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soziale Phobie

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  • soziale Phobie

    Hallo Herr Dr. Riecke,

    ich habe für mich selbst heraus gefunden, dass ich wohl schon seit Kindheit an einer sozialen Phobie leide.
    Wie muss ich vorgehen, um dies anerkennen zu lassen bzw. wer stellt die genaue Diagnose? Und wie würde es weiter gehen?

    LG


  • Re: soziale Phobie

    Du müsstest einen Termin bei einem Psychiater machen, der würde über die Anamnese eine Diagnose stellen.
    Ggf. auch Medikamente empfehlen, also falls es sehr einschränkt und der Leidensdruck hoch ist.
    Für eine Psychotherapie solltest du dich auch anmelden, um dich nicht immer mehr einschränken zu lassen und das was an Einschränkungen schon eingetreten ist zurückzudrängen.

    Inwiefern geht es um eine Anerkennung?
    Hast du da einen speziellen Grund, z.B. wegen Bescheinigungen, oder einem Behinderungsgrad?
    Da gäbe es unterschiedliche Verfahren, manchmal reicht ein Attest, oder eine Stellungnahme, für anderes braucht es ein Gutachten, wobei diese gewöhnlich von der Stelle die den Antrag bearbeitet eingefordert werden.
    Wenn der Patient selber bestimmte Vorgänge in Auftrag gibt, dann muss er sie auch selber bezahlen.

    Auf dich kommt, beim Psychiater, in der Regel nicht viel mehr zu als die Anamnese (manchmal auch entsprechende Fragebögen) und regelmäßige Termine, um zu schauen wie es geht und ob die Therapie angepasst werden muss.

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    • Re: soziale Phobie

      "wer stellt die genaue Diagnose? Und wie würde es weiter gehen?"

      Von Tired bereits umfassend beantwortet...

      Kommentar


      • Re: soziale Phobie

        Jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg der Genesung er geht.

        Ich denke, dass es sich bei sozialen Phobien nicht um eine angeborene Krankheit handelt sondern sie sind irgendwo in einem kranken Umfeld entstanden.

        Ich täte alles versuchen, mit Hilfe von Therapeuten diese Störungen zu bearbeiten.

        Am besten eine Mischung von Gruppen- und Einzeltherapie. Da sitze ich im geschützten Raum mit Anderen, die sich ebenfalls öffnen. Da kann so eine Art innere Verbundenheit entstehen. Man kann raus aus seinem inneren Gefängnis und baut Vertrauen zu sich und zu Anderen auf.

        Wenn es um einen Schwerbehinderten-Ausweis für die Beantragung einer Frührente geht, ist es weitaus schwieriger geworden. Die Sozialgerichte haben aufgrund der hohen Nachfragen recht viel abgelehnt.

        Ich habe für mich erkannt, dass Abhängigkeiten von Ämtern, Gutachtern und Tabletten in die Sack-Gasse führen.

        "Wenn ich für mich selbst und mein Leben nicht die Verantwortung übernehme, dann tun es die Anderen!"

        Ich kenne so einen Fall von einer Frau, die sich jahrelang Pillen gegen Ängste eingeworfen hat. Mehrmals in die Psychiatrie zum Entzug musste. Suizid-Versuche.

        Jetzt hat sie einen Betreuer.

        Der Schuss ging nach hinten los.

        Also erst einmal vielleicht eine Psychosomatische Kur beantragen. Wenn sie dort feststellen, dass jemand nicht mehr voll arbeitsfähig ist, dann kriegst Du ein Schreiben, was die Behörden und Gutachter akzeptieren.

        Der andere Weg von einem Arzt zum nächsten und dann noch vielleicht Pillen. Nee den täte ich wegen meiner Ängste nicht gehen.

        Das ist aber nur meine eigene Erfahrung damit.







        Kommentar



        • Re: soziale Phobie

          Noch was
          Mittlerweile ist es so, das man nicht mehr dazu genötigt wird Medikamente zu nehmen.
          Das wäre auch kein Nachteil für eine lapidare Diagnosestellung und viele Psychiater vergeben regelmäßige Termine ohne das Medikamente im Spiel sind.

          Wenn allerdings der Leidensdruck hoch ist und die Lage verzweifelt, dann sollte man sich nicht generell gegen eine Medikation sperren, nur weil sie von vielen, irriger Weise, wie Drogen eingestuft werden.
          Das ist nicht so und als Patient hat man die Möglichkeit großen Einfluss darauf zu nehmen, es ist immer die eigene Entscheidung, die sich ja auch an der individuellen Situation misst.

          Kommentar


          • Re: soziale Phobie

            tired, was ist eine soziale Phobie? Was tut man da? Kathinkalein, was geht bei dir nicht? Wie kommst du drauf, dass du das hast?

            Kommentar


            • Re: soziale Phobie

              Was tut man da?
              Die eine Frage ist wohl eher was man da nicht tut, im Bezug auf Kontakte, Unternehmungen, Arbeit, raus gehen, andere Menschen überhaupt...............................und danach richtet sich was man dagegen tun sollte.

              Die andere Frage ist, ob Kantikalein noch dabei ist.

              Kommentar



              • Re: soziale Phobie

                Ich gebe mal ein Beispiel, wie ich diese Angst erlebt habe und wie ich im Heute damit umgehe:

                Es gibt 2 Arten von Angst. Die reale Angst und die übersteigerte Angst.

                Wenn am Ufer des Meeres Schilder aufgestellt sind: Vorsicht beim Schwimmen. Es besteht starke Strömung. Das erste Zeichen ist eine gesunde Angst und ein Warnzeichen. Traue ich mir das zu? Habe ich körperliche Routine. Nein. Ich lasse es lieber bleiben.

                Das Gegenteil ist die Selbstüberschätzung und ich begebe mich in Gefahr.

                Bei mir bestand früher die Gefahr, dass mich dämpfende Mittel - wie Tabletten- in die Selbstüberschätzung getrieben haben. Ungeübt wagte ich mich an 3 Meter hohe Wellen ran, bis mir eine fast das Genick brach.

                Das ist die Gefahr bei Tabletten. Sie reduziert die gesunde Angst. Man hat mal in einer Psychoklinik Tests mit Patienten gemacht. Eine neue Pille wurde ausgetestet. Man setzte die Patienten an den Fernseher und ließ Horror-Kriegsfilme abspielen. Die Patienten klatschten und sind in einen Glücksrausch gefallen. Die Pille blendete die gesunde Angst völlig aus.

                Wenn ich seelisch auf Sparflamme lebe, nicht gut für mich sorge, mich selbst unterdrücke, mich nicht entfalte, gehemmt bin, mich wertlos fühle, dann kommt der Schrei der Seele. Du bist nicht frei sondern gefesselt in Deinen Ängsten und Hemmungen. Angst vor seelischer Berührung und Nähe mit Anderen.

                Ja, ich kann mit derartigen seelischen Löchern und defekten keinen an mich ranlassen. Weil ich nur teilweise lebenfähig bin. Somit entsteht das Angst-Nähe-Problem.

                Selbstunterdrückung. Es sind Botschaften und Programme durch die Ursprungs-Familie in der Seele, welche uns komplett eine falsche Selbsteinschätzung und Selbstbeurteilung senden.

                Ein Beispiel: Ich sitze im Zug. Ein Mann entfaltet sich ganz locker und macht es sich auf seinem Sitz gemütlich. Er sorgt gut für sich.

                Ich dagegen gucke, dass ich ja niemand störe, weil ich geduldet bin und nicht das Recht habe, mich wohl zu fühlen.

                Also hocke ich verklemmt auf dem Sitz und ich fühle mich gefangen in meinen eigenen Verboten. Diese kommen aber aus der Kindheit.

                Es sind uralte Ängste, die uns peinigen.

                Da hilft nur eines: Üben Üben Üben !!

                Ich mache es mir auf dem Sitz gemütlich und entfalte mich so, dass ich mich wohlfühle.

                Dann mache ich die Erfahrung, dass mich meistens keiner ablehnt, wenn ich mich entfalte.

                Kann sein, dass einer meckert, aber ich habe meine Hemmung erst einmal durchbrochen und mich nicht vollends ausgeblendet.

                Genauso ist es mit der Ablehnung.

                Bin ich früher zuhause abgelehnt oder geduldet worden, dann setze ich das später fort. Somit gehe ich schon gar nicht erst in Kontakt. Eben, die Angst vor der Ablehnung.

                Bin ich mutig und gehe auf den Anderen zu, mache ich eine positive Erfahrung. Ich werde akzeptiert. Meide ich den Kontakt, kommt die Angst als Platzhalter.

                Es kann natürlich sein, dass mich einige ablehnen. Dann sage ich mir, es gibt aber auch soziale Kontakte, die mich mögen und die mich nicht ablehnen.

                DIE ANGST ENTSTEHT HAUPTSÄCHLICH DURCH EIN VERMEIDENSVERHALTEN.

                Genesen kann ich nur, wenn ich mutig diese Angst durchbreche und halt akzeptierte, dass ich geliebt und abgelehnt werde.

                Habe ich ein Problem mit einem Nachbarn, der nachts um 24 Uhr Geige spielt. Gehe ich nicht auf ihn zu und unterdrücke dadurch mein Wohlbefinden, dann kommt die Angst als Platzhalter.

                Selbst wenn er sein rücksichtsloses Verhalten fortsetzt und ich aber das Problem angesprochen habe, wird die Angst sich größtenteils reduzieren.















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                • Re: soziale Phobie

                  [QUOTE=koryphäe22;n2497745]Ungeübt wagte ich mich an 3 Meter hohe Wellen ran, bis mir eine fast das Genick brach.
                  /QUOTE]

                  Kenn ich eher von Manien, wo die dämpfenden Medis nicht richtig wirken können da die Manie eine sofortige Wirkung, die normalerweise schnell eintritt, blockiert.
                  Es dauert dann wesentlich länger, manchmal Wochen, bis man wieder runter kommt, auch mit Medis.
                  Im Normalfall sind diese Mittel ja dämpfend und nicht puschend, oder gar förderlich für das Adrenalin.

                  Normalerweise sind solche Mittel hilfreich, besonders wenn ein hoher Leidensdruck besteht und ermöglichen das man sich wieder dort bewegen kann wo man sich vorher nicht aufhalten konnte, ohne das daraus eine unnatürliche Waghalsigkeit entspringt.
                  Vielleicht war die schon zuvor da, oder im Anmarsch, unabhängig von dem Medi?

                  Aber es gibt ja nichts was es nicht gibt.

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                  • Re: soziale Phobie

                    Bei mir war es so, dass ich mir überhaupt nichts zutraute. Das Ur-Vertrauen war sehr schnell futsch. Verklemmt und Gehemmt bis zum geht nicht mehr.

                    Dieses Paket wurde bereits sehr früh geschnürt. Das Gefühl vermittelt, geduldet zu sein und nichts zu melden zu haben.

                    Diese sogenannten Glückspillen haben bei mir genau das Gegenteil bewirkt. Dass ich die Größte bin und es jetzt mal richtig knallen lassen darf.

                    Doch irgendwann versagte dieses Zeug. Die Wirkung blieb nicht nur aus sondern die Ängste waren plötzlich uferlos und weitaus viel stärker, als sie jemals zuvor waren.

                    All das, was ich mit Pillen verdrängt habe, ist plötzlich explodiert wie ein Urknall in meiner Seele. Ein Hilfe-Schrei, neue Wege einzuleiten.

                    Sobald ich mir irgendwelche Substanzen einwerfe, Chemie usw. bin ich abhängig und fremdbestimmt von einem Mittel.

                    Das erzeugt erst recht Angst, weil ich mich von mir entfernt habe und die Steuerung an Substanzen abgegeben habe.

                    Später wird es dann der Partner !!!!!

                    Für mich war die Psychotherapie der richtige Weg einer Befreiung und die Arbeit begann an mir selbst im Alltag.

                    Natürlich ist ein wichtiger Punkt, dass ich Verantwortung für mein Leben übernehme. Das mindert auch die Angst.

                    Das Verrückte an dieser Sache ist ja, dass sich so eine zentrale Angst auch auf die Körperorgane ablegen kann. Sie krallt sich überall fest, weil sie eine ziellose Energie ist. Ein Platzhalter auf Irrwegen.

                    Manchmal wird es als Hypondronchie bezeichnet, wenn jemand Herzbeklemmung kriegt und keine Luft mehr bekommt. Angst vor einem Infarkt.

                    Dahinter steckt die fatale Angst aufgrund von fehlendem Selbstvertrauen. Wenn ich mir dann noch eine Pille reinpfeife, dann traue ich mir zuviel zu. Es geht dann in die Selbstüberschäzung in Richtung Größenwahn.

                    Von einem Extrem ins Andere. Der Wechsel von Minderwertigkeitskomplexe und Größenwahn.

                    Im Prinzip stehe ich neben mir. Die Seele haut aus dem Körper ab, weil sie es nicht mehr erträgt, wie ich mit mir umgehe. Ver-rückt.

                    Bei mir ist das keine Theorie und ich rede nicht aus Büchern. Ich habe das live durchlebt.

                    - Kein Vertrauen ins Leben - Kein Vertrauen in mich selbst - .

                    Das bedeutet viel Arbeit. Ein Leben lang.





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                    • Re: soziale Phobie

                      Ich war schon immer sehr schüchtern und zurückhaltend. Ich kann nicht einfach so mit fremden und auch nicht mit bekannten Personen in Kontakt treten. Es kostet mich große Überwindung überhaupt zu telefonieren, um mal einen Arzttermin oder so auszumachen. Aber mit der Zeit habe ich es gelernt, weil ich ja auch Kinder habe und es ja nicht immer vermeidbar ist. Die Logopädin meiner Tochter damals hatte den Verdacht, dass sie unter Mutismus leiden würde. Daraufhin hatte ich nach gelesen und mich darin wieder gefunden. Bei meiner Tochter hat sich der Verdacht aber nicht bestätigt. Dann habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt. Ich war halt so und bin so. Menschenmengen machen mir eigentlich nichts aus, nur die Angst davor, angesprochen zu werden. Ich esse nicht gern in der Öffentlichkeit. Telefonieren kann ich nur, wenn mir keiner dabei zusieht oder zuhört. Ich bin im allgemeinen auch sehr gehemmt im Umgang mit meinem Mann. Der kennt mich nicht anders, aber ich würde gern offener und nicht so gehemmt sein.

                      Das war erst einmal ein kurzer Einblick.

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                      • Re: soziale Phobie

                        Also wenn du eine Diagnose willst, dann wäre der Psychiater der richtige,

                        Wenn es dir aber um die Überwindung deiner Hemmnisse geht, dann brauchst du nicht unbedingt eine Diagnose.
                        Im Grunde hilft da nur Übung und das was dich hemmt zu widerlegen, um die Ängste zu verlieren.

                        Da könnte ein Psychotherapeut helfen, falls du dich selber nicht in der Lage siehst die Dinge zu verändern.

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                        • Re: soziale Phobie

                          Übrigens geht es sehr vielen Menschen so, die Vermeidungshaltung aufzugeben sollte das Ziel sein und sich gezielt etwas zu trauen.
                          Das kannst du überall üben, mal was alleine unternehmen, Leute auf der Straße einfach was fragen, immer nach vorne gehen anstatt die Flucht zu ergreifen.

                          Kommentar


                          • Re: soziale Phobie

                            "Ich kann nicht einfach so mit fremden und auch nicht mit bekannten Personen in Kontakt treten."

                            Wie war es denn in der Schulzeit?

                            Hatte Sie Freundinnen, mit denen Sie unbeschwert spielen konnten?

                            Kommentar


                            • Re: soziale Phobie

                              "Ich kann nicht einfach so mit fremden und auch nicht mit bekannten Personen in Kontakt treten."

                              Wie war es denn in der Schulzeit?

                              Hatte Sie Freundinnen, mit denen Sie unbeschwert spielen konnten?
                              Ich hatte eine beste Freundin und mit der konnte ich unbeschwert spielen, ja.

                              Kommentar


                              • Re: soziale Phobie

                                Mir scheint, diese Ängste sind wie Scham, Melancholie, Trägheit, Begeisterungsfähigkeit, Humor Libido etc. eher Wesensmerkmale, die wir alle haben- mehr oder weniger ausgeprägt.

                                So ist der Mensch. Das sind seine Wesensmerkmale- seine Persönlichkeit, sein Temperament, sein Charakter.

                                Kathinkalein, eine meiner Freundinnen ist so, wie du dich beschreibst. Mir gefällt sie, wie sie ist und mittlerweile akzeptiert auch sie, wie sie nun mal ist.

                                Meine Freundin hat keinen Leidensdruck, solange sie nicht anders sein will, wie sie nun mal gebaut ist. Es sind ja trotzdem genüssliche Tage möglich, auch wenn man nicht mit jedem kommunizieren kann und will, oder nicht sofort die Hüllen fallen lässt, wenn man mit wem zusammen ist.

                                Kommentar


                                • Re: soziale Phobie

                                  Wenn man ein "Reh" ist, dann kann man kein Tiger sein.

                                  Kommentar


                                  • Re: soziale Phobie

                                    Wenn man ein "Reh" ist, dann kann man kein Tiger sein.
                                    Haha, genau Elektraa.

                                    Ich würde aber annehmen das bei Kantinkalein der Selbstwert desolat ist und daran könnte sie etwas ändern.
                                    Wenn sie daran arbeiten würde sich nicht mehr mit anderen zu vergleichen, an ihnen zu messen und immer zu dem Ergebnis zu kommen das ihr das fehlt was die anderen so strahlen lässt.
                                    Wenn man begreift das man selber strahlt und für das Umfeld genauso wertvoll ist wie jene in deren Schatten man sich wähnt, vielleicht sogar wertvoller, dann vergehen auch die Hemmungen.
                                    Das funktioniert aber nicht durch die Bestätigung der Umgebung, sondern nur wenn man diese Bestätigungen auch dauerhaft annehmen und glauben kann, wenn man sie in sich selber findet, die Wertschätzung und Anerkennung der eigenen Person.

                                    Kommentar


                                    • Re: soziale Phobie

                                      Ich habe diese Zeilen hier hochinteressiert gelesen. Jeden Beitrag mehrmals, weil es auch mich betrifft.
                                      Mir ist aufgefallen, ich kann rundherum hochzufrieden leben, wenn ich alleine bin, wenn ich mit niemanden in Kontakt treten muss, wenn man mich in Ruhe lässt und mich nicht anspricht.
                                      Das paradoxe ist- ich benehme mich in Gesellschaft wie ein Tiger- hab aber in "Wahrheit" das Wesen eines Rehes. Der Tiger ist meine perfekte Tarnung und trotzdem - immer schon hat es mich hingezogen zu eher scheuen Menschen, ernsthaften und schüchternen Leutchen, weil das meine urtümliche "Rasse" ist wahrscheinlich, der ich echt angehöre. ( darum mag ich meine Freundin so) .
                                      Weil ich das jetzt kapiert habe, bin ich endlich ohne Unruhe und zufrieden und irgendwie heimgekommen, seit ich nicht mehr den Tiger raushänge und mit Tigern verkehre.
                                      Maskerade runter, zu dem kommen, was man wirklich ist und nicht vorgibt zu sein... finde dich selbst... ist besser für dich, als ständig gegen anzukämpfen.
                                      Ich steh zu meiner Rehnatur und habe aufgehört sie als ungut zu sehen.

                                      Kommentar


                                      • Re: soziale Phobie


                                        Haha, genau Elektraa.

                                        Ich würde aber annehmen das bei Kantinkalein der Selbstwert desolat ist und daran könnte sie etwas ändern.
                                        Wenn sie daran arbeiten würde sich nicht mehr mit anderen zu vergleichen, an ihnen zu messen und immer zu dem Ergebnis zu kommen das ihr das fehlt was die anderen so strahlen lässt.
                                        Wenn man begreift das man selber strahlt und für das Umfeld genauso wertvoll ist wie jene in deren Schatten man sich wähnt, vielleicht sogar wertvoller, dann vergehen auch die Hemmungen.
                                        Das funktioniert aber nicht durch die Bestätigung der Umgebung, sondern nur wenn man diese Bestätigungen auch dauerhaft annehmen und glauben kann, wenn man sie in sich selber findet, die Wertschätzung und Anerkennung der eigenen Person.
                                        Darum gebe ich ja den Tipp- egal wie du bist, sehe es als richtig. Hab nichts dagegen. Das macht alleine schon gelassen und friedlich. Wenn sie nicht telefonieren mag mit Behörden und Ämtern, dann geht halt ihr Mann diese Aufgaben an. Oder sie übt schauspielern, wie ich es getan habe.
                                        Niemand muss zeigen, wie er "nackt" ist, man kann sich ja verkleiden.
                                        Angenommen, Kathinkalein kann auf einmal viel besser Kontakte knüpfen, leichter telefonieren, besser mit wem reden, was hätte sie dann mehr? Muss sie das haben? Es geht auch ohne. Man braucht nicht wie die anders sein und haben, was andere haben. Was unendlich anstrengend ist, das ist ja nur immer mithalten zu wollen. Muss man NICHT!

                                        Kommentar


                                        • Re: soziale Phobie

                                          Katinkalein, das Wort "soziale Phobie" ist ein riesigen Komplex und ein in der Psychologie angewandter Ausdruck.

                                          An diesem Thema habe ich therapeutisch auch schon gearbeitet. Diese Erkenntnis alleine reichte aber nicht aus. Es war aber ein Anstupser, über mich nachzudenken.

                                          Wenn Du Dich in Dir gefangen und gehemmt fühlst, dann kannst Du das trainieren, lockerer zu werden.

                                          Bei Stillstand und Nichts-Tun passiert nichts.

                                          Mir hat es in einer Gruppentherapie in vertrauter Atmosphäre sehr geholfen, offen über mich zu sprechen. Über meine Gefühle, meine Ängste und auch über all das, wo ich mir selbst ein Bein stelle und nicht richtig am Leben teil nehme bzw. mich am Wohlergehen hindere. Einmal in der Woche gab es einen Tanzabend mit indianischer Musik. Man verbeugte sich voreinander, berührte sich und tanzte gemeinsam. Da war viel an Energie und Freude im Raum, die uns frei machte und wir uns selbst sein konnten.

                                          Mein Mutter befahl mir sehr häufig, dass ich im Bekanntenkreis still sitzen und nicht reden dürfe.

                                          Sie packte mich in eine Zwangsjacke. Nicht nur das, ich wurde ins Abseits gestellt. Von den Anderen regelrecht isoliert.

                                          So nach dem Motto "Du darfst nicht nicht entfalten".

                                          Die heutige Erziehung geht genau ins Gegenteil. Beine auf die Sitzbank im Zug oder in der Straßenbahn auf dem Sitz. Laut Telefonieren im Schlafwagen und Musik aufdrehen. Das alles frei und hemmungslos. Es meckert aber keiner, weil die meisten so gestrickt sind. Grenzenlos.

                                          Da habe ich mich auch gefragt, warum kannst Du nicht mal im Zug ein kurzes Telefonat führen?

                                          Da kommt wieder Zeigefinger meiner Mutter: Klappe halten und still sitzen bleiben. Alle Anderen dürfen es. Nur Du nicht. Ein angepasstes Leben. Die Angst vor dem Zeigefinger meiner Mutter hatte ich verinnerlicht.

                                          Das sind aber "alte" Ängste, die im Heute wiederkehren. Die Seele kann nicht wissen, dass wir mit 18 erwachsen geworden sind und wir jetzt unser eigenes Leben leben dürfen.

                                          Ich habe ein Recht darauf, wieder diejenige zu sein, wie ich geboren wurde. Die Ursprungsfamilie hat mich geprägt und krankhaft und neurotisch verformt

                                          Die Seele hat diese alten Verbote verinnerlicht und sie kommen sofort, wenn jemand versucht, mich unterzubuttern, fremdzubestimmen und kleinzumachen.

                                          Aber da sag ich mir. Hallo "alte" Angst bist Du wieder da? Da muss ich üben und mich umprogrammieren. Ich bin nicht mehr die Kleine von früher, die gehorchen muss.

                                          Ist das ein Leben ? Nein !

                                          Besser geworden ist es erst, als ich angefangen habe, diese alten Verbote abzulegen.

                                          Ich bin auch übungsweise zum Flohmarkt gegangen und habe trainingsweise Preise ausgehandelt.

                                          In Kontakt gehen mit Anderen.

                                          P.S. Jetzt werde ich gleich wieder von "Tired" ermahnt werden, dass ich mit meiner Sichtweise falsch liege und nur sie das "Wahre Richtige" zu bieten hat.

                                          Aber ich kann auch selbst da schon drüberstehen. Sie wird ja einen Grund haben, dass sie so reagieren muss, alles besser zu wissen und das von Anderern abzuwerten !

                                          Gell Tired, Du weisst viel, aber lass den Anderen auch ihre eigenen Lebenserfahrungen, die sie gerne weitergeben !









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                                          • Re: soziale Phobie

                                            Gell Tired, Du weisst viel, aber lass den Anderen auch ihre eigenen Lebenserfahrungen, die sie gerne weitergeben !
                                            Du wirst schon wissen warum du meine Reaktion immer herbei reden möchtest, ich weiß es nicht.
                                            Aber durch deinen Beitrag gibt es zumindest Ansatzpunkte, weshalb du dich so auf mich fixierst und fast alles was ich schreibe auf dich beziehst.

                                            Gegen deine Meinung habe ich nichts, dies ist sogar einer der Beiträge die ich gut nachvollziehen kann, außer das PS.

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                                            • Re: soziale Phobie

                                              """".....weshalb du dich so auf mich fixierst und fast alles was ich schreibe auf dich beziehst....."""

                                              Wird wohl daran liegen, dass die Kreatur Mensch ja doch nicht so unterschiedlich ist, wie man meint. Hat doch irgendwie jeder ähnliche Probleme erfahren und erlebt und durchzumachen, bis er eines Tages geht von dieser Welt.

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                                              • Re: soziale Phobie

                                                Jeder hat halt so seine eigene Struktur und Biographie. Ich sollte mich unabhängiger davon machen, was Andere schreiben und mir nicht reinziehen, wenn sie halt so einiges anders sehen als ich.

                                                Im Prinzip gebe ich nur das weiter, was ich selbst durchlebt habe und vielen Menschen hat das auch schon geholfen.

                                                Gerade neulich war ich in einer anderen Stadt ziemlich weit weg und habe eine ausländische Gruppe besucht. Da kamen mehrere Freunde anschließend auf mich zu und sagten: Du hast mir aus der Seele gesprochen und Du passt in unseren Club. Das habe ich nicht zum ersten Mal erlebt.

                                                Schön, wenn man auf einer Wellenlänge ist und sich die Seelen berühren. Das tut gut. Das bedeutet innere Heilung.

                                                Rivalität und Konkurrenz unter Frauen ist ätzend. Aber es gibt Gemeinschaften, wo man an einem Strang zieht.






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                                                • Re: soziale Phobie

                                                  Wird wohl daran liegen, dass die Kreatur Mensch ja doch nicht so unterschiedlich ist, wie man meint. Hat doch irgendwie jeder ähnliche Probleme erfahren und erlebt und durchzumachen, bis er eines Tages geht von dieser Welt.
                                                  Womit wir auch wieder beim Thema wären.

                                                  Warum ist man unsicher und hat Hemmungen anderen Menschen gegenüber?
                                                  Ich denke auch weil man etwas auf sich bezieht, es sogar vorweg nimmt und immer schlechte Reaktionen befürchtet.
                                                  Eine Geste, ein Blick, ein Wort, etwas das man selber sagt und dann denkt der andere hält es für doof, mag einen nicht.
                                                  Man Prophezeit ein Problem das noch gar nicht entstanden ist und durch die eigene Denkweise lässt man es erst wahr werden, fragt man dann nach wissen die Leute oft gar nicht von was man redet.
                                                  Die Gründe für Phobien existieren nur im eigenen Kopf und die Situationen vor denen man Angst hat werden dadurch der Phobie angepasst, also ganz automatisch verschlimmert.
                                                  So wie es wirklich ist und das andere kein Problem mit einem haben kann nicht mehr wahrgenommen werden, weil man mittlerweile schon so in seinen Befürchtungen drin steckt das man sie für eine feststehende Wahrheit hält.
                                                  Dem entkommt man nur wenn man sich mal was traut, auch wenn man einfach mal nachfragt warum jemand so zu einem ist, oder warum er so und nicht so reagiert hat, oft weiß derjenige gar nichts davon das er so wirkt und denkt vollkommen anders als es scheint.
                                                  Wie wäre es denn Katinkalein, wenn du auch mal sagst wie jemand auf dich wirkt und nachfragst ob es wirklich so ist wie es scheint.
                                                  Meist sind die Menschen dann ganz umgänglich, wenn man offensiv damit umgeht.

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