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Mein Lebensweg machte mich krank

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  • Mein Lebensweg machte mich krank

    Hallo alle, ich bin Neu hier und auf der Suche nach Antworten. Ich männlich 28 leide an einem, ich nenne es mal Identifikationsproblem.

    Meine Vorgeschichte:

    Als gelernter Anlagenmechaniker (Heizung, Sanitär und mittlerweile Meisterbrief) arbeitete ich den Großteil meines eigentlich noch kurzen Berufsleben (bis ich 26) wurde auf dem Bau und fühlte mich verhältnismäßig wohl. Ich war stolz darauf, was ich jeden Tag leistete und weiß auch heute, dass dies sehr wichtig für mein eigenes Selbstwertgefühl war. In meinem Privatleben spielte ich als Gitarrist in einer Band. Außerdem habe ich seit meinem 19 Lebensjahr bis heute meine Traumfrau an meiner Seite. Nach dem ich meinen Meisterbrief bekam wollte ich auch die berufliche Anerkennung dafür und musste den Job wechseln. Ich wechselte sogar in eine verwandte Branche und landete weil ich eine Job-Bezeichnung falsch interpretierte am Schreibtisch statt an der Werkbank. Bis hierhin klingt das alles nach dem perfekten Ablauf. Dachte ich auch zu dem Zeitpunkt.

    Jetzt die Wendung:

    Der neue Job war natürlich besser bezahlt wie der alte, kostete mich aber auch mehr Energie da ich oft den Kopf nicht frei bekam. Verantwortung wiegt oft schwerer als Heizkörper.
    Ich beschloss mich vollends auf den neuen Beruf zu konzentrieren, nicht zuletzt weil ich meiner Freundin den Heiratsantrag gemacht und sie ihn bejaht hatte. Familienplanung stand an und Papa musste Nest bauen. So verließ ich meine Band für die keine Zeit mehr war.

    Ich bemerkte dabei nicht, dass ich 2016 zwei Dinge aufgab die mich vorher als Mann ausgemacht haben und auf die ich stolz war. Die Veränderung im Liebesleben die leider in langen Beziehungen nur allzu normal sind, machten mir damals noch nicht wirklich zu schaffen. Wir hatten/haben maximal 1 x im Monat Sex. Auch der Umgang miteinander verändert sich. Sie als Kita-Leitung hat mittlerweile ebenfalls einen sehr Verantwortungsvollen Beruf und ist oft auch gar nicht in der Lage sich über meine Weh-Wehchen Gedanken zu machen.

    Jetzt steht die Hochzeit im Mai an und ich habe mich innerhalb von zwei Jahren von dem gut gebauten und stolzen Handwerker mit den Gitarrenriffs zum 12 Kilo schwereren unfitten Bürohengst ohne privaten ausgleich und Bestätigung als Mann entwickelt.

    Heute war der Tiefpunkt und deswegen schreibe ich hier. Ich habe meinen Job gekündigt und gehe zurück ins Handwerk, leider macht mich die lange Kündigungsfrist von 3 Monaten fertig und jetzt 4 Wochen vor Ablauf habe ich mich für eine Woche krankschreiben lassen um durchzuatmen und über alles nachzudenken. Den Jobwechsel hatte ich zuvor damit begründet ich wolle mich als Meister selbstständig machen und muss/möchte wieder zurück in die Branche.

    Erst jetzt fällt mir auf, dass das vieleicht die Lösung für viele Probleme bedeutet. Ich war zudem oft gereizt und unfair zu Freundin oder Freunden. Abgesehen von dem Übergewischt habe ich Schuppenflechte (Psoriasis) an den Fingerknöcheln meiner rechten hand bekommen. Psoriasis gilt als Systemerkrankung und ist äußert schwer zu behandeln.. vieleicht wird das ja auch besser durch den Jobwechsel.

    Ich habe viele Hoffnungen in diese Entscheidung.. mit Band wirds nun wirklich nichts mehr dafür will ich zu sehr Papi werden. Aber vieleicht kann ich mich bald wieder so ausgeglichen fühlen wie zu dem Zeitpunkt als ich mich nur um die berufliche Anerkennung für meinen Meisterbrief interessiert habe, was (für mich persönlich) der falsche Weg war.

    Wie denkt ihr darüber, habt ihr ähnliche Probleme? Mit 28 Jahren so kaputt, ist das noch normal? Wie wichtig ist euch die Identifikation mit eurem männlichen selbst oder macht ihr euch überhaupt Gedanken darüber?

    Seiit bitte nicht zu hart mit der Rechtschreibung oder der Zeichensetzung.. habe nicht Korrektur gelesen weil ich mir hier nur was von der Seele schreiben wollte und hoffe auf Antworten von ähnlich Erfahrenen.

    Beste Grüße

    Tillsen