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"zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

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  • "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

    Lieber Herr Dr. Riecke, liebe Mitforist*innen,

    seit einiger Zeit "stagniert" der Flow in meinem Leben ganz gewaltig und ich glaube, Ihr/Euer Input könnte mir helfen, meine Situation aus anderen Perspektiven wahrzunehmen. Ich brauche mal "fremde" Eindrücke zu meiner Geschichte, die ich versuche hier kurz zusammenzufassen:
    Ich befinde mich in meiner "Lebensmitte", wirke ca. 15 Jahre jünger. Vor 5 Jahren - auf den Tag heute - habe ich meinen Lebenspartner (14 Jahre älter als ich), mit dem ich 12 Jahre zusammen war, geheiratet. Vor 3 Jahren habe ich die Chance bekommen, einen seit Jahren ungeliebten Job mit hoher Abfindung zu verlassen und endlich meinen Traum eines Studienabschlusses zu erfüllen.

    Kurze Retrospektive: Aus finanziellen Gründen konnte ich mein 1. Studium nicht abschliessen - ich musste die Hälfte vom BaFÖG zuhause abgeben, fand keine andere Wohnmöglichkeit und auch keine Arbeit in der Provinz, in der ich aufgewachsen bin. Daraufhin habe ich eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin gemacht und fand sofort eine Anstellung, Geld für Auszug etc. haben mir Freunde geliehen und dann hab ich mich quasi finanziell etabliert durch diese Tätigkeit (die ich allerdings nie mit Freude ausübte). Nach einigen Jahren wechselte ich das Bundesland und nun lebe ich endlich in der urbanen Umgebung, die mir zusagt.Doch immer habe ich es meiner (alleinerziehenden) Mutter übel genommen, dass sie mich nicht unterstützen wollte, mich im Grunde für ihr trauriges Leben verantwortlich machte (ich hatte ihre Lebenspläne durchkreuzt, wie sie nicht müde wurde mir meine gesamte Kindheit lang zu versichern.) Nicht nur aus diesem Grunde hatten und haben wir eine stark belastete Beziehung. (Aktuell ist wieder Funkstille, weil sie meinem Mann üble - erfundene - Dinge über mich erzählte, und er das völlig erschüttert an mich weitergab.) Aber das ist nur ein "Nebenschauplatz" im Beziehungschaos meines Lebens und glücklicherweise nun fast 300 km entfernt!

    Ich bin also vor 3 Jahren in ausdrücklicher Abstimmung mit meinem Mann (im Bezug auf unsere finanzielle Situation - ich hatte den besser bezahlten Job) glücklich und aufgeregt zurück an die Uni, habe Kunstgeschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und dann meinen BA-Abschluß in Medienkulturwissenschaften gemacht und daneben zeitweise im Institutssekretariat der Universität für den geschäftsführenden Prof. gearbeitet. Mittlerweile habe ich das Masterstudium begonnen, die BA-Note steht aber noch aus. (Mein bisheriger Notendurchschnitt war so gut, dass ich den NC auf jeden Fall schaffen werde, deshalb darf ich schonmal vorläufig bei den Mastern "mitspielen" ;o)).

    Vor 1 Jahr nun ist mir etwas geschehen, womit ich niemals gerechnet hätte - ein gleichaltriger Kommilitone hat sich in mich verliebt und aus anfänglich reiner Neugier meinerseits (so dachte ich) entwickelte sich eine leidenschaftliche Liebesaffäre. Bis dahin wähnte ich mich glücklich verheiratet, wenn auch nach ca. 17 Jahren ein wenig die Luft raus und Sex mit meinem Mann für mich ok, aber oft irgendwie "mühsam" war. Aber ich habe nicht bewußt "etwas" vermißt! Mein Kommilitone ist leider ebenfalls verheiratet, lebt seit nunmehr 7 Jahren sexlos mit seiner Frau im gemeinsamen (geerbten) Haus zusammen. Wir leben in der gleichen Stadt.

    Seit diesem Jahr treibt es mich durch das Leben von Gefühlswelle zu Gefühlswelle. Während ich das anfangs trotz Stress und moralischer Bedenken noch als erfüllend und beglückend erlebt habe und ich daraus Energie für mein Studium und Lebensfreude "für alle" schöpfte, hat sich doch nach einigen Monaten herausgestellt, dass ich mehr und mehr mit alten Verlustängsten konfrontiert werde, die mich lähmen. Und auch A., der Mann, in den ich mich verliebt habe, den ich glaube ich inzwischen tatsächlich liebe, scheint seine Schwierigkeiten zu haben, denn er zieht sich immer wieder wochen- oder sogar monatelang zurück, hat Gesundheitsprobleme und vermutlich auch noch andere. Im Gegensatz zu mir wurde er in seinem Studium immer vor den Klausuren krank (bei mir geschah das oftmals danach), so dass er auch immer noch keinen Abschluss hat. Seit Ende August haben wir uns nicht mehr gesehen, sehr sporadischer Kontakt erfolgt nur über whatsapp und ich muss sagen, das ist keine besonders erfolgreiche Kommunikation. Zudem scheint er dieses Semester zu pausieren, an der Uni sehe ich ihn nicht.
    Es ist paradox:einerseits "kenne" ich ihn und weiß, dass wir eine gemeinsame Wahrheit haben, denn ich habe in sein Herz gesehen ("Poesietriggerwarnung" ;o)) - andererseits "kenne" ich ihn im konventionellen Sinne überhaupt nicht, denn über banale Lebensthemen redet er fast nie. Mein angelerntes Mißtrauen hat hier natürlich längst eingesetzt, aber ich "weiß", dass das nicht förderlich ist.
    Ich "weiß" intuitiv, dass er eine Beziehung mit mir will. Und genauso weiß ich um die Möglichkeit, dass seine Rückzüge auch das Gegenteil bedeuten könnten. (Fette Diskrepanz zwischen Aussage und Handlung)
    Ich habe eigentlich ein erfülltes, buntes Leben, ich habe viele liebe Freunde, körperliche und geistige Herausforderungen bei Sport und Uni und das Studium gibt mir kreativen Input für "meine" Kunst. Das ist alles, was ich im Leben will: Lieben, Lernen (gerne auch Lehren), mich mit Kunst beschäftigen bzw. welche produzieren.
    Mein Plan ist eine schrittweise, respektvolle Trennung von meinem Mann, den ich liebe, aber für den ich die erotische Liebe nicht mehr empfinde. Er ist aber mein bester Freund, und wir haben uns immer gegenseitig unterstützt in allen Härtephasen unseres gemeinsamen Lebens, und davon gab und gibt es viele.
    Mein Plan ist nicht, dann gleich in die nächste Beziehung zu starten (den Plan könnte ich eh nur alleine machen, s.o....), sondern ich will/muss erstmal zu mir selbst finden - erst ein Atelier/Arbeitsplatz mieten, dann eigene Wohnung... Die Umsetzung ist schwierig genug, denn dazu benötige ich einen Job, der mir die Mietfinanzierung ermöglicht, und außerdem will ich diesen Master-Abschluss. Ich möchte eigentlich auch in meinem Forschungsfeld arbeiten später und nicht in irgendeinem Sekretariat versauern. Ein paar "gute Arbeitsjahre" habe ich ja noch bis zur Rente!

    Aktuell bin ich aber völlig freudlos und fühle mich wie kurz vor einer Depression, denn A. hat sich mal wieder zurückgezogen und statt endlich Erfüllung in meinem eigenen Leben zu finden fühle ich mich leer und traurig. Es ist nun bereits die zweite längere Rückzugsphase dieser Art und ich komme damit nicht zurecht, weil er keine "Begründung" liefert. Ich würde mitteilen, dass ich ne Pause brauche, wenn das der Fall ist, er aber nicht. Wir sind da sehr verschieden. Ich weiß nicht, wie es ihm geht, ob er "glücklich" ist mit der Situation, ich weiß eben nichts.

    Aber ich weiß, mein Mann ist nicht glücklich mit unserer sexlosen Beziehung seit 1 Jahr, doch er liebt mich auch so... wüßte er um den "Betrug", wäre er allerdings mit Sicherheit extrem enttäuscht und verletzt. Mir würde es nicht helfen, mit ihm darüber zu reden, für mich ist die Begegnung mit A. und diese ekstatische Sexualität ein "Weckruf" gewesen (für Leidenschaft, Lebensfreude und kreative Schübe, zu denen ich fähig bin und die jahrelang "verschüttet" waren), und gleichzeitig ist meine alte gemütliche freundliche (Gefühls-)Welt mit meinem Mann unwiederbringlich zerstört. Das macht mich so traurig, besonders für ihn, denn ich weiß, er möchte mit mir den Rest seines Lebens verbringen. Und ich habe so gar keine Ahnung, wie "der Rest meines Lebens" aussehen wird...

    Manchmal frage ich mich, ob es sich "lohnt" weiterzuleben, ich fühle mich kraftlos und ausgelaugt, und dabei ist mir schon klar, dass ich "eigentlich" ein sehr gutes Leben habe. Ich kann es nur nicht schätzen momentan, ich "fühle" es nicht. Ich stecke fest. Mein Geist blockiert beim Lernen. Mein kreativer Fluß ist gehemmt. Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll, um meine Ziele zu erreichen ob dieser Blockaden. Sind das meine Schuldgefühle und Verlustängste mal wieder? Steh ich mir mit meinem Riesen-Ego vs. "Minderwertigkeitskomplex" selbst im Weg? Ich fühle nichts mehr von meiner sonst ausgeprägten Abenteuerlust und Neugier auf das Leben.

    Hat jemand Tipps/Anregungen zur Überwindung oder sonstige Ideen?

    Übrigens liegt mein Stimmungstief nicht am Wetter, denn ich liebe den Herbst, und im letzten Herbst war für mich der Himmel immer blau und das Leben wundervoll trotz Regen, Sturm, Dunkelheit (gut, da war ich auch heftigst frisch verliebt)...und es liegt auch nicht an Hormonschwankungen, zumindest nicht laut Blutbild.

    Sorry, jetzt habe ich einen "Roman" geschrieben, danke schonmal an alle, die sich bis hierhin durchgekämpft haben.

    Herzliche Grüße
    "Venus"

  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

    Mein Plan ist eine schrittweise, respektvolle Trennung von meinem Mann, den ich liebe, aber für den ich die erotische Liebe nicht mehr empfinde. Er ist aber mein bester Freund, und wir haben uns immer gegenseitig unterstützt in allen Härtephasen unseres gemeinsamen Lebens, und davon gab und gibt es viele.
    Also hast du dich schon entscheiden?
    Da bleibt nichts als mit deinem Mann zu reden, von der Affäre musst du ja nichts berichten.
    Es bringt ja nicht dass du weiter verharrst und ihr beide darunter leidet, obwohl du schon genau weißt was du willst.

    Kommentar


    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

      hach Gott...

      Wie ein bunter Regenbogen, alle Farben, die du in dir trägst kamen und kommen zum Vorschein.

      Mein erster Tipp, bring dich heute noch nicht um, morgen auch noch nicht und erwarte ( lerne warten!) geduldig alles, was noch kommt...

      Du bist ein wenig wie ich, da sehe ich Parallellen

      Mit dem Unterschied, für mich ist der Zenit überschritten und ich lande sanft und ruhig wieder auf der Erde, was auch bei dir eintreffen wird, rechtzeitig, das wirst du schon noch erleben.

      Jetzt mach halt alles mit, was geht und schau und staune weiter, wie bunt du bist.

      Ich nehme jetzt meine Walkingstecken und geh Kilometer für Kilometer, ganz hoch hinauf, ich wohne in den Bergen und oben dann, dann juchere ich und steig gemülich wieder ab. Wie du ja auch machst.

      Rutsch nicht ab. Du bist mitten drin und Natur pur treibt dich an, die sagt dir auch, wie es weiter geht. Das merkst du bei jedem Schritt, der dran ist, was zu tun ist. Sei einfach neugierig, kommt Zeit, kommt Rat.

      Kommentar


      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

        Liebe Tired, danke für deinen Beitrag! Ja, diese Liebesaffäre ist ein Augenöffner in vieler Hinsicht, und ich habe mich entschieden, allerdings bin ich finanziell derzeit nicht in der Lage, die räumliche Trennung durchzuziehen. Ich habe gerade keinen Job. Mein Mann leidet glaube ich weniger, solange ich bei ihm bin, als wenn ich auch noch weg wäre. Wenn ich gehen kann, werde ich ihm vielleicht von der Liebesgeschichte erzählen, damit die Trennung für ihn leichter wird. Aber aktuell steck ich fest... in der Wohn- und Gefühlssituation /
        LG, Venus

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        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

          Liebe Elektraa, danke für dein Feedback! Tatsächlich finde ich das Herumwandern in der Natur auch immer sehr entspannend/anregend, allerdings ist hier alles platt wie ein Pfannekuchen, wo ich lebe, also nix mit Berg und Tal meiner Gefühlswelt entsprechend ;o) - immerhin hab ich nen Fluß mit Naturschutzgebiet in der Nähe vom Haus, das ist für diese Gegend unschlagbar.
          Die Weisheit (der Geduld) hat mich noch nicht gefunden, warten finde ich immer noch schrecklich und zermürbend. ich will auch nicht denken, dass ich auf "ihn" warte, das ist sooo unemanzipiert ;o)
          ich warte darauf, dass mein "inneres Licht" wieder angeht oder sowas. Gerade glaub ich, durch ein dunkles Tor zu müssen, und ohne Licht verlauf ich mich und das Licht, das "er" mir geben könnte, ist ja nicht verfügbar. Vielleicht kann er das aber auch gar nicht. Vielleicht muss jeder von uns erstmal die eigene innere Flamme anfachen lernen und dann können wir weiter. Vielleicht gemeinsam, vielleicht auch nicht...vielleicht treffen wir uns wieder auf einem gemeinsamen Weg, vielleicht auch nicht... ja, und die Melancholie bleibt erstmal. Ich weiß, ich bin eine Drama Queen... aber sich das alles "von der Seele" schreiben zu können und auch ncoh Menschen zu finden, die antworten, tut wirklich gut!
          LG, Venus

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          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

            "Vielleicht muss jeder von uns erstmal die eigene innere Flamme anfachen lernen und dann können wir weiter."

            Das scheint wirklich das zu sein, was jetzt ansteht.

            Eigenes Glück - oder zumindest Lebenszufriedenheit - ist sehr viel stabiler, als das, von außen durch andere induzierte.

            Außerdem finden Sie ja auch das Wohlbefinden, die psychische Stabilität durch einen Mann "unemanzipiert", so dass es Ihnen leichter fallen wird, die eigene innere Flamme anzufachen.

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            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

              Lieber Herr Dr. Riecke,

              mit "unemanzipiert" meine ich das sehnsüchtige Warten darauf, dass sich A. wieder bei mir meldet. Denn es herrscht seit Wochen komplette Funkstille, und seit gestern ist er komplett "offline". Das macht mich auch sehr unglücklich, weil ich dieses Verhalten nicht nachvollziehen kann.
              Eine Notwendigkeit für Rückzugsphasen kann ich vollkommen verstehen, aber kann man das nicht offen mitteilen? Wenn er Angst davor hätte, mir so etwas zu sagen (wäre ja dann die Angst vor meiner negativen Reaktion - was wäre die denn schlimmstenfalls? ihn verlassen? niemals... eigentlich müsste er das wissen), müsste er nicht viel mehr Angst vor meiner Reaktion auf diesen wortlosen Rückzug haben? Ist es Überlastung/Stress? Ich begreife dieses (Nicht-)Handeln einfach nicht. Und ich fühle mich so abgelehnt.

              Lebenszufriedenheit kenne ich ehrlich gesagt nicht, entweder ich bin auf Wolke 7 unterwegs oder in Richtung Untergang... und alles, was es dazwischen gibt, fühlt sich für mich nur an wie Leere. Offenbar kann ich mit der Vorstellung von Equilibrium nix anfangen.

              Mein Lebensglück war immer davon abhängig, dass ich mich von einem anderen Menschen geliebt fühlte, und von A. fühlte ich mich tatsächlich bedingungslos geliebt - das allererste Mal in meinem ganzen Leben. Und ich dachte, ich gebe ihm das gleiche Gefühl. Er sagte mir das jedenfalls. Ich habe das an ihm auch so wahrgenommen.
              Ich bin ja einerseits dankbar, dass mir sowas passiert ist in meinem Leben - jemanden so zu lieben, dass ich eins mit ihm, mit mir und dem "Universum" bin... aber das Gefühl ist eben doch abhängig davon, dass ich ihn ab und zu sehe - und nicht nur das... ich hab mich also emotional schon völlig abhängig gemacht und deshalb hat sein (wiederholter) Rückzug so eine heftige Wirkung auf mich.
              Es ist für mich eine Riesenaufgabe, die eigene "innere Flamme" anzufachen! ich habe das noch nie in meinem Leben alleine geschafft...leider! Ich weiß gar nicht, wie ich das anfangen soll. Ich weiß nur, dass ich es lernen muss... aber ich finde keine "Anleitung"
              (Möglich, dass es ihm ähnlich geht. Das weiß aber nur er. Ich wünsche es ihm natürlich nicht... und "uns" auch nicht.)

              Herzliche Grüße, Venus

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              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                Du setzt bei A die gleichen Gefühle voraus die du auch hast, gehst also eigentlich von dir aus, aber er ist nicht du.
                Möglich dass er längst eine Entscheidung getroffen hat und deshalb Funkstille herrscht.

                Bei deinem Mann bist du überzeugt dass er besser dran ist wenn er nichts davon weiß, solange du dich nicht trennen kannst.
                Das ist aber auch nur eine Annahme, die dein Handeln vor dir selber ein Stück weit rechtfertigt.

                Kann es sein dass du vor allem darunter leidest, weil du in der Luft hängst, dein Mann auch, einfach alles?

                Ich denke du musst eine Entscheidung treffen (irgendwann einmal, ist keine Entscheidung sondern ein vor sich her schieben) und wenn du diese getroffen hast damit beginnen sie umzusetzen, dann herrscht Klarheit, das erleichtert und lässt die Flamme wieder flackern.
                Egal ob du dich für reinen Tisch entscheidest, oder dafür zu bleiben und nicht mehr damit zu hadern, ein klarer Fahrplan nimmt Druck und lässt keinen Raum damit zu hadern weil er eingehalten und akzeptiert wird, trägt das zur Beruhigung der Lage bei.

                Viele Menschen denken finanziell von den Partnern abhängig zu sein, manchmal ist es aber gar nicht so verfahren, wenn sie sich darüber informieren was ihnen nach einer Trennung zusteht, welche Unterstützung es von staatlicher Seite gibt.........
                Hast du dich da schon informiert?
                Wenn nicht könnte das vielleicht etwas Druck raus nehmen und verpflichten tut es ja zu nichts, niemand muss davon etwas mitbekommen.

                Kommentar


                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                  Hi Tired,
                  danke für diesen Input! Ich sehe, du bist auch ein "Manager-Typ" ;o)
                  Gefühle kann ich natürlich nur sicher aus eigener Perspektive beschreiben. Selbst wenn A. das gleiche fühlt (ich also intuitiv richtig liege), heißt es nicht, dass er es umsetzen kann. Und letztlich weiß ich nicht, was in seinem Kopf vor sich geht. Mit ihm kann ich jedenfalls nicht rechnen. Da mache ich mir keine Illusionen.
                  Und meinen Mann kenne ich ziemlich gut. Wir waren in unserer gesamten Partnerschaft noch nicht länger als 7 Tage voneinander getrennt. Wir haben uns in dem Unternehmen kennen gelernt, wo ich 18 Jahre gearbeitet habe bis vor 3 Jahren, er arbeitet immer noch dort. D.h. selbst am Arbeitsplatz waren wir "zusammen". Ich weiß ziemlich gut, was und wie er fühlt. Rechtfertigen will ich mein Verhalten gar nicht. Erklären vielleicht:
                  Ich habe nach dem letzten Jahr, wo ich monatelang 7-Tage-Wochen mit 70 Wochenstunden und mehr hatte, aktuell einfach nicht die Energie, meine Sachen zu packen und all die Schritte zu unternehmen, die es brauchen würde, um aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Ich bin seit dem Sommer gesundheitlich angeschlagen und habe eine extreme Histaminintoleranz entwickelt, die sich nur mit einer Höchstdosis an Antihistaminika in Schach halten lässt. Vielleicht auch daher der Energiemangel? Zwar macht das Medi nicht so müde wie eines, das ich davor genommen habe, aber wer weiß, ob es nicht doch leicht sedierend wirkt.
                  Ich checke zwar schon den Immobilienmarkt und habe mich auch nach Ateliers umgesehen, um wenigstens zeitweise mal einen Rückzugsort für mich zu finden, aber ich habe die finanziellen Mittel gerade nicht, um auf dem Markt was passendes zu finden. Ich hoffe eigentlich auf den Ausbau meines Netzwerks, um Kontakt zu Menschen zu bekommen, die Wohnungen/Zimmer zu erschwinglichen Preisen vermieten. Die m2-Preise in der Stadt, in der ich lebe und studiere, sind leider sehr hoch.
                  Eine Scheidung ist auch noch nicht absehbar, da mein Mann das Ausmaß der Krise noch gar nicht ahnt. Außerdem hat er sich erst vor 5 Jahren von seiner Frau scheiden lassen, da hat er zwar bereits 13 Jahre getrennt von ihr gelebt, aber nun schon die nächste Scheidung... ist auch wieder mit Kosten verbunden. Bei gegenseitigem Einverständnis ist es allerdings wohl nicht so teuer. Aber erstmal will ich eben die räumliche Trennung ausprobieren, und am liebsten schrittweise über einen externen Arbeitsplatz wie ein entsprechend ausgestattetes Atelier.

                  Da mein Mann relativ gut verdient und ich als Vollzeitstudentin von meiner Abfindung lebe, ist finanzielle Unterstützung von außen für mich nicht zu erwarten, sondern ich müsste eben meine Abfindung hernehmen. Weil ich aber gerade keinen Job habe, also keine Einnahmen, möchte ich das momentan noch nicht anfangen, denn das ist eigentlich als mein "Puffer" gedacht, falls ich nach dem Masterstudium nicht direkt Arbeit finde - bzw. bis ich eben generell Arbeit habe (und nicht nur ne Stelle als studentische Hilfskraft). Ich brauche aber erstmal die nötige Energie für all das, und das ist mein "Problem". Man könnte natürlich auch vermuten, die käme dann schon, wenn ich "aufbrechen" würde in das selbständige Leben. Allein mir fehlt gerade der Glaube... an mich und meine Kraft und auch in meine Pläne. Wobei ich keine besseren habe.

                  Das Masterstudium beschäftigt mich dieses Semester bisher "nur" 38 Wochenstunden, das wird aber mehr in den "Semesterferien", wenn die Hausarbeiten und Prüfungen anstehen. Ich dachte so: wenn ich dieses Semester keine Arbeit finde, werde ich so viele Prüfungen wie möglich absolvieren. Denn wenn ich erstmal nen Job habe, geht mir die Zeit vom Studieren ab und ich komme langsamer voran.

                  Diese Liebesgeschichte mit A. hat mich zwar auch gestresst, aber mir dabei trotzdem immer wieder den Antrieb und die Motivation gegeben, durchzuhalten. Das letzte Jahr war hart (s.o.), und die Jahre davor (ohne A.!) waren nicht viel leichter, weil ich damals noch andere Gesundheitsprobleme hatte. Ich sehe zwar nicht so "alt" aus, wie ich bin (;o)), aber ich bin es halt... bin nicht mehr belastbar wie 20jährige.

                  Ich gebe zu, im Grunde hätte ich gerne noch eine Weile weiter (mit) A. "studiert", das war eine gute und leidenschaftlich aufregende Zeit für mich, aber es war auch von Anfang an klar, dass die ganze Chose schwierig ist und - wie das meiste im Leben - einen unsicheren Ausgang hat. Ja, ich will meinen Kuchen haben und ihn gleichzeitig essen (wie man im angelsächsischen Sprachraumg sagt: "You can't have your cake and eat it, too."). Ich weiß. Bißchen wie ein verwöhntes Kind (das ich seltsamerweise nie war...).

                  Daß ich mit meinem Thema "publik" gegangen bin, ist mein erster Schritt, das Ganze von außen zu betrachten, nachdem ich per Tagebuch schon seit 1 Jahr meine inneren relativ peinlichen Verhaltens-Wiederholungsschleifen notiere. Aber ich brauche glaube ich noch eine Weile, bis ich wirklich bereit bin und fähig, mich und meinen Kram zu mobilisieren und zu gehen. Die Zeit fürs Handeln scheint mir noch nicht reif, ich fühle mich noch nicht stark genug dafür. (Und ich habe leider Ähnliches schon hinter mir, also weiß ich, dass es möglich ist und ich das schaffen kann. Nur momentan bin ich insgesamt zu groggy dafür.)

                  Aber deine Vorschläge sind für mich erkennbar richtig und zielführend. Passen auch zu meinem Plan, der sich aber wohl dieses Jahr nicht mehr umsetzen lässt. Ich will nen Job in "meinem" Uni-Institut in der Forschung haben oder im Museum, allerdings habe ich meine BA-Note noch nicht (also offiziell noch gar keinen Studienabschluss) und damit hänge ich auch in der Luft. Die kriege ich sicherlich auch nicht vor Dezember/Jahnuar, aber dann MUSS die Note kommen, sonst werde ich exmatrikuliert aus dem Master-Studium. Ja, das kommt auch noch dazu. Aber das wird schon irgendwie gut gehen, ich hab relativ guten Rapport mit meinen BA-Gutachtern.

                  So, schon wieder soviel "abgelassen"... sorry! bin selbst verblüfft über mein Mitteilungsbedürfnis...
                  Danke vorab fürs Lesen!! Ich hoffe, diese ellenlangen Texte ermüden den/die Leser*in nicht ;o)

                  Herzlichst, Venus

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                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                    [QUOTE=Venus2411;n3026451. Ich habe gerade keinen Job. Mein Mann leidet glaube ich weniger, solange ich bei ihm bin, als wenn ich auch noch weg wäre.
                    [/QUOTE]

                    Er ist dein Freund und hat Vorteile, mag es, wenn jemand bei ihm ist. Du bist ohne Geld, ohne Arbeit, du hast Vorteile, wenn du noch nicht gehst. Win-Win Situation auf beiden Seiten.

                    Das ist jetzt dran. In aller Ruhe deine Selbstständigkeit planen und durchziehen, dein Lebensgefährte und Freund ( verheiratet oder nicht, ist hier nicht relevant), deine anderen Freunde und Mithelfer alle werden dich unterstützen. Dafür hat der liebe Gott gesorgt, denn der liebt dich.

                    Deine Talente alle kommen auch von deinem Inneren und aus deinem Inneren heraus fühlst du so leidenschaftlich, hast du so viel Sensibilität und Gespür und Power und Kraft und Gewinnstreben.

                    Du musst nur unterscheiden lernen, was deine Motive sind.

                    Dich umbringen willst du, weil du hartnäckig etwas haben willst und nicht kriegst. Von wegen Liebe. Es ist zum Lieben 24 Stunden am Tag Gelegenheit, du nutzt diese Zeit aber um zu grübeln, um zornig nachzudenken, wo er nun bleibt, dein Lover und um deinen Fortgang zu planen, falls man sich deinem Wollen nicht unterwirft.

                    Da musst du noch etwas feilen an dir, ansonsten chapeau, chapeau, ich zieh den Hut vor dir. Prachtweibchen...ggg, wahnsinnig, was du alles herauszauberst aus dir und deine Sturheit und Hartnäckigkeit wirf nicht weg, die ist ja dran beteiligt, dass du alle Prüfungen durchgezogen hast.

                    Übrigens, deine Mama ist da mitbeteiligt, ob du das zugeben kannst, oder nicht.

                    Kein Kind auf der Welt entwickelt sich so von ungefähr, es wurde gefördert, es wurde gefordert. manchmal durch Streicheln und Lob, manchmal durch zackigen Schock und Tadel, zielgenau angesetzt.
                    Meinst du, du würdest dich so zum Erfolgsstreben aufraffen, wenn du da nicht heimlich genugttung dran hättest, bäääähh, ich bin NICHT schlecht, wie du sagst, ich beweise es... das steckt dahinter. Rache...

                    Aber auch die ist koscher, wenn das Ergebnis gut ist.

                    Meine Ex-Schwiegermutter hatte mich extrem unterschätzt, ( ich war das Doofste, das Ungeschickteste, das Unwürdigste, was sie je gesehen hat) und da habe ich dann Gas gegeben und eine Prüfung nach der anderen geschafft, das sagt keiner zu mir, zu mir nicht!!! Hihi, danke Schwiegermama, wärst du nicht, ich würde hocken geblieben sein auf meinem bequemen Arsch.

                    Naja, noch was, was willst du noch mehr? Der Fremde Komilitone der hat dir Pfeffer gegeben und Lust und Liebe eingepflanzt wie nie vorher wer. Das nutze halt und träum und stelle ihn dir vor, hole ihn geistig wieder in deinen Schoß und winde dich und schwitz dabei und wutzle dich und knuddle dich dabei und so kannst du jeden Tag in voller orgastischer Fülle dein Werk verrichten, deinen Lover stets an deiner ( geistigen) Seite. Fühl ihn, spür ihn, lass dich durchdringen von ihm und merks, es prickelt und es prasselt, das innere lodernde Feuer steigt in lichte Höhen.

                    Dann noch was... dieses innere Feuer ist dein Lebensfeuer. Hättest du es nicht immer schon, wärst du nur tot und nie lebendig.

                    Bussi derweil

                    Gebirgige Grüße aus der Steiermark

                    Alles Liebe weiterhin, Elekraa

                    Liebe hast du immer, stets und rund um die Uhr , das musst du halt mal merken

                    Servus, ich freu mich, dass du dich hier eingeschrieben hast. Echt nett..

                    Kommentar



                    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                      Liebe Elektraa,

                      dein Post hat mich echt gerade zu Tränen gerührt! Danke! Das hast du so liebevoll formuliert alles und dabei hast du quasi den Nagel auf den Kopf getroffen - ich bin mega ehrgeizig, weil ich z.B. für gute Noten von Mama auch mal gelobt wurde (wobei allerdings dann auch immer die Neidkeule kam hinterher, aber ja, hat was mit Rache zu tun...). Vielleicht sollte ich mich überwinden und mich bei meiner Mutter melden, aber ehrlich gesagt hat mir das noch nie gut getan und ich weiß gar nicht, ob sie was davon hat. Ich verstehe sie durchaus: sie "liebt" mich, aber sie mag mich nicht, denn sie sieht nichts von sich in mir reflektiert (wir sind sehr verschiedene Menschen, ich hypersensibel, sie trampelt stets und ständig auf meinen zugegeben mitunter recht langen "Schlips"; ich Künstlertyp, damit kann sie überhaupt nix anfangen). Wenn sie mich ansieht, sieht sie nur meinen Vater (der übrigens Künstler bzw. Goldschmied ist), den sie für ihr Unglück verantwortlich macht, und mit dieser emotionalen Ambivalenz mir gegenüber kommt sie selbst nicht klar. Ob ihr das so bewußt ist, weiß ich gar nicht, sie denkt nicht viel über sich nach. Sie ist auch sehr religiös, mag fixe "Regeln von oben", ich dagegen überhaupt nicht. Außerdem ist sie Kriegskind, hat alles verloren damals und ist ohne Mutter aufgewachsen, die die Familie verlassen hat (um sich selbst zu verwirklichen als Opernsängerin... ist nur nichts draus geworden). Daraus ist ihr ein seltsames Anspruchsdenken erwachsen, so dass sie sich über kein Geschenk der Welt wirklich freuen kann, denn sie verdient es eigentlich ja sowieso - und im Zweifel was besseres.

                      Naja, sie wollte keine Kinder, sie wollte sich verwirklichen(!) und ins Ausland gehen, aber das Leben hat nicht mitgespielt. Da haben sie und ich was gemeinsam - sich gegen "das Leben" zu stellen und den Flow der Dinge ist zwar möglich, aber sinnlos. Man wird nur zornig und immer wieder enttäuscht. Sie ist über 80 und hat das noch nicht verstanden, ich hoffe, ich lerne etwas schneller....und vielleicht lerne ich auch wieder mehr Empathie für sie zu empfinden.

                      Ich bin in puncto A. zornig wie ein Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat. Und gleichzeitig ängstlich und weinerlich, weil ich "Liebesentzug" fürchte. Und das in meinem Alter, es ist das Verhalten/sind die Gefühle eines Kindes oder eines Teenagers. Männern gegenüber bin ich grundsätzlich erstmal "kampfbereit" eingestellt, da ich ohne Vater aufwuchs und "gelernt" habe, dass Männer tendenziell oder potenziell die Feinde der Frauen sind. Dabei "weiß" ich sehr genau, dass das völliger Blödsinn ist, und im Grunde habe ich für (Geschlechter-)Klischees absolut nix übrig.
                      Und ja, im Augenblick brauche ich meine Ruhe und keine weitere Aufregung, da bleibe ich noch bei meinem Mann, der mich liebt (und dem ich aber nicht mehr gerecht werden kann, leider). Und von A. fantasiere ich sowieso täglich stundenlang, der ist immer in meinem Herzen und in meinen Gedanken 24/7, allerdings hätte ich ihn gerne mal wieder woanders ;o). Nach all dem Stress mit unseren Prüfungsvorbereitungen etc. wollten wir uns Anfang Oktober eine gemeinsame Auszeit gönnen, aber dazu ist es bis heute nicht gekommen. Erst war er krank, danach ich. Und dann kam nur der Rückzug seinerseits ohne ein Wort der Erklärung. Das Fantasie-Feuer reicht aber irgendwie nicht... doch ich kann ihn ja nicht zwingen, kann nichts fordern und will das auch nicht "wollen", du verstehst, was ich meine ... ich will ja "reine wahre Liebe" praktizieren, nicht diese kindische gierige Variante.

                      Für das Fantasieren schäme ich mich zwar nicht, aber wenn da wieder mehr physischer Kontakt wäre mit A. , dann wäre ich es meinem Mann doch schuldig, "reinen Tisch" zu machen und mich nicht mehr so von ihm mitversorgen zu lassen. Ich zahle zwar einen geringen Anteil Miete und den Strom und Putzkosten für die Treppenhausreinigung, aber das alles zusammen würde nicht für eine Mietwohnung reichen, die ich alleine komplett bezahlen müsste.

                      Ach, rationale Gedanken mischen sich mit triebhaften Gefühlen und alles ist nur ein einziges Durcheinander! Ja, Liebe ist überall, die kommt genau dann, wenn man sie nicht erwartet... und niemals, wenn man sie einfordert...!

                      Genug gejammert für heute, ich gehe schlafen und bin mal gespannt, was ich in meinen Träumen erlebe... danke für dein offenes Ohr bzw. Auge ;o)

                      Gute Nacht liebe Elektraa - spannende und anregende Träume wünsch ich uns!

                      Venus

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                      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                        Man könnte sich auch einfach eine Auszeit der Überlegungen nehmen.
                        Abstand nehmen im Kopf, die Dinge laufen lassen, schauen wo es hinführt und Entscheidungen oder Wünsche auf einen Zeitpunkt verschieben wo man klar sieht und solange nicht mehr drüber brüten.

                        Nimm dir den Druck, lebe einfach dein Leben und überlege was du tun sollst wenn die Zeit gekommen ist, so dass es einfach sein muss.

                        Aber es scheint dass du dich nach Veränderung sehnst, dann versuche doch erst einmal im Kleinen was zu verändern, z.B. den Zwiespalt.
                        Die Zeit ist noch nicht reif und wer weiß, vielleicht ist es auch gut so.

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                        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                          Auf Anhieb fällt mir jetzt mal ein, der Künstler IST das Kind in uns.
                          Wenn man das nicht raushängen lässt, dann geht kreativ sein gar nicht, oder leidenschaftlich, oder vermurkst, oder voller Lieeeeebessehnen und Kuuummmer und so. Das ist das Kleine, das so ist und das ist lieb, nur etwas wenig rationell und irgendwie nicht vernunftbetont und Vorsicht gehört nicht zu seinen Stärken.

                          Ich wünsch dir für heute auch Ruhe, Friede und sonst nix. Licht aus, morgen ist auch wieder ein Tag und danke, weil du so komplett offen bist und uns einsehen lässt in dein "Häuschen".

                          Dieses Häuschen hat viele Zimmer, die du selbst noch nicht mal kennst und jeder Besucher legt dir etwas ein, oder nimmt etwas mit, oder grabscht dir vielleicht etwas, oder beschenkt dich sehr, ohne dass dir das oft gleich bewusst ist.

                          Pass gut auf dich und deine Werte und Wichtigkeiten auf.

                          Ich wohne mal im Haus meines Freundes und mal bei mir in einem uralten Bauernhaus. Im Moment bin ich auf Mäusejagd, ich war länger abwesend und da haben sie sich offenbar ungehemmt vermehren können, so ohne Stress und ohne meinen kleinen Yorkshire-Terrierer, der ja früher gezüchtet worde in England zum Mäusefangeh, habe ich gehört und der echt gern mithilft beim Verjagen und Ausrotten.

                          In diesem Sinne, hab kein falsches Mitleid. Bedauern darfst du keine Trennung, denn jede Trennung ist wie der Monatsletze, nach dem folgt der Monatserste. Auch bei deinem Ehemann wird es so werden. Für immer kann man nichts planen, das wär unfair, sich über jemandes Leben, Wachsen und Werden zu stellen, nur damit der Komfort bleibt.

                          Die Wahrheit verträgt jeder und wenn nicht, dann muss das irgendwie geübt werden. In vorsichter Lüge leben schadet eh. Bringt nichts und hat null Sinn.

                          Bau einfach an der Freundschaft zu ihm weiter und als gute Freunde geht es leicht, wahr zu sein. Du musst halt behutsam einsehen lassen, wie sich alles entwickelt hat, wie sich das ganze für dich anfühlte und fühlt und wenn er es nachvollziehen kann, dann wird er es auch nicht als schockierend empfinden, oder gar als Beleidigung ihm gegenüber. Du bist nicht sein Besitz. Nimmst einfach nur wahr, was sich alles so zeigt, zeigen will. Man kann das unterdrücken, aber auch loslassen.

                          Ich erzähle immer wieder die Geschichte, wie ich schockiert war und gelitten habe, als ich aus meiner früheren Behausung raus musste. Nie und nimmer krieg ich wieder so etwas... dann hat sich aber in Folge dieses damals zufällig leerstehende Haus gezeigt und da bin ich nun echt angekommen, mit allem drum und dran, was ich brauche für mein Schaffen und Wirken und Werken. Ich habe einen Stall, der ist voller Schätze jetzt für Tischlerarbeiten ( das liebe ich, mit Holz zu arbeiten)- von der Dickenabrichthobel angefangen bis zum Schnitzmesserset, es ist einfach alles da.
                          Im nächsten Raum ist eine Nähstube, hab vier Nähmaschinen und den Dachboden voller Stoffe..hach, was will ich mehr... und ein Maleratelier, alles in allem, nicht ein Raum ist nicht bereit für aus dem Vollen schöpfen und zugleich weiß ich, das ist eigentlich nur Unterhaltung, Freudeutensilien für mein unerschöpfliches inneres Kindchen, das so begabt ist und so viel will und möchte und alles am liebsten heute noch und zugleich.

                          Ich bremse dann immer wieder und widme mich bewusst mal nur dem Nichts, nichts weiter, als Nichts. Das musst du halt auch genießen lernen und einem inneren kleinen Muss-Heute-Noch-So-viel-Schaffen, dem lern halt Leere aushalten und stehen bleiben, inne halten.

                          Wunderbare leere Tage und Stunden und viel Kraft, die Türen in deinem Häuschen mal einfach zuzuhalten und nicht immer überlegen, was dran ist, was du angeblich alles brauchst...

                          Dein Verehrer wird schon wieder auftauchen, wenn er nicht weiß wohin mit seinen überschießenden Mondkräften. Deine lenke ins Nirwana.

                          Bis dann

                          Bis nachher, irgendwann, wenn mal irgendwie Zeit ist dafür.. ggg..

                          Servus für heute

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                          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                            Liebe Tired,
                            das ist wohl das richtige - der "rationale" Plan ist ja gemacht, und das Entwicklungstempo beeinflussen kann ich gerade sowieso nicht. Es ist offenbar wirklich gerade die Zeit des Abwartens. Das fällt mir schwer, ich bin es gewohnt, aktiv mein Schicksal in die Hand zu nehmen. Wobei Autonomie in vieler Hinsicht auch ne Illusion ist - wie wenig gestaltet man wirklich selber, immer kommen Einflüsse anderer Menschen dazu. Jetzt muss ich alles mal auf mich zukommen lassen, nach dem Motto: das Leben wird mir den Weg weisen, wenn ich offen und bewußt alles wahrnehme, was um mich herum (und in mir) geschieht.
                            Heute hab ich nur ein Referat vorzubereiten und ansonsten kümmer ich mich um meine Bedürfnisse und sammele Energie für das, was noch kommen mag. Und arbeite an Zuversicht - alles kann immer auch gut gehen! (Kontingenz und so...)
                            Danke fürs Teilen deiner Perspektive! Das hilft!!!
                            Herzliche Grüße
                            Venus

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                            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                              Liebe Elektraa,

                              ich erkenne mich 100% wieder in allem, was du da schreibst! Das innere (quengelige Künstler-)Kind, als persönliche "Schöpfung" (!), na klar!
                              Die Hütte mit den vielen Zimmern als Symbol für Seelenräume - so sehe ich mich auch, und ich träume immer wieder von dieser Hütte und den vielen Zimmern... und A. und ich haben uns als geistigen Zufluchtsort unsere "Waldhütte" ausgedacht, die Anregung kam von mir, er ist begeistert darauf eingegangen. So wie du würde ich auch gerne wohnen, mal bei meinem Gefährten, mal bei mir selbst, mit der Freiheit, das zu wählen. Mit Wohnraum, Werkstatt/Atelier... das ist einfach traumhaft! Wundervoll! Vielleicht finde ich auch mal sowas für mich! Ich male und matsche auch gern mal mit Ton und sonstigen mit der Hand formbaren Materialien herum und würde deshalb auch einen Werkstattraum bevorzugen. Daneben bräuchte ich nen Schreibraum mit WLAN für meine Forschungsarbeit. Und viel Platz für Bücherregale!
                              Die Sache mit den "Mondkräften" ;o) - da hast du sicherlich recht, und was du da beschreibst, ist genau die Transformation, die ich anstrebe - durch diese (erotische) Liebeskraft diese allumfassende Liebe (Agape) des "Nirwana"/Universums - was auch immer, diese Liebe = Energie zu erfahren und Teil davon zu werden. A. und ich haben das Potenzial, das gemeinsam zu erreichen, wie ich finde, aber nun muss ich halt erstmal alleine "üben".
                              Ja, und heute tu ich auch mal fast nichts, ich hab ein Referat vorzubereiten und treffe mich dazu mit einer Kommilitonin, aber sonst werde ich mich heute nur mit dem beschäftigen, was da "anrollt" - falls ich Lust dazu habe! Sonst bleiben die Hüttentüren geschlossen und die Schotten dicht!
                              Heute geht's mir schon um einiges besser als gestern, dank deiner und Tireds hilfreichen und einfühlsamen Beiträgen.
                              Herzlichen Dank dafür!!!
                              Hab einen schönen Tag und Waidfrau's Heil iS Mäusejagd, haha! (Die sind ja schon niedlich, aber im Haus mag ich sie auch nicht haben!)
                              Herzliche Grüße
                              Venus

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                              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                Da sieht man wieder, nichts wird so heiß gegessen, wie gekocht.

                                Hi Veni, Vidi, Vici

                                Gute Ideen fürs Referat!

                                Was gut werden will, das braucht seine Zeit. Für dich muss gelten, in aller Ruhe muss es gehen, sonst kannst du mich mal, hetzen lass ich mich nicht.

                                Das gilt vor allem deinen Trennungsgeflehe, ich will getrennt sein, erst dann geht was weiter... das ist ein Trug. Das ist Druckmache aus deiner Emotionskiste und unseriös.

                                Weißt du, wie viel Miete mein Haus kostet..??? Samt Zehn Zimmer und Nebengebäude und Heuboden und Keller, riesigem Dachboden und Garten und überdachtem großen Hinterhof und Pergola und selbstgebautem Biopool und Gärtchen und wanderwege direkt vor der Haustüre und ganz alleine eine Straße nur für sich? In meiner Straße gibts nur mein Häuschen und gegenüber ist eine Kapelle. Nachbarn habe ich schon, aber die sind nicht in meinem Blickfeld. ..

                                Ich mache dir jetzt lange Zähne, hihi.. ich zahle Einhundertfünfzig Euro Miete, plus Starkstromanschluss im Hinterhof für meinen Keramikbrennofen, der ist noch nicht da, aber einen kleinen habe ich bereits beim Freund untergebracht samt Ton und Glasuren. Zu mir her kommt ein dicker, großer und die ehemalige Milchkammer ist bereits von mir eigenhändig verfliest und ein Boiler hängt auch schon drin und das wird dann die Patzstube, da ist nämlich ein großer betonierter Trog drinne, exakt die Maße, die halt gebraucht werden, um Kübeln voller Glasuren gebrauchsfertig anzumischen..hach..für alles ist gesorgt, leider nicht für doppelte Lebenszeit...

                                Brings zusammen, dich amüsiert und in aller Heiterkeit dem Büffet zu widmen, das vor dir steht.
                                Du brauchst nicht rennen oder schlingen. Es ist alles da, wenn du es brauchst an dem Tag, wo du es brauchst.

                                Jetzt ist Referat dran.
                                Und ich koche mir was. Mäusegulasch, ggg..

                                Lass dich nicht zum Wackeln bringen. Bleib in deiner Mitte.

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                                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                  "diese ellenlangen Texte ermüden den/die Leser*in nicht "

                                  Tun sie nicht!

                                  Aber die Antihistaminika - auch wenn man die Sedierung nicht direkt als Müdigkeit empfindet.

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                                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                    Liebe Elektraa,
                                    ich hoffe, das Mäusegulasch war lecker ;o)) - oder war das für Hundi?
                                    150 Euro Miete zahl ich auch an meinen Mann als Mini-Mietanteil, aber ich wohne in der Stadt... wie weit ist denn bei dir der nächste Ort entfernt? Ich liebe ja einerseits urbane Umgebung, andererseits finde ich Naturnähe auch unschlagbar und habe am liebsten beides zur Wahl, je nachdem was ich brauche. Natur brauch ich allerdings täglich, bin täglich hier am Fluß unterwegs.
                                    Deine Worte - auch gerade wg. dem Trennungsthema - sind schon beruhigend irgendwie - ich will zwar wirklich weg aus der aktuellen Situation, aber ich kann es gerade nicht so beeinflussen, dass es für alle Beteiligten "paßt"...
                                    Nun frag ich mich, ob meine Schlappheit eine Folge des stressreichen letzten Jahres ist (nicht wg. A., das war positiver Stress bzw. konnte er auch sehr beruhigend wirken...;o)), der bei mir eine Histaminintoleranz ausgelöst hat, die ich jetzt mit Antihistaminika behandeln muss, oder ob sie von den Antihistaminika stammt... und was ich machen müßte, um davon wegzukommen... oder ob die Botschaft wieder heißt: nix machen, abwarten, Tee trinken... tja...
                                    Ich geh jetzt zum Sport und mache dann nix mehr. Fürs Referat hatte ich ein paar gute Ideen - einige Inhalte zu streichen, haha! Weniger ist mehr...
                                    Lieben Gruß und schönen Abend in deiner Hütte der Kunst )
                                    Venus

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                                    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                      Lieber Herr Dr. Riecke,
                                      danke für die Ermutigung, mich hier im Forum auch mal lang fassen zu dürfen! )
                                      Ihre Bemerkung zum Antihistaminikum stimmt mich nun nachdenklich - ich nehme Desloratadin, davor hatte ich Cetirizin, und von letzterem war ich wirklich merklich sediert, da hat auch nicht einmal die Höchstdosis gegen meine täglichen Urtikaria-Schübe (Ursache: ungeklärt..) geholfen. Das habe ich sogar an meiner Motorik bemerkt. Desloratadin wirkt sehr viel besser, obwohl ich da auch seit Monaten immer noch die Höchstdosis brauche. Aber immerhin bin ich jetzt damit endlich schubfrei. Es macht mich gar nicht so spürbar müde, aber es ist ja möglich, dass das meine Wahrnehmung nur ist im Vergleich zum Cetirizin und es eben doch auch sediert. Und vielleicht auch stimmungsverändernd wirkt. Aber ich kann noch nicht drauf verzichten, sonst kommt der Ausschlag zurück.
                                      Diese Histaminintoleranz ist sehr offensichtlich stressabhängig, und ich schätze mal, mein Organismus braucht noch eine Weile, um sich wieder einzupegeln. Kann mir ja leider kein Arzt erklären, weil es für Urtikaria wohl recht typisch ist, dass die Ursache nicht gefunden wird und sie sich irgendwann von selbst zurückbildet. Abwarten und entspannen sind leider nicht meine Stärken, aber genau darauf scheint es anzukommen.
                                      Herzliche Grüße
                                      Venus

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                                      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                        Hallo Venus, ich habe gerade durchgelesen noch mal auf gewisse Hinweise, weil du sagtest, es geht dir das Licht aus, wenn er nicht kommt, dein A.

                                        Das ist erstens mal schon nicht wahr, dass er deine Liebe ist. Beweis, wenn er einen Unfall hätte und für immer weg wär, dann würdest du sofort umdenken und garantiert nicht lebenslang auf ihn mehr bauen.
                                        Das tust du jetzt, weil du ihn dir einbildest.

                                        Das ist was Nettes, in einer tollen Einbildung zu verharren, 24/7 im selbem Mantra zu sein, aber auch nur dann, wenn sich dieses Mantra super anfühlt.

                                        Ich habe mich auch jahrelang einschwingen können auf mal diesen, mal jenen Mann und dazwischen und nebenher habe ich aber ganz mit wem anderen gelebt. wahrscheinlich, weil das einfach meiner Natur entspricht. Ich brauche meine Träume und gedanklichen Fixsterne. So kann ich meine Gefühle praktisch rund um die Uhr konservieren, was mit jemand, der auch nur ein normaler Hosenscheisser ist, ( was wir halt alle so sind) nicht lange geht.

                                        Du idealisierst. Du bist deinen Illusionen verfallen und natürlichen den damit verbundenem Feeling. Würde er dir nachrennen und dich anschmachten dauernd, oder dir immer wieder Druck machen, dann wäre es ganz anders. Besonders, weil er nicht so viel preisgibt, weil er nicht durchsichtig ist, kannst du mit dem Bild von ihm arbeiten. Es wird mit Gold verziert, wo es nur geht. Es wird überarbeitet ununterbrochen, ständig erfindest du Neues, was er ist und wie er ist und selbstredend magst du alllllllleeeeees gut heißen. Ihm jeden "Fehler" jetzt schon vergeben und verzeihen.

                                        Hast du noch nie darüber nachgedacht, dass er eine Reflektion von dir ist?

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                                        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                          Meine erste große Liebe habe ich in meiner Illusion als sehr erfolgreich gesehen- ich habe die Eigenschaften geliebt, die er für mich verkörperte. Er war so hübsch, er war so gefragt, er war so mutig und so irgendwie frech und das habe ich an ihm so angehimmelt und beim nächsten, den ich fokussiert hab, der hatte auch genau diese Attribute, die in mir da waren und immer wieder das Gleiche- wie wenn meine Seele sagen würde: das ist dein, was er hat, das hast auch du, ist er nicht himmlisch...??
                                          So ist es auch heute noch, ich bin oft ganz verliebt in bestimmte Menschen- natürlich entsprechen sie meiner Art. Entweder wissentlich, oder halt, obwohl ich das nicht so sehe.
                                          Auch bei Menschen, die mir zuwider sind, da ist es leider auch oft so. Das, was die verkörpern, das hab ich auch in mir, lehne es aber an mir ab.
                                          Kann es nicht so sein?
                                          Ich habe mir mal die Arbeit gemacht, alles aufzuzählen, was mir an diesem, oder jenem so wirklich aufgefallen ist und mich begeistert hat und mich erst verliebt gemacht hat.
                                          Summasummarium steht die Elektraa da. So wie sie gern wär, oder eben ist.
                                          Selbstverliebtheit, du bist der Mond, der das reflektiert, was ich bin.

                                          Und wegen dem Unfall und plötzlichem Tod so einer reflektierenden Fläche, das hat natürlich dann keinen Sinn mehr, sich da weiter aufzuhalten.

                                          Strahlt mich an, ich strahle gern zurück. Je heller ich mich fühle, umso schöner strahlt ihr zurück.

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                                          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                            Liebe Elektraa,

                                            doch, ich weiß, dass er (auch) mein Spiegel ist. Ich habe ihm das auch schon gesagt. Wir haben es auch "poetisch" gesehen, als Morgenstern und Abendstern, die ja ein und derselbe Planet sind (Venus). Also 2 Seiten derselben Medaille. Wir sind einander gleichzeitig Spiegel und sehr ähnlich und gleichzeitig sind wir auch völlig verschieden - ich bin konfrontativ (mit Männern), er ist schüchtern (mit Frauen). Beide haben wir eine Menge zu lernen über Leben und Lieben.

                                            Er ist mir übrigens hinterher gelaufen, und ich fand es einerseits schmeichelhaft und andererseits fand ich sein ungeschicktes Werben plump und es hat mich genervt. Nicht zuletzt, weil ich verheiratet bin, aber tatsächlich auch, weil er halt nicht so eloquent war und nicht so draufgängerisch, wie ich es bei Männern eigentlich mag (denn ich schrieb ja, ich bin Männern ggü. immer kampfbereit, und ich bin solche typischen "Eroberungsversuche" gewöhnt - nach dem Motto: Schau mal wie cool ich bin, was ich alles kann... was ich dir alles bieten kann... nimm mich, ich bin genau was du brauchst...." ;o)

                                            Er war ganz anders, gleichzeitig schüchtern und ungeschickt, eben gar nicht mutig und frech, aber ich fand ihn schon äußerst attraktiv, als ich ihn das erste Mal gesehen habe im Seminar. Wir sind dann in der gleichen Referatsgruppe gelandet in Analytische Philosophie des Todes und haben uns mit rationaler Selbsttötung beschäftigt - also als Vortragsthema ;o). Da war er zwar sehr freundlich und hatte immer Zeit für Smalltalk, aber war auch schon recht schüchtern. Ich dachte halt, desinteressiert. In Wirklichkeit hat er drauf geachtet, mit mir zusammen in dieser Referatsgruppe zu landen.

                                            Und dann hat er sich plötzlich aus dem Nichts in den Semesterferien 2018 gemeldet und mir getextet, dass er mich unbedingt wiedersehen müsse. Ich war aufgeregt irgendwie und gleichzeitig völlig abgestoßen. Bei unserem 1. privaten Treffen (das auf dem Uni-Campus in der Cafeteria stattfand, denn ich habe in den Semesterferien im Institut gearbeitet) eierte die Unterhaltung dann auch so herum, bis ich ihn direkt damit konfrontierte, dass ich glaube, er wollte mich wiedersehen, um anderes als rationalen Suizid, analytische Philosophie vs. Metaphysik etc. mit mir zu besprechen. Er war erstaunt und dann haben wir uns darüber ausgetauscht, dass wir beide verheiratet sind und ich habe mich Dinge sagen hören wie "ich bin moralisch flexibel, aber nicht bereit, jemanden zu verletzen" und solches Zeug... konnte ich selber kaum glauben. Plan war eigentlich, ihn freundlich aber bestimmt abzuweisen. Stattdessen haben wir uns noch öfter getroffen, und irgendwann umarmten wir uns zum Abschied und da war etwas "anders"... seine physische Berührung löste etwas in mir aus, das ich so lange nicht mehr gefühlt hatte. Und das, obwohl ich mich glücklich verheiratet wähnte und mit meinem Mann auch regelmäßig Sex hatte. Ich war also nicht "einsam" oder sowas. Oder eben doch...

                                            Die Geschichte nahm dann ihren Lauf... es hat ein paar Monate gedauert, bis wir uns mal ein Hotel genommen haben. Und dann haben wir noch andere alternative Orte für unsere Treffen gefunden, wo es wirklich "zur Sache" ging, aber es war eben nicht nur der beste Sex meines Lebens (und ich bin nicht unerfahren), sondern da war sofort eine seltsame tiefe und verzaubernde Verbindung, die wir beide fühlten. Das bilde ich mir nicht ein, das weiß ich. Seit dem ersten Erlebnis dieser Art war mir klar, dass ich lieber komplett auf Sex verzichte, als den jemals wieder mit einem anderen Mann zu praktizieren. Das ist mein voller Ernst. Wäre das nicht so, es wäre kein Problem, nicht nur mein Mann stünde zur Verfügung, Sex findet man überall, da muss man nicht lange suchen.

                                            Ich idealisiere ihn nicht, ich war im Gegenteil sehr mißtrauisch, habe ihn gegooglet, habe sogar Zugriff auf seine Studienakte genommen (er hat sich mal auf meinem Laptop mit seinen Zugangsdaten eingeloggt und ich habe seltsamerweise diese Daten spontan gespeichert. So hab ich rausgefunden, dass er nicht über alles immer so ganz die Wahrheit gesagt hat - er war nicht im 5., sondern im 10. Semester (Philosophie und Politikwissenschaften).... war ihm wohl peinlich... mir dann auch, und zwar die Tatsache, dass ich da herumgeschnüffelt habe.
                                            Naja, aber ich kann nichts daran ändern, wie sinnlich überwältigend unsere physischen Begegnungen jedesmal waren. Der Mann ist halt mein "Adonis". Noch Stunden, sogar Tage später waren wir völlig erfüllt davon. Aber dann packte mich die Gier und ich wollte immer mehr und habe in echter Manager-Manier versucht, regelmäßige Treffen für uns beide zu planen, was ihn überfordert hat. Er ist nicht so der Organisator (s. 10. Semester....;o)).
                                            Im letzten Semester habe ich dann 3 Monate Praktikum gemacht, mich auf ne Abschlussprüfung vorbereitet und meine Bachelorarbeit geschrieben, so dass ich kaum an der Uni war und wir uns zum erstenmal wochenlang nicht sehen konnten. Ende Mai dann folgte der erste Rückzug seinerseits, der bis Juli dauerte. Ich habe ihn zuhause aufgesucht, weil ich wissen wollte, ob er noch lebt! (v.wg. wenn er nen Unfall hätte, ich würde es ja nie erfahren...)
                                            Ich war völlig fertig in der Zeit, aber mein Studium/Praktikum, also meine Aufgaben habe ich alle trotzdem erledigt. Da fing auch die Histaminintoleranz an mit Hautausschlägen und Magenproblemen. Ich mußte wissen, was los ist bei/mit ihm, und ich hatte nen Plan, falls nicht er, sondern seine Frau an die Tür gehen würde. Alles perfekt ausgedacht, so daß niemand Verdacht hätte schöpfen müssen. Er ging aber selbst an die Tür seines kleinen "spießigen" Reihenhauses mit massig Nachbarn drumherum. Das war eine seltsame Szene - er öffnete völlig verpennt, nur in T-Shirt und Unterhose, die Tür. Mir schlug das Herz bis zum Hals, ich zitterte am ganzen Körper, aber sein Hund kuschelte sich an mich und er und ich hielten uns an den Händen. Er wollte mich küssen, aber da wich ich aus. Ich machte ihm den Vorschlag, mal nen Kaffee zu trinken und zu reden, und ein paar Tage später trafen wir uns an der Uni und er wollte so weitermachen, als sei nie etwas geschehen. Das konnte ich aber nicht, ich wollte eine "Entwicklung".
                                            Was ich nicht kapiert hatte - ich hatte bereits eine Entwicklung durchgemacht. Ich habe monatelang unter Liebeskummer gelitten und dabei zum 1. Mal kapiert, mit welchen unverarbeiteten Verlustängsten ich durchs Leben gewandelt bin. Und wie ich meine Ängste, Schuldgefühle etc. auf ihn projiziert habe. Dass ich Freiraum für mich selber brauche und was ich wirklich will im Leben.

                                            Wir haben uns seitdem nur wenige Male getroffen, das letzte Mal Ende August. Ich habe ja auch bis Ende September an meiner Bachelorarbeit geschrieben und er hat - leider vergeblich - versucht, diverse Prüfungen abzulegen (er ist jedesmal krank geworden). So war er erst wochenlang krank, dann ich, nachdem ich die Bachelorarbeit endlich fertig hatte.
                                            Aber er hat wochenlang auch einfach gar nicht geschrieben, auch nicht, dass er krank ist. Andere schaffen das - meine beste Freundin mit Krebs hat mir direkt Post-OP ne Nachricht geschickt, dass sie ok ist... er kann nicht mehr schreiben, wenn er nen Zahn gezogen bekommt oder ne Erkältung hat. Naja.
                                            Dann meldet er sich wieder und schreibt wieder so, als wäre er gar nicht "weg" gewesen, dabei waren es 3 Wochen seit dem letzten Kontakt. Und ich war etwas reserviert in meiner Reaktion, denn er hat mich in einem schlechten Moment erwischt, und schwupp, ist er wieder weg, zurück in sein Schneckenhaus, und da befindet er sich seit 23.10.
                                            Ne, ich idealisiere ihn nicht. Ich weiß, daß er liebesfähig ist, weil ich es erlebt habe, aber ob/wann er mal "Beziehungsmaterial" ist - weiß ich nicht. Das ist mir aber auch egal, ich brauche keine neue (symbiotische/konventionelle) Paar-Beziehung, ich will nur, dass er wieder physisch in meinem Leben ist, dass wir uns auch mal wieder austauschen auf anderer Basis wie in unseren Anfangszeiten, mal wieder zusammen in ne Kunstausstellung gehen etc. Dinge, die wir vorher auch gemacht haben, bevor sich alles auf den Sex fokussierte, weil wir kaum noch Zeit füreinander hatten, aber völlig heiß aufeinander waren. Ich halte es für möglich, dass er einfach zu schüchtern und zu ungeschickt ist, um mit der ganzen Situation anders - offener - umzugehen. Und offenbar ist es zu anstrengend für ihn.
                                            Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er das, was wir da haben (was auch immer das ist) aufgeben will. Aber ob/wie das alles nun weitergeht, weiß ich nicht. Ich wünsche mir, dass es weitergeht, klar. Was schöneres als mit diesem Kerl zusammen zu sein gibt es fast gar nicht. Ganzkörperorgasmus. Wirklich wahr. Keine Illusion! Geradezu unheimlich ist diese körperliche Kompatibilität zwischen uns. Aber ob wir uns dabei nur spiegeln? Ich glaube, dabei sind wir wirklich "eins" und werden sogar etwas neues, wir transformieren...bzw. erzeugen eine Liebesenergie mit Transformationspotenzial... "Selber machen" kann niemals diesen Effekt haben... ;o)
                                            Übrigens, hier noch was Seltsames: ich habe 1997 ein Bild von einem Kerl gemalt, der aussieht wie A. - so aus meinem Bauch heraus, ohne damals jemanden zu kennen, der ähnlich aussah... der Typ auf dem Bild gleicht A. mit Ende 20...
                                            Oje, was für ein Roman!!! Ich danke dir jetzt schon fürs Lesen!
                                            Herzliche Grüße und süße Träume
                                            Venus

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                                            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                              "Selber machen" kann niemals diesen Effekt haben... ;o)
                                              Doch, das lässt sich machen und genau das ist vielleicht Sinn und Zweck dieser Liebesbegegnung. Es war durch ihn eine Hürde überwunden, eine Loslösung möglich von einem Kreislauf in den nächsten, von einer Ebene in die Nächste, bis zur Auflösung und völligen Selbstaufgabe, zur totalen Hingabe an den "Liebsten", dem man sich übergibt, überreicht, in ihm aufgeht.
                                              Er war in deinem Kopf, in deiner Vorstellung die verkörperte, die personifizierte Liebe und bei der, ihr gegenüber hast du dich total geöffnet, dich ihr vollkommen übergeben, ausgeliefert, mit jeder Faser deines Seins. Entgegengeeilt, bibbernd, fiebernd, in höchster Erwartung und dann...Liebe trifft Gegenliebe, kriegts, bekommts, hat es. Ist am Ziel..Erwartung erfüllt..er fasst dich, er nimmt dich, er zieht dich an sich..es schiebt sich das Becken vor und man drückt das Kreuz durch und man verdreht den Blick und man ist nur mehr Gefühl, Welle um Welle , komm Liebster, komm..

                                              So ist es, wenn man sich einbildet, vorstellt, ER ist es, alles was ich will, alles was ich wollte, du bist bei mir jetzt, auf dich habe ich gewartet, mein Leben lang..

                                              Anima und Animo begegnen sich, finden zusammen, gehen auf im Tanz der ekstatischen Vereinigung...vor allem, das geht über Stunden, das ist kein Quickie, das ist zeitloses Geschehen und was das Bemrkenswerteste ist, man ist wie geführt- keine Millisekunde ist man da im Kopf, man ist nur Sinne, klingt komisch, besinnungslos zugleich.

                                              Liebe Venus, das ist zum Verrücktwerden, in diesen Momenten bist du verrückt. Das geht nur, wenn du völlig vertraust und absolut gern mitgehst. Das ist tasächlich Kontrollverlust und darum erleben das sicher nicht viele, wer wagt sich schon so weit hinaus aus seiner Ebene.

                                              Weil du die jetzt geschmeckt und gefühlt hast, jetzt gefällt dir die Ebene mit deinem Mann nicht mehr wirklich. Hast die große weite Welt erblickt, bist geflogen, bist übergewechselt in andere Sphären. Da, wo die Liebe wohnt.. wo Er thront.. Gott selbst..dein A. gelle, so ähnlich ist es.

                                              Habs noch nie erlebt, aber so kann ich es mir vorstellen, ggg...nein, es ist so, dass ich bei körperlich guter und mentaler Bestverfassung diese Regungen abrufen kann, immer und immer wieder. Das klappt auch mit meinem Lebensgefährten gut. Aber angefangen hat es mit einem anderen Mann, bzw. durch eine unvorstellbar kundige Hand, die mir diese Ebenen erreichbar gemacht hat. Tantra, Kundalini, das Aufsteigen der Sexualenergie ins Herz und in die Kehle und in das Kronenchakra und die Verbindung mit dem Höheren Selbst und zugleich wissend, da kann ich jetzt aufmachen, da bin ich in richtigen Händen, jetzt gehts... ich sterbe dir entgegen...

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                                              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                Du musst dein Leben als geführte Wanderung betrachten, sonst wirst du irre. Du brauchst nichts anstreben- das sind Regungen, in die du hineingeführt wurdest und zwischendrin gibts immer wieder Verschnaufpausen, Befindlichkeitsblabla, das auch überarbeitet werden muss, wie zum Beispiel deine Konflikte mit deiner Mama. Bist du im Gefühl, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, ich möchte nicht mehr leben, dann schau, es kommen in Folge dann halt neue Bewegungen, bis du auch wieder meinst, boah, so boriiiiing, ich mag nicht mehr, ich kann nicht mehr...
                                                Ich liebe dieses Spiel mit dem "sterben" ( nicht etwa im Sinne von schlecht, ganz im Gegenteil, im Sinne von: komm, spielen wir Neubeginn, löschen wir das Alte.. und wenn du mich fragst, ich glaube, dieser Gott von dem alle reden, das ist vielleicht das, was wir Tod nennen und ich merk selbst, wir leben so viele Leben in einem. Wie am Abend so schlafen gehen und am nächsten Morgen mit einer ganz anderen Gesinnung wach werden.
                                                Ich vertraue völlig, ich liefere mich aus, weil ich inzwischen einfach weiß, von wegen sterben- das tun wir nie. Körper geht, Leben nicht.

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                                                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                  Eigentlich sehe ich in einem Gegenüber den Mittelsmann, den Helfer, der mir das ermöglicht hat oder mithilft, so zu fühlen. Es ist so, dass man sich diesen Mittelsmann auch vorstellen kann. Das tu ich. Mein Fährmann ist das, er bringt mich dorthin, da vereinige ich mich und dann geh ich wieder zurück auf die Welt, wo das Blabla stattfindet. Die Liebe selbst und ich, im vertrautem Miteinander, mal im Hintergrund, während Blabla abgeht, mal unmittelbar im Dialog, wann immer ich will und möchte, 24/7, lebenslang, immer, ewig.
                                                  Ich bin dermaßen religiös, ich kanns dir nicht beschreiben und eigentlich mag ich das gar nicht verraten, weil das so unvorstellbar privat ist. Ich Hand in Hand mit meiner großen Liebe..dauernd, unentwegt, du bist bei mir. Du führst mich auf die grüne Aue..weißt eh, genau so ist es. Und wandere ich durchs finstere Tal ( damit ist wohl die vermeintlich völlige Abwesenheit von Vertrauen gemeint), du bist dennoch an meiner Seite.. du bist mein Stab und mein Stecken, mein Schirm und mein Dach..echt wahr, so sehe ich es, so fühle ich es, so geht es mir. Klar, das man das niemanden erzählen kann, so meschugge, wie das klingt für jemand, dem es nicht so geht.
                                                  Weißt eh, was das ist, das ist juchee im tiefstem Inneren. Nach außen hin ein ganz banaler Hosenkacker, wie alle und jeder mit all den gleichen Gedanken und Ideen wie alle und zudem unvorstellbar tollpatschig oft. Aber nur vordergründig, im Hintergrund größte Heiterkeit darüber, wie ich bin, so wie ich bin.
                                                  Kannst du das nachvollziehen? Drum ist mir deine Liebesgeschichte eher eine Erzählung, wie Venus so denkt, heute, wie sie lebt, heute, im Wissen, das wechselt, na klar. Was wird sie alles noch so erleben, komm erzähl, wie gehts weiter..??
                                                  Ich konnte den Lover, den ich über Jahre inbrünstig haben wollte und auch bekommen habe, wie du ja auch, ich konnte den auch so lieben, weil er so scheu war, so respektvoll mir gegenüber, so ehrfürchtig liebend und so leidenschaftlich dann, so tief sensibel..aber das war nicht nur der. Vorher war es ein anderer und die Krönung war dieser Augenblick, wo ich spürte: du steckst dahinter! Du meine Seele.. du Funke meines Seins.

                                                  Ich umarme dich Fünkchen

                                                  du gehst so schnell nicht aus. Von A- Z. spür dich durch und komm letztendlich zu dir zurück.

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