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Warum Heparin postoperativ?

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  • Warum Heparin postoperativ?

    Hallo,

    was ich mich grade Frage, warum bekommen Patienten selbst mehrere Tage nach der OP noch Heparin Injektionen, wäre es da nicht günstiger und für den Patienten angenehmer auf einen Gerinnungshemmer in Tablettenform zurückzugreifen? Zumindest sobald der Patient normal isst und genug Flüssigkeit zu sich nimmt.


    LG
    Denis


  • RE: Warum Heparin postoperativ?


    Hallo Namensvetter!

    Genau diese Frage habe ich mir damals in der Ausbildung auch mal gestellt. Ein Arzt hat mir dazu gesagt, das Heparin s.c., also gespritzt besser zu kontrollieren ist, als in Tablettenform. So kann man besser auf die Gerinnungswerte des Blutes Einfluss nehmen.

    So hat er´s gesagt. Bekommst du Heparin nach einer OP?

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    • RE: Warum Heparin postoperativ?


      Aha, ich mein ich versteh das wenns um den Zeitraum bis 72h nach der OP geht, aber danach...

      Ich lag 15 Tage im KH und bekam bis zum letzten Tag Heparin gespritzt, das war jedesmal ne Höllenqual. Das brennen hat locker 10 Minuten angehalten, ein paar Tage nach der letzten Injektion war mein Bauch eine einzige blaue Fläche und hat sich angefühlt wie ein großes, schmerzhaftes Hämatom. Ich nahm zu dem Zeitpunkt aufgrund postoperativer Schmerzen noch recht starke Schmerzmittel, dadurch hab ich das zum Glück nicht in voller Ausprägung erleben dürfen, aber das was ich mitbekommen habe hat gereicht.

      Als ich noch im KH lag hab ich natürlich die behandelnde Ärztin gefragt ob es normal ist das das Zeug brennt wie Salzsäure und sich ein dermasen starkes Hämatom um die Einstichstelle bildet. Da ich aber ansonsten keine allergische Reaktion zeigte meinte Sie nur ich würde halt etwas empfindlich reagieren.

      Das ganze legte sich dann zum Glück nach weiteren ein bis zwei Wochen wieder, aber nochmal muß ich das echt nicht haben. Und wenn die Möglichkeit einer alternativen Medikation besteht dann möchte ich falls ich irgendwann nochmal ins KH muß (hoffentlich nicht) diese Möglichkeit vorschlagen.

      CU
      Denis

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      • RE: Warum Heparin postoperativ?


        Hallo,
        die postoprative Heparingabe erfolgt, um das Risiko von tiefen Beinvenenthrombosen und möglichen, dann ggfs. sogar tödlich verlaufenden Lungenembolien deutlich zu verringern. Die modernen, sog. niedermolekularen Heparine haben im Vergleich zu anderen Substanzen das günstigste Risikoprofil und verhindern bei einmaliger Gabe am Tag wirksam die Bildung von Thrombosen. Zudem entfallen sonst notwendige Laborkontrollen von Blutgerinnungswerten.
        Gerinnungshemmer in Tablettenform sind deutlich schwieriger in derDosierung und der Kontrolle des gerinnungshemmenden Effektes. Sie stellen keine sinnvolle Alternative dar.
        Gruß F. V.

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        • RE: Warum Heparin postoperativ?


          Aha, dann weiß ich ja jetzt Bescheid. Vielen Dank für die Antwort.

          LG
          Denis Collins

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          • RE: Warum Heparin postoperativ?


            Hallo Denis,

            ein sehr gewichtiges Argument ist wohl auch, dass die Wirkung der Gerinnungshemmer in Tablettenform ("orale Antikoagulanzien") erst mit einer Latenz von mehreren Tagen einsetzen kann, während die injizierten Heparine ihre Wirkung sofort entfalten. Und es sind gerade diese ersten postoperativen Tage, in denen der Patient den meisten Schutz vor Thrombosen benötigt.

            Wie Dr. Völkert schon erwähnt hat, muss die Hemmung der Blutgerinnung bei oralen Antikoagulanzien mittels wiederholter Tests genau auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten eingestellt werden, was etwas Zeit in Anspruch nimmt. Eine zu starke Hemmung der Blutgerinnung in dieser Zeit würde das Risiko für Blutungen nach der OP erhöhen. Dieses Risiko besteht bei Heparin nicht. Leider gibt es für sie bisher keinen äquivalenten Ersatz in Tablettenform.

            Schöne Grüße
            Alina

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            • RE: Warum Heparin postoperativ?


              Vor ein paar Monaten ist eine neue Substanz auf den Markt gekommen, Ximelagatran, die nach Herstellerinfo bei bestimmten Indikationen die subcutane Heparingabe ersetzen kann; Bluttests sind auch nicht notwendig. Nur: die klinischen Erfahrungen sind noch sehr eingeschränkt und die Substanz ist im Vergleich zu niedermolekularen Heparinen unverhältnismäßig teuer in der Anwendung.
              F. V.

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