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Gastroskopie - Ergebnisse ohne Erklärung

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  • Gastroskopie - Ergebnisse ohne Erklärung

    Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

    vor einem Jahr hatte ich plötzlich sehr starkes akutes abdomen, nausea bis hin zum emesis. Dies streckte sich über mehrere Monate, da Ärzte im Krankenhaus und in Praxen erst eine akute Gastritis und dann später eine Psychosymatik als Ursache gesehen haben. Die ersten 2 Monate aß ich nichts und trank ledeglich gezwungenerweise ein Glas Wasser am Tag. Erst nachdem ich 3 Monate nach eintreten der Symptome MCP gegen die Übelkeit und Pantoprazol als Protonenpumpenhemmer verabreicht bekommen habe, konnte ich einigermaßen trinken und essen. Nach 6 Monaten hatte ich dann meinem ehemaligen Hausarzt um eine Gastroskopie gebeten. Das Ergebnis wurde nicht besprochen, ich wurde ledeglich mit der Triple-Therapie behandelt und bekam nur folgenden Satz von ihm zu hören:" Das könnte zu Krebs werden in den nächsten Jahren." 3 Monate später waren die Beschwerden besser, jedoch nicht weg. Daher wurde eine zweite Gastroskopie zur Überprüfung der Eradikation veranlasst. Auch dieses Ergebnis wurde nicht besprochen. Leider habe ich auch heute noch manchmal beschwerden wie z.B akutes abdomen oder nausea. Zwar sind die Beschwerden beinah weg und es geht mir im Vergleich zu vorher viel besser, jedoch würde ich gerne (unter anderem auch aufgrund meines medizinischen Interesses) die Ergebnisse erklärt bekommen (z.B. auch wie wahrscheinlich Krebs oder ein Geschwür ist bei mir) und bitte Sie daher um Hilfe.

    1. Ergebnis: Vor der Eradikation

    MIKROSKOPISCH:
    I. Die Duodenalschleimhaut zeigt eine geringe lymphoplasmazelluläre Entzündung. Keine Vermehrung der intraepithelialen Lymphozyten.
    II. Antrumschleimhaut mit einer mäßigen lymphoplamazellulären und granulozytären Entzündung mit Regeneratepithel, das Oberflächenepithel regelrecht. Heli. Pylori positiv.
    III. Korpusschleimhaut mit regelrechtem Drüsenkörper und intaktem Oberflächen, hier eine lymphplasmazelluläre und auch granulozytäre Entzündung.

    Beurteilung:
    I. Geringe chro. Duodenitis.
    II. Geringradig chro. und floride Antrumgastrits mit regeneratorischerSchleimhauthyperplasie. HP positiv
    III. Geringgradig chro. und floride Korpusgastritis.



    2. Ergebnis: Nach der Eradikation

    Pathologisch-anatomisch
    I. Zwei bis knapp 4 mm große Gewebsstücke zeigen mikroskopisch Duodenalschleimhaut mit schlanken Zotten und Krypten, besetzt mit einem zylindrischen Epithel, Becherzellen und Paneth'schen Körnerzellen. Keine Vermehrung intraepithelialer Lymphozyten. Nein Nachweis PAS-positiver Zellen im Schleimhautbindegewebe.
    II. Die Biopsieportion zeigt Antrumschleimhaut mit etwas ungleichmäßig angeordneten Foveolen und spärlichen Anschnitten muköser Drüsen. Das Stroma ist leicht aufgelockert und geringfügig lymphoplasmazellulär durchsetzt. Unauffällige PAS-Realtion. Auch in der Giemsafärbung kein eindeutiger Helicobacternachweis.
    III: Zwei bis 3mm große Gewebsstücke zeigen Corpusschleimhaut mit einem uniformen zylindrischen Oberflächenepithel, gleichmäßig dich gelagerten spezifischen Drüsen mit typischen Gehalt an Haupt- und Belegzellen sowie Anschnitten der Muscularis mucosae. Keine floriden entzündlichen Infiltrate. Kein Nachweis einer Helicobacterbesiedlung anhand der Giemsafärbung. PAS-Reaktion unauffällig.

    Diagnose:
    I. Morphologisch unauffällige Duodenalschleimhaut ohne Hinweise in Richtung einer Enteropathie.
    II. Antrumschleimhaut mit leichtgradiger chronischer Gastritis vom Typ der Oberflächengastritis.
    III. Morphologisch unauffällige Corpusschleimhaut. Kein Helicobacternachweis.

  • Re: Gastroskopie - Ergebnisse ohne Erklärung

    Die Befunde zeigen in der ersten Untersuchung eine geringe Gastritis mit Helikobacterbefall, bei der zweiten Untersuchung ist der Befund im Prinzip normal (einige Entzündungszellen werden IMMER beschrieben), Helikobacter wurde erfolgreich behandelt.
    Der Befund ist gut, lassen Sie sich nicht verrückt machen. Auch die Helikobacterbehandlung war eine "Kann" Behandlung, Helikobacter MUSS immer nur bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren behandelt werden. Ohne Geschwüre profitieren nur ca. 10 % der Betroffenen von einer Heikobactertherapie, und man muss bedenken, daß durch die Antibiotika auch Nebenwirkungen auftreten könnten.
    Also zusammenfassend - alles bestens.
    MfG
    Dr. E. S.

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