sich da wieder hin zurück verzieht.
            Was mich auch wundert - interessiert ihn nicht, wie's mir in der Zwischenzeit ergangen ist? Ich frage mich immer wieder, wie's ihm (er)geht, wenn ich nix von ihm höre. Warum will er mich nicht sehen? Sorry, irgendwas stimmt mit dem Berg-Zwerg nicht. Er hat sich auch heute nicht gemeldet, vielleicht ist er wieder zurück in seinen Berg ohne Zeit und Netz.

            K. hat sich extra 1 Tag freigenommen und ist 150km von seinem Wohnort gefahren, um mich heute zu sehen. Wir waren in der Sonne spazieren und haben an den Rheinwiesen ne Picknickdecke ausgebreitet. Da lagen wir stundenlang beieinander und haben geknutscht wie die Teenager. Das war wunderschön. Er hat Augen wie ne Vollmondnacht - tiefblau, innen um die Pupille herum aber hellgrün. Wie faszinierend schön sah das aus im Sonnenlicht...

            Jetzt werde ich gleich mal wieder an meine Lernarbeit gehen.

            Einen wundervollen Rest-Mittwoch Allen! <3

            GLG, V

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            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

              Leo, du schaltest deinen Kritiker zu sehr ein- den musst du übergehen lernen. Fehler gibts nicht, es gilt alles- auch angeblicher Nonsens...
              Ja, du hast vollkommen Recht und bei der Frequenz aktuell, kann ich mir es gar nicht leisten noch mehrmals zu korrigieren. Ich hab mir halt mal eine Linie gezogen und gesagt: pass auf, geh nicht rüber. Das hat auch nicht nur was mit Rechtschreibung etc. zu tun, sondern auch dass ich nicht zu weit gehe. Ich merke das oft nicht sofort, immer erst wenn es zu spät ist. Und dann habe ich jemanden verletzt und ich bin da total schockiert und betroffen. Nun ich sehe es jetzt mal als Therapie.

              Die Liebe des A ist unverändert jung geblieben und Leo´s Vorschlag, anzuknüpfen, wo es mal stand, es dort zu suchen, wo es mal war, den find ich fürchterlich romantisch und nett.
              Bin mir nicht sicher, ob du mich hier richtig verstanden hast. A. tut mir total Leid. Er könnte einen Stern ergreifen und schafft es nicht. Meiner Meinung nach müsste er zum Psychiater. Aber er schreibt hier nicht, sondern Venus tut es. Und da bin ich durchaus egoistisch und sage ihr, nimm was dir gut tut. Wenn er dir gut tut, benutze ihn. Wenn er dir nicht mehr gut tut, dann "verlass" ihn. Was für eine Ironie. Und wenn er einsieht, dass er ein Problem hat, dann soll er sich halt helfen lassen. Ich kann es aus der Ferne nicht.

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              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                Ich hab ja bekanntermaßen keine Ahnung von Frauen und merke das hier mehr als deutlich. Ich will natürlich dazu lernen und besser verstehen. Liebe Venus, du bist auch echt ne Nummer. An einem Tag schmilzt du quasi bei A. dahin, trotz allem und da denk ich durchaus auch an Tireds Wortwahl von Hörigkeit und im nächsten Augenblick liegst du mit K. auf der Picknickdecke und beschreibst uns seine tiefblauen Augen. Wahnsinn. Da kann ich nicht folgen. Aber ich bin begeistert. Keine Kritik, sondern nur reines Interesse. Soweit ich dich verstanden habe wolltest du dir einen dauerhaften Spasspartner suchen. Bist du noch auf der Suche nach dem Richtigen oder hast du jetzt Geschmack auf mehr bekommen?

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                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                  Lieber Leo,
                  da haben wir was gemeinsam - ich versteh die Männer nicht, du nicht die Frauen, aber beide sind wir sehr bemüht, unsere blinden Flecken "sehend" zu machen ;o))

                  Bevor ich einen dauerhaften Spasspartner finde, muss ich ja vorher testen, ob's harmoniert - und die Welt ist groß und bunt und voller Menschen, Raupen, Schmetterlinge, Paradiesvögel etc. ;o)
                  K. wäre ein prima Partner für eine feine Affäre. (Er hat nicht nur wunderschöne Augen.) Ob sich das aber umsetzen lässt in der Praxis bei der großen Entfernung unserer Wohnorte?
                  Mit A. rechne ich ja nicht mehr. Er kommt und geht, wie er lustig ist. Klar ist er der Stern in meiner kosmischen Nudelsuppe, aber er bekommt's ja nicht gebacken, den Kontakt zu halten und auszubauen. Und in der Zwischenzeit gibt es wundervolle andere Männer, die Lust haben, sich ein bißchen Mühe zu geben (mit mir). So wie ich (mit denen). Die lass ich nicht alle sofort fallen, weil sich A. einmal nur per Chat meldet und dazu noch einer Verabredung mit mir sofort wieder ausweicht. Mein Leben spielt sich nicht nur in meiner Fantasie ab. Ich will meine Fantasien real ausleben. Wenn A. da nicht mitmachen will, will es ein anderer.

                  Ich weiß, mein Tempo verblüfft viele. Ich bin in vieler Hinsicht schnell. In mancher dagegen unendlich langsam (s. Männer verstehen lernen... ;o))

                  Hab nen herrlichen Abend - ich bin jetzt gleich beim Zoom-Yoga

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                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                    Lustig, stelle mir gerade dein Zoom-Yoga vor. Schön den Sonnengruß und dann die Cobra und jetzt in den Hund...

                    ich versteh die Männer nicht,
                    Du, ich ganz viele auch nicht. Und A. schon dreimal nicht. Ich denke höchsten die, die mir ähnlich sind und mittlerweile habe ich das Gefühl es sind gar nicht so viele.

                    Euch auch allen einen schönen Abend. Ich muss meine biologische Uhr noch umstellen, ist immer ein Krampf mit ewig Schlafdefizit.

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                    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                      War ja so klar. Meinte natürlich meine innere Uhr und nicht die biologische. Die würde ich aber auch gerne umstellen

                      Liebe Venus, ich bin mir fast sicher, dass A. sich in den nächsten Wochen wieder meldet.
                      Wie sieht es eigentlich mit deinem Mann aus? Ich meine du bist doch ziemlich oft unterwegs. Kommt der klar oder hat er es akzeptiert?

                      Wünsche euch einen schönen sonnigen Tag.

                      P.S: Ach ja Elektraa, tolle Gegend in der du wohnst. Hatte ich bei meiner letzten Tour leider ausgeklammert bzw. wurde überstimmt und waren dann Richtung Krimml. Steht aber auch noch auf meiner ToDo-Liste.

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                      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                        Moin lieber Leo

                        mir is diese Zeitumstellung während der Pandemie-Restriktionen fast egal - die paar Termine, die ich noch habe, liegen alle zu Zeiten, wo selbst ich schon wach bin. Hätte ich diese Termine als Wochentagsmarker nicht, wüßte ich gar nicht mehr, welcher Tag eigentlich ist. Alles nur noch ein Brei...

                        A. ist wieder stumm. Kann sein, er meldet sich wieder, wann auch immer.

                        Wie ich meine Abwesenheiten meinem Mann verkaufe? Gar nicht. Ich mache immer schon auch alleine ausgedehnte stundenlange Spaziergänge. Und ich führe Künstler:innen-Interviews, wo ich die Leute draußen treffe und wir spazieren gehen. Ich sage nur, dass ich gehe, und das ist alles. Ich bin ja nicht über Nacht weg. Er fragt mich nicht (mehr) und ich sage nichts. Er ist froh, dass ich immer wieder zurückkomme.

                        Ich bin auch nicht emotional auffällig bei diesen Dates, da ich ja nicht verliebt bin. (Eher hinterher - da hab ich meistens extrem gute Laune! )) Ich sehe diese Dates eher als mentale Stärkung für mich und den Sex - wenn es dazu kommt - als eine Art von "Körperpflege", ähnlich wie den Sport im Fitnessstudio, der uns nun schon so lange verboten ist und der mir sehr fehlt. Yoga ist gut und manchmal auch anstrengend, aber die Kraftgeräte ersetzt das Yoga nicht. Ab nem bestimmten Alter braucht der menschliche Körper mehr Pflege, sonst baut er ab. Und ich bin in diesem Alter.

                        Gestern mit K. hab ich ganz romantisch meinen 1. Corona-Selbsttest gemacht. Einen von diesen Antigen-Tests aus China. Schön knutschend auf der Parkbank, bevor wir dann zu den Wiesen weitergezogen sind. Ein Zeitgeist-Bild - zwei Menschen küssen sich auf ner Parkbank in der Morgensonne, daneben liegt der Antigen-Test.
                        Ich hab den Test zu seiner Beruhigung und aus persönlicher Neugier gemacht.
                        Ich hoffe, mit so einem negativen Test darf ich demnächst auch mal wieder trainieren. Noch ist aber davon keine Rede hier.
                        Die Selbsttests kosten pro Stück um die 5 Euro - sowas kann sich auch nicht jeder leisten, im Grunde ist das viel zu teuer, wenn es dazu kommt, dass man nur noch negativ getestet am sozialen/kulturellen Leben partizipieren darf.
                        Unfassbar, wohin wir bereits gekommen sind - gesunde Menschen werden so stark eingeschränkt, bis sie womöglich selber krank werden. Wir richten unseren Lebensalltag nach Rechenmodellen aus, die so wie sie jetzt sind, überhaupt keinen Sinn mehr machen. Alle paar Wochen kommen neue Begründungen für die nächste Lockdown-Verlängerung. Ich kann verstehen, warum V. auswandern will - aber ich bin noch nicht bereit, meine Wünsche und Hoffnungen für mein Leben, wie ich es hier (vorsichtig) geplant habe, zu begraben.
                        Ok, Ende der trüben Gedanken - Zeit für Morgenmeditation und "in die Gänge kommen"...!

                        GLG, hab nen wundervollen Tag
                        V

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                        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                          Das Gedicht geht für dich anders, liebe Venus. Ich schätze, für mich auch.

                          1.
                          Ich gehe die Straße entlang.
                          Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
                          Ich falle hinein.
                          Ich bin verloren ... Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld.
                          Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

                          2.
                          Ich gehe dieselbe Straße entlang.
                          Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
                          Ich tue so, als sähe ich es nicht.
                          Ich falle wieder hinein.
                          Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld.
                          Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

                          3.
                          Ich gehe dieselbe Straße entlang.
                          Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
                          Ich sehe es.
                          Ich falle immer noch hinein ... aus Gewohnheit. Meine Augen sind offen.
                          Ich weiß, wo ich bin.
                          Es ist meine Schuld.
                          Ich komme sofort heraus.

                          4.
                          Ich gehe dieselbe Straße entlang.
                          Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
                          Ich gehe darum herum.
                          Tränen schießen mir in die Augen.
                          Ich schaue zurück auf das vertraute Loch.
                          Ich kehre um und falle in das Loch.
                          Ich bin verloren ... ich bin ohne Hoffnung.
                          Es spielt keine Rolle, wessen Schuld es ist.

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                          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                            OMG Herr_Lich
                            Na, ich hoffe, wir sind beide nicht dauerhaft hoffnungslos verloren!
                            Aber der letzte Satz ist schon sehr wichtig...ist das nicht die Grundlage, diese Situation mal irgendwann zu überwinden, weiter zu entwickeln?
                            Irgendwie geht's doch immer weiter, nicht zu wissen wie ist Teil des Abenteuers, das sich Leben nennt...

                            GLG, V

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                            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                              Hallo Venus, ich hoffe es ist für dich ok, wenn ich bei dir hier reingrätsche.

                              Hallo Herr_Lich,
                              deine Anpassung des Gedichtes in Bezug auf Venus kann ich noch nachvollziehen.
                              Ich hoffe es ist jetzt nicht unpassend wenn ich nachfrage, warum es vermutlich auch für dich gilt?

                              Deine "Leidensgeschichte" habe ich nicht gefunden. Lediglich aus einzelnen Beiträgen - die besten am Anfang von Venus Geschichte - kann ich deinen Hintergrund erahnen. Soweit ich dich verstanden habe liebst du deine Frau, musst dir aber andere Bedürfnisse außer Haus suchen. Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass du unter den wechselnden Partnern leidest. Ich kann in dem Gedicht leider keinen Bezug zu deiner Geschichte erkennen oder hatte ich da etwas falsch aufgefasst bzw. hat sich da etwas geändert? Kannst du mich erhellen?

                              Kommentar


                              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                Venus2411 Leo72
                                Was A. für Venus ist, das ist meine Frau für mich: Die Sehnsuchtsperson, von der man sich zwar körperlich emanzipieren kann, zu der man sich aber so hingezogen fühlt, dass man immer wieder in das blöde Loch fällt, sich Abschürfungen zuzieht und sich jedes mal fragt, warum man sich das antut.
                                Wie Venus will ich das wohl auch gar nicht anders. Venus hat sich schon eine Leiter ins Loch gestellt, sie steigt einfach wieder raus. So gut bin ich noch nicht. Affären hin oder her.

                                Kommentar


                                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                  Danke. Verstanden. Vielleicht täusche ich mich, aber das Beenden des Gedichtes mit der 4. Strophe und das Verharren im Loch, scheint mir deine aktuelle Verfassung widerzuspiegeln. Die Strophen weiter schreiben kann aus deiner Sicht wohl nur deine Frau. Wie sieht es mit einer Ausstiegshilfe aus?

                                  Kommentar


                                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                    Herr_Lich
                                    Sorry Herr_Lich, vergiss meine vorangegangenen Posts. Habe gerade gelesen, dass du früher unter einem anderen Pseudonym unterwegs warst und somit deine Geschichte wohl schon durchdiskutiert wurde. Da ist es nervig, wenn jemand Jahre später meint das wieder aufgreifen zu müssen.
                                    Allen ein schönes Osterfest.

                                    Kommentar


                                    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                      Passt scho. Meine Frau hat seit 13 Jahren keine Lust mehr auf Sex. Ich bin durch alle möglichen Leidensphasen durchgegangen und irgendwann von Herr_Untergekommen zu Herr_Lich geworden, als ich der Meinung war, meinen Frieden damit gemacht zu haben. Meine Leitern für das Loch sind, genau wie bei Venus, andere Affären. Manche Leitern sind stabil und gut zu besteigen, manche sind morsch und nicht tragfähig. Man kann schon dran hochklettern. Das ändert aber nichts an der Sehnsucht nach dem Loch.

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                                      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                        Na Wortwitz hast du. Puh, hartes Los. Damit ich wenigstens einen Basishintergurnd von dir habe erlaube mir noch die Fragen, ob du ein Arrangement mit deiner Frau hast oder sie nichts davon weiß? Und geht es "nur" um keinen Sex mehr oder liebt sich dich auch nicht mehr und will nur die Fassade wahren? Ach ja und du hast dich ziemlich deprimiert angehört. Hast du aktuell noch eine Affäre und kannst deine Sehnsucht nach deiner Frau abmildern?

                                        Und danke dir Venus, schätze A. hält noch Funkstille? Aber du hast ja mittlerweile ein gutes Repertoire an Alternativen.

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                                        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                          Leo72
                                          Richtig, A. hat wieder Funkstille. Aber ich hab gerade sowieso keine Zeit für Dates.
                                          In der Mache (für nach der Prüfung) habe ich drei, auf alle drei freu ich mich auch. Mal sehen, ob es sich tatsächlich ergibt, dass ich drei nacheinander treffe. Für weitere "Umsetzung" wären mir das definitiv zu viele ;o)
                                          (Ich würde aber auch aus anderen Gründen sexuell nicht mehrgleisig fahren.)

                                          GLG und schönen Ostersonntagabend noch
                                          V

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                                          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                            Na Wortwitz hast du. Puh, hartes Los. Damit ich wenigstens einen Basishintergurnd von dir habe erlaube mir noch die Fragen, ob du ein Arrangement mit deiner Frau hast oder sie nichts davon weiß? Und geht es "nur" um keinen Sex mehr oder liebt sich dich auch nicht mehr und will nur die Fassade wahren? Ach ja und du hast dich ziemlich deprimiert angehört. Hast du aktuell noch eine Affäre und kannst deine Sehnsucht nach deiner Frau abmildern?
                                            Meine Frau weiß es, weil ich ihr vor Jahren schon gesagt habe, dass sie mir ihren Sex wegnehmen kann aber nicht meinen. Ihre ultimative Zeile dazu ist: "Ich will es einfach nicht wissen."
                                            Ich habe eine relativ wilde Sexaffäre - die ist jetzt aber so weit weggezogen, dass sich in der Pandemie kaum noch Möglichkeiten ergeben. Und dann ist da eine Frau, die mich zum ersten mal in den letzten dreizehn Jahren dazu gebracht hat, über das Ende meiner Ehe nachzudenken. Mit der ist es aber von Anfang an sehr kompliziert.
                                            Mit deprimiert hat das Ganze eigentlich nichts zu tun. Die Erkenntnis, dass man sich halt nach dem Loch sehnt, in dem man sich immer Schrammen holt, ist genau das: Eine Erkenntnis.

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                                            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                              Ihr Lieben hier,

                                              damit hat Herr_Lich einen guten Anknüpfungspunkt geliefert:
                                              die Erkenntnis ist gefunden - was macht man nun damit? Was sagt sie über uns selber aus?
                                              Warum haben wir Lust, in Löcher zu fallen, wo es uns schlecht geht? Ist das die Hoffnung des Narren, die wir nicht loslassen wollen, die Hoffnung, dass beim nächsten Fallenlassen ein Auffangen geschieht?
                                              Oder gibt's eine viel tiefere Erkenntnis, die dahinter liegt... vielleicht die Ahnung, dass Liebe die große Unbekannte in unserem Leben ist und das auch so bleiben könnte? In jeder Beziehung zu anderen Menschen entsteht auch Reflektion, mit all meinen Eigenschaften werde ich zurückgespiegelt. Nicht alles, was ich sehe, begreife ich.
                                              Irgendwie hat A. bei mir einen blinden Fleck berührt, und ich bin immer noch nicht sehend und vielleicht bleibt das auch so. Vielleicht ist das die Erkenntnis... oder zumindest eine mögliche oder ein Teil einer größeren Erkenntnis. (Wissen, das man nix weiß... auch nicht gerade neu, aber jede/r muss halt die eigene Weisheit für sich selber finden...)

                                              Erfüllte Sehnsucht ist keine mehr. Aber ich bin mir in meinem Fall ziemlich sicher, dass es mir nicht um die Erhaltung von Sehnsucht geht, denn Süchte kann ich aufgeben, wenn ich ihren Nutzen nicht mehr erkennen kann und die Qual und das durch die Sucht verursachte Leid überwiegen.
                                              Aber aus dieser Nummer mit A. komm ich nicht alleine raus, mit dem bin ich seltsamerweise tief verstrickt. (Eine esoterisch überzeugte Freundin von mir nennt ihn meinen "Seelenpartner". Nach ihrer Auffassung kann es sehr schlimm sein, dem zu begegnen, oder eine Erlösung für beide. Es wäre auch möglich, dass man sich in vielen Leben begegnet, bis man endlich so miteinander umgeht, dass "alles gut" wird und jeder Part inneren Frieden findet, das wäre dann die Erlösung...die ganze Begegnung hätte was zu tun mit der Aufarbeitung alter Traumata. Nun bin ich keine Esoterikerin, aber irgendwas ist da ja schon, dass ich mich so an einem quasi Unbekannten abarbeite...)

                                              Ich könnte mir vorstellen, dass A. die Sehnsucht nach mir anregender und leichter findet als den Versuch, diese zu erfüllen, weil das mit so viel Energieaufwand für ihn verbunden ist. Ihm ist ja offenbar alles zuviel, was mit persönlichem Kontakt (mit mir) zu tun hat. Ihm reicht wohl sein Kopfkino, das ist ungefährlicher, ist kontrollierbar für ihn. (Passt - er nennt sich Consultant, ist aber mMn Controller.)

                                              So, reicht erstmal... habt noch nen angenehmen Ostermontag...

                                              GLG, V


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                                              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid


                                                Aber aus dieser Nummer mit A. komm ich nicht alleine raus, mit dem bin ich seltsamerweise tief verstrickt.
                                                Du wirst auf jeden Fall aus dieser Nummer rauskommen und den tiefen Verstrickungen, liebe Venus. Mit Hilfe sowieso, aber das meiste machst du eh selber. Du hast schon so unglaublich viel geschafft, erreicht und verändert seit deinem ersten Post. Du entwicklst dich wie wenige Menschen und wie viel schneller soll das denn noch gehen. Du bist gerade dabei, dein Studium abzuschließen, du hast dein Verhältnis zu deinem V grundlegend verändert, du hast einen ganzen Strauß von Männern kennengelernt, mit denen du dich ausprobierst und selber neu kennenlernst, du schlägst dich gerade durch eine weltweite Pandemie und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Und dann all die tollen, interessanten, weisen und reflektierten Gedanken, von denen wir alle zehren. Selber schilderst du, wie schnell du in vielen Dingen bist, und das spürt man auch. Hier bist du, denke ich, gerade "etwas" schnell und ungeduldig mit dir selber. Das mit A ist ein großes Paket, aber mit Sicherheit wirst du irgendwann darauf zurückschauen und sagen, es war und ist gut so. Es bleibt nicht so wie es jetzt ist, es ist ja auch nicht mehr so wie vor 1,5 Jahren.

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                                                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                  Liebe Kim,
                                                  danke für deine Worte!
                                                  Zeit ist wirklich relativ, wenn man sich solche Beziehungsentwicklungen ansieht (auch die Beziehung zu sich selbst). Ich hab eine liebe Freundin, die hatte eine ca. 1.5 Jahre dauernde Beziehung mit einem Mann, der sie dann aufs Bösartigste zu stalken begann. Sie hat sich tapfer gewehrt, hat sogar eine Petition zur Revision und Verschärfung des "Stalking-Gesetzes" eingereicht und war damit erfolgreich. Inzwischen hat sie eine Selbsthilfegruppe gegründet. Sie hat mit dem Typen vor über 7 Jahren Schluss gemacht, er hat sie etwa ein dreiviertel Jahr gestalkt und sie hatte seitdem keine Beziehung mehr, nicht mal einen richtigen Flirt. Sie hat eine tief verwurzelte Angst und Abscheu vor Männern entwickelt, die sie nicht mal in einer Therapie aufarbeiten konnte bisher. Sie spricht auch nicht drüber. Ihrer Selbsthilfegruppe und den Problemen ihrer Familienmitglieder widmet sie ihre ganze Empathie und Energie. Ich würde nie sagen, Frauen brauchen Männer zu ihrem Glück, aber ich kenne meine Freundin und weiß, dass sie eigentlich nicht gern eine liebevolle Beziehung hätte. So halb im Scherz kommen manchmal Sprüche von ihr darüber, wie lange sie schon keinen Sex mehr hatte, sie erinnere sich gar nicht mehr.
                                                  Ich war mit A. niemals wirklich "zusammen", wenn man von der kurzen gemeinsamen Zeit an der Uni mal absieht. Wie lange wird das wohl dauern, die Sache mit ihm aufzuarbeiten?
                                                  Er hat sich heute wieder gemeldet per chat. "Ich hoffe, du hattest schöne Ostertage bisher?!" und "Du bist und bleibst mein Leben" sowie ein paar rosa Herzchen. Auf eine Antwort meinerseits hat er gar nicht erst gewartet, ist direkt wieder abgetaucht.
                                                  Stimmt schon, dass die Begegnungen mit anderen Männern für mich sinnvolle Erfahrungen bieten.
                                                  Ich sag mal, mein Forschungsgegenstand ist der männliche Mensch im sexuellen bzw. Beziehungs-Kontext. Ich beobachte das Verhalten meines FG im Kontakt mit mir und mein Verhalten im Kontakt mit dem FG. Sicherlich lerne ich das ein oder andere über männliche Sexualität, aber ob die Kontakte mir helfen, A. zu verstehen, da bin ich mir nicht sicher. Der ist so schräg, da kommt keiner mit ;o)

                                                  Du hast recht, Geduld ist absolut nicht meine Stärke. Ich hab den Eindruck, ich stagniere bei allem, was ich tue. Der Kontakt mit Freunden, mit Kommilitonen fast ausschließlich über technische Medien ist so künstlich, manchmal bekomm ich Panik und denke, ich habe gar kein richtiges Netzwerk. (Dabei hab ich einen kleinen Journalistenjob gelandet über meinen Uni-email-Verteiler... also stimmt das auch nur teilweise. Und dieser Job gibt mir eigentlich gute Chancen zur weiteren Vernetzung!)
                                                  Natürlich nervt es auch, dass ich seit 3 Wochen auf einen Prüfungstermin warte.
                                                  Dieser Eindruck von Stillstand hat viel mit der physischen Isolation durch die Pandemie-Restriktionen zu tun. Ich sehe ja fast nur noch V. (abgesehen von den Männern, die sich zu realen Dates hintrauen, und einigen der Künstler:innen, die ich interviewe...ab und zu meine Freundin zum Lernen und gelegentlich meine andere Freundin zum Hundespaziergang... ähm... ;o)).

                                                  Ich wünsche mir oft, einfach ausziehen, einfach gehen zu können, ohne Haushalt und Ehe mit V. abwickeln zu müssen. (Ich könnte das auch tun, aber es wäre so krass unfair ggü V., ich glaube, das würde er mir nicht verzeihen.)

                                                  Stimmt, mir geht's nicht schnell genug. Wenn ich endlich entschieden habe, was ich will, dann will ich es sofort. Das war/ist in Bezug auf A. auch nicht anders. Und er konnte noch nie mit meinem Tempo mit... wenn ich dran denke, wie lange er gebraucht hat den Mut zu sammeln, mich privat außerhalb des Uni-Kontexts zu kontaktieren! Fast 3 Monate! Während ich SOFORT wußte, dass ich ihn will und höchstwahrscheinlich nehmen würde, böte er sich an (trotz der Tatsache, dass ich verheiratet war/bin, trotz der Tatsache, dass mir meine Ehe eigentlich noch sehr wichtig war zu dem Zeitpunkt!). Denn er gefiel mir von Anfang an sehr. Ich hab ihn im Seminar bei jeder Gelegenheit beobachtet, unauffällig natürlich ;o) Später hab ich auch leichte Flirtversuche unternommen, die er sehr schüchtern erwidert hat, aber er blieb zunächst weiterhin unverbindlich. (Ich ließ einen Stuhl neben mir frei, und er setzte sich dann immer zu mir - aber wenn ich ihn bei kleinen lebhaften Diskussionen wie zufällig mal berührte, erwiderte er diese Berührungen nie.) Dann wurde er Teil meiner Referatsgruppe, und so haben wir Telefonnummern ausgetauscht. Das hat er aber nie für Privates genutzt. Ich dachte mir, ok, er will vielleicht nichts von mir, auch gut (besser so...), und hab wieder in den Arbeitsmodus gewechselt. Dabei wollte er, aber hat sich halt nicht getraut. Ich denke, er will immer noch. Aber WTH... Wir sind keine Teenager mehr. Wo ich zu schnell bin, ist er zu langsam... finde ich! Will er warten, bis wir beide Rentner sind, bevor er mal ernsthaft "aktiv" wird?

                                                  Gut, dass ich so viel zu tun habe...

                                                  So, das war jetzt auch der reine Eskapismus. Bei mir ist heute irgendwie die Luft wieder raus nach einer nervigen Diskussion mit V. Es ging um Pandemie-Politik, hier und im Ausland - ich mag seine mMn dystopisch-paranoide Einstellung nicht, das zieht einen nur runter und bringt keinerlei Nutzen noch Erkenntnis. Und ich mag's auch nicht, wenn er mir erklärt, wie er zum "Pariah" wird wg. seiner politischen Haltung - denn genau so forciert er das auch tatsächlich noch. Ich kann's schon nicht mehr hören! (Anderes Publikum als mich hat er nicht.) Ich glaube, da steckt mehr dahinter, wenn er so mit mir redet, irgendwelche Ängste seinerseits kommen da ans Licht, und das fühlt sich wirklich sehr übel an und macht mich fertig. Damit kann ich mich (jetzt) gar nicht auseinandersetzen, schon wegen der Prüfung nicht. Ich kann ihn auch nicht aufheitern mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich ihn ja verlassen will. Ich hab auch keine Lust, sowas wie "Wir 2 gegen den Rest der Welt (und dann gegeneinander...)" zu simulieren. Ok, kein Wunder, dass mir übel ist, es sind nicht nur die Schoko-Ostereier...
                                                  Das ist halt Pandemie-Stress. Man hockt 24/7 aufeinander in der gleichen Wohnung, Sport wie gewohnt zum Abreagieren ist nicht möglich, Ablenkung = 0.

                                                  Schluss jetzt mit dem Roman... ich geh noch ne kurze Runde spazieren, bevor die Nacht hereinbricht...

                                                  Schönen Abend!
                                                  GLG, V


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                                                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                    Liebe Kim,
                                                    danke für deine Worte!
                                                    Zeit ist wirklich relativ, wenn man sich solche Beziehungsentwicklungen ansieht (auch die Beziehung zu sich selbst). Ich hab eine liebe Freundin, die hatte eine ca. 1.5 Jahre dauernde Beziehung mit einem Mann, der sie dann aufs Bösartigste zu stalken begann. Sie hat sich tapfer gewehrt, hat sogar eine Petition zur Revision und Verschärfung des "Stalking-Gesetzes" eingereicht und war damit erfolgreich. Inzwischen hat sie eine Selbsthilfegruppe gegründet. Sie hat mit dem Typen vor über 7 Jahren Schluss gemacht, er hat sie etwa ein dreiviertel Jahr gestalkt und sie hatte seitdem keine Beziehung mehr, nicht mal einen richtigen Flirt. Sie hat eine tief verwurzelte Angst und Abscheu vor Männern entwickelt, die sie nicht mal in einer Therapie aufarbeiten konnte bisher. Sie spricht auch nicht drüber. Ihrer Selbsthilfegruppe und den Problemen ihrer Familienmitglieder widmet sie ihre ganze Empathie und Energie. Ich würde nie sagen, Frauen brauchen Männer zu ihrem Glück, aber ich kenne meine Freundin und weiß, dass sie eigentlich nicht gern eine liebevolle Beziehung hätte. So halb im Scherz kommen manchmal Sprüche von ihr darüber, wie lange sie schon keinen Sex mehr hatte, sie erinnere sich gar nicht mehr.
                                                    Ich war mit A. niemals wirklich "zusammen", wenn man von der kurzen gemeinsamen Zeit an der Uni mal absieht. Wie lange wird das wohl dauern, die Sache mit ihm aufzuarbeiten?
                                                    Er hat sich heute wieder gemeldet per chat. "Ich hoffe, du hattest schöne Ostertage bisher?!" und "Du bist und bleibst mein Leben" sowie ein paar rosa Herzchen. Auf eine Antwort meinerseits hat er gar nicht erst gewartet, ist direkt wieder abgetaucht.
                                                    Stimmt schon, dass die Begegnungen mit anderen Männern für mich sinnvolle Erfahrungen bieten.
                                                    Ich sag mal, mein Forschungsgegenstand ist der männliche Mensch im sexuellen bzw. Beziehungs-Kontext. Ich beobachte das Verhalten meines FG im Kontakt mit mir und mein Verhalten im Kontakt mit dem FG. Sicherlich lerne ich das ein oder andere über männliche Sexualität, aber ob die Kontakte mir helfen, A. zu verstehen, da bin ich mir nicht sicher. Der ist so schräg, da kommt keiner mit ;o)

                                                    Du hast recht, Geduld ist absolut nicht meine Stärke. Ich hab den Eindruck, ich stagniere bei allem, was ich tue. Der Kontakt mit Freunden, mit Kommilitonen fast ausschließlich über technische Medien ist so künstlich, manchmal bekomm ich Panik und denke, ich habe gar kein richtiges Netzwerk. (Dabei hab ich einen kleinen Journalistenjob gelandet über meinen Uni-email-Verteiler... also stimmt das auch nur teilweise. Und dieser Job gibt mir eigentlich gute Chancen zur weiteren Vernetzung!)
                                                    Natürlich nervt es auch, dass ich seit 3 Wochen auf einen Prüfungstermin warte.
                                                    Dieser Eindruck von Stillstand hat viel mit der physischen Isolation durch die Pandemie-Restriktionen zu tun. Ich sehe ja fast nur noch V. (abgesehen von den Männern, die sich zu realen Dates hintrauen, und einigen der Künstler:innen, die ich interviewe...ab und zu meine Freundin zum Lernen und gelegentlich meine andere Freundin zum Hundespaziergang... ähm... ;o)).

                                                    Ich wünsche mir oft, einfach ausziehen, einfach gehen zu können, ohne Haushalt und Ehe mit V. abwickeln zu müssen. (Ich könnte das auch tun, aber es wäre so krass unfair ggü V., ich glaube, das würde er mir nicht verzeihen.)

                                                    Stimmt, mir geht's nicht schnell genug. Wenn ich endlich entschieden habe, was ich will, dann will ich es sofort. Das war/ist in Bezug auf A. auch nicht anders. Und er konnte noch nie mit meinem Tempo mit... wenn ich dran denke, wie lange er gebraucht hat den Mut zu sammeln, mich privat außerhalb des Uni-Kontexts zu kontaktieren! Fast 3 Monate! Während ich SOFORT wußte, dass ich ihn will und höchstwahrscheinlich nehmen würde, böte er sich an (trotz der Tatsache, dass ich verheiratet war/bin, trotz der Tatsache, dass mir meine Ehe eigentlich noch sehr wichtig war zu dem Zeitpunkt!). Denn er gefiel mir von Anfang an sehr. Ich hab ihn im Seminar bei jeder Gelegenheit beobachtet, unauffällig natürlich ;o) Später hab ich auch leichte Flirtversuche unternommen, die er sehr schüchtern erwidert hat, aber er blieb zunächst weiterhin unverbindlich. (Ich ließ einen Stuhl neben mir frei, und er setzte sich dann immer zu mir - aber wenn ich ihn bei kleinen lebhaften Diskussionen wie zufällig mal berührte, erwiderte er diese Berührungen nie.) Dann wurde er Teil meiner Referatsgruppe, und so haben wir Telefonnummern ausgetauscht. Das hat er aber nie für Privates genutzt. Ich dachte mir, ok, er will vielleicht nichts von mir, auch gut (besser so...), und hab wieder in den Arbeitsmodus gewechselt. Dabei wollte er, aber hat sich halt nicht getraut. Ich denke, er will immer noch. Aber WTH... Wir sind keine Teenager mehr. Wo ich zu schnell bin, ist er zu langsam... finde ich! Will er warten, bis wir beide Rentner sind, bevor er mal ernsthaft "aktiv" wird?

                                                    Gut, dass ich so viel zu tun habe...

                                                    So, das war jetzt auch der reine Eskapismus. Bei mir ist heute irgendwie die Luft wieder raus nach einer nervigen Diskussion mit V. Es ging um Pandemie-Politik, hier und im Ausland - ich mag seine mMn dystopisch-paranoide Einstellung nicht, das zieht einen nur runter und bringt keinerlei Nutzen noch Erkenntnis. Und ich mag's auch nicht, wenn er mir erklärt, wie er zum "Pariah" wird wg. seiner politischen Haltung - denn genau so forciert er das auch tatsächlich noch. Ich kann's schon nicht mehr hören! (Anderes Publikum als mich hat er nicht.) Ich glaube, da steckt mehr dahinter, wenn er so mit mir redet, irgendwelche Ängste seinerseits kommen da ans Licht, und das fühlt sich wirklich sehr übel an und macht mich fertig. Damit kann ich mich (jetzt) gar nicht auseinandersetzen, schon wegen der Prüfung nicht. Ich kann ihn auch nicht aufheitern mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich ihn ja verlassen will. Ich hab auch keine Lust, sowas wie "Wir 2 gegen den Rest der Welt (und dann gegeneinander...)" zu simulieren. Ok, kein Wunder, dass mir übel ist, es sind nicht nur die Schoko-Ostereier...
                                                    Das ist halt Pandemie-Stress. Man hockt 24/7 aufeinander in der gleichen Wohnung, Sport wie gewohnt zum Abreagieren ist nicht möglich, Ablenkung = 0.

                                                    Schluss jetzt mit dem Roman... ich geh noch ne kurze Runde spazieren, bevor die Nacht hereinbricht...

                                                    Schönen Abend!
                                                    GLG, V

                                                    Du hast wieder so viele Stichworte geliefert, wo soll man da zuerst ansetzen, jedes ist eine Diskussion wert, liebes Venussal. Alleine schon beim Wort Stalkern, da brauchts Ketten, um meine Hände zurückzuhalten können, weil ich diese Regungen aus eigener Erfahrung kenne.
                                                    In diese Mokassins bin ich auch mal geschlüpft und auch da war ich mal "Insider", mitten drin in so einer Wahrnehmung.

                                                    Sind diese ganzen Erfahrungen nichts weiter, als bloß "Einsichten", eine Art Hinsehen, was da abgeht, wenn man sich mit genau diesem Punkt näher beschäftigt?

                                                    Eine Zeit, wo ich von einem Mann zum nächsten gehüpft bin, die gabs ja auch mal, aber die Erinnerung daran verblasst und verblasst... wie auch die Erinnerung daran, mich ständig mit mürrischen, schlecht gelaunten Leuten in einem Raum befunden zu haben... auch scheinbar ohne Fluchtmöglichkeit..

                                                    Der Schein trügt. Du bist eines Tages weg, V auch, wie wir alle ebenso. Ich geh jetzt noch schnell rauf in den Wald, Eindrücke sammeln, die sich bestimmt saugut anfühlen, wie sich auch saugut anfühlt, deinen Geschichten zuzuschauen. Was da für Erinnerungen hochkommen, mannomann..

                                                    Bis dann

                                                    GLG

                                                    Elektraa

                                                    Kommentar