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Wenn es einfach nicht sein darf...

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  • Wenn es einfach nicht sein darf...

    Hallo!


    Ich bin 24 Jahre alt und seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Seit 2 Jahren leben wir in einer gemeinsamen Wohnung.
    Mein Problem ist, dass ich schon seit längerer Zeit in keinen Kinderwagen mehr reingucken kann, ohne einen inneren Schmerz zu verspüren. Ich liebe Kinder und würde so gerne eine Familie gründen. Leider ist das aber weit, weit weg. Wir studieren beide. Zwar ist er jetzt im Februar fertig, bei mir wird es aber noch einige Jahre dauern. Die finanzielle Lage ist zur Zeit eine Katastrophe. Wir bekommen beide kein Bafög, leben vom Ersparten und gehen arbeiten. Ein Kind passt einfach gar nicht. Das sagt der Verstand- aber das Gefühl steuert nur dagegen.
    2 Familien in unserer Nachbarschaft bekommen demnächst ein Baby. Wir waren einmal mit einem Paar befreundet. Jetzt habe ich mich aber komplett distanziert, weil ich es einfach nicht aushalte. Ich bin (ja , so schrecklich bin ich) wirklich eifersüchtig auf diesen Bauch! Das ist doch nicht normal!!!
    Ich stelle mir ständig vor wie es wäre eine Familie zu gründen, meinem Kind etwas vorzulesen, eine richtige Familie zu sein.
    Mein Partner hätte auch gerne Kinder- aber eben auch später. Ich glaube nicht, dass er denselben starken Wunsch verspürt.
    Ich kann mit niemanden darüber reden, denn alle ticken anders an der Uni. Karriere kommt bei denen eben an erster Stelle. Die sind noch voll dabei ihre Freiheiten zu genießen, Partys, Politik, etc. Ich bin da einfach mal ganz anders und würde mich mit einem Gespräch darüber ins Abseits schießen.
    Kennt ihr vielleicht solche Gefühle? Hat das vllt. etwas mit meiner Pille zu tun (Hormone)? Was stimmt mit mir nicht?
    Liebe Grüße


  • Re: Wenn es einfach nicht sein darf...


    Hallo Sarah,

    es ist sehr schön, das das menschliche Dasein unabhängig von der Sexualität einen Kinderwunsch quasi "von innen heraus" kennt. Auch dass er so stark ist und sich rationalen Erwägungen (Karriere, ökonomischen Faktoren) entgegen stellt.
    Bitte pathologisieren Sie das nicht. Es geht nun einfach darum, Ihre Vorfreude etwas "zu strecken" und das Ereignis nur zu vertagen.
    Es ist übrigens sehr wichtig, dass Ihr Partner auch ein Familienmensch zu sein scheint und Kinder nicht generell ablehnt. Das gibt es leider oft.

    Ich wünsche Ihnen Geduld.
    Beste Grüße
    Dr. Riecke

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    • Re: Wenn es einfach nicht sein darf...


      Wäre der Fritz nur Maurer geworden und hätte er nicht auf den Rat seiner Eltern studiert, er würde selbstvergessen die Ziegelsteine aufbauen zu Meisterwerken...nicht Taxifahren mit Fahrgästen die zwar Doktoren sind aber mit tief eingegrabenen Sorgenfalten...

      Wäre die Frau zur Mutter geworden und hätte sie ihrer Kinderschar beigebracht wie konsequent man seine Ziele verfolgen kann wenn man sie nur will, dann wäre.....

      Ich an deiner Stelle würde nachdenken wie wichtig und sinnvoll deine Zukunftsplanung so ist in Sachen Beruf.
      Weise Häupter behaupten: nicht immer steckt hinter einem Studium auch Wohlstand...oder Glück oder die erleichterte Feststellung: ich bin am rechten Ort zur rechten Zeit und an der richtigen Stelle.
      Oft ist das alles nur eine Art Show um gut dazustehen vor anderen.
      Oder um stolz behaupten können ich habe geschafft was andere nicht schaffen.
      Schau nach in den Biografien von echt glücklichen Menschen, sie haben alle was gemeinsam- sie sind nicht abgekommen von ihrem Bestreben nach dem was ihre "innere Stimme" vorgegeben hat.

      Wenn dein Freund studiert und bald fertig ist dann könnte vielleicht sinnvollst sein SEINE Berufung voll auszubauen und die deine ....
      in einen Beruf zu stecken wie vielleicht Immobilienmakler oder Refernet oder ähnliches- quasi als Nebenerwerb ( was nicht heißt dass du dann nicht besser verdienst als dein Freund letztendlich) und als Haupterwerb die Familien-Fasson ganz nach deinem innerem Geschmack.

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      • Re: Wenn es einfach nicht sein darf...


        Hm, lebe im Hier und Jetzt?

        Ich finde eine fundierte berufliche Ausbildung sehr wichtig, möglichst auch ein paar Jahre Berufserfahrung bevor man ein Kind plant.

        Es wird nicht gefallen, aber jetzt komme ich auch mal mit dem was wäre wenn. Was wäre wenn nach einigen Jahren die Trennung ansteht, welche Chancen gibt es da ohne Ausbildung einen Job zu finden von dem man auch leben kann, ohne sich so kaputt zu machen ohne das die Kinder zu kurz kommen?

        Was wäre wenn er beruflich scheitert und dann beide zuhause sitzen, obwohl das hätte vermieden werden können weil sie aufgrund einer fundierten Ausbildung der Mutter die Rollen hätten tauschen können?

        Ich gebe dir Recht, man sollte nicht zu sehr an das was wäre wenn denken, aber wenn man die Möglichkeit hat evtl. Abhängigkeiten zu vermeiden dann sollte man das auch tun, durch einen eigenen Beruf.

        Heute schaut sie in die Kinderwagen, ein Kind würde sicher auch viel geben und ist nichts was man bereuen müsste. Allerdings schaut das Kind in einigen Jahren vielleicht seinen Freunden hinterher, die es richtig krachen lassen, aber ihm selber fehlt das Geld mit zu machen.
        Nicht wichtig? Für Muttern vielleicht nicht, für´s Kind schon.
        Etwas mehr Geduld und man kann beides haben, zumindest weiß man das man alles dafür getan hat, ganz gleich ob es scheitert. Das Kind wird in fünf Jahren noch genau soviel Freude bringen wie es das heute tun würde, aber es wird später einfacher sein und vor allem bewahrt man sich die Möglichkeit zur Unabhängigkeit, falls doch etwas schief laufen sollte.

        Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Lerne was, biste was, haste was. Blöde Sprüche, ich weiß. Aber auch ein wenig wahr, lerne in der Jugend was du kannst, es wird dir später nützlich sein.

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