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ein Brief von meiner Mutter

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  • ein Brief von meiner Mutter

    Mich plagen insbesondere Schuldgefühle gegenüber meiner Mutter, mit meinem Vater hab ich weniger das Problem. Er verhält sich wie ein ********* und deshalb ist das dementsprechend unproblematisch. Meine Mutter tut aber immer so, als sei sie die beste Mutter der Welt!

    Kurzinfo also: Hab mitte Oktober den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen, eigentlich hauptsächlich deshalb, weil ich schon immer das Gefühl habe, dass sie mich ablehnen so wie ich bin - das Fass war in der Hinsicht einfach übergelaufen.

    Ende Oktober hatte ich Geburtstag. Das überwiesene Geld zurückgeschickt, das mir gesandte Paket nicht geöffnet - es einfach hier rumstehen lassen. Weihnachten ebenfalls. Geld zurück. Geschenke ungeöffnet.

    Nun kam mir heute die Idee, das Geburtstagspaket (also zweieinhalb Monate alt) doch einmal zu öffnen. Weil zurückschicken fand ich damals echt zu extrem. öffnen wollt ichs nicht. Aber jetzt mußt ich ja mal entscheiden, wegschmeißen oder wenigstens mal reingucken ?

    Also zunächst mal was Lustiges ??!!_: Sie hatte einen Käse !! eingepackt, von dem sie wohl meinte, dass der hier nicht erhältlich ist. Der sich in dem ungeöffneten Paket noch relativ ruhig verhalten hat !!! :-)))) Der sich dann aber nach dem Öffnen in seiner ganzen Bandbreite entfaltet hat :-)


    Aber sie hatte mir auch einen Brief mitgeschickt, zu dem ich gern mal Eure unvoreingenommene Meinung hören würde. Deshalb sag ich zunächst mal nix über meine eigenen Emotionen, die das bei mir so hervorgerufen hat. Schreibt mir doch bitte mal, was Ihr dabei so empfinden würdet:


    Eine selbstgebastelte Karte mit Babyfotos von mir! Und von ihr als ganz junge Frau natürlich mit mir im Arm.

    "Liebe jackie,
    herzlichen Glückwunsch an Deinem Geburtstag und alles Liebe u. Gute wünschen Dir Deine Eltern.
    Wie bei Deiner Geburt vor 45 Jahren fällt Dein Geburtstag in diesem Jahr auch wieder auf einen Samstag. Damals hatte ich seit Freitag nachmittag Wehen und bin abend um 23.00 Uhr, nachdem Dein Vater von der Bundeswehr zu unserer Hochzeit nach Hause kam, dann in die Klinik gefahren (die Hochzeit mußte verschoben und die Gäste ausgeladen werden).
    Ich bin dann noch bis morgens um 6.00 mit Wehen herum gelaufen, bis Du dann endlich geboren wurdest. Es war keine leichte Geburt bei eienr Größe von 59 cm und einem Gewicht von 9,5 Pfund.
    Trotz verspäteter Heirat und unserer schwierigen Zeit die ersten Jahre, haben wir es doch geschafft, Dich großzuziehen.
    Wir haben versucht, unsere Liebe mit Dir und Deinem Bruder zu teilen und Euch das Beste zu geben und Dich später - soweit möglich - unterstützt.

    Wie Du selber wahrscheinlich schon festgestellt hast, wollen Kinder irgendwann nicht mehr von ihren Eltern in den Arm genommen werden, das ist ihnen peinlich. Von großen Worten wie "ich liebe Dich" usw. wollen sie schon gar nichts hören, diese heben sie evtl. für ihren späteren Partner auf.
    Wenn Dir unsere Liebe nicht ausgereicht hat, tut es mir leid für Dich, aber auch wir müssen uns nicht täglich sagen, dass wir uns lieben, sondern das spürt mand och auch ohne "oftmals nur vielversprechende" Worte. Tut mir leid, wenn es bei Dir nicht so ist.

    Vielleicht hätten Dir andere Eltern mehr Zuwendung geben können, was ich aber sehr bezweifle.
    So wie Du, hätten sich wahrscheinlich viele andere Kinder auch andere Eltern gewünscht, aber Eltern kann man sich nun mal nicht aussuchen, wie Du weißt.
    Hoffentlich sind denn Deine Kinder zufrieden. Wir wünschen Dir einen schönen Geburtstag und viel Erfolg bei Deiner Suche nach Arbeit.
    In Liebe Papa und Mama(Mutti)"


  • Re: ein Brief von meiner Mutter


    Tja, vielleicht der Versuch einer Rechtfertigung, die Betonung das es woanders auch nicht anders gewesen wäre und das was den Brief beherrscht ist die Feststellung wie schwer es deine Eltern doch mit dir hatten, schon bei der Geburt hast du quer Geschossen.
    Ich würde es als missglückten Versuch der Annäherung empfinden, erst bemüht und je weiter man liest eine Reinwaschung der Eltern selber.

    Wir haben unser Bestes gegeben, du wolltest mehr als die meisten haben.............und die stille Hoffnung das es dir mit deinen Kindern nicht anders geht als ihnen mit dir.

    Kein Friedensangebot, nur die Forderung ihnen dankbar zu sein, Fehler wurden nie gemacht.

    Kommentar


    • Re: ein Brief von meiner Mutter


      ich danke dir sehr - genauso hab ich das empfunden

      ich war mir nur nicht sicher, ob ich da richtig liege - aber genau sowas fühle ich auch.

      danke

      Kommentar


      • Re: ein Brief von meiner Mutter


        Willst du ihr Antworten?
        Du könntest ihr auch den Käse zurück Senden.:-)

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        • Re: ein Brief von meiner Mutter


          Klingt nach selbst Berauschung,... & der Seitenhieb am Schluss, nach dem Motto " du wird schon sehen wie schwer es ist Kinder groß zu ziehen".... finde ich feindlich & eiskalt....weil sie das nicht eine andere Frau sag, sondern ihre Tochter, sie will eben der Status der Mutter haben, die eben " Das sagen" hat.... - Wenn ihr " Freundinnen", mit der zeit geworden wäre, dann wärs ok....es wurde eine Dialog gar eine Diskussion geben, wo man die Position klar stellen könnte, das unter " zwei erwachsener Frauen" oft gibt, SO aber nicht., sie gibt kein Raum dazu, außer eine ordentliche opferische Portion, ihre seit.- Ich weiß nicht Wehr die Priorität hat, sich zu beschweren ? Da ihr euch beide anscheint was zu vorwerfen haben.... Du, weil du ihr sagst, "du hast dein Job nicht richtig gemacht, wie ich es gerne gehabt hätte" Sie weil sie meint " ich habe mein Job richtig gemacht"...
          Gut, man kann " sträng" das ganze sehen, die Chemie zwischen euch, passt einfach nicht, weil es um " schuld suche" & kein Entschuldigung geht, in sofern, an deine stelle wurde ich auch auf "Distanz" gehen.... du macht es schon richtig, eins ist sicher, damit stellt sie klar das Sie es so gemacht hat, wie sie es für richtig hält & meine Meinung nach wenn sie es normal machen sollte, wurde sie nichts anderes daran ändern.- Sie ist Zeh & vielleicht zu alt, um Selbstkritik zu üben.-
          Grüße,
          Rini.-

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          • Re: ein Brief von meiner Mutter


            "Wir haben versucht, unsere Liebe mit Dir und Deinem Bruder zu teilen und Euch das Beste zu geben und Dich später - soweit möglich - unterstützt."

            Diese und andere Passagen des Briefes enthalten doch selbstkritische Aspekte und der ganze Brief ist schon eine Handreichung.
            Akzeptanz im Rückblick und Toleranz für Gegenwart und Zukunft wären sicher angebrachter als ein irreversibler Kontakt-Abbruch.

            Manchmal hilft für die innere Haltung ein Test:
            Stellen Sie sich intensiv vor, Ihrer Eltern kämen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Wie fühlten Sie sich dann?

            Kommentar


            • Re: ein Brief von meiner Mutter


              Hallo Jackie,

              Kinder sind zunächst einmal irgend wie immer ein Spiegelbild ihrer Eltern.


              Das Erkennen von Missständen in einer Beziehung, auch die der Eltern(!) ist immer nur der eine Teil. Die Umsetzung und Verbesserung der andere. Und ändern können wir immer nur uns selbst.


              Eltern haben gegenüber ihren Kindern die Verpflichtung, sie zu versorgen in Form von ordentlicher Erziehung, Ausbildung, Nahrung, Kleidung und Wohnung, bis sie selbstständig auf ihren Füssen stehen und sich selbst versorgen können. Mehr nicht. Auch wenn es heutzutage leider oftmals anders üblich ist, eine Verpflichtung zum Schaffen und Bereithalten von Barvermögen, Sparbücher un- verträge, Immobilien, Arbeitsplätzen und sonstigen Werten für die lieben Nachkommen gibt es nicht. So das begehrt wird, haben die gefälligst selbst dafür zu sorgen.


              Was genau hast Du nun mehr erwartet???


              Mindestens mit Deiner Mutter solltest Du Defizite in Eurer Beziehung in Ruhe bei einer Tasse Kaffee klären können. Und solange Dein Vater Deine Mutter nicht misshandelt, missbraucht oder sonst irgend wie genötigt oder drangsaliert hat, eigentlich auch.


              Oder bist letzten Endes Du mit Deinen Erwartungshaltungen das eigentliche Problem???


              LG

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              • Re: ein Brief von meiner Mutter


                Füttern, Waschen, Wickeln. Jaaaaaa, was braucht der Mensch mehr? Und so lange nicht körperlich missbraucht wird hat das Kind auch gefälligst für seine Seele zu sorgen, schließlich gehört das ja nicht ausgewiesen zu den elterlichen Pflichten.
                Ich weiß auch nicht, es ist doch alles so klar definiert weshalb meinen Kinder ihnen stünde noch mehr zu, sogar auch noch über das Materielle hinaus?
                Sorry, aber dein Beitrag ist mir etwas zu wie soll ich sagen? Bürokratisch? Elterndienst nach Vorschrift?
                Kinder haben ein Recht auf mehr und wenn Eltern nicht mehr geben wollen dann sollen sie keine Kinder bekommen. Wenn sie nicht mehr geben können, dann sollen sie darüber sprechen wenn die Kinder größer sind und zwar ehrlich. Ich meine damit nicht das Materielle.

                Das Kinder immer für das Finanzielle sorgen "sollten" wenn sie auf eigenen Beinen stehen ist schon richtig, aber es war nicht immer so und ist auch oftmals immer noch nicht so. Sogar hierzulande ist die Berühmte Mitgift noch in manchem Kopf und anderenorts Pflicht, was natürlich den Kindern kein Recht gibt sie einzufordern.
                Klar das ist keine Pflicht, aber welche Eltern geben ihren Kindern nicht gerne etwas mit auf den Weg, wenn sie genug haben? Und, welche Kinder fordern etwas von ihren Eltern ein, wenn die es sich nicht leisten können?

                Ich kann mir auch nicht vorstellen das es hier um etwas finanzielles geht, oder etwas das Jackie nicht zu stünde. Ich denke es geht eher um etwas Zwischenmenschliches und da haben Kinder sehr wohl gerechtfertigte Ansprüche. Man kann sie nur nicht in Paragraphen lesen sondern nur an Seele, Liebe und Menschlichkeit messen.
                Moral und Fürsorge müssen über den vollen Bauch und die Sorge das die Kinder gut gepflegt sind hinausgehen. Eltern sind meiner Meinung nach moralisch dazu verpflichtet dafür zu sorgen das ihre Kinder glückliche Kinder sind, natürlich nur im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und da reicht es schon oft aus wenn man sein Kind so annimmt wie es ist.
                Elternpflichten beinhaltet nichts weiter als Vorgaben die es für jeden Hundebesitzer auch gibt, wenn man nicht mehr tut wird der Hund bissig und das Kind traurig. Ich habe auch nicht das Gefühl das Jackie eine Annäherung generell ablehnt , sondern eher auf klare Ansagen wartet.

                Es hört sich für mich eher so an als hätte Jackie den Respekt der Eltern und die emotionale Seite vermisst, die Sicherheit das ihre Eltern zu ihr stehen, was in meinen Augen eine elterliche Pflicht ist.

                Wie gesagt, manche Eltern können das nicht leisten das ist dann halt so, aber manche wollen es nicht leisten und das ist nicht in Ordnung.

                Sorry Jackie, es ist sicher etwas vermessen von mir deine Beweggründe zu analysieren aber bei diesem nüchternen, Rechte und Pflichten Beitrag von HPK hat es mich in den Fingern gejuckt.;-)

                L.G. an euch beide.

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                • Re: ein Brief von meiner Mutter


                  Liebe tired,


                  "Ich kann mir auch nicht vorstellen das es hier um etwas finanzielles geht, oder etwas das Jackie nicht zu stünde. Ich denke es geht eher um etwas Zwischenmenschliches und da haben Kinder sehr wohl gerechtfertigte Ansprüche. Man kann sie nur nicht in Paragraphen lesen sondern nur an Seele, Liebe und Menschlichkeit messen.
                  Moral und Fürsorge müssen über den vollen Bauch und die Sorge das die Kinder gut gepflegt sind hinausgehen. Eltern sind meiner Meinung nach moralisch dazu verpflichtet dafür zu sorgen das ihre Kinder glückliche Kinder sind, natürlich nur im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und da reicht es schon oft aus wenn man sein Kind so annimmt wie es ist."


                  Da im Brief der Mutter von Liebe gesprochen wird, muss doch irgend etwas da gewesen sein, was sie als Liebe verstanden hat. Was genau, ist dann immer Ansichtssache der jeweiligen Beteiligten und Betroffenen.


                  Eine Sache - zwei Menschen - zwei Meinungen. Zwischenmenschliches und gleichzeitig auch demokratisches Grundprinzip.


                  Es besteht nur Klärungsbedarf zwischen zwei Beteiligten.


                  Kein Übungsgelände für emotionales Getöse.


                  Ich weiß, ich bin mal wieder entsetzlich pragmatisch. Aber irgend was an mir muss ich ja auch iieben dürfen... . Neben der Liebe, die ich mir Nahestehenden gerne gebe. In der Form, in der ich es für richtig halte. Und nicht in der, die mir vorgeschrieben wird.


                  Und manche Form von Liebe kommt mir auch vor wie Affenliebe. So eine Form Prostitution für sich selbst.


                  LG

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                  • Re: ein Brief von meiner Mutter


                    "Wir haben versucht, unsere Liebe mit Dir und Deinem Bruder zu teilen und Euch das Beste zu geben und Dich später - soweit möglich - unterstützt."

                    Hm.... " Versucht" versuchen heißt es wiederum für mich, etwas zu starten was man nicht Geschafft hat, also " probiert" oder eben etwas zu tun, was man natürlich nicht aus dem vollen herz tut, sondern praktiziert, weil es sich so gehört, nur....ohne zu überlegen (versuche ich nicht), mein Kind in den arm zu nehmen, ohne zu überlegen (versuche ich nicht) mit ihm zu lachen (sondern) lache ich, Liebes Emotion sind doch keine pflichten.-

                    Wie auch immer, mich überzeugt so ein Brief nicht, ich finde schon das sie ein schlechtes gewissen hat, die sie nicht ausspricht.- & dann die Krönung, sie spring sofort in den gleichem Satz auf das " materielles", was sie anscheint unter " liebe" versteht... nach dem Motto : "Wir haben dir was gegeben".- Und somit wäscht sie ihr schlechtes gewissen in einen Satz... überträgst es, aber (somit) & ganz schnell auf den direkter weg, auf die Schulter von Jackie, Also ich finde es.... " bah".-

                    Das ist last, darum hat Jackie ein schlechtes gewissen, Sie weiß nur nicht warum, Sie reagiert aber instinktiv richtig, das sie die Kohle zurück sendet... soviel zum Thema " Dankbarkeit" & pflichten, man kauft keine elterliche Liebe... **Man hats oder nicht**, aber " kaufen, & Dankbarkeit = Erwartung" Na, da hört verständlicherweise der Spaß auf, zu recht.

                    Gut der Test ist natürlich klar, wenn kein Hass im frage kommt, sondern nur Enttäuschung, dann funktioniert es rukizuki !

                    Nebenbei, Diese Mutter Ernst heute was sie gepflanzt hat, das es nicht Floriert, Blüht & gut riecht, Wehr soll es den wundern, mir nicht.- Dabei bräuchte sie nur einfach mal Jackie zu sagen " Ich habe misst gebaut, Entschuldigung" Mehr brauchte sie nicht, aber der "stolz" & den ganze hikak, lest es nicht zu...

                    Schöne Grüße,

                    Rin.-

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                    • Re: ein Brief von meiner Mutter


                      .......Es besteht nur Klärungsbedarf zwischen zwei Beteiligten.
                      Kein Übungsgelände für emotionales Getöse.......

                      Aber es geht doch um Emotionen und wenn man so etwas klären möchte wird es emotional, was manchmal genau das ist was der andere erwartet. Ich meine jetzt nicht das die Gefühle überschwappen sollten, so kann man nichts Klären, aber sie sind oft ein wichtiger Bestandteil der auch besprochen gehört. Wenn man die Emotionen beiseite lässt braucht man auch erst gar nicht zu reden, man muss wissen was der andere fühlte, bzw. wie sein Verständnis von dem Ganzen ist um ihn zu verstehen. Ich gebe dir Recht das es kein Getöse geben sollte, aber ein Übungsgelände für Gespräche und auch Emotionen würde es auf jeden Fall sein, schon alleine weil die Übung fehlt. Ich finde da sollte man nichts gegeneinander aufwiegen, aber das man drunter gelitten hat und und was man dem anderen gegenüber fühlte gehört meiner Meinung nach durchaus dorthin (Vorwürfe sollte man da natürlich erst mal raus halten).

                      Mal ein Beispiel. Ich bin jetzt auch nicht jemand der gerne über Emotionen spricht und versuche das möglichst zu vermeiden. Das geht aber manchmal nicht, besonders wenn man bestimmte Dinge klären möchte.
                      Vielleicht gibt es sogar ein paar Parallelen des Verhaltens meiner Eltern zum Verhalten von Jackies Eltern.
                      Als Kind hatte ich immer das Gefühl das meine Eltern meinen Bruder viel mehr liebten als mich, das war auch so und mir ging dadurch auch so einiges ab, was teilweise immer noch an mir nagt.
                      Nun mal die emotionale Variante.
                      Ich habe mal mit meiner Mutter darüber gesprochen, sie hat das auch gleich zugegeben und es tat ihr auch offensichtlich Leid, das tat ihr auch schon früher Leid. Sie meinte das mein Bruder das Sorgenkind war und die scheinen einem besonders an´s Herz zu wachsen, das sind Gefühle die man nicht beeinflussen kann auch wenn man weiß das die anderen dabei zu kurz kommen und man das selber nicht in Ordnung findet. Man kann es nicht ändern, sondern nur "versuchen" die Zuwendung gleichmäßig zu verteilen, was natürlich nicht gänzlich gelungen ist.
                      Das Gespräch verlief so das ich die damalige Situation weitgehend nachvollziehen konnte, zumal mir auch klar ist das mein Bruder einer war der den größten Mist bauen konnte und man ihn trotzdem (oder gerade deshalb?) lieb haben musste und wenn ich drüber nachdenke habe ich ihn auch mehr gemocht als alle anderen. Es ist aber auch so das Kinder das dürfen, Eltern vom Moralischen her vielleicht nicht (in meinem damaligen denken, als ich noch klein war), aber sie können im Grunde gar nichts dafür. Der Punkt ist das meine Mutter bei dem Gespräch recht emotional war und vor allem ehrlich, genau deshalb kann ich das auch verstehen und es hat mich selber dazu angeregt meinen Standpunkt noch einmal zu überdenken.

                      Das negativ Beispiel.
                      Bei meinem Vater war es im Prinzip genauso, nur hat er keine messbare emotionale Seite, wenn ich da mal was gespürt habe dann immer nur in Bezug auf meinen Bruder.
                      Er ist einer der steif und fest behauptet alle Kinder gleich behandelt zu haben, ich weiß aber das es nicht wahr ist. Er hat seine Liebe zu mir sozusagen in Dienstleistungen aufgewogen und in Begebenheiten die für mich total daneben waren, wohl auch krank, aber für ihn ist es Liebe gewesen. Ich habe auch mal versucht mit ihm darüber zu sprechen, im Bezug auf bestimmte Dinge gibt er Fehler zu wäscht sich aber gleichzeitig damit rein das er halt so ist wie er ist. Es gab Verhaltensweisen von ihm die absolut nicht in Ordnung waren und er lügt sich eins in die Tasche wenn das Thema mal in der Luft liegt. Vielleicht glaubt er weitgehend selber dran, aber bei ein paar Dingen müsste er durchaus wissen das er sich absolut falsch verhalten hat, er würde es aber nie zugeben. Er tut einfach so als wäre dies und das einfach nicht so passiert, es läge an meiner Erinnerung die falsch ist.
                      Er sieht das anders als ich, wohl ähnlich wie Jackies Mutter da auch einiges anders sieht. Das Problem ist das man in diesen Punkten nicht mit ihm Reden kann, ihm fehlen die Emotionen durch die er das ganze vielleicht erklären könnte und es fehlt die Ehrlichkeit, die Bereitschaft sich meiner Sicht der Dinge zu stellen, sie auch hier und da gelten zu lassen.
                      Gerade weil er ein emotionaler Kühlschrank ist und seine Meinung Nüchtern vertritt, ohne sich mal auf das "Übungsgelände" der Emotionen zu begeben habe ich keinerlei Interesse daran mich mit ihm auszusöhnen (was nicht heißen soll das keine CO. Existenz möglich ist). Es gibt zwar Eigenschaften die ich an ihm schätze, aber im Grunde kann ich ihn nicht leiden, oder eher gesagt ich kann ihn nicht als Vater sehen, als Menschen den man liebt.
                      Das wird sich auch nicht ändern, vielleicht bessern wenn er mal ehrlich und emotional wäre und sich nicht immer selber als Opfer der Umstände darstellen würde, quasi als Opfer seiner Kinder.

                      Den Rat von Dr. Riecke sich mal vorzustellen wie man empfinden würde wenn so jemand umkommt habe ich schon als Kind praktiziert, ein guter Rat da weiß man wo man steht.

                      Ich weiß nicht ob ich rüberbringen kann was ich meine, es gibt verschiedene Gesprächsformen, eigentlich mit dem gleichen Ziel, beiderseitig.
                      Ich finde das die Variante Emotionen mit einzubringen eher dieses Ziel erreichen kann, als ein nüchternes Gespräch. Zumindest bei solch einer Thematik.

                      Bin jetzt wohl etwas ausschweifend geworden.

                      Da diese Geschichte vielleicht doch ganz weit weg ist von deinen Empfindungen Jackie, hoffe ich das du mir das Wildern in deinem Thread nicht übel nimmst.

                      L.G.

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                      • Re: ein Brief von meiner Mutter


                        Weißt du, elterliche (Liebe & Pragmatismus) in ein Topf zu werfen, besonderst wenn die doses des Pragmatismus mathematisch ausgerechnet wird, ist es ein "Geschäft", dann durfte die emotionale Rechnung eine " bittere brühe" werden... seidem die Kindern, sind aus dem gleichen holz, dann .... "Hurra"... Am sonnst, kann man diese " Kombination", fröhlich um sich werfen, wie Konfettis... wagzen tut dabei nichts ... ausser sich in der tat in die Tasche zu lügen, Inklusive die Gesellschaft in der man lebt.-

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                        • Re: ein Brief von meiner Mutter


                          "Ich habe mal mit meiner Mutter darüber gesprochen, sie hat das auch gleich zugegeben und es tat ihr auch offensichtlich Leid, das tat ihr auch schon früher Leid. Sie meinte das mein Bruder das Sorgenkind war und die scheinen einem besonders an´s Herz zu wachsen, das sind Gefühle die man nicht beeinflussen kann auch wenn man weiß das die anderen dabei zu kurz kommen und man das selber nicht in Ordnung findet. Man kann es nicht ändern, sondern nur "versuchen" die Zuwendung gleichmäßig zu verteilen, was natürlich nicht gänzlich gelungen ist."



                          Hallo tired, hallo jackie,


                          genau diese Situation habe ich auch erlebt. Mein Bruder hat schon zeitlebens einen Sprachfehler, vermutlich weil er als Kind mit der Beaufsichtigung der jüngeren Geschwister überfordert war. Meine Eltern glaubten dann, alles Positive in ihn hinein sehen zu müssen.


                          Leider ging das dann irgend wann mit einem völlig abgehobenen Selbstwertgefühl dahin, dass er eine meiner Schwestern vergewaltigt hat. Die Sache kam erst vor ungefähr zwei Jahren ans Tageslicht.


                          Mit meinem Vater habe ich defintiv zwei Jahre vor seinem Tod endgültig Schluss gemacht, weil er zeitlebens die Familie terrorisierte und nach Belieben und persönlichem Bedarf auseinander dividierte. Er hat dann meine Mutter gezwungen, ein Testament mit wissentlich falschem Inhalt zu unterschreiben. Ich war nicht auf seiner Beerdigung und noch nie an seinem Grab. Das kommt in Deutschland öfter vor, als man annehmen könnte. Aber es ist ein Tabuthema. Ich hatte die Faxen einfach satt. Später habe ich mir da von einem Therapeuten helfen lassen, meine Aggressionen endgültig los zu werden.


                          Nachdem wir wegen dieser Streitigkeiten jahrelang getrennt waren, kam ich mit meiner Mutter mit zwei Sätzen schnell ins Reine. Ich habe sie ganz gezielt darauf angesprochen. Sie hat einfach das gesagt, was ich schon vorher wußte. Da war mir sofort klar, dass ich gar nicht weiter nachhaken brauch und darf.


                          Sie ist mittlerweile eine bald 79-jährige Dame vom Scheitel bis zur Sohle, deren einzige Aufgabe es ist, sich um ihre 19 Enkel zu kümmern. Alles andere darf und soll sie gestalten wie sie will. Und das bekommt ihr.


                          Die Sache mit meiner Schwester und meinem Bruder wurde mit einem Therapeuten und weitgehend intern geregelt. Er hat sich da voll und ganz mit eingebracht. Da jeder in einer funktionierenden Ehe lebt (ich bin der einzige, der glücklich geschieden ist), ist weiterer Handlungsbedarf in unser aller Augen derzeit nicht notwendig. Ansonsten wird darüber gesprochen.


                          Viele terrorisierten Ehepartner (und die gibt es beidseitig!!!) schaffen es leider nie, mal die Bratpfanne in die Hand zu nehmen und dem terrorisierenden Ehepartner damit mal ordentlich aufs Maul zu hauen. Das wäre oft genug noch weit mehr als nur nötig.


                          @Jackie


                          Versuch es mit ganz wenigen Worten. Die bringen manchmal mehr als jahrelange Debatten. Und nicht gleich nachhaken, wenn Du Dein Anliegen hier nicht voll erfüllt siehst. Sondern durch Nachdenken einen guten Teil dazu beitragen. Viel Erfolg.


                          Ganz liebe Grüße

                          Kommentar


                          • Re: ein Brief von meiner Mutter


                            Ich finde es interessant auf wie viele Arten, verschiedene Menschen ein und denselben Brief deuten können.

                            Jackie, du und ich auf ähnliche Weise, HPK und der Doc wieder ganz anders.

                            Die einen auf Gefühlsebene, der nächste mit nüchterne Sachlichkeit und last not least das positive hervorhebend und berufsbedingt wahrscheinlich aus der objektivsten/neutralsten Sichtweise.
                            Anscheinend packe ich in solche Antworten mehr aus dem eigenen Leben hinein (genau genommen weniger, weil die positiven Faktoren übersehen werden) , als man eigentlich aus Brief herauslesen kann.
                            Das Ganze geht verloren, aber das ist ja ein Vorteil des Forums durch viele fokussierte Sichtweisen fügt es sich am Ende oftmals doch noch zum Ganzen zusammen.

                            Ich finde fast jede dieser Sichtweisen ist richtig, aber eben nur ein Teil vom ganzen.

                            Kommentar


                            • Re: ein Brief von meiner Mutter


                              Naja, Der Doc, sagt zu Jackie mehr oder weniger der Kluge gibt nach, akzeptiert das sie so ist, ob sie es bewusst macht oder nicht, darf da kein Kontakt Abbruch geben, .- Es ist ( ohne wenn & aber ) zwar vernünftig & weise, kommt drauf an was diese Mutter, sich noch (leisten möchte) auf die "emotionale kosten" von Jackie...

                              ich halte eine " pause" für vernünftig um das Jackie sich " erholen kann" & auch lehnen kann sich abzunabeln.-- Das ist für mich eine der " Diskrepanz" die ich da resolut an ihre stelle mit eine gewisse "gradlignikeit" Ohne Wischiwaschi-photos-Herz-weichspüller, mit der "Frau= Mutter" klären wurde... aber erst dann, wenn sie soweit ist & genug "Argumente" hat, um ihre emotionales empfinden zu lokalisieren / artikulieren.- Dann kann sie es an der " Frau" bringen... mit der " nötige Portion" die Jackie " empfinde".... Mutter Respekt hin oder her.-

                              Kommentar


                              • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                .......darf da kein Kontakt Abbruch geben......

                                Im Gesellschaftlichen Gefüge sollte es ja auch so sein, ein rigoroser Kontaktabbruch passt nicht in das Familienbild und ist ein harter Schritt.
                                Gerade weil das Bild der Familie mit Zusammenhalt in unseren Köpfen so verankert ist, fällt es besonders schwer mit den Eltern zu brechen.
                                Solange nichts unverzeihliches vorgefallen ist wäre es für beide Seiten weniger Schmerzhaft zumindest einen respektvollen Umgang miteinander zu Pflegen, wenigstens einen Versuch zu wagen. Am besten bevor die Fronten verhärtet sind und keiner sich zum ersten Schritt durchringen kann, sondern meint das der andere das machen müsste. Wenn der Brief als ein Versuch der Versöhnung zu werten ist dann könnte das die letzte Gelegenheit sein Kontakt aufzunehmen, die Mutter ist vielleicht über ihren eigenen Schatten gesprungen und wird es evtl. nicht wieder tun (auch wenn es ein eher kläglicher Versuch war)
                                Wer weiß ob es nochmal eine Gelegenheit gibt die es beiden ermöglicht ihr Gesicht zu wahren und sich nicht als Bittsteller zu fühlen.

                                Das ist natürlich nicht Pauschal zu sagen, manch einer lebt zufriedener und glücklicher ohne seine Eltern, was einen Bruch mehr als rechtfertigt.

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                                • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                  Hm... Also wenn ich mich nicht irre, wenn man schon von " Verhärtung der Fronten" spricht, scheint diese Lage sehr lange "super" für die Mutter gelaufen zu sein... & nun es läuft nichts super... nun was ist ?
                                  Jackie " reagiert nicht entsprechend & nicht gleich auf das gewünschte "echo" wie es sich von eine brave Tochte gehört, tja, ob das nicht zu " erwarten" war, ist die frage... ?
                                  Nur Jackie lernt nun " im Moment" sich ein gewissen schutzmantel zu bauen,.... " nicht sagen, oder nicht reagieren, ist auch was sagen"... was natürlich die Mutter nicht passt, Doofe Jackie " sie funktioniert nicht wie im Bilderbuch", tja Jackie "passt sich eben nicht an, nach der form & Regel die der Mutter bittet, Sie ist eben nicht eine verlogene, geschmeidige Tochte.... Die ja & amen sagt... " Mama" bekommt eben kein Orden, Mist! Dabei bettelt Sie regelrecht danach... weil sie ja Sooo sehr " gelitten hat".-
                                  .- Also das " verhalten von Jackie, hat immerhin " Charisma" was selbstverständlich nicht in das Familien Bild " Friede Freude & Paragraph sowieso & creme de la creme passt... logisch! Nur bevor es " gepasst werden sollte" ist ein Hünschen zu rupfen, ach was...pfff... ein ganze Stall davon, Die Mutter will natürlich nicht dahin, Sagt ihr mehr oder weniger " schlag mich nicht, schau was ich alles gemacht habe, ich habe mich mühe gegeben... " Nur Jackie schlagt nicht zurück, das ist "top" sie pausiert & verbuddelt sogar die Schmerz Pakete.... Ob das nichts zu sagen hat, das sie ewig lang braucht um es aufzumachen, sie wollte kein " strohmschlag wieder haben, Sie braucht **zeit**, es läuft eben ( dies mal) auf den Rhythmus von Jackie, nicht auf den " Rhythmus" die, der Gesellschaft vorgibt... Dramatisch finde ich das nicht... dies mal lest sich anscheint " Jackie" nicht an ihre sentimentale Fäden ziehen, wie es sonnst für die Mutter anscheint " eine üblich Methode " bei Jackie war.- & das bedeutet auch nicht ein " Beinbruch für die Mutter"... Sondern (im Moment) Schaut Jackie in sich drin, "wie" sie es braucht & fühlt, ausnahmsweise nicht "wie" die Mutter es braucht, es bereitet ihr vielleicht "etwas mehr" über ihre tolle Orden nachzudenken, wenn sie es tut ? & wenn nicht, ist es auch ok.

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                                  • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                    .......Nur bevor es " gepasst werden sollte" ist ein Hünschen zu rupfen, ach was...pfff... ein ganze Stall davon.......

                                    Da will ich nicht widersprechen.;-)

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                                    • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                      Üble Geschichte mit deinem Bruder, meiner war zum Glück anders gestrickt und hat meistens den Beschützer gegeben, naja außer wenn wir und mal wieder gekloppt haben.;-)

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                                      • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                        :-)))))))))) mija... nebenbei ich verstehe, das " Prostitution für die Harmonie " seelisch mehr kostet, als ein paar Hünschen zu rupfen, die wiederum in der tat, für " Harmonie sorgt", aber neinnein iwooo...pah!, sich offen & ehrlich alles sagen, scheint ein verdammtes gesellschaftliches verbrechen, gegen die "Armonie" zu sein.- Ergo es wird alles unten tepisch gekärt bis man über die X Beule sich die Nase einschlägt, man steht auf und sagt: Ach waaaas, es war nichts...erdulde, erdulde, du bist die Tochter, streckt die andere backe...gibt den Beispiel voran...verzeihe & bettet...blaaaablaablub "... tja.... klappe zu, affe tot.-

                                        Dir Tired, ein lieben Kuss, du süsses Harmonie Kind.-
                                        Salut Rin.-

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                                        • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                          ........aber neinnein iwooo...pah!, sich offen & ehrlich alles sagen, scheint ein verdammtes gesellschaftliches verbrechen, gegen die "Armonie" zu sein.......

                                          Genau! Deshalb ist es ja auch so schwer sich gegen Familiäre "Geheimnisse" zu wehren und gegen den Strom zu schwimmen.

                                          ......du süsses Harmonie Kind......

                                          Ohhhhhh, wenn du wüsstest.()))

                                          Liebe Grüße

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                                          • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                            "Versuch es mit ganz wenigen Worten. Die bringen manchmal mehr als jahrelange Debatten. Und nicht gleich nachhaken, wenn Du Dein Anliegen hier nicht voll erfüllt siehst. Sondern durch Nachdenken einen guten Teil dazu beitragen. Viel Erfolg."


                                            Hallo Jackie,


                                            Bemühungen, alles bis ins klitzekleinste Detail zu klären, dürften auch bei Deiner Mutter und Dir nicht zu brauchbaren Ergebnissen führen. Versuche lieber, Dir einen schönen virtuellen Rahmen zu gestalten, in dem dann das Bild Deiner Mutter seinen Platz haben wird. Für diesen Rahmen brauchst Du nicht viele Worte. Aber etwas Liebe für sie.


                                            In dem Bild, das Du dann einfügst, sollten sich überwiegend positive Gedanken von Dir über Deine Mutter finden lassen. Das sind dann die hellen Teile von dem Bild. Und natürlich auch ein paar negative. Das sind die dunklen Teile. Wie bei (fast) jedem anderen Bild auch. Und das wirst Du dann auch noch in Deinem Herzen tragen, wenn sie nicht mehr da sein wird. Denn sie wird immer Deine Mutter bleiben. Auch dann, wenn Ihr Euch nicht immer verstanden habt. Weil nicht immer die richtige Worte gewählt wurden, oder weil Sachverhalte falsch verstanden wurden.


                                            Für den Rest brauchst Du nicht mehr viele Worte. Womit wir wieder am Anfang meiner Gedanken wären.


                                            LG

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                                            • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                              Sie waren einmal kleine Kinder deine Eltern die mies aufgezogen worden sind. Schade.

                                              Das zieht Generationen lang Kreise. Leider.
                                              Siehe bei dir.

                                              Ich war meiner Mutter gegenüber auch sehr lange unversöhnlich eingestellt, bis ich gemerkt habe dass sie nicht anders getan hat wie ich auch bei MEINEN Kindern.

                                              Ich war gut solang es mir gut ging, ich war mies wenn es mir schlecht gegangen ist.
                                              In allem, nicht nur im Umgang mit meinem Nachwuchs.

                                              Heute lachen wir drüber, Gott sei Dank.
                                              Möglich ist dieses Jammern über die Mutter nur immer bei jenen die keine eigenen Fehler erkennen, nur die der andern.

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                                              • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                                Mein Anliegen war nicht, zu überprüfen, ob der Kontaktabbruch angemessen ist. Ich habe mich durchaus gefragt, ob ich dies nicht etwa im Falle eines plötzlichen Todes bedauern würde. Es war eine wohlüberlegente Entscheidung.

                                                Auch habe ich absichtlich weder über meine Kindheit noch die Ursache des letzten Konflikts berichtet, ich wollte davon unbeeinflußte Meinungen. Ich wollte weder eine Verurteilung meiner Eltern noch meines Verhaltens vermeiden, die Frage nach Recht und Unrecht.

                                                Ich bin Euch nicht bös, wenn Ihr das miteinfließen lasst. Aber darum ging es mir nicht. Ich wollte einzig eine Überprüfung meines Gefühls, das mit diesem Brief etwas nicht stimmt. Mir fällt das sehr schwer. Dieser Brief spiegelt eine Einstellung meiner Mutter wider, die sie mir gegenüber schon von klein auf entgegenbringt.

                                                Deshalb fällt es mir so schwer, selbst zu analysieren, was mich wütend macht, was nicht stimmig ist. Tired und pain aux chocolate, Ihr habt mir dabei sehr geholfen. Ihr habt da viel herauskristallisiert, was mir so schwer zu sehen fällt.

                                                Ich frage mich auch, warum andere das nicht so spüren, - sind sie objektiver oder tragen sie eine ähnliche Brille wie ich, die das Sehen so schwer macht?

                                                Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich meinen Eltern niemals Vorwürfe wegen meiner Kindheit gemacht habe - obwohl es da sehr schlimme Dinge gab. Wir konnten darüber nie sprechen. Und ich habe das auch so akzeptiert. Sie haben ihr Bestes versucht, es ging eben nicht anders. Sie sind heute alt, haben vieles verdrängt und ich will und wollte sie nie nötigen, darüber zu sprechen.

                                                Die Geschichte von meiner Geburt kenne ich, ich habe sie oft genug gehört, auch selbst danach gefragt. Denn ich war immer daran interessiert, sie zu verstehen, diese Zeiten zu verstehen.

                                                Aber das macht vielleicht deutlicher, wie dreist, wie gemein dieser Brief eigentlich ist. Denn wir hatten ja zwei Wochen vorher einen ganz aktuellen Konflikt. Ich fühlte mich mal wieder gekränkt und abgewertet durch meine Mutter.

                                                Ich hatte schon während ich das Paket ungeöffnet ließ, den Gedanken, dass sie mir ja vielleicht ein paar Zeilen bezüglich dieses Konflikts geschrieben hätte. Und dass ich ihr ja durch das Nichtöffnen gar keine Chance gelassen hatte, dazu noch einmal Stellung zu nehmen.

                                                Gerade deshalb finde ich grotesk, nun mit meiner Geburt zu kommen. Und mit welcher Intensität! Meine Eltern haben offensichtlich beide an der selbstgebastelten Karte gearbeitet, denn sie trägt den Schriftzug meines Vaters. Damals gab es nur wenige Fotos - es sind die Originale - so dürften ihnen selbst nur noch sehr wenige bleiben. Wurden zurechtgeschnitten und in die Karte eingearbeitet. Das verwirrt mich schon sehr einerseits.

                                                Anderseits ist das doch eine ganz fiese Tour?! Sie hätte doch einfach auf den aktuellen Konflikt beziehen können.

                                                Ich respektiere es, nicht auf meiner Kindheit herumzutreten - aber genau das tut sie doch nicht. Indem sie "argumentiert" damit, wie schwer meine Geburt war ??!! Das ist doch fies.

                                                Und entsprechend diesem Brief verhält sie sich eben bei jedem Konflikt. Nicht indem sie mir bei jedem Konflikt von meiner Geburt erzählt. Nein, indem sie weint, sie sei immer eine gute Mutter gewesen.

                                                So kann ich mich nie gegen irgendwas wehren, was sie tut. Und dabei geht es doch ums heute! Ich hätte wirklich so manchen Grund, sie wegen meiner Kindheit zu verfluchen - aber das tue ich doch noch nicht einmal. Es geht ums heute! Sie greift mich an, ich wehre mich -

                                                und die Resonanz ist ähnlich wie in diesem Brief:
                                                Deine Geburt war schwer.
                                                Mehr positive Gefühle können wir nicht zeigen, so sind wir halt. Wenns Dir zu wenig ist -
                                                Pech gehabt.

                                                Ja dann, ich brauche das nicht. Das ganze Negative, was mir das Fortführen der Beziehung bringt.

                                                Vielleicht erklärt das nun so mancherlei deutlicher. Aber so deutlich wollte ich vorher gar nicht sein. Ich wollte wissen, ob andere Menschen diese Schwingungen spüren.

                                                Ja, grundsätzlcih bin ich mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es tut mir unglaublich gut, nicht dieser ständigen Gehirnwäsche zu unterliegen. Wie pain aux chocolate sagt, ich brauche Distanz.

                                                Das muß nicht für immer sein. Ich werde mir noch überlegen, ob ich das ändere, wenn sie mich in anderer Hinsicht brauchen als in dieser emotional-kranken. Vielleicht. Zunächst hab ich mal das Recht auf Distanz.

                                                Und dieser Brief bestärkt mich darin. Er ist unfair.

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                                                • Re: ein Brief von meiner Mutter


                                                  Hallo MissJackie,

                                                  ich finde deine Einstellung gut. Du hast absolut Recht wenn du sagst es geht um das hier und jetzt. Manche Leute müssen über die Vergangenheit reden um dem hier und jetzt eine Chance zu geben, eben noch einiges klären was unverarbeitet ist. Du hast das hinter dir lassen können und das finde ich beneidenswert, von deiner Mutter kann man das wohl nicht sagen. Nur das Problem ist wohl das sie da nichts für sich in´s Reine bringen möchte sondern die Vergangenheit eher wie ein Schutzschild vor sich her trägt, ohne das sie dabei etwas klären möchte. Vielleicht würde es ihr die Augen öffnen wenn sie sich damit beschäftigen würde, aber dann wäre ja ihr Schutz verloren.
                                                  Es ist schade das sie das Vergangene nicht ablegen kann und sich wie du es tust der Gegenwart stellt, sondern für ihre Rechtfertigungen das Vergangene (Ihre Mühen betreffend) pflegt.

                                                  War mir schon klar das du da nicht zu viel in deinen Beitrag einbringen wolltest, wegen der Objektivität und dem worum es dir ging.
                                                  Der Rest geht uns ja gar nichts an und die Diskussion hat sich da etwas verselbstständigt und hat dein Thema nur noch am Rande berührt.

                                                  Ich fand die Diskussion recht interessant, gerade weil sie etwas abgedriftet ist, Ich finde in letzter Zeit ist es dem Forum ein wenig abhanden gekommen, das Lebhafte vielfältige Diskutieren (da fehlen halt auch ein paar mehr User) und das sich ein Thema auch mal weiter/anders entwickelt selbst wenn es abtriftet.

                                                  Danke dir für dein Thema das die Möglichkeit geboten hat verschiedene Richtungen einzuschlagen, ich fand es auch sehr interessant zu lesen wie verschieden ein und dieselbe Sache gedeutet wird und mit welchen, eigenen, Erlebnissen deine Frage verbunden wurde. Was so ein Brief bei anderen wachruft und mit welchen eigenen Erlebnissen er assoziiert wird ist schon Wahnsinn. (Wobei ich da wohl mehr von mir spreche;-))

                                                  Dein Thema hat mir das ein oder andere wieder in Gedächtnis gerufen und besonders dein letzter Beitrag hat mir etwas das ich aus den Augen verloren habe, wieder in Erinnerung gerufen.

                                                  Ich denke mal du hast mir mehr weiter geholfen als ich dir.

                                                  Liebe Grüße

                                                  Ps.

                                                  Wenn du magst kannst du ja mal Bericht erstatten ob sich das zwischen dir und deiner Mutter doch noch weiterentwickelt hat. Würde mich interessieren.

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