• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Beschwerden seit Monaten...

Einklappen

X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Beschwerden seit Monaten...

    Sehr geehrter Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

    ich bin 40 Jahre alt, leide seit Monaten an einer vermutlichen bakteriellen Infektion im Urogenitalbereich und bin mittlerweile verzweifelt.

    Phase 1: Die ersten Symptome (Brennen beim Harnlassen, starker Harndrang, Juckreiz auf der Eichel, Schüttelfrost mit Fieber und leichter Lymphknotenschwellung am Hals (nur 1 Tag), weißer Ausfluss aus Harnröhre, keine Libido, keine Potenz) zeigten sich Ende Januar. Ich ging zum Hausarzt, der mir mit Verdacht auf eine bakterielle Infektion das Antibiotikum Klacid Uno verschrieb. Durchgeführte Harn- und Blutuntersuchung ergaben jedoch nichts. Es schien zu wirken – schon am nächsten Tag waren alle Symptome verschwunden. Nach einer Woche kamen dieselben Symptome wieder (bis auf den weißen Ausfluss, den ich seither nicht mehr hatte!), weshalb ich zum Urologen überwiesen wurde. Dieser führte Anfang März einen Harnröhrenabstrich durch, der auf alle möglichen Bakterien, Pilze usw. untersucht wurde, jedoch ebenfalls negativ war. Er verschrieb mir Ciflox, das jedoch überhaupt nicht wirkte. Ich hatte weiterhin starke Schmerzen in der Prostatagegend und in der Blase. Da mein Urologe dann auf Urlaub war, ging ich zu einem anderen, der mir Doxycyclin verschrieb. Schon am nächsten Tag war es deutlich besser und es begann Phase 2 meines Leidens.

    Phase 2: Nach einigen beschwerdefreien Tagen hatte ich jeden Tag ca. ab 15 Uhr ein leichtes, aber sehr unangenehmes Ziehen im Urogenitalbereich, das am Abend verschwand und zu einem schmerzlosen Druckgefühl in der Blase wurde (ähnlich wie bei Darmblähungen, jedoch in der Blase). Sonst hatte ich keine Beschwerden mehr: Libido und Potenz waren wieder da, kein anomaler Harndrang, kein Brennen beim Harnlassen (allenfalls kurz danach ganz leicht). Nach einer symptomfreien Woche war ich Radfahren, woraufhin die beiden Symptome von Phase 2 (am Nachmittag Ziehen im Urogenitalbereich, am Abend Blähgefühl in der Blase) wieder begannen und den ganzen April bis ca. Mitte/Ende Mai andauerten. Ich hatte inzwischen mit der Einnahme von D-Mannose begonnen und Anfang Juni war alles gut (ein Ende Mai durchgeführtes Nierenröntgen und Urogramm lieferte keine Ergebnisse, ebenso wenig wie weitere Harn- und Ejakulatuntersuchungen). Nach einem vollkommen beschwerdefreien Juni kamen Anfang Juli die beiden Symptome von Phase 2 wenige Stunden nach der Einnahme von Sildenafil wieder und dauern bis heute unverändert an, wobei es an manchen Tagen besser, an anderen schlechter ist.

    Zusatzinfos:
    - Bei ca. 3 von 4 Harnuntersuchungen wird bei mir seit bereits ca. 15 Jahren eine Mikrohämaturie festgestellt. Vor einigen Jahren wurde deshalb eine Blasenspiegelung durchgeführt, bei der jedoch nichts gefunden wurde.
    - In den letzten Jahren hat meine Potenz stark nachgelassen, doch seit Ende von Phase 1 ist sie besser denn je.

    Ich hätte diesbezüglich folgende Fragen:

    1) Ist das noch immer eine akute Infektion oder können das auch die „Nachwirkungen“ einer bereits erfolgreich behandelten Infektion sein? Ich habe gelesen, dass solche Nachwirkungen über mehrere Wochen durchaus normal sind… aber mehrere Monate?

    2) Können diese Beschwerden auch vom Darm ausgehen? An und für sich ist mein Stuhlgang regelmäßig und normal… und eine vor einigen Jahren durchgeführte Darmspiegelung ergab ebenfalls nichts.

    3) Kann es einen Zusammenhang mit der Potenz geben bzw. warum ist diese seit Phase 2 besser als vor meinem Leiden? Sildenafil nehme ich nur sehr sporadisch ein und früher hatte es nur ein bisschen gewirkt, während es heute ohne fast genauso gut und mit sogar hervorragend geht. Kann es einen Zusammenhang mit der Einnahme dieses Mittels geben?

    MfG

    Martin

  • Re: Beschwerden seit Monaten...

    Es spricht einiges für eine Prostatitis und möglicherweise war die Therapie zu kurz. Es kann dann auch zu lang anhaltenden Beschwerden kommen. Auch nach antibiotischer Therapie kann es bis 2 Monate dauern.

    Der Darm ist zumeist nicht die Ursache.

    Die Potenz wird natürlich bei Symptomatik nicht eben besser.... Dennoch macht Sildenafil auch Reparatureffekte.

    Lieben Gruß

    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

    Kommentar


    • Re: Beschwerden seit Monaten...

      Vielen Dank für Ihre Antwort. Aber müssten die Schmerzen dann nicht wieder so stark sein wie zu Beginn, zumal sich die Bakterien bei einer zu kurzen Behandlungsdauer wieder vermehren?

      Was würden Sie mir empfehlen? Ein weiteres Antibiotikum? Wenn ja, welches?

      Kann das auch von selbst wieder gut werden?

      Ich habe mir die Symptome einer Prostatitis durchgelesen... davon habe ich das meiste nicht. Und die Prostata ist auch nicht vergrößert.

      MfG

      Martin

      Kommentar


      • Re: Beschwerden seit Monaten...

        Auf diesem Wege kann ich das differenzierter kaum bewerten. Eine spezielle Therapieempfehlung daher ebenfalls nicht machbar!

        Lieben Gruß

        Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

        Kommentar



        • Re: Beschwerden seit Monaten...

          Sehr geehrter Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

          ich habe mich in Absprache mit meinem Urologen dazu entschlossen, noch einmal mit Doxycyclin zu beginnen (die erneute Einnahme von Ciflox über 15 Tage hat nichts bewirkt), da er nicht sagen kann, ob es sich noch um eine aktive Infektion handelt oder um die Nachwirkungen einer solchen (z. B. Vernarbungen, die durch die erneute Einnahme von Sildenafil wieder „aufgebrochen“ sind). Wir haben vereinbart, dass ich das Antibiotikum zunächst 20 Tage (2 x 100 mg) einnehme, und wenn es hilft, dann nochmal 10 Tage. 14 Tage lang hat sich überhaupt nichts verbessert, erst seit drei Tagen ist es doch etwas besser. Da es aber immer ein Auf und Ab ist, kann ich nicht sagen, ob es am Antibiotikum liegt. Kann es Ihrer Meinung und Ihrer Erfahrung nach sein, dass es erst jetzt wirkt oder sollte es, wie allgemein zu lesen ist, bereits nach wenigen Tagen spürbar besser sein? Würden Sie mir empfehlen, es nochmal 10 Tage einzunehmen?

          MfG

          Martin

          Kommentar


          • Re: Beschwerden seit Monaten...

            Ich gebe grundsätzlich keine individuellen Therapieratschläge. Der Weg kann aber sinnvoll sein.

            Lieben Gruß

            Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

            Kommentar


            • Re: Beschwerden seit Monaten...

              Sehr geehrter Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

              die erneute Einnahme von Doxycyclin über 30 Tage hat keinerlei Verbesserung gebracht, weshalb mein Urologe nun eine Coloskopie vorschlägt, zumal die Beschwerden nach einem Stuhlgang etwas besser werden. Was halten Sie grundsätzlich davon?

              Es ist mir schon klar, dass Sie keine individuelle Beratung anbieten können. Gibt es jedoch für Sie – ganz allgemein gesprochen – ein Szenario, in dem eine überstandene bakterielle Infektion bzw. deren Folgeerscheinungen nach einem einmonatigen Ausbleiben der Symptome durch die Einnahme von Sildenafil erneut auftreten? Was kann hier passiert sein?

              MfG

              Martin

              Kommentar



              • Re: Beschwerden seit Monaten...

                Das kann ich auf diesem Wege nicht sagen. Ich habe meinen Zweifel, daß eine Coloskopie weiter bringt!

                Lieben Gruß

                Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

                Kommentar


                • Re: Beschwerden seit Monaten...

                  Haben Sie schon einmal davon gehört, dass Sildenafil einen solchen Rückfall auslösen kann? Bei mir kam dieser Rückfall tatsächlich innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme... es müsste schon ein blöder Zufall sein, wenn es da keinen Zusammenhang gibt.

                  Kommentar


                  • Re: Beschwerden seit Monaten...

                    Sildenafil sicher nicht ursächlich!

                    Lieben Gruß

                    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

                    Kommentar