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Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

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  • Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

    Hallo,

    Zunächst möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit nehmen, Patienten in schweren Situationen zu beraten und zu helfen. Das ist für viele sicherlich eine große Hilfe!

    Nun zu meinem Problem: Ich bin 21 Jahre alt und hatte im April 2019 und im August 2019 ungeschützen Geschlechtsverkehr mit 2 verschiedenen Partnerinnen, wobei ich vermute, dass der Geschlechtsverkehr im August für meine Beschwerden verantwortlich ist.

    Im Oktober 2019 begannen dann langsam meine Beschwerden in Form von häufigem Harndrang (bis zu 15 Mal täglich). Schmerzen bemerkte ich damals noch nicht. Ab Dezember kamen dann zunehmend Probleme mit der Libido hinzu, zudem habe ich seitdem auch keine Morgenerektion und auch keine Spontanerektionen mehr. Manchmal bemerkte ich auch ein leichtes Ziehen im Penis und leichte Schmerzen in der Leistengegend. Nach mehreren Untersuchungen bei meinem Urologen, die alle negativ ausfielen, wechselte ich den Urologen, der schließlich per Harnröhrenabstrich eine Infektion mit Ureaplasma feststellte und mir Doxycyclin verschrieb.

    Ich nehme nun seit 19 Tagen zweimal täglich 100mg Doxycyclin. Der häufige Harndrang hat sich verbessert (momentan 4 bis 7 mal pro Tag bei 2l Wasser), an manchen Tagen tritt jedoch immer noch ein häufiger harndrang innerhalb weniger Stunden ein. Eine Verbesserung der Libido&Erektion könnte ich jedoch bisher wenn überhaupt nur leicht feststellen. Ich habe nach wie vor keine Spontanerektionen wie es früher häufig der Fall war, zudem kann ich eine Erektion nur langsam erreichen und diese dann auch nur schwer halten. Der Samenerguss ist dazu sehr schwach, es kommt viel weniger Ejakulat als vor dem Risikokontakt im August 2019 und auch mit viel langsamerer Geschwindigkeit. Seit ein paar Tagen bemerke ich außerdem eine Art Brennen und Ziehen im Leistenbereich.

    Könnte das Brennen im Leistenbereich durch die Behandlung mit Antibiotika kommen, quasi als eine Reaktion auf das Absterben der Bakterien?

    Denken Sie, dass die Beschwerden nach einer 30-tägigen Therapie mit Doxycyclin komplett verschwinden oder dass eine Besserung auch erst ein paar Wochen später eintreten könnte?

    Nochmal vielen Dank für Ihren Rat und Ihre Zeit!


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  • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

    Es besteht der Verdacht einer Prostatitis, bei der der Erregernachweis oftmals nicht gelingt. Negative Teste schließen daher eine Infektion nicht aus. Das betrift insbesondere Erreger wie Chlamydien und Mykoplasmen oder Ureaplasmen, die in Ihrem Falle ja auch bestätigt wurden.

    Eine ausreichend lange Therapie ist in diesem Erreger-Umfeld besonders wichtig.Eine supportive Phytotherapie mit Quercetin und Bromelain ist oft meine Empfehlung.

    Die Besserung der Symptomatik geht teils 6-8 Wochen über das Ende der Therapie hinaus. Also aktuell noch Geduld!

    Lieben Gruß

    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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    • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

      Danke für die Antwort und die Empfehlung der Phytotherapie, davon hatte ich bisher noch nichts gehört!

      Da die Ureaplasma Infektion schon seit 8 oder vielleicht auch mehr Monaten besteht: Denken Sie, dass 30 Tage Doxycyclin 2x100 mg ausreichend sind, oder sollte man eventuell zum Ende der Therapie die Dosis erhöhen oder andere Antibiotika wie Anzythromycin verwenden?

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      • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

        Erst einmal den erfolg der Therapie abwarten!

        Lieben Gruß

        Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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        • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

          Nachdem sich der häufige Harndrang vor einer Woche noch gebessert hatte, ist es nun wieder schlechter geworden. Ich trinke 2L pro Tag und muss 7-9 mal am Tag auf Toilette, dabei scheide ich ca. 2,5L Urin aus. Außerdem schäumt der Urin.

          Sind Ihnen ähnliche Fälle bekannt, bei welchen häufiger Harndrang bzw. eine erhöhte Urinausscheidung durch eine Prostatitis ausgelöst wurden?

          Besonders die erhöhte Urinmenge verwundert mich, da ich dazu nichts in Bezug auf eine Prostatitis finden konnte.
          ​​​​​
          ​​​



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          • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

            Zum Verdacht der Prostatitis: Ich lese oft von akuter und chronischer Prostatitis. In meinem Fall müsste es sich dann ja um eine chronische Prostatitis handeln. Müsste dann nicht eine längere Therapie erfolgen?

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            • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

              ggf. Ja!

              Lieben Gruß

              Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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              • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

                Ich habe die Therapie nun vor ca. 2 Wochen beendet. Meine Symptome, besonders die Erektionsstörungen bzw. fehlende Morgen--und Spontanerektion, haben sich jedoch nicht wirklich verbessert. Das Brennen im Unterleib verspüre ich auch noch oft. Beim Urologen heute nochmal Tastuntersuchung der Prostata, Urintest, Ultraschall der Hoden - alles unauffällig. Laut Urologen seien die Probleme psychisch, er sagte zudem dass Probleme mit der Prostata in meinem Alter nicht vorkommen würden. Auch die Infektion mit Ureaplasma sieht er nicht in Zusammenhang mit meinen jetzigen Symptomen. Ich denke nicht, dass es psychisch ist, schließlich hat bis letztes Jahr noch alles bestens funktioniert.

                Hätten Sie noch irgendwelche Vorschläge, wie man nun weitermachen könnte?

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                • Re: Ureaplasma Harnwegsinfekt - Libidoverlust und Erektionsprobleme

                  Das gute alte Doxycyclin...

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