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Im Schatten meines perfekten Freundes

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  • Im Schatten meines perfekten Freundes

    Hallo Ihr Lieben,

    mit meiner Überschrift möchte ich ausdrücken, dass ich mich neben meinem Freund, manchmal vorkommen, als stünde ich in seinem Schatten. Alles scheint in seinem Leben "erfolgreicher" zu verlaufen als bei mir. Nicht im Sinne von Erfolg vs. Leistung, sondern eher im Erreichen von bestimmten Lebenszielen....die bei mir in der Vergangenheit erst gar nicht in Erfüllung gingen oder erst sehr spät eintraten. Nun habe ich immer wieder damit zu "kämpfen", dass ich oft darauf gestoßen werden, dass wir irgendwie ein ungleiches Paar sind, dass jedoch in vielen Dingen trotzdem sich ergänzt und gut zusammen passt!?!

    Ein Punkt, der meine Gefühlslage von ruhig und gelassen, innerhalb weniger Stunden wieder auf aggressiv und gereizt bringt, ist die Tatsache, dass er eben im Gegensatz zu mir, schon ein langjähriges Familienleben mit Ehefrau, Hauskauf und Kindern hinter sich hat. Nun geschieden, wohnt er mit seinen zwei Kids, die abwechselnd bei ihm und der Mutter sind, noch in dem Haus, dass er mit seiner EX Frau gekauft hatte. Die Einrichtung ist auch noch die selbe, sie zog damals aus, als sie einen neuen Freund hatte. Mein Freund hat danach nichts verändert....ja und nun bin ich ja öfters bei ihm und werde dann nicht nur gedanklich, sondern real damit konfrontiert, dass es vor mir eine andere Frau gab, die er geheiratet hat und mit der er eben eine Lebenslange Verbindung in Form seiner Kinder hat. Wenn ich am Anfang nicht mal gemeckert hätte, dass er für meinen Geschmack zuviel von seiner Frau und der Vergangenheit erzählt...würde ich das auch noch oft von ihm hören. Nun gab es letztes Wochenende wieder einen Stich in meinem Herzen und ich frage mich, warum mich dass immer noch aus der Bahn wirft. Wir hatten "Kinderfreies Wochenende" (die beiden sind aber schon volljährig und noch im Studium) bei ihm zu Hause. Ich fühlte mich leicht, verliebt...wohl, wir gingen einkaufen, für unser Essen, so dachte ich zumindest....dann hielt er mir den Einkaufszettel hin....da stand drauf....was eben seine Kinder gerne essen....dass musste natürlich zuerst vor unseren Sachen geholt werden. Dann kommt bei mir ein Eifersuchtsgefühl hoch, dass ich so bisher von mir nicht kannte, gleichzeitig schäme ich mich dafür und könnte aber auch heulend davon rennen (tue ich zum Glück nicht). Also gut, eingekauft....auf dem Supermarktparkplatz laufen wir dann seiner EX Frau über den Weg, sie wohnen ja alle nah beieinander, die dann irgendwas mit ihm bezüglich der Kinder usw. dringend besprechen muss, in meinem Beisein. Ich leider nicht wirklich mitbekommen um was es ging....spürte aber, wie mir mein Herz bis zum Hals schlug und ich total zitterig ins Auto stieg. Konnte dann erstmal für eine Weile nichts mehr reden....was meinem Freund ja dann auffällt und zu denken gibt. Früher habe ich dann oft gesagt, was mir auf dem Herzen liegt, inzwischen lenke ich ihn ab, um das Thema nicht schon wieder anzusprechen. Es verfolgt mich dann doch noch....Wie kann ich mit diesen Eifersuchts, Selbstwertproblemen, Verlustängsten im Bezug auf seine Vergangenheit umgehen? Dass wir mal heiraten und zusammen Kinder haben, ist eher ausgeschlossen....Danke für eure Rückmeldungen...


  • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

    "Wie kann ich mit diesen Eifersuchts, Selbstwertproblemen, Verlustängsten im Bezug auf seine Vergangenheit umgehen?"

    Wenn Sie solch dramatisierende Begriffe (wie oben) verwenden, geben Sie der ganzen Sache viel zu viel Raum.

    Es ist ganz natürlich - und spricht auch für Ihren Freund - , dass er sich weiter um seine Kinder kümmert, selbst wenn sie jetzt erwachsen sind. Auch normale Gespräche (sie haben doch nicht geflirtet?) mit seiner Frau sind nötig und "unvermeidbar", wenn man sich zufällig trifft.

    Je lockerer und distanzierter Sie das sehen, desto besser für die Beziehung zu ihm.

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    • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

      Liebe Elektraa,

      werde mir deine Anregungen für mehr "Erfolg" ausdrucken und fleißig üben :-). Danke dir dafür! Wobei es mir teilweise schon gut gelingt, mich mit Sport, Freundinnen, Arbeit usw. abzulenken und ein wenig Selbstvertrauen zu tanken...zumindest hilft es ja teilweise. Es ist ja nicht so, dass ich ständig in Angst und Misstrauen leben würde, zum Glück gibt es viele schöne Momente mit meinem Freund....und tageweise kann ich auch distanziert und freundliche auf seine Familie blicken. Ich habe ja weder gegen seine Kinder noch gegen seine EX etwas, im Gegenteil, würde mir ja wünschen, wir hätten eine nettes Miteinander, zwar nicht oft, aber wenn dann entspannt...Ich suche nach einem Codewort für die Zeit, wenn es mich wieder runterzieht aufgrund seiner Vergangenheit, die er mitbringt, bevor es eben wieder zur angespannten Stimmung zwischen uns kommt. Nur was ist, wenn man, wie ich in seiner eigenen Kindheit eben auch immer erlebt hat, die Eltern müssen geteilt werden, mit der Schwester, mit den Verwandten, usw. und sie geben mir das Gefühl, wirklich wichtig bist du für uns nicht....wir haben auch ohne dich genügend andere Dinge zu erledigen (Geld verdienen usw.) ist kein guter Start ins Beziehungsleben...und eben jetzt kommen wieder die ähnlichen Gefühle von damals in mir hoch....dass "da niemand" nur für mich da ist....ist zwar unrealistisch, ich weis, aber eben so ein inneres Wunschkinddenken

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      • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

        "Wie kann ich mit diesen Eifersuchts, Selbstwertproblemen, Verlustängsten im Bezug auf seine Vergangenheit umgehen?"

        Wenn Sie solch dramatisierende Begriffe (wie oben) verwenden, geben Sie der ganzen Sache viel zu viel Raum.

        Es ist ganz natürlich - und spricht auch für Ihren Freund - , dass er sich weiter um seine Kinder kümmert, selbst wenn sie jetzt erwachsen sind. Auch normale Gespräche (sie haben doch nicht geflirtet?) mit seiner Frau sind nötig und "unvermeidbar", wenn man sich zufällig trifft.

        Je lockerer und distanzierter Sie das sehen, desto besser für die Beziehung zu ihm.
        Danke auch für Ihre Antwort!
        Das kann ich schon schätzen, an meinem Freund, deswegen schrieb ich ja auch, dass er für mich in der Hinsicht perfekt ist....im Gegensatz zu mir. Meine vergangenen Beziehungen hielten nie länger als ein bis drei Jahre....zu keinem Ex habe ich noch Kontakt...Kinder gab es nie....lebte viele Jahre alleine....zwar mit Freunden und Bekannten getroffen....habe schon etwas draus machen können...auch als Single schöne Zeiten erlebt....aber eben nie Verantwortung für andere gehabt...außer eben auf der Arbeitsstelle. Die Lockerheit wünsche ich mir, von der Sie schrieben, wie komme mich dahin? Während er sich um seine Kinder "kümmert", muss ich mir klar werden, dass ich offensichtlich etwas verpasst habe im Leben und mich fragen, war es richtig, sich gegen eigenen Kinder zu entscheiden...bzw. es gab ja in meinem Leben auch nie einen passenden Mann dafür....daher dieser Eindruck von Ungleichgewicht bei mir. Und immer die Tatsache vor Augen, dass meine Beziehungen nie lange hielten und mir der Glaube fehlt....ob diese länger halten wird...wobei es mir momentan egal wäre...nicht im Sinne, ich würde es nicht wollen, sondern eher im Blick von, bisher konnte ich ja auch gut alleine leben....wobei ich mir schon eine tiefe, feste Beziehung zu meinem Freund vorstellen kann.

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        • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

          Ich habe die Ex noch nie getroffen, obwohl sie ganz in der Nähe ( vom Haus meines Partners) ihre Wohnung hat. Was glaubst du Mixie wer die ist, deine oder meine Ex? Das ist ganz sicher ein patenter Kerl und hat garantiert Respekt verdient.
          Am und im Haus von meinem Freund hat sie ganz viele tolle Ideen verwirklicht, die genieße ich jetzt, sie aber hat dafür gesorgt, dass das alles da ist. Zum Beispiel ein Schwimmbad im Garten...das hat sie durchgesetzt. Dann hat sie ausserdem viele, viele Jahre dafür gesorgt, dass mein Schpatzal keine mistige Spur einschlägt. Aus den Kindern ist was geworden und daher, niemals würde ich zu ihr hin den Stinkefinger zeigen, ganz im Gegenteil.
          Siehe deine Ex auch als Wegbereiterin für dich und komm ... gib zu, die ist nur eine Ausrede für andere Sorgen, die du hast. Niemand macht sich Gedanken wegen einer Ex, wenn er happy ist.
          Versuch alles, wenn du trotzdem nicht glücklich bist neben deinem Neuen, dann ist er einfach ganz falsch für dich.
          Dann besetze diese Rolle neu. Genug Auswahl ist ja da. Aber versau deine Zeit nicht!
          Darf ich fragen, wie es dir gehen würde, wenn die EX deines Partners plötzlich ohne Vorwarnung vor dir stehen würde? So ist es mir nun zweimal ergangen...da fällt dann alle Gelassenheit langsam in einem ab... Und warum hast du sie noch nie getroffen? Absicht oder Zufall? von außen wirkt es auch auf mich "komisch" wie ich mich danach verhalte. Vernünftig wäre was anderes....dachte auch am Anfang unserer Beziehung mit meinem Freund, ich könnte dies alles gut Händeln...leider wird es mit der Zeit immer anstrengender für mich, keine Ahnung wieso??? Klar kann ich sein Leben mit der EX und seinen Kindern auch wertschätzen...zumindest zolle ich beiden Respekt, wie sie danach mit der Situation der Trennung umgegangen sind und beiden Kindern trotzdem "gute" Eltern geblieben sind und sich das Sorgerecht gerecht teilen. Das schaffen ja auch nicht alle getrennte Paare. Nur gab es auch Sachen, die er mir von seiner EX erzählt hat, wo ich nicht einordnen kann und mich frage, was ist die EX für ein Mensch. Und geht es mich überhaupt was an....wenn mir mein Freund berichtet, zwar ohne Details, dass seine EX ihn während der Ehe mehrmals mit anderen Männern (waren wohl mehrere verschiedene) betrogen hat und er es nur nach und nach erfahren hat? Soll ich da nachfragen, wenn er mir sowas erzählt oder lieber schweigen? Hat es Auswirkungen auf unser Miteinander oder hat er es schon verarbeitet....ich denke jedoch nicht....wie kann ich darauf angemessen reagieren oder soll ich es ausblenden, weil schon lange vorbei??? Also, die EX hat nicht nur Gutes hinterlassen...zwar auch, aber nicht nur...

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          • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

            Nur was ist, wenn man, wie ich in seiner eigenen Kindheit eben auch immer erlebt hat, die Eltern müssen geteilt werden, mit der Schwester, mit den Verwandten, usw. und sie geben mir das Gefühl, wirklich wichtig bist du für uns nicht....wir haben auch ohne dich genügend andere Dinge zu erledigen (Geld verdienen usw.) ist kein guter Start ins Beziehungsleben...und eben jetzt kommen wieder die ähnlichen Gefühle von damals in mir hoch....dass "da niemand" nur für mich da ist....
            Hi Mixedberry,

            vielleicht solltest du auch da ansetzen, falls dich das wirklich so sehr beschäftigt.

            Mir ging es ganz ähnlich, meine Geschwister hatten halt größere Probleme als ich und da blieb für mich auch nicht allzuviel übrig.
            Ein Bruder hat mal gesagt, wenn man in dieser Familie keine sehr extremen Probleme hat, dann ist man unsichtbar.

            Ich habe mich aber viele Jahre später etwas damit auseinandergesetzt, einfach um zu verstehen warum die Dinge so waren wie sie waren und warum die Eltern einigermaßen funktionierende Kinder scheinbar vergessen hatten, immer etwas anderes wichtiger war.

            Mittlerweile habe ich auch durchaus Verständnis dafür, warum es so lief.
            Eltern sind halt auch nur Menschen, überfordert, ängstlich, uninformiert.
            Als Kind sieht man sie nicht als verletzliche Wesen, sondern als jene die immer alles gut machen können, was natürlich falsch ist.
            Ich würde sogar soweit gehen, das ich in der Situation auch nicht viel besser gehandelt hätte, vielleicht sogar weit mehr verbockt hätte und das die Prioritätensetzung auch nicht immer etwas mit dem Verteilen von Liebe zu tun hat, genauso wie auch Eltern ihre Lieblinge haben können ohne etwas dafür zu können.

            Vielleicht bekommst du diese Erlebnisse etwas entschärft wenn du dich mit deinen Eltern darüber unterhältst, oder zumindest mit dem Teil der dir näher steht.
            Es kann interessant sein zu erfahren wie die damalige Situation aus Elternsicht war, warum z.B. das Geld verdienen so einen hohen Stellenwert hatte und ich bin der Meinung das man mit vielem abschließen kann, wenn man Versteht was damals in der Erwachsenenwelt so vor sich ging.

            Dazu braucht es natürlich ein einigermaßen gutes Verhältnis zu den Eltern, ansonsten fühlt sich immer jemand schnell angegriffen, was vermieden werden muss da so ein Unterfangen ansonsten sinnlos wäre.

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            • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

              Mixie, meine Schwägerin kommt heute vorbei, sie holt etwas ab, leiht sich von mir was aus ( ein Handwerksstück, ein Kunstobjekt). Sie ist Großunternehmerin, hat mit meinem Bruder eine sehr erfolgreiche Firma aufgebaut. Sie war noch nie in meinem Bauernhaus, das ich seit einigen Jahren bewohne. Mein Bruder hat nebenbei in Namibia eine "Filiale" und verbringt den Winter dort. Sie sind Millionäre, beide Brüder und zu mir hin war stets ein Nasengerümpfe ( weil ich kein erfolgreicher Mitbewerber bin und je war in Sachen Geschäftemachen). Ich kann mächtig stolz meine Tür trotzdem aufmachen und fröhlich hereinbitten- weil, keiner ist reicher als ich, was Lebensqualität und Behaglichkeit betrifft, Zeit und Muße...
              Ihr Leben ist ein Dauerstress. Daher, warte ab und schau, so mancher Erfolg ist nichts anderes als eine große Falle. Das erzähle ich dir deshalb, weil du eingangs geschrieben hast, ich leb wie im Schatten dieses Mannes. Nein. Lebst du nicht, wenn du objektiv hinschaust.
              Mach es dir nett. Es ist so kurz dieses Leben. Viel zu kurz um dich in Ideen zu vertiefen, die ablenken von wirklichen Wichtigkeiten. Genieße dich, feiere dich. Servus
              Bis dann.
              Elektraa, deine Worte sind so wahr und helfen mir mich daran zu erinnern, was wirklich zählt im Leben und welches Ziel ich verfolge, nämlich mir Orte zu suchen, an denen ich mich wohl fühle, dankbar zu sein und immer wieder Zufriedenheit mit der Vergangenheit einüben. Es ist nicht so, dass ich ständig im Vergleichen lebe....kann zu mir stehen, zu meinen Entscheidungen mittlerweile auch....hat lange gebraucht, war wie ein Geburtsprozess.....schmerzhaft und weinerlich....doch jetzt bin ich durch und kann das Leben mit anderen Augen sehen! Und doch.....da steck noch ein kleiner Kobold in mir, der mir meine "erreichten Erfolge" madig machen will....der immer etwas auszusetzen hat an der momentanen Situation...leider schreit er manchmal so laut....dass ich ihm zu viel Gehör gebe....den muss ich abstellen ;-). Mein Freund ist der tollste Mann, den ich bis her hatte, daher wundert es mich halt, dass es in mir nicht tägliche Freudentänze in mir auslöst....irgendwie traue ich dem Frieden nicht....daher vielleicht das Aufwühlen mit der EX Geschichte und seinen Kindern??! Freue mich für dich, dass du deine Lebensqualität mit Zeit und Muße füllen kannst....es ist so wichtig!! Bin auf dem Weg dorthin....versprochen. Und du hast Recht, das Leben bzw. Vorleben seiner EX geht mich nichts an und doch beschäftigt es mich gedanklich...warum nur? Vielleicht weil sie so anders ist? Wenn mein Freund seine Vaterrolle einnimmt, weil seine Kids da sind oder wir zusammen was unternehmen...kommt er mir so fremd, so unerotisch vor....dagegen finde ich ihn total anziehend und männlich, wenn wir mit Freunden oder Bekannten uns treffen...ein Widerspruch, den ich evtl. so aushalten muss/darf?

              Herzliche Grüße an dich
              mixie

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              • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes




                Dazu braucht es natürlich ein einigermaßen gutes Verhältnis zu den Eltern, ansonsten fühlt sich immer jemand schnell angegriffen, was vermieden werden muss da so ein Unterfangen ansonsten sinnlos wäre.
                Hallo Tired, danke für deine Offenheit und die Anregung...sicherlich ein Punkt, der noch bei mir offen ist zur Bearbeitung :-). Teilweise konnte ich mit meinen Eltern schon darüber reden, meine Mutter ist dafür empfänglicher, mein Vater weniger....er versteht nicht, dass ich nicht dankbar bin für den Wohlstand, den er uns "besorgt" hat. Meine Mutter ist darin reflektierter, kann sich auch schon mal entschuldigen für das "Versagen" in der Vergangenheit. Ist aber oft immer noch leicht verletzbar und vorwurfsvoll. Ein schmaler Grad, zwischen Aussöhnung und Vorhaltungen, es gibt da sicherlich Punkte aus meiner Kindheit, die sind nicht rückgängig oder wieder gut zu machen, nur verzeihbar, um dadurch ihre Wirkung zu verlieren. Dort will ich noch weicher und milder werden im Umgang mit der "Schuld" meiner Eltern...die, so wie du auch beschreibst, eben nicht anders konnten, wenn auch gewollt hätten. Was genau hat dir dabei geholfen, mehr Verständnis für deine Eltern aufzubringen?

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                • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes


                  Was genau hat dir dabei geholfen, mehr Verständnis für deine Eltern aufzubringen?
                  Das älter werden, denke ich.;-)

                  Bei mir ist das auch zweigeteilt, meine Mutter kann ich halt gut verstehen warum sie was gemacht, oder nicht gemacht hat.
                  Sie hat in letzten Jahren auch viel erzählt, was ich vergessen, oder nicht bekommen habe und eigentlich ist es so das diese Frau fast unmenschliches geleistet hat und kaum jemand hätte es besser hin bekommen.
                  Das was ich ihr vielleicht nachgetragen habe, hat sich geklärt, auch weil ich das heute besser nachvollziehen kann als früher.

                  Bei meinem Vater ist wieder anders, das was für mich wichtig ist geklärt zu werden, wird eh nur mit Ausreden Lügen beantwortet.
                  Verständnis habe ich da nur bedingt, aber ich habe, hoffe ich, verstanden das ein krankes Hirn, oder eine unangenehme Persönlichkeit leider auch zu den Dingen gehört die man einfach so nehmen muss und nichts daran ändern kann.
                  Das hilft, manchmal.;-)

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                  • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                    Gemein ist es schon tired, erst so spät einsichtig zu werden.
                    Aber ist das nicht ein Merkmal der Jugend?
                    Hohe moralische Ansprüche und klare Lösungen, richtige Verhaltensweisen die einfach zu befolgen sind...........
                    Erst wenn man älter wird, merkt man das es doch nicht so einfach ist allem gerecht zu werden.

                    Geschimpft habe ich über meine Mutter nicht, soweit ich mich erinnere, aber man muss auch nicht unbedingt schimpfen um zu verletzen.
                    Ich glaub man ist in manchen Lebensphasen einfach etwas doof, genau das ist ja der Punkt, du merkst deine Eltern waren sehr doof zu dir und nimmst es ihnen übel und irgendwann merkst du das du selber genauso doof zu deinen Eltern bist und beginnst es nicht mehr übel zu nehmen.

                    Ich würde da aber unterscheiden, bei meiner Mutter ist es halt so gelaufen, das Verstehen vieles auflösen konnte.
                    Bei meinem Vater wird das wohl nie passieren, es gibt eben auch Menschen über die zu Recht geschimpft wird und das Verständnis an seine Grenzen stößt.
                    Je nachdem um was geht und wie kooperativ sich eventuelle Gespräche gestalten.

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                    • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                      Gehts dir auch so tired, weder seufzen über wen, noch sentimental verbunden sein ist irgendwie die beste Lösung, um mal so richtig frei zu haben. Feierabend...Gefühlsgedusle, was nimmste viel Platz weg...
                      Stimmt, aber trotz allem kann man sich dann doch nicht gefühlsmäßig trennen, was den Zwiespalt am Leben hält.

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                      • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes


                        Vielleicht ist es andersrum- ohne diese Zwiespälte würden viele Leut irre Langeweile haben, kanns das sein? Sie sind dadurch stets beschäftigt. Ist auch wie am Leben bleiben, nicht aufgegeben haben, sich nie in Ruhe zu lassen mit solchen Fragen.
                        Ohne Zwiespälte und Gefühlsduselei wäre es jedenfalls einfacher.;-)
                        Gerade wenn man sich nicht damit beschäftigt, geht es einem doch besser, naja, solange das Gewissen nicht anklopft.
                        Ich glaube es liegt eher daran, das man die Leute trotz allem noch sehr wichtig nimmt, irgendetwas ist so wichtig das man dann doch nicht loslassen kann.
                        Sei es eine Meinung, eine Einsicht, oder doch so etwas wie Liebe.

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                        • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                          Na, was macht der Schatten deines perfekten Freundes?
                          Ist er kleiner geworden?

                          Kommentar


                          • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                            Hallo Tired, danke der Nachfrage! Soweit geht es mir schon besser, dass Schreiben hier und der Austausch mit euch, hat mich zum Denken angeregt und einiges wieder in die Balance gebracht! Danke schön für eure Rückmeldungen! Der Schatten ist etwas kleiner geworden, zumindest zeitweise, fühlt es sich mehr auf Augenhöhe an. Hilfreich ist auch, wenn ich versuche nicht ständig daran zu denken....dass er eben sein Leben lang die Kinder "haben wird" und den Austausch mit seiner EX. Momentan versuche ich etwas Abstand zu gewinnen...nicht zu unserer Beziehung oder zu ihm, sondern zu seinem Vorleben. Lenke mich ab, mit Freundinnen usw. besuche ihn nur, wenn seine Kinder gerade bei seiner EX sind. Soll nicht heißen, dass ich ihnen aus dem Weg gehen will...irgendwie mag ich ja beide Kids...nur tut es mir gerade gut, wenn ich freundlich, gelassen und trotzdem distanziert bleibe. Vielleicht sollte ich erstmal, wie du auch angeregt hast, meine eigenen vergangen "Vorleben" mit Eltern usw. anschauen...mit meiner daraus reslutierenden Angst von ständigem Vergleichen mit anderen, wie es meine Mutter mit mir getan hat oder der Angst vor dem Nichtbeachtet werden, wie es mein Vater oft an den Tag gelegt hat. Klar, vergeben, weil die Eltern auch nur schwach und hilflos waren, ist das eine, es aber anschauen, auch wenn es weh tut und sich eingestehen, dass ich mich deswegen nicht meine Beziehung "kaputt" machen lassen will, das andere. Da liegt noch ein längerer Weg und Training vor mir...hoffe mein Freund bleibt mir als Trainingspartner erhalten

                            Kommentar


                            • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                              Hört sich gut an.;-)

                              Das mit den Eltern ist sicher nicht so einfach, aber man braucht auch nicht unbedingt deren Meinung um sich eine Meinung zu bilden, mit der man besser leben kann.
                              Du erkennst ja durchaus die Zusammenhänge, warum du welche Macken hast und das ist eigentlich schon das Wichtigste um etwas ändern zu können.

                              Lass ihn nicht so schnell aus, deinen Freund und Trainingspartner, daran kannst du nur wachsen.

                              Kommentar


                              • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                                Hallo an alle,

                                hoffe es ist o.k., wenn ich den älteren Thread nochmals hochhole. Da das Thema noch aktuell ist....dachte ich, schreibe direkt weiter. Leider hat sich meine Gefühlslage nicht gebessert, im Gegenteil, momentan bin ich auf der Suche nach einem Therapieplatz um mit dem Gefühl "im Schatten meines Freundes und seiner Familie zu stehen" mit professioneller Hilfe anzuschauen. Und mit dann zu entscheiden, Trennung oder Weiter machen? Es fühlt sich total beklemmend und luftabschnürrend für mich an....dass von Anfang an unserer Beziehung und des Kennenlernens seine Kinder und seine EX immer wieder Gesprächstoff sind. Ich ahne, dass etwas mit mir nicht stimmen kann, dass ich damit nicht klar komme. Mittlerweile verfalle ich in depressive Stimmungen, irgendwie habe ich die Vorstellung....seine Kinder und seine EX sind ja sooooo toll, da kann ich nicht mithalten. Ist es sinnvoll eine Beziehung zu führen, in der man/frau sich ständig am Vergleichen fühlt??? Wie soll ich meinem Freund gegenüber auftreten, wenn er wieder erzählt, wie Stolz er auf seine Kinder ist, weil die das oder jenes super können oder machen? Und wie clever doch seine EX ist....leide schon an Minderwertigkeitskomplexen daher....Bin ich noch normal? Danke für aufmunternde Worte...

                                LG
                                mixedberry

                                Kommentar


                                • Re: Im Schatten meines perfekten Freundes

                                  ".leide schon an Minderwertigkeitskomplexen daher..."

                                  Ihr beeinträchtigter Selbstwert müsste Gegenstand der anstehenden Therapie werden.
                                  Eine Trennung von Ihrem Partner, nur weil er und alles um ihn herum so "perfekt" scheint, ist kein Trennungsgrund, denn dadurch ändert sich bei Ihnen selbst überhaupt nichts.

                                  Es wäre auch zu analysieren, warum Ihre Vorbeziehungen stets nur kurze Zeit hielten.

                                  Ich wünsche Ihnen Erfolg bei der Psychotherapie.
                                  Vielleicht kommen Sie dadurch auch bald zu der Erkenntnis, dass auch Sie einzigartig sind und es ganz gewiss viele Gründe gibt, warum Ihr Partner nur mit Ihnen weiter zusammen leben will.

                                  Kommentar