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Maskeneinleitung bei einer Erwachsenen

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  • Maskeneinleitung bei einer Erwachsenen

    Sehr geehrter Herr Dr. Völkert und andere Fachleute,

    ich wende mich heute mal auch an Sie, weil ich sonst im Internet wenig dazu finde.
    Mein Orthopäde rät mir dazu, mein Sprungelenk nach einer schlecht verheilten Verletzung doch operieren zu lassen. Bei der Anästhesie kann ich mir die Vollnarkose aussuchen.
    Ich habe jedoch kein gutes Gefühl dabei, mir so eine Betäubungsspritze geben zu lassen. Irgendwie hab ich einfach Angst davor. Ich hab das schon mit einigen Leuten in meinem Umfeld besprochen. Die Narkoseerfahrenen unter ihnen meinen, da wär nichts dabei. Aber ich hab das Gefühl nun mal. Zum anderen haben gerade einige von denen mir erzählt, dass das Spritzen des Narkosemedikamentes brennen kann, teilweise schmerzt es angeblich im ganzen Körper.
    Deshalb frage ich mich, ob es möglich ist, die Narkose einfach einzuatmen. Ich weiß, dass das bei Kindern so gemacht wird. Ich frag mal nach, ob das auch bei einer 23jährigen Erwachsenen geht.
    Irgendwie scheint das in Deutschland niemand zu kennen, aber warum?

    Eine ehemalige Klassenkameradin von mir ist in die USA gezogen und die hat mir jüngst erzählt, dass es dort üblich ist, dass Patienten mit Narkosegas betäubt werden. Die verwenden dort Sevofluran und meine Bekannte sagte, damit sei man auch ganz schnell weg. So sei es bei ihr gewesen und sie sagte, dass es ihr auch angenehm vorgekommen sei.

    Nun will ich auch die Fachleute hier fragen, ob das auch hierzulande möglich ist oder ob es da irgendwelche Probleme, auch medizinischer Art geben kann.
    Würd mich auch freuen, wenn schon jemand Erfahrung damit hier gemacht hat und seine Erfahrungen schildert.

    Vielen Dank
    Annika


  • Re: Maskeneinleitung bei einer Erwachsenen


    Hallo Annika (hier "die anderen Fachleute"...)

    Im Prinzip ist auch bei einem Erwachsenen die Einleitung durch Inhalation möglich und Sevofluran gibt es auch in Deutschland;-))) Und wir Anästhesisten kennen diese Form der Einleitung alle - auch in Deutschland.

    Aber:

    I. d. R. ist für den Patienten (und den Arzt) die intravenöse Einleitung aus mehreren Gründen vorteilhafter:

    1. Das Einatmen der Dämpfe ist längst nicht für jeden angenehm: sie haben starken Eigengeruch, manche Patienten haben das Gefühl der Luftnot (Ich selber habe das erlebt: selbst nach Monaten rief ähnlich süßer Geruch bei mir Übelkeit hervor). Man wählt diese Einleitung fast nur, um Kindern die Angst vor dem "Pieken" der Spritze zu ersparen.

    2. Die Einleitung durch Dämpfe erfordert vom Anästhesisten mehr Erfahrung und ist "anspruchsvoller" als die durch eine Injektion. Anders ausgedrückt: m. E. ist diese Form der Einleitung risikoreicher.

    3. Das "Brennen" einiger Induktionsnarkotika kann durch deren Auswahl bzw. durch den Einsatz von Hilfsmitteln verringert oder ganz verhindert werden.

    Ihre Angst - die ganz verständlich und gar nicht selten ist - hängt m. E. eher mit dem Faktum des Bewußtseinsverlust zusammen als mit der Form der Einleitung der Narkose.

    Sollten Sie meinen o. g. Argumenten aber so gar nicht folgen können, wird ein Gespräch mit Ihrem Anästhesisten sicher hilfreich sein und die für Sie (und ihn) beste Einleitungsform finden lassen.

    Von mir die besten Wünsche

    ---MarcEN---

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    • Re: Maskeneinleitung bei einer Erwachsenen


      Hallo Annika,

      der Kollege hat schon alles gesagt!

      Alles Gute für die OP

      F. V.

      Kommentar


      • Re: Maskeneinleitung bei einer Erwachsenen


        Sehr geehrte Herren,

        vielen Dank für Ihre Reaktion auf meine Fragen.
        Gott sei Dank ist mein Fall nicht akut, so dass ich sofort zur OP genötigt bin. Ich möchte die Zeit noch nutzen, mich genauer auf die OP und die Narkose vorzubereiten. Sobald ich mir ausreichend sicher bin, also auch vom Wissen um die Anästhesie her, werde ich mir einen Termin geben lassen und erst dann kommt es auch zum Gespräch mit einem Anästhesisten, denke ich. Ich bin der Meinung, dass so ein Gespräch am meisten Sinn hat und die besten Ergebnisse liefert, wenn ausreichend Hintergrundkenntnis da ist und ich mein Anliegen genau verständlichi machen kann und meine Fragen präzise genug stellen kann.

        Gerade, was meine Vorbehalte angeht, fühle ich mich noch nicht ausreichend verstanden. Wenn ich so in mich hineinhöre, ist tatsächlich weniger der Verlust meines Bewusstseins für mich beängstigend, sonder viel mehr doch die Art und Weise. So eine Spritze hat für mich zu sehr einen invasiven Charakter, durch die Injektion fühl ich mich zu sehr ausgeliefert und hilflos.

        Um die Seite des Anästhesisten besser zu verstehen, bitte ich Sie darum, mir die befürchteten besonderen Risiken einer Inhalationseinleitung darzulegen.
        Weiterhin bitte ich Sie darum, mir doch den von Ihnen erwähnten Eigengeruch der Dämpfe näher zu beschreiben. Ich hoffe, ich mute Ihnen da bei Ihren eigenen Erfahrungen nicht zuviel zu.

        vielen lieben Dank für die weiteren Erläuterungen.

        viele Grüsse
        Annika

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        • Re: Maskeneinleitung bei einer Erwachsenen


          Hallo,

          Sie haben in diesem und in ähnlichen Foren die Postings vieler User - darunter auch Anästhesisten - gelesen und sich Ihre Meinung bilden können.

          Ich denke, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

          Gruß

          ---MarcEN--

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