• *** Aus aktuellem Anlass ***

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus, die Sie gerne von einem Experten beantworten lassen würden? In unserem neuen Corona-Forum beantwortet unsere Expertin Frau Dr. med. Athanassiou kostenlos all Ihre Fragen zum Thema!

  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Trennung?

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Trennung?

    Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfange...

    Ich bin mit meinem Mann seit 2,5 Jahren verheiratet, seit 5 Jahren sind wir insgesamt zusammen.
    Alles ging mit einer Fernbeziehung (100 km Entfernung) los. Es war wunderschön. Wir haben viel telefoniert, aber jeder hatte sein eigenes Leben. So oft ich konnte, bin ich zu ihm gefahren,habe die Wochenenden mit ihm verbracht.

    Mein Mann war immer schon ein workerholic. Er arbeitet fast jede freie Minute, zusätzlich zu seinem regulären Job, in der Landwirtschaft - und das bis sehr spät abends.

    Das hat mir nie etwas ausgemacht, da ich immer mitgefahren bin, mitgeholfen habe - es hat viel Spaß gemacht und wir waren zusammen.

    Nach ca. 1,5 Jahren Fernbeziehung bin ich mehr oder weniger zu ihm gezogen. Da ich meine Arbeitsstelle nicht aufgeben wollte (weil ich bei ihm in der Gegend nichts neues gefunden hatte), bin ich zur Arbeit gependelt und habe abwechselnd 1 Tag bei meinen Eltern geschlafen, den nächsten dann wieder bei ihm.
    So allmählig fingen aber unsere Probleme an.

    Nach 2 Jahren Beziehung wurde ich - von uns beiden gewollt - schwanger. Seit ich in Mutterschutz gegangen bin, bin ich nur noch zuhause - Hausfrau und Mutter.

    Die zeit die wir zusammen verbringen, nutzen wir nicht mehr für uns. Ich kann ihn kaum dazu überreden, mal etwas allein mit uns zu unternehmen. Er mosert dann nur rum und hat keine Lust. Er geht nach wie vor extrem viel arbeiten - was er nicht müsste!!! -
    Durch unsere Tochter kann ich nicht mehr wie früher mitfahren und mithelfen.

    Er gibt mir - seit ich nicht mehr arbeiten gehe - das Gefühl, dass die Arbeit "zuhause" keinen Wert hat. Auch die Kindererziehung sieht er nicht als "Arbeit" an. -auch wenn er mit unserer Tochter (inwzischen 2 Jahre alt) auf Dauer nicht allein sein kann und nach 1 Tag zuhause schon sagt "morgen geh ich wieder arbeiten!" weil es ihm zu stressig ist.

    Er gibt mir das Gefühl, als wäre das was hier zuhause passiert vollkommen egal. Auch finanziell sieht es bei uns nicht rosig aus. Und egal was ich versuche finanziell umzustellen, damit wir mit dem Geld besser klar kommen - er hält sich nicht dran.

    Er lebt sein eigenes Leben wie eh und je. Aber eben allein - und nicht MIT der Familie.

    Es kommt mir so vor, als würde ich hier den Stab der Familie noch krampfhaft hochhalten, obwohl keiner mehr ein Interesse an der Familie hat.
    Aktivitäten gemeinsam mit der Familie finden quasi gar nicht statt. Auch nicht mit unserer Tochter. Er ist nur Sonntags wirklich zuhause - ansonsten arbeitet er. Und den Sonntag wird dann faul auf dem Sofa gelegen und fern gesehen, anstatt mal was zusammen zu unternehmen.

    Zuhause sieht es dann so aus, dass ich hier den ganzen Tag rödel, den Haushalt schmeiße, Wäsche, Kochen, Kind versorgen, putzen,..... und der Herr liegt auf dem Sofa und möchte noch dieses und jenes...

    Ein großer Knackpunkt ist unser intimes Verhältnis. Er möchte gerne oft Sex haben. Ich hingegen habe seit langem schon gar kein Interesse mehr daran - weil es bei uns eben andauernd krieselt. Das ist für mich eine falsche Basis. -Tagsüber motzen und abends das höchst verliebte Paar spielen - das passt für mich nicht.
    Er ist dann oft gekränkt wenn ich ihn abweise und spricht dann nicht mehr mit mir.

    Ich überlege seit Monaten schon, ob ich ihn überhaupt noch liebe. Ein klares JA kann ich dazu nicht geben.

    Über eine Trennung, weil das ganze sehr an meinen Nerven zieht - ich weine sehr sehr oft, weil ich den Druck einfach kaum noch aushalte,
    habe ich schon oft nachgedacht.
    Was mich abhält sind zwei Dinge, die sich quasi gegenseitig bedingen.

    Bei einer Trennung würde ich sehr wahrscheinlich wieder zurück in die Stadt ziehen, wo auch meine Eltern wohnen (100km Entfernt), weil es dort für mich einfacherer wäre. Ich hätte viel mehr unterstützung und auch Jobtechnisch wäre es dort wohl weit einfacherer für mich wieder arbeit zu finden.
    Gleichzeitig möchte ich meinem Mann - und auch umgekehrt meiner Tochter - das Kind - den Vater - nicht entziehen.

    Ich habe auch schon überlegt, weiterhin hier zu bleiben und mir hier eine Wohnung zu suchen - damit die beiden sich weiterhin so oft sie wollen sehen können.

    Es ist komisch - ich habe keinen "Hass" auf meinen Mann. Ich glaube einfach, dass er - genauso wie ich - sich einfach offensichtlich nicht ändern kann. Er scheint kein Familienmensch zu sein und hat dafür offensichtlich einfach nicht das richtige Feingefühl.
    Er ist einfach so wie er ist und kann gar nicht anders.
    -nur kann ich damit auf Dauer nicht leben. Daran geh ich kaputt.


  • Re: Trennung?


    Wenn es so steht, wie Du beschreibst, ist die Trennung wirklich eine sinnvolle Maßnahme.

    Deswegen brauchst Du auch keinen Haß zu spüren. Die Schwierigkeit zu benennen, ob Du ihn liebst, zeigt dass diese Liebe offensichtlich so weit zusammengesackt ist, dass sie nicht mehr wahrnehmbar ist.

    Da wirds eigentlich höchste Eisenbahn, wenn es nicht in Haß ausarten soll...

    Kommentar


    • Re: Trennung?


      Ich suche oft das Gespräch mit ihm. Versuche ihm immer wieder klar zu machen, was ich fühle, was mir fehlt, und wo ich unsere Probleme sehe. Aber ich glaube er versteht mich gar nicht wirklich.

      Es ist im Grunde immer der gleiche Ablauf.

      Wir führen eines dieser Kriesengespräche. Sagen tatsächlich was jeden stört und was geändert werden müsste.

      Nach diesem Gespräch läuft es dann 2-3 Wochen ganz gut. Obwohl sich eigentlich nicht geändert hat. Die Veränderungen die besprochen wurden, werden nicht umgesetzt. Ich glaube wir unterdrücken das was uns stört dann einfach für einen Weile.
      Nach einigen Wochen dann, beginnt es wieder zu brodeln und irgendwann läuft das Fass dann wieder über und es kommt zum nächsten Kriesengespräch.

      diesen Ablauf hatten wir inzwischen schon 4-5 mal. Immer gleich.

      Wie gesagt - ich habe keinen Hass. Ich habe einfach Angst davor ihm und meiner Tochter weh zu tun.
      Ich will nicht der Grund dafür sein (indem ich die Trennung ausspreche), dass einer Unglücklich ist .

      Wobei die Ironie dabei ist, dass wir zur Zeit auch nicht glücklich sind - besonders nicht ich.

      Ich habe ihm beim letzten Gespäch schon gesagt, dass es 5 vor 12 ist und ich überlege zu gehen. Da habe ich ihn zum ersten Mal weinen gesehen.

      Kommentar


      • Re: Trennung?


        Weint er, weil er um die Beziehung trauert oder weil er Angst hat seine Tochter zu verlieren? Oder weil er sich bemitleidet, diese Beziehung nicht geschafft zu haben? Lieber eine würdevolle, respektvolle, ehrliche Trennung, als Beziehungskrieg. Schade, dass er nicht die Zeichen zu deuten weiss, die offenkundig vorliegen. Will er an sich arbeiten, oder lieber getrennte Wege gehen? Und, dass jeder so für sich glücklich werden kann? Du sagst, beruflich kriegst du in seiner Heimat keinen Fuß an den Boden, alleinerziehend wirst du jedoch arbeiten gehen müssen, um existieren zu können... Scheinbar hat er ja auch in Zukunft keine Regelmäßigkeit zu bieten, um seine Tochter zu umsorgen, denn er hat es ja bis jetzt auch nicht einrichten können. Wird dann wohl der Kontakt zur Tochter abbrechen, solltest du in deine Heimat zurückgehen? Fakt scheint zu sein, er will oder kann Familie nicht leben, so wie ihr es euch ursprünglich erhofftet. Schwierige Situation in der ihr da steckt. Wünsche euch da viel Kraft, LG Daniela

        Kommentar



        • Re: Trennung?


          Würde ich zurück in meine Heimatstadt gehen, würde er seine Tochter schätzungsweise am WE sehen.
          Momentan sieht er sie öfter, weil ich oft mit ihr auf den Bauernhof fahre wo er nebenher noch arbeitet. So kann sie mit ihrem Papa auf dem Traktor mitfahren, wenn er mal zeit dazu hat. Sonst würde sie ihren Papa auch jetzt nur am WE sehen.

          Ob er wegen uns geweint hat, oder wegen der Angst seine Tochter zu verlieren weiß ich nicht. Da kann ich auch keine sicherer Aussage drüber machen. -traurig genug.

          Kommentar


          • Re: Trennung?


            Egal warum er weint, das ist eigentlich gut. Es zeigt dass er starke Gefühle hat, die wird er eh brauchen. Weinen gehört dazu zum traurig sein. Wer traurig sein kann, kommt auch mit Trennung klar.

            Wenn ihr bereits einen Kreislauf in Versuchen erkennt, etwas zu retten, wird es höchste Zeit neue Wege zu gehen.

            Mit einer räumlichen Trennung bekommt Ihr beide die Chance zu erkennen was Euch aneinander liegt.

            Das hebt auch Selbstveränderungschancen, man muß sich nicht gleich verrennen und den anderen isolieren, wäre auch schade fürs Kind.

            Man sollte sich allerdings auch nicht gleich Hoffnungen machen. Von Trennung auf Zeit halte ich garnichts, das konzentriert Veränderungsversuche auf eine bestimmte Zeit und dann fällt man leicht ins Alte Gleis.

            Seid es Euch wert, klar Schiff zu machen. In der Trennung steckt die Chance zu erkennen, wie es dann wirklich läuft. Vielleicht seid ihr nach kurzer Zeit froh über diesen Schritt? Was er ergibt kann man nur herausbekommen wenn man ihn tut.

            Kämpft aber auch um eine Gesprächsebene miteinander, in der aber Gefühle nicht voll ausgelebt werden können, sonst werdet Ihr Euch sehr verletzen. Aber Ihr werdet durch Euer Kind noch lange viel zu regeln haben und kläre die finanziellen Dinge eindeutig. Wenn das nicht möglich sein sollte, kannst Du sicher sein, dass eine Beziehung auch keine Chance hätte. Wenn ein Vater nicht bereit ist finanziell die Verantwortung zu übernehmen ist das ein eindeutiges Zeichen seiner Wertschätzung....

            Ich wünsche Dir und Euch Drei alles Gute, mehr kann ich wohl nicht beitragen.....

            Kommentar


            • PS:


              Liebe Lavinia,

              überleg Dir nicht vorschnell was nach einer Trennung und 100 km weiter pasieren könnte. Es wird viel pasieren aber immer eins nachd em anderen. Wenn Du den Schritt A nicht machst, bekommst Du nie eine Ahnung, wie es dann weitergeht mit B, C, D usw.

              Kommentar



              • Re: Trennung?


                Vielen Dank für die ehrlichen Antworten.
                Im Grunde bin ich mir schon sicher, dass eine Trennung das richtige ist.

                Ich habe "einfach" riesige Angst vor der Umsetzung. Ich bin ein Mensch, der viel Harmonie braucht. Ärger nehme ich mir immer sehr zu herzen und habe lange und stark damit zu kämpfen. Ich kann damit nur sehr schwer umgehen.

                Ich möchte keinen Rosenkrieg und habe trotzdem Angst dass es dazu kommt, weil er gekränkt regieren könnte.

                Mir fehlt quasi die Kraft es ihm gegenüber auszusprechen.

                Kommentar


                • Re: Trennung?


                  Hallo

                  Deine Situation erinnert mich sehr stark an mich.....
                  Ich und mein - jetzt- Ex-Mann lebten auch 100km von einander entfehrnt....
                  Erst war alles schön.... dann kam das Kind, ich war zu Hause und es war genau dasselbe Spiel, wie auch bei Dir........
                  Eine Antwort auf Deine Fragen kannst Du Dir nur allein geben, genau auch wie diese Entscheidung treffen!!!!!
                  Ich bin gegangen.... Habe mich scheiden lassen, lebe wieder in meiner Stadt.... habe einen tollen Job, und es geht mir gut.
                  Wäre ich in der Nähe meines Ex- Mannes geblieben... hätte mcih das Ganze nur unglücklich gemacht....
                  Hier habe ich Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden, die man als allein erziehende auch benötigt....
                  Der Kontakt zwischen unserem Sohn und ihm war erst regelmäßig alle 2 Wochen übers Wochenende... solange ICH beide Fahrten übernommen habe.... Aber das kann bei Dir auch anders sein... und besser laufen...
                  Ich denke in dem Falle solltest Du NUR an Dich denken... Denn wenns der Mami gut geht, geht es dem Kind gut!!!!
                  Solange Du unglücklich bist... ist es Dein Kind auch!

                  Kommentar


                  • Es bringt viel Neues zu lernen


                    >Mir fehlt quasi die Kraft es ihm gegenüber auszusprechen.

                    Dann schreib es ihm auf, wäre da meine Idee.

                    >Ich habe "einfach" riesige Angst vor der Umsetzung. Ich bin ein Mensch, der viel Harmonie braucht. Ärger nehme ich mir immer sehr zu herzen und habe lange und stark damit zu kämpfen. Ich kann damit nur sehr schwer umgehen.

                    Aber Du kannst es lernen und manche Dinge im Leben erfordern einfach über seinen Schatten zu springen. man wird stärker indem man es konsequent tut. Die Stagnation Deiner derzeitigen Situation hat Dir bestimmt mehr Kraft abverlangt.

                    Mach die Sache mit Deinen Eltern klar, zieh Schritt um Schritt erst mal die tatsächliche Trennung durch, als weitere kommt dann und mach eins wie gesagt nach dem Anderen.

                    Du kannst ja erstmal zu jemanden, dort wirst Du die Kraft finden, das Auszusprechen was Du eigentlich eh für richtig erachtest.

                    Mit Angst kann man lernen umzugehen. Angst ist ein Gefühl, dass uns im Dschungel half vor Gefahren, die wir nicht einschätzen konnten schnell zu fliehen.

                    Liebe Vinicia, Trennung kommen täglich vor, viel schlimmer ist das Ertragen einer unerträglichen situation. Denk dabei auch an Deine Tochter, die das Recht hat in einer geklärten Situation zu wachsen, ob nun mit oder ohne leiblichen Vater.

                    Ich kenne Leute die ziehen das Jahre hinaus, was Kinder sehr verletzt umso später es vollzogen wird. Und umso schneller Du das mit der Trennung verwirklichst (ob Du es ihm nun vorher, hinterher, telefonisch oder schriftlich äußerst- Du kannst doch offen sagen, dass es Dir schwer fällt - aber ehrlich, offensichtlich nicht wegen ihm, sondern weil Du zu harmoniesüchtig bist, wie Du schreibst).

                    Also umso schneller und eindeutiger umso eher wird auch klar ob das Familienprojekt wirklich zu Ende ist oder es sich neue Perspektiven auftun. Sein verhalten finde ich übrigens egoistisch, zu merken, dass es Folgen hat könnte ihm helfen was zu verändern. Ist er dann immer noch nicht bereit, oder zickt er herum wegen dem Geld für Eure Tochter, dann kannst Du Dir recht sicher sein, dass keinerlei Chance mehr besteht.

                    Gönn Dir das wirkliche Leben und lass Dich nicht durch Angst im Kerker hocken. So ähnlich klingt das was Du beschreibst. Es wird nicht das Paradis werden, was Du erleben wirst, aber eine bessere Chance.

                    Kommentar



                    • Re: Trennung?


                      Wie wäre es mit einer Paartherapie, bevor ihr gleich an Trennung denkt. Möglicherweise hat er nachher eher ein Einsehen, dass er auf euch zukommen muss, damit ein gutes Zusammenleben stattfinden kann. Die Hinweise und Erklärungen einer dritten, gut geschulten Person können vielleicht mehr Wirkung auf ihn haben, eindringlicher und gewichtiger für ihn sein und endlich ein Einsehen und eine Kooperation bewirken.

                      Kommentar


                      • Re: Trennung?


                        Hallo Vinicia,

                        Ihr mann hat offensichtlich ein sehr unrealistisches Frauenbild.
                        Wie ist er aufgewachsen? Nur mit Brüdern? Hat er viel Vorerfahrungen?

                        Man kann Menschen nicht ändern, wohl aber ihr Verhalten.

                        Vorher muss ihm aber sein Fehlverhalten bewusst werden, den Anfang haben Sie gemacht.
                        Auch eine räumliche Trennung ist als "rote Karte" geeignet.

                        Ich wünsche Ihnen viel Kraft!

                        Dr. Riecke

                        Kommentar


                        • Re: Trennung?


                          Mein Mann ist vollkommen anders aufgewachsen als ich. Das stimmt in jedem Fall.
                          Er hat zwar keine Brüder, sondern nur noch eine jüngere Schwester (mit der ich mich im übrigen super verstehe - wir sind wie beste Freundinnen).

                          Allerdings hat er schon bei seinen Eltern dieses "desinteresse" am Familienleben kennengelernt.
                          Ich habe ihn vor einigen Wochen mal gefragt, wie ein SCHÖNER gemeinsamer Sonntag bei ihnen ausgesehen hat.

                          "Es wurde gefrühstückt, dann ging der Vater in die Kneipe ein Bier trinken, kam mittags zurück, mittag essen, Vater verschwand vor den Fernseher und Mutter setzte sich nach getaner Arbeit dazu bis zum Abendbrot"

                          Im Grunde ist das genau das Verhalten, was er mir gegenüber jetzt auch zeigt.

                          Unter der Woche hatte er damals als Kind nur seine Mutter als Ansprechpartner. Der Vater war LKW-Fahrer mit Ferntouren. Die Kinder sahen ihn oft nur am Wochenende.

                          Ich glaube, dabei hat er "gelernt" dass der Vater gar nicht zwangsläufig "gebraucht" wird. Unter der Woche ist er weg, und am Wochenende sitzt er auf der Couch.

                          Sein VAter hatte dann mit anfang 40 einen Herzinfarkt (da war mein Mann knapp 12 oder 14). Seit dem war er Arbeitsunfähig und die Mutter meines Mannes ging wieder arbeiten. Die wenigen Urläube die als Familie bis dahin gemacht wurden waren dann die letzten die es überhaupt gab.


                          Ich hingegen bin vollkommen anders aufgewachsen. Meine Familie hat immer viel miteinander gemacht. Wir sind oft spazieren gegangen, sind 1x im Jahr in Urlaub gefahren, sind zusammen schwimmen gegangen, Zoo besuche ,...... einfach ganz viele Aktivitäten mit der ganzen Familie zusammen.
                          - und das fehlt mir jetzt bei meiner eigenen Familie.

                          Ich habe immer "die Hoffnung" gehabt, dass er sich mal ein Stück weit ändert. Dass er sieht, dass es auch anders in einer Familie laufen kann, als wie es bei ihm war. Ich habe nie verlangt, dass er den aktiven Part übernimmt und Vorschläge macht was man unternehmen könnte, etc. Aber ich hatte immer die Hoffnung, dass er MITMACHT und merkt, dass es SCHÖN ist.

                          Aber er zeigt absolut gar kein Interesse daran sich ändern zu wollen bzw. das mal "auszuprobieren".
                          Und das seit 5 Jahren.

                          Ich glaube unsere Beziehung hat vor unserer Tochter noch so gut geklappt, weil wir gar keine Zeit hatten etwas anderes zusammen zu unternehmen, weil wir ständig nur auf Traktoren saßen oder im Kuhstall standen. -was wie schon geschrieben auch schön war, aber eben nicht auf dauer.
                          Und was bestimmt auch eine große Rolle spielte : es war "SEIN LEBEN" in das ich mit "hineingegangen bin". Das war für ihn absolut in Ordnung. ER musste sich so ja nicht ändern und es war trotzdem alles ok.
                          Diese Familienaktivitäten und das Familienleben selbst, ist MEIN LEBEN. Da müsste er sich ändern und auf Dinge einlassen, die er vielleicht noch gar nicht kennt. Und das will er offensichtlich nicht.

                          Schön, dass ich meinen Mann so toll analysieren kann - nur was mache ich daraus??

                          Ich glaube zur Zeit sieht es auch so aus, dass er sich gar nicht im Klaren darüber ist, wie knapp es vorm aus steht. Er gibt mir Küsschen, sagt mir dass er mich liebt, ...
                          Alles auf eine ganz selbstverständliche Weise -bis zum nächsten Knall.

                          Kommentar


                          • Re: Trennung?


                            Hi Vinicia,

                            Du hast vor der Ehe Dein Leben gelebt, und "das Landleben" am WE genossen. Für Deinen
                            Mann war klar, das ist die richtige Frau für mich.
                            Du schreibst, er arbeitet sehr viel, und nach der Arbeit noch in der Landwirtschaft,
                            was er nicht müsste.
                            Andererseits schreibst Du, dass es finanziell nicht rosig bei Euch aussieht.

                            Wenn er dauernd so viel arbeitet, ist irgendwie schon klar, dass er "sich sonntags umfallen"
                            läßt. Ich bin der Meinung, das er das Arbeiten zu dem zählt, was er seiner kleinen Familie
                            schuldig ist, und die paar stunden sonntags nimmt er sich für sich.
                            Du bist aus Deinem Job ausgestiegen, "nur" noch Hausfrau und Mutter, was Dich nicht
                            ausfüllt. Wenn Du,mit Rücksicht auf ihn ,sonntags aktiv Freizeit verbringen möchtest, hat
                            er gerade seinen Tiefpunkt in Sachen Unternehmungsgeist, und kann sich nicht auf-
                            raffen. Du bist zwar sehr gut mit seiner Schwester befreundet, aber Du wirst sicher auch
                            schon mit ihr über Eure Probleme geredet haben, und sie konnte Dir keine Tipps geben.

                            Würde er sich denn zu einer Paartherapie durchringen können? Wobei ich das Wort
                            Therapie gar nicht gerne schreibe. Aber ein geschulter Zuhörer und Ratgeber könnte
                            das Aneinandervorbeireden vielleicht eher in eine Richtung bringen.

                            L.G.Sie51

                            Kommentar


                            • Re: Trennung?


                              @Sie51
                              So ganz richtig ist das nicht.

                              Es stimmt, dass er so extrem viel arbeitet. Und ich kann auch nachvollziehen, dass er Sonntags dann k-o ist.
                              Aber....

                              Die Arbeit auf dem Bauernhof macht er seit 17 Jahren. Nicht nur zum Geld verdienen, sondern eher als Ausgleich oder Hobby.

                              Als wir unsere Tochter "geplant" haben, haben wir vereinbart, dass er an 1-2 Tagen unter der Woche nicht noch zusätzlich zum Bauernhof fährt, um für seine Tochter und seine Familie auch Zeit zu haben.
                              Unsere Tochter ist in zwischen 2 Jahre alt - die Tage an denen er sich "frei genommen" hat, kann man an 10 Fingern abzählen! Und auch an diesen Tagen wurde trotzdem nichts mehr unternommen! Auch da sitzt er dann auf der Couch oder am PC und tut sonst nicht viel.

                              Das Geld das er auf dem Bauernhof verdient bekommt er nicht regelmäßig ausgezahlt. Das wird von Zeit zu Zeit abgerechnet - und dann sehe ich in der Regel nichts von diesem Geld!!! Er kauft davon dann schonmal seine Zigaretten - was er ansonsten damit macht, weiß ich nicht.
                              Klar, würde die Zigaretten auch noch unserem "normalen Geld" kaufen, wäre es noch knapper. Trotzdem sollte man doch meinen, dass er dann ansonsten nichtmehr so viel Geld vom Konto brauchen würde - dem ist aber nicht so.
                              - Das zu unserer finanziellen Seite.

                              Also nochmal kurz zusammen gefasst. Die Arbeit auf dem Bauernhof stellt er oft über unsere Familie. Die Ernte geht sowieso vor! Für ihn ist das Ausgleich und Hobby.
                              Und so viel finanzieller Verlust für uns wäre es nicht, wenn er unter der Woche mal 1-2 Tage abends zuhause bleiben würde.

                              Diese Arbeit - genaus so, wie er sich jetzt betreibt - macht er seit wie geschrieben 17 Jahren! Das ist also nicht nur für unsere Familie! Im Gegenteil. Er hätte etwas für unsere Familie ändern müssen. Und dazu ist er offensichtlich nicht bereit.

                              Kommentar


                              • Re: Trennung?


                                .....Schön, dass ich meinen Mann so toll analysieren kann - nur was mache ich daraus?? .......

                                Ja was könntest du damit anfangen?
                                Nun, du könntest geduldig abwarten bis Er so zu sagen mal ausgebrannt ist, dann wäre er gezwungen was zu ändern denn dann läuft es für ihn nicht mehr in seinem Muster.
                                Nur, das kann noch lange dauern. Solange hälst Du es nicht mehr aus.

                                Oder du sorgst mal für räumliche Trennung, ziehst deine Umzugspläne durch, organisierst dein Leben für dich wieder neu und lässt ihn -für den Fall dass du dich nicht ganz von ihm trennen willst- nur nebenbei mitlaufen.
                                Das wird dir wahrscheinlich genauso schwer fallen. Aber du solltest ein bissel "Nachhelfen" beim einsichtig werden deines Mannes und gleichzeitig vorrangig an dich und deine Tochter denken, eine neue gemeinsame Basis finden.

                                Wenn du so verfährst, signalisierst du ihm du möchtest noch keine gänzliche Trennung sondern nur eine räumliche und erwartest von ihm sich so einzubringen dass ihr von Familie reden könnt.

                                Du beschreibst Ihn ja richtig schon als workaholik.
                                Da ist für Ihn wie eine Sucht, er kennt nichts anderes und akzeptiert nichts anderes.
                                Bis mal bei Ihm die Sicherungen durchbrennen, er es so nicht mehr kann.

                                Workaholiker haben weder Stressmanagement noch delegieren gelernt.
                                Mit welchem Trick könntest du Ihn denn zum delegieren lernen anregen?
                                Vielleicht wäre das ja der Schlüssel zur Familie und er könnte dich leichter und besser verstehen.

                                Uii uii Herby, ich dachte gerade so spaßeshalber in Richtung .... dreh ihm doch mal seinen Treibstoff -zum worken- ab. Nur wie geht das, vor allem schadlos für alle?

                                Kommentar


                                • Re: Trennung?


                                  Danke für den Beitrag.
                                  Ich denke schon seit einer Weile über deinen Text nach.

                                  Ich tendiere genau in diese Richtung wie du es beschreibst. Wobei das ganze sicherlich nicht sonderlich einfach wird - nicht nur aus emotionaler Sicht.
                                  Ich werde dann zum Amt gehen müssen und Hartz IV beantragen, denn ansonsten bin ich vollkommen finanziell von meinem Mann abhängig. Und gerade bei dem Versuch alles neu zu ordnen und für mich eine neue Basis zu schaffen, wäre das sicherlich der 1. Knackpunkt zwischen uns beiden - das ist es ja jetzt schon.
                                  Das nächste Problem wären die Umzugskosten und die Renovierung, Möbel, etc.....wovon bezahlen? Auf der anderen Seite - wegen Geldmangel alles so lassen wie es ist??

                                  Mein Problem ist momentan, dass ich mir selber nicht mehr vertraue. Ich schwanke ständig zwischen Realismus und rosa roter Brille.
                                  Auf der einen Seite sein "nicht einbringen" in die Familie, sein Desinteresse, unsere Streitereien (die mehr in Wortkarkheit ausarten und dicker Luft, als in wirklichen Streits), ....meine kaputten Nerven
                                  Auf der anderen Seite meine Traumvorstellung von heiler Familie, seine Liebe zu unserer Tochter, meine wunschvorstellung es könnte sich doch noch etwas ändern, - es ist doch gar nicht so schlimm.

                                  Ich habe Angst, dass sich bei mir allmählig "Rosa Rot" mit Realismus vermischt und ich gar kein klares Bild mehr vor augen habe. -Für euch als Leser wahrscheinlich gerade schwer zu verstehen.

                                  Die beiden Punkte, bei denen es bei uns immer immer immer zum überkochen kommt, sind "Sex" und "Geld".
                                  Und das ist für mich beides was essentielles.
                                  Für ihn ist Sex in der Beziehung etwas sehr wichtiges. Für mich nicht - wie ich vorher schonmal geschrieben habe - ich habe da im Moment keinen Kopf für, weil ich mit den Nerven voll durch bin. Das Thema kommt aber wenigstens 2-3x pro Woche auf den Tisch.

                                  Das Thema Geld ist bei mir ständig aktuell. Denn ich versuche mir hier einen abzuwürgen, um alles in richtige Bahnen zu lenken, und er hält sich nicht dran. Ich habe angst, dass wir so über kurz oder lang in eine Schuldenfalle rutschen, aus der wir ohne weiteres nicht mehr raus kommen. Das versteht er offensichtlilch nicht.
                                  -und das zieht noch zusätzlich an meinen Nerven.

                                  Ich fühle mich hin und her gerissen.

                                  Er weiß gar nicht wie knapp es vor Toresschluss ist. Er macht noch Pläne.

                                  Natürlich ziehen mich diese Gedanken um Trennung "JA/Nein" immer weiter emotional runter. Das merkt er natürlich, weiß aber nicht warum ich so schlecht drauf bin.

                                  Kommentar


                                  • Re: Trennung?


                                    habe dir privat geantwortet , hast du es bekommen?

                                    Kommentar


                                    • Re: Trennung?


                                      Druck ihm doch Deine Beiträge hier mal aus mit den Meinungen anderer und lass es ihn lesen, dann sollte er merken was die Uhr geschlagen hat.
                                      Grüße
                                      Hubatsch

                                      Kommentar


                                      • Re: Trennung?


                                        Genau daran habe ich auch schon gedacht.

                                        Jetzt habe ich ihm erstmal einen langen Brief geschrieben. Im offenen Gespräch vergisst man oft so schnell Dinge - oder es geht was unter.

                                        Doch auch in dem Brief steht noch längst nicht alles drin. Aber so haben wir einen Anfang.... mal sehen was es bringt.

                                        Es wird sicherlich nicht einfach. Und ich habe auch ein wenig angst davor - auch, dass es erstmal dadurch noch schlimmer wird.
                                        Aber es MUSS sich etwas ändern. In welche Richtung das gehen wird, wird sich zeigen.

                                        Danke euch allen schonmal!

                                        Kommentar