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Partnerschaften und Bisexualität

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  • Partnerschaften und Bisexualität

    @Herr Dr. Riecke
    Da im Forum zu 99,5 % ausschließlich nur über heterosexuelle Partnerschaften geschrieben und beraten wird, möchte ich das Thema hier einfach mal aufgreifen und denke, dass es für manch einen nicht uninteressant ist bzw. vertuscht wird.

    In der Kategorie Sexualität hat dieses Thema eigentlich nichts verloren, da es sich nicht um sexuelle Stellungen oder Orgasmus-Probleme handelt sondern ganz einfach nur um die sexuelle Struktur selbst und die eigene Akzeptanz und Ehrlichkeit, wie man gestrickt ist.

    Ich habe bei mir erlebt, dass dies bis hin zur Grenzüberschreitung gehen kann, wenn ich mir selbst gegenüber nicht ehrlich bin und das vertusche oder mit den Gefühlen Anderer spiele und mich dann als Hetera ausklinke.

    Wenn das Ganze dann noch mit alten Mutterkonflikten in Verbindung und mit seelischen Schmerzen vermischt wird, kann dies sogar noch zu Suizidgedanken kommen, wenn dann noch eine Droge mit im Spiel ist, um das Ganze angeblich erträglich zu machen. Irgendwann blendet die Droge diesen Konflikt aber nicht mehr aus. Der Schmerz hat seine Höchstgrenze überschritten. Der Mensch muss sich stellen. Zu seiner Struktur und seinen Gefühlen stehen.

    Ich bewundere diejenigen, welche es schaffen, zu sich selbst so ehrlich und Anderen gegenüber so tolerant zu sein, dass sie es schaffen, 2 Partnerschaften gleichzeitig an ihrer Seite zu haben. Und das ohne Eifersüchteleien, ohne Mord und Totschlag. Also mit Mann und Frau. Besitzergreifend.

    Letztendlich ist es doch so, wenn mir ein Mann gesteht, dass er sich auch in Männer verlieben kann und zwei gleisig fährt, muss ich das als Frau akzeptieren oder aus der Beziehung aussteigen, wenn ich es nicht ertrage. Ansonsten wäre das purer Egoismus und Gekränktsein in seiner Männlichkeit. Dann hat der Mann nicht ausreichend Selbstwertgefühl, wenn er meint, eine Frau nicht als Konkurrenz ertragen zu können. Er fordert eine Ent-Scheidung zu seinem Vorteil. Ein auferlegter Zwang. Eine Erpressung.

    Sicherlich gibt es auch lesbische Frauen, die für Männer nichts empfinden. Genauso sehe ich dies als puren Egoismus, wenn ich einer anderen Frau verbiete, dass sie Gefühle und Lust auf Männer hat und bisexuell gestrickt ist. Sie zwinge, dass sie ausschl. Homosexualität lebt.

    Ich habe z.B. sehr selbstbewusste Männer gekannt, die erfolgreich im Job und sich ihrer eigenen Männlichkeit sehr sicher waren. Wenn ihre Frauen mal eine Freundin hatten, sahen sie dies gelassen und schmunzelten. Sie fühlten sich dadurch weder minderwertig noch hatten sie deswegen Komplexe oder sich in ihrer Männlichkeit angegriffen gefühlt.

    Ich hatte mal einen sehr guten Psychologen als ich noch ganz jung war. Mit ihm war es möglich, über all das zu sprechen und er sah das ganz locker. Er sagte, wenn Du Lust hast, mit einer Frau zu kuscheln, dann tue das und lebe das. Egal, ob Du einen Freund hast.

    Es ist nicht so, dass jeder immer 100%ig einseitig hetero gestrickt ist. Manchmal geht eben ein entweder oder nicht.

    Ist es purer Egoismus, wenn ein Mann eine Frau vor die Alternative stellt: Entweder Freundin oder Ich und sie dadurch erpresst oder umgekehrt genauso ????

    Sind es Minderwertigkeitskomplexe meinerseits, wenn ich verlange, dass ein Mensch eingleisig fährt obwohl er doppelt gestrickt ist oder Intoleranz ?? Oder Egoismus ? Eigene Selbstzweifel, eine minderwertige Persönlichkeitsstruktur ?

    Viel Erfolg haben solche Menschen natürlich, wenn der Partner oder die Partnerin selbst nicht hinter ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung steht und sich diese als Hetera ausgibt. Sie haben Scham und Schuld. Verurteilen sich. Betreiben Spiel mit Bisexuellen und springen dann ab. Übel kann das ausgehen durch diese Unehrlichkeiten.

    Kann man seinen homosexuellen Anteil dem derzeitigen Partner zuliebe auf Dauer verdrängen oder ist es möglich Beides gleichzeitig zu leben?

    Wie sehen Sie als Psychiater dieses Thema Herr Dr. Rieke ?