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Ursache Narkosereaktion

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  • Ursache Narkosereaktion

    Hallo,
    bald muss ich in Vollnarkose operiert werden und fürchte mich vor den Nebenwirkungen, die bisher immer auftraten. In der Aufwachphase werde ich aggressiv, schlage um mich und reiße mir alle Schläuche heraus. Bei meinem Sohn war das bisher auch so. Wie kann ich das vermeiden, welche Medikamente können diese Nebenwirkungen verursachen?
    Auf Lokalanästhesika reagiere ich übrigens allergisch (Trigeminus) - wenn Konservierungsstoffe enthalten sind (Augen-, Zahnarzt und Kieferchirurg).
    Danke!

  • Re: Ursache Narkosereaktion


    Hallo,

    im Prinzip können alle im Rahmen einer Narkose verwendeten Medikamente, die Einfluß auf das Bewußtsein haben, bei einigen wenigen Patienten derartige Reaktionen auslösen. Hier eine Medikamentenempehlung auszusprechen, würde Ihnen leider nicht weiterhelfen. Viel entscheidender ist, vor einer Narkose diese Problematik mit dem Narkosearzt zu erörtern.
    Die von Ihnen erwähnte allergische Reaktion auf Lokalanästhetika im Sinne, wenn ich das richtig verstanden habe, einer Triggerung einer Trigeminus Neuralgie kann ich so nicht nachvollziehen. Eine Attacke kann allein schon durch die Injektionsnadel im Nervenverlauf ausgelöst werden, dazu bedarf es keiner Medikamente. Vielmehr kommen LA insbesondere bei der Behandlung einer Trigeminusneuralgie zur Anwendung.

    Gruß F. V.

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    • Re: Ursache Narkosereaktion


      Sehr geehrter Dr. Völkert,
      vielen Dank für Ihre Antwort. Es gab wohl ein Mißverständnis. Leider bekomme ich durch die Verabreichung von Lokalanästhetika mit Konservierungsstoffen immer eine Neuralgie (oft Trigeminus) nach ca. 2 Tagen; besonders groß ist die Gefahr bei OPs im Kiefer und/oder Zahnbehandlung. Mein Zahnarzt hat von seinen Kollegen empfohlen bekommen, mich abzulehnen. Es sind einfach zuviele Allergien (ca. 30 Substanzen), die kaum steuerbar sind. Leider reagiere ich erst sehr spät allergisch (nach ca. 2 Tagen), so daß ich manchmal keinen Zusammenhang herstellen kann. Nur bei konservierten Augentropfen habe ich nach wenigen Stunden bereits für 3-4 Tage Schmerzen in den Augen/ -muskeln und rote Augen (wie entzündet). Nur wenn ich unkonservierte Medikamente bekomme, habe ich die Probleme nicht.
      Ich werde dies dem Anästhesisten in der Klinik, mit den genannten Problemen besprechen und hoffe sehr, daß die Narkose besser vertragen wird- und daß es sich hierbei nicht um eine späte allergische Reaktion handelt. Wie soll man auch die auslösenden Substanzen herausfinden?

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      • Re: Ursache Narkosereaktion


        Hallo,

        wenn Sie von 30 Substanzen sprechen, auf welche Sie allergisch reagieren, stellt sich für mich die Frage, ob dieses durch einen Allergietest verifiziert wurde.
        Viele allergische Reaktionen lassen sich durch die vorsorgliche Gabe von Kortison und/oder Antiallergika abmildern oder gar ganz vermeiden.
        Mehr kann ich ohne nähere Kenntnis der verwendeten Substanzen hier nicht dazu beitragen.

        Gruß F. V.

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        • Re: Ursache Narkosereaktion


          Sehr geehrter Dr. Völkert,
          ja die Allergien sind alle nachgewiesen.
          Aber nun mal eine gute Nachricht: die Narkose habe ich hinter mir, ohne irgendwelche Erinnerungen daran zu haben. Mir fehlt komplett das Geschehen von der Einleitung im Vorraum bis zur Rückkehr ins Patientenzimmer, 8 Stunden. Ich erinnere mich an gar nichts, außer daß alle sehr verständnisvoll (bis auf die 8 Stunden, die fehlen) waren. Ob und wie ich reagiert habe auf die Narkose, kann ich nicht sagen. Nur das Pflegepersonal der Station erzählte davon, daß ich um Unmengen von Wasser gebeten habe. Es ist alles sehr gut gegangen und ich bin sehr froh darüber. Zur Sicherheit werde ich mir das Narkoseprotokoll kopieren, falls ich irgendwann weitere Narkosen benötige.
          Liebe und erleichterte ()))Grüße
          lotti209

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          • Re: Ursache Narkosereaktion


            Ja auch meine operation in DU Fahrner Straße ist jetzt ein Jahr her und ich hatte damals auch bis zum späten Abend keine Erinnerung. Nur Leider hatte ich damals im Gegensatz zu Ihnen kein Verständnisvolles Personal. Ich wurde als übertrieben ängstlich hingestellt bzw. Simulant. Auch heute noch habe ich große Probleme mit meinem Kurzzeitgedächnis und Depressionen, so dass ich angst habe, (durch meine extreme Vergesslichkeit) bald entlassen zu werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Problem den Anästhesisten bekannt ist. Sie dürfen es nur nicht zugeben. Das würde eine Welle verursachen und es würden nur noch solche Operationen stattfinden die unumgänglich sind. Dies wäre ein so großer finanzieller Schaden für die Krankenhäuser, dass es innerhalb kürzester Zeit nur noch wenige Krankenhäuser in Deutschland geben würde. Denn die meisten Krankenhäuser schreiben nur noch schwarze Zahlen wenn sie operieren. In Amerika läuft eine Studie in der wird behauptet, dass bestimmte Narkosemedikamente die Krankheit Alzheimer auslösen, verursachen oder beschleunigen können. Dort wird behauptet, dass bestimmte Narkosemedikamente den Hirnstoffwechsel beeinflussen sowie eine Verminderung der Cholinacetyltransferase und eine Verminderung der Acetylcholinsynthese verursachen. Auch von Depressionen war dort die Rede. Habe davon leider keine Ahnung und weiß auch nicht mehr auf welcher Internetseite ich mir das abgeschrieben habe. Aber es war so ein komplexes Thema, das ich anschließend Kopfschmerzen hatte. Da war auch die Rede vom Sauerstoffpartialdruck der ja bei der Narkose auch eine wichtige Rolle spielt. Darum kann ich immer noch nicht verstehen, warum viele Anästhesisten vor der Narkose auf die Präoxygenierung verzichten und so den Patienten unnötig in Gefahr bringen. Wahrscheinlich dürfen sie es nicht, weil reiner Sauerstoff sehr teuer ist. Ich hätte gerne den Sauerstoff aus meiner eigenen Tasche bezahlt, wenn man mich vorher aufgeklärt hätte. Es geht auch anders ! Meine erste operation war in Nettetal. Da kann ich mich an absolut alles erinnern und ich war sofort nach der OP wieder wach und ansprechbar. Allerdings wurde ich dort auch Präoxygeniert.

            Als Präoxygenierung bezeichnet man eine prophylaktische Anreicherung mit Sauerstoff vor einem induzierten Atemstillstand (Apnoe), etwa im Rahmen einer Narkose.
            Durch die geeignete Zuführung von Sauerstoff (ausreichend hohe Flussrate über mehrere Minuten, dicht anliegende Maske) wird der Sauerstoffspeicher der Lunge, der der funktionellen Residualkapazität entspricht, mit Sauerstoff gefüllt, wobei der Stickstoff der normalen Atemluft ausgewaschen wird (Denitrogenisierung). Dadurch wird die Dauer, die der Patient ohne Spontanatmung auskommen kann, ohne einen Sauerstoffmangel (Hypoxie) aufzuweisen, deutlich verlängert, so dass in dieser Zeit eine Atemwegssicherung durchgeführt werden kann.
            Welche Aussage zur Präoxygenierung ist falsch ? ( C ist falsch)
            a) Die Dauer der Apnoetoleranz, die durch die korrekt durchgeführte Präoxygenierung erreicht
            wird, ist u.a. abhängig vom Sauerstoffverbrauch (VO2) des Patienten.
            b) Die theoretisch erreichbare Apnoetoleranz nach Präoxygenierung liegt beim gesunden
            Erwachsenen (70 kg Körpergewicht) mit einem Sauerstoffverbrauch (VO2) von 250 ml/min bei
            etwa 8-11 Minuten, da die funktionelle Residualkapazität (FRC) etwa 30-40 ml/kg
            Körpergewicht (2100 – 2800 ml) beträgt.
            c) Perioperativer Streß (z.B. unzureichende Prämedikation, Fieber, Hyperthyreose oder Sepsis)
            verändert nicht die Apnoetoleranz nach korrekter Präoxygenierung (im Vergleich zum selben
            Patient ohne Streß).
            d) Die Präoxygenierung ist Bestandteil der Schnelleinleitung bzw. RSI
            e) Zur Präoxygenierung atmet der Patient spontan über die dicht sitzende Beatmungsmaske für
            3-5 Minuten reinen Sauerstoff (hoher Frischgas-Flow ; 100% Sauerstoff)

            Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Verfahren der Präoxygenierung von nur 59 % der Anästhesisten routinemäßig genutzt wird und von 80 % der Anästhesisten insuffiziente Verfahren angewandt werden. Ein möglicher Grund ist das Überschätzen des Patientendiskomforts durch die Anästhesisten beim Aufsetzen der Sauerstoffmaske, während die Patienten die Präoxygenierung gut tolerieren.

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