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Fragwürdiger Harnwegsinfekt..... Ratlos!

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  • Fragwürdiger Harnwegsinfekt..... Ratlos!

    Hallo!
    Da ich zurzeit absolut nicht weiter weiß, möchte ich mich hiermit an dieses Forum wenden und hoffe auf den richtigen Pfad geführt zu werden.

    Zur Krankheitsgeschichte:

    Ich bin 25 Jahre alt.

    Im August habe ich bei mir eitrigen Ausfluss sowie Schmerzen in der Harnröhre bemerkt. Diese waren konstant vorhanden, also nicht nur beim Urinieren. Zusätzlich war die Eichel gerötet. Letzter unverhüteter (einmaliger) GV war zu diesem Zeitpunkt etwa 4,5 Monate her.

    Bin damit zur Urologin, die einen Harnröhrenabstrich sowie Harnstreifentest durchgeführt hat. Habe dann Ciflox 500mg 2x7 Tage sowie Travocort Creme gegen einen Pilz verschrieben bekommen. Wie sich nach Auswertung des Abstrichs herausstellte, handelte es sich um Enterococcus faecalis. Chlamydien und Gonokokken beide negativ.
    Der Ausfluss verschwand mit dem Antibiotika gleich am nächsten Tag und auch das Brennen schien sich zu bessern. Am vorletzten Tag der Einnahme kam das Brennen zurück und wurde dieses Mal von permanentem Harndrang sowie (sehr leichten) Blasenschmerzen. Des Weiteren wurden die Schmerzen zeitweise nach der Ejakulation wesentlich schlimmer. Das Brennen wurde intensiver und ich musste mich teilweise 20 Minuten auf die Toilette setzen und krampfhaft auch den letzten Hartropfen herausbekommen, ehe das Brennen aufhörte.

    Wieder zur Urologin. Harnstreifentest gemacht, der (kann hier nur aus Erinnerung sprechen, da auf Befund nicht vermerkt) unauffällig ausfiel. Bekam nochmals eine Travogen gegen den Pilz verschrieben. Überweisung zum Abstrich machen in ein Pilzambulatorium in Wien.

    In der Zwischenzeit begannen die Hoden leicht zu schmerzen, sowie ein Ziehen entlang der Leiste. Damit erneut zur Urologin, die mir ein zweites Mal zum Abstrich machen riet. Diese Symptome verschwanden kurz danach aber wieder gänzlich, daher betrachte ich sie als nicht so kritisch.

    Das habe ich dann auch getan, wieder ein Harnröhrenabstrich in besagtem Spezialambulatorium. Ergab Zitat "Harnröhrenkeim gefunden - keine Geschlechtskrankheit". Handelte sich um Staphylokokkus und Streptokokkus (beide ohne Angabe des Artnamens). Bekam Augmentin 1G 875/125mg 2x7 Tage verschrieben.
    Das half eigentlich nicht wirklich, die Symptome (permanentes Brennen in Harnröhre mit zeitweiser Verschlimmerung nach der Ejakulation sowie dauerhafter Harndrang) blieben praktisch unverändert.

    Ich ging auch damit wieder zu selber Urologin, die darauf hin auch nicht weiterwusste und mich in die urologische Ambulanz weiterüberwies.

    Dort wusste man meines Erachtens nach auch nicht weiter, da man mich weder hinsichttlich meiner Krankengeschichte zu Wort kommen lies, noch die (sortierten) Befunde von Urologin und Spezialambulatorium in adäquater Reihenfolge durchgesehen wurden. Allerdings wurde hier zum ersten Mal auch meine Prostata untersucht, die laut Oberarzt normal war.

    Jedenfalls wollte man mich dort quasi prophylaktisch für 3 Wochen 1x täglich auf Ciproxin 250mg setzen. Da ich beim alleresten Antibiotikum, dass ebenfalls den Wirkstoff Ciprofloxacin enthält (der ja bindegewebstoxisch wirken soll), am letzten Tag der Einnahme leichte Schmerzen in Knie- und Handgelenk verspürte, stand ich dieser Diagnose skeptisch gegenüber. .
    Als Sportler nehme ich gerade soetwas wie Gelenksschmerzen nicht auf die leichte Schulter und des Weiteren konnte ich der Diagnose in der Ambulanz nicht ganz folgen. Zusätzlich zum Ciproxin wurden mir Naproxen 500mg 2x5 Tage und Pantoloc 20mg 1x pro Tag verschrieben.
    Weil man aber in keinem weiteren Test irgendwelche Bakterien oder dergleichen fand, verstand ich nicht so recht, wieso ich nochmal (meiner Meinung nach einfach so empirisch verschrieben) Antibiotika nehmen soll, vorallem nachdem die ersten beiden meinen Organismus ziemlich mitgenommen haben

    Da ich diese Antibiotika-Kur wie gesagt eigentlich nicht machen wollte, zeigte ich den Befund noch meiner Tante (Gynäkologin). Diese meinte ich solle für 1 Woche 2x am Tag Seractil Forte nehmen. Das habe ich getan und es schient vorerst auch gewirkt zu haben.

    Anfang dieser Woche kamen die beschwerden allerdings zurück und ich bin im Moment ehrlich gesagt ratlos hionsichtlich des weiteren Vorgehens, da ich den Eindruck habe, dass mir niemand wirklich helfen kann.
    Ich habe zuerst gedacht eine Geschlechtskrankheit, fiel negativ aus. Nach weiterer Recherche kam ich auf eine abakterielle Prostatitis, aber die Prostata war beim Abtasten unauffällig. Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt noch machen soll bzw zu wem ich noch gehen soll, da bei mir schon fast alles erdenkliche überprüft wurde.

    Momentan habe ein permamentes, leichtes Brennen in der Harnröhre, welches sich in etwa bis hinter den Hodensack zieht. Der Harndrang kommt und geht wie er will, teilweise verspüre ich stundenlang nichts und dann muss ich in 45 Minuten zweimal auf die Toillette. Das Brennen nach der Ejakulation, dass ich oben bereits beschrieben habe, ist ebenfalls da. Meine Eichel wirkt auch ein bisschen gerötet und sehr empfindlich.

    Ich erwarte hier selbstverständlich keine Diagnose oder Behandlung, aber wenn man mich hinsichtlich des weiteren Vorgehens in eine Richtung weisen könnte, die vermutlich endlich zum Ende dieser belastenden Krankheit führen könnte, wäre ich sehr dankbar! Wäre die 3-wöchige prophylaktische Antibiotiktherapie sinnvoll?

    Bei klärenden Fragen bin ich gerne bereit zu antworten!

    MfG



    Noch ein paar kurze Infos:
    Besagtes Brennen nach der Ejakulation sowie das Herauspressen sämtlichen Harns begleiten mich schon schon seit bestimmt 9 Jahren. Das trat allerdings immer sehr sporadisch auf, vielleicht einmal im Monat. Alle anderen Samenergüsse verliefen komplett normal, selbst die am selben Tag danach. Seit besagtem Infekt häufte sich dieses Symptom aber, wenngleich es trotzdem unregelmäßig auftrat.
    Ausfluss trat nach dem ersten Antibiotikum bisher niewieder auf, genauso wie alle Harnstreifentests mit Ausnahme des allerersten unauffällig ausfielen.

  • Re: Fragwürdiger Harnwegsinfekt..... Ratlos!

    Eine etwas sehr lange Geschichte.....

    Fakt ist, daß Sie eine Prostatitis haben könnten.
    Die hier möglichen Erreger lassen sich nicht immer nachweisen. Das Trift für Chlamydien und Mykoplasmen besonders zu.
    Ciprofloxacin und die Gyrasehemmer werden derzeit recht "nieder gemacht". Ich habe damit 20 Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Die Prostatitis therapiere ich bei meinen Patienten aber vorzugsweise mit Doxycyclin über 20 Tage.

    Lieben Gruß

    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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    • Re: Fragwürdiger Harnwegsinfekt..... Ratlos!

      Sehr geehrter Dr. Kreutzig-Langenfeld!

      Zuerst einmal vielen Dank für Ihre zügige Antwort!
      Ich bitte um Entschuldigung für die lange Geschichte, aber angesichts der Tatsache, dass ich diese Krankheit jetzt schon so lange mit mir herumschleppe, wollte ich kein Detail außer Acht lassen.

      Ich kann mich erinnern, dass ich meine Urologin bei einem Besuch auf die Prostata angesprochen habe (da ich natürlich auch online recherchiert habe), worauf diese etwas entgegnete wie "Wieso sollte die Prostata etwas damit zu tun haben sollte?"
      Die Prostata in der urologischen Ambulanz auch ohne Auffälligkeiten abgetastet.
      Ich frage mich also wirklich, wieso eine Prostatitis quasi von Anfang an ausgeschlossen bzw nie in Betracht gezogen wurde?

      Auf Mykoplasmen wird man hier in Österreich standardmäßig nicht getestet, da die Krankenkasse dies nicht bezahlt, aber glauben Sie, dass Chlamydien wirklich beide Male (also sprich beim Abstrich bei der Urologin und im Pilzspezialambulatorium) übersehen wurden?
      Meines Wissens nach handelt es sich dabei um eine Geschlechtskrankheit, d.h. ich müsste sie ja dann quasi 4,5 Monate symptomfrei mit mir herumgetragen haben. Das hielten sowohl Urologin als auch die Ärzte in der urologischen Ambulanz für höchst unwahrscheinlich.
      Was meinen Sie dazu?

      Würden Sie mir eher dazu raten, die verschriebene 3-wöchige Antibiotikatherapie doch durchzuführen (die benötigten Medikamente hätte ich bereits zu Hause) oder eher nochmals zu einem anderen Urologen zu gehen und diesen gezielt auf Prostatitis anzusprechen?

      MfG

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      • Re: Fragwürdiger Harnwegsinfekt..... Ratlos!

        Chlamydien und Mykoplasmen werden nicht "übersehen", sondern schlicht nicht nachgewiesen, da es kleine intrazelluläre Erreger sind, die oft nicht im Abstrich erfasst sind.

        Oft sind Betroffene Pat. völlig ohne Symptomatik; die Zahl der latent infizierten Menschen wird recht hoch geschätzt.

        Zur Therapie hatte ich ja bereits etwas gesagt!

        Lieben Gruß

        Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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