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Angst vor Sex!

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  • Angst vor Sex!

    Ich bin 42 Jahre alt und hatte seit ungefär fünf jahren keinen Sex mehr mit einer Frau. Meine Ehe war damals kaputt gegangen unter anderem weil wir wenig Sex hatten. Ich hatte irgendwie die Lust auf Sex verloren und "konnte" auch nicht mehr so richtig. Meine Frau dagegen wollte oft. Mit mir selbst geht aber alles ganz normal. Vor kurzem habe ich eine neue Frau kenenengelernt und die will jetzt das ich "ran muß". ich habe ein bißchen Angst, das ich nicht kann, und ich fühle mich unter Druck gesetzt. Was kann ich machen? Soll ich irgendwelche Pillen nehmen damit ich mehr Lust bekomme?


  • RE: Angst vor Sex!


    Mehr Lust ist nicht so einfach. Diesbezüglich vielleicht mal die Hormone checken lassen. Wenns hier ein Defizit gäbe, lässt sich das beheben (alles aber keine Leistung der Kassen). Sicherheit, daß der kleine Mann auch steht bieten Medikamente. Die sog. PDE5-Hemmer. Hier stehen 3 Substanzen zur Verfügung, wobei der effektivste Wirkstoff das Vardenafil (Levitra) ist. Ihr Urologe wird es Ihnen sicher rezeptieren, wenn Sie das Problem schildern. Wenn dann alles wieder "normal läuft", braucht Man(n) es nicht mehr. Aber erst einmal gibt es die Sicherheit, daß die Erektion auch wirklich funktioniert.
    Liebe Grüße
    Ihr

    T. Kreutzig

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    • RE: Angst vor Sex!


      Mehr Lust ist nicht so einfach.

      Leider Richtig !

      Diesbezüglich vielleicht mal die Hormone checken lassen. Wenns hier ein Defizit gäbe, lässt sich das beheben (alles aber keine Leistung der Kassen).

      Die Analyse ist sicher keine Kassenleistung, wenn sich was konkretes ergibt, kann das durchaus eine Kassenleistung werden. Ansonsten helfen dem vernehmen nach NUR jedem dreissigsten Mann, der "in die Jahre" kommt, das männliche Geschlechtshormon Testosteron.

      Dann muss so eine Analyse kritisch durchgesehen werden, zu jedem Hormonwert wird eine ober und eine Untergrenze angegeben, die als "normal" gilt. Wenn MANN mit allen Werten in diesem Bereich liegt, sagt der Doc : "Alles in Ordnung!", was ja auch stimmt aber eben auch nicht stimmt.

      Beispiel : Für Testosteron gilt als normal alles zwischen 2,7 und 10,7 mg/Liter Testosteron. Nehmen wir an, der Patient hat den Wert 4,0 ist alles in Ordnung. Messen wir weiter den Wert für SHBG (SexualHormonBindendesGlobulin), welches das Testosteron unwirksam macht, dann sollte der Wert zwischen 12 und 75 NanoMol/ccm liegen. Nehmen wir mal an, der Patient hat als Messwert 65 nmol/ccm, dann ist das auch "normal". Ende der Konsultation des UROLOGEN.

      Nun müssen wir aber das mal näher betrachten, um die Sache zu erschweren gibt man unterschiedliche Bezugssysteme an. Erst mal Umrechnen Testosteron von mg/L in nMol/ccm : 4,0 mg/L = 13,87 nmol/ccm. Nun kann man den Quotienten bilden, also hat der Patient 13.87/65 = 0,21. Mittelwert wäre aber 18,55/37,5= 0,49 , das heisst, dass nur 40% weniger als im Mittelwert wirksam sind oder die absolute freie Menge wäre 25 % des Mittelwertes, nicht gerade berauschend..... Nur das sagt einem kein Arzt.

      Erstens ist es bei diesem Wert noch nicht wahrscheinlich, dass das die Ursache ist. Zweitens, wie behandeln ? Na, ganz einfach denkt der Laie, etwas testosteron auf die Lampe giessen und der Kittel ist geflickt. Leider funktioniert das nicht, mit mehr künstlichem Testosteron fällt erst mal das LH, das macht Impotent, wie wir an Bodybuildern sehen. Das mehr an testosteron macht nur Sinn, wenn LH ganz unten ist, also die Hirnanhangdrüse viel LH absondert und die Hoden dennoch nicht mehr Testosteron herstellen. Unabhängig davon steigt mit mehr Testosteron überproportional schnell der Östrogenspiegel, dass heisst, wenn man Testosteron von 4,0 auf 8,0 mg/l bringt, steigt der Östrogenspiegel wahrscheinlich auf das Vierfache und damit wird 4-mal soviel SHBG hergestellt, der Mann kommt vom Regen in die Traufe......

      Das nur mal als ganz klitzekleines Beispiel, wie kompliziert das alles ist und nicht vergessen, nur rund jedem dreissigsten Mann hilft Testosteron (weil das LH Turmhoch ist) !

      Weil die Krankenkassen das eh nicht bezahlen, ist das für die Ärzte kein Thema und die haben da auch keine Übung drin. Da wird der Weg zum Erfolg lang, hart, teuer und steinig.......

      Genug für heute !

      Truman

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      • Testosteron....!


        Truman ist ganz gut informiert. In den meisten Punkten ist das richtig! Aber eben nicht in allen Punkten. Testosteron zu substituieren hängt eben nicht allein vom Normwert ab. Eine pulsatile Gabe ist mit Gels möglich. Therapieentscheidend ist dann allein, wie der Mann sich fühlt! Laborkosmetik ist sinnlos! Das Testosteron impotent macht... das ist ebenso neu wie falsch. Bodybilder sind noch lange nicht alle impotent. Die, die es sind, kippen reichlich andere Steroide in sich hinein.
        Also bleibt am Ende: ein guter Urologe sollte Sie zum Thema Testosteron gut und kritisch beraten und vor allem Ihr Wohlbefinden im Auge haben. Wenn Sie das Gefühl haben, daß das nicht so ist..... wechseln Sie den Urologen!
        Einen herzlichen Gruß

        Dr. T. Kreutzig

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        • RE: Testosteron....!


          Hallo Dr. Kreuzig

          richtig, ich habe es überspitzt dargestellt, das war aber Absicht.
          Wenn der natürliche Testospiegel bis 10,7 mg/L reicht, dann jubeln manche Bodybuilder sich offenmbar bis auf über 30 mg/L hoch und das hat dann offenbar die Folgen. Ich habe es nicht selber ausprobiert. Ich kann Ihnen ansonsten empfehlen, sich mal bei einem Kollegen schlau zu machen, einem gewissen Dr. Umbreit, der einen Artikel "Männergesundheit" ins Internet gestellt hat und da auch feststellt, dass Testosteron, welches nicht aus der eigenen Fabrik stammt, eher kontraproduktiv für die männliche Potenz ist. Ansomsten ist Dr. Umbreit ein Verfechter der mehr als zweifelhaften Östrogentherapie für alternde Männer. Das schafft mittelfristig wahrscheinlich Arbeit für UROLOGEN !

          Um das gleich klar zu stellen, UROLOGEN werde ICH den Rest meines Lebens meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Das soll uns aber nicht daran hindern, hier vielleicht eine amüsante Diskussion zu führen, in der auch gerne andere (Zwischen-)Fragen stellen dürfen.

          Was bei meinem Beitrag vielleicht ungenügend herauskam, medizinische Laien werden sich immer auf das Testosteron kaprizieren, was auch sicher wichtig ist, aber nur eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung ist, sowohl unter den Hormonen, als auch unter den sonstigen "Laborwerten" für männliches Funktionieren !

          mfG

          Truman

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          • RE: Testosteron....!


            Nun also nochmals zum Thema!
            Irgendwie scheinen Sie ja schlechte Erfahrung mit Urologen zu haben. Die Oetrogensubstitution für Männer möchte ich hier nicht kommentieren. Und so manche mehr oder weniger selbst ernannte "Hormonpäbste" haben eben auch nur mehr oder weniger Ahnung. Meiden sollten Sie als Mann den Urologen allerdings nicht. Denn Urologen sind Männerärzte. Und keine Frau würde das über ihren Frauenarzt sagen. Letztlich geht es ja nicht nur um Potenz und Testosteron, sondern eben auch um Vorsorge, Prostatavergrößerung und Prostatakrebs um nur die wichtigsten Fakten zu nennen. Davor den Kopf in den Sand zu stecken wäre ja wohl etwas Vogel Strauß Politik und keine echte Empfehlung. Mein spezieller Rat: es gibt sicher auch irgend einen wirklich netten urologischen Kollegen, den Sie mögen und der IHR Männerarzt werden kann... so wie eben der Frauenarzt auch ausgesucht werden muss..... die Frauen haben es (mal wieder) hier besser.... es gibt 4xmehr Frauenärzte als Urologen.... aber glauben Sie mir... es gibt auch ne menge nette urologische Kollegen!

            Herzlichst Ihr

            Dr. T. Kreutzig

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