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Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

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  • Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

    Sehr geehrter Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

    ich bräuchte bitte Ihren Rat.
    Es geht um folgendes, mein Vater ist 73 Jahre alt und bei ihm wurde ein PSA von 28.0 festgestellt. Vor 6 Monaten war sein PSA bei 18,9.
    Er war auch schon beim Urologen zum abtasten, die Prostata ist stark vergrößert und er hat Probleme beim Wasserlassen.
    Letztes Jahr musste er sogar Nachts ins Krankenhaus weil er kein Urin mehr ablassen konnte, man hatte ihm dort mittels Katheter den Urin abgelassen und er konnte danach wieder nachhause gehen.
    Ein Tag später bin ich mit ihm in ein anderes Krankenhaus gefahren und man hat ihn nochmals untersucht.
    Seine Prostata ist verhärtet.
    Er sollte eine Biopsie machen lassen.

    Jetzt kommen wir aber zu dem Problem, mein will sich ja untersuchen lassen jedoch nicht mit Hilfe einer Biopsie und ich kann machen was ich will, er lässt sich nicht Biopsieren aus Gründen die ich verstehen kann.

    Gründe warum er sich nicht Biopsieren lassen möchte :

    - die Zuverlässigkeit einer Biopsie ist leider gegenüber anderen Methoden nicht sichergestellt.
    Biopsiert man eine falsche Stelle, so würde das Resultat verfälscht werden. Ein Argument ist leider das man mittels einer Biopsie nicht überall hin kommt wo man hin möchte. Ich habe gelesen das man z.B. an dem hinteren Teil der Prostata gar nicht dran kommt.
    Eine Statistik besagt das bei 70% aller Männer die auf Verdacht auf Krebs wieder nach hause geschickt werden weil nichts gefunden wurde und von aber bei der Hälfte der 70% jedoch Krebs war nur diese nicht fest gestellt werden konnte, da die Biospie diese nicht erfasst hat.
    - Evtl. Nebenwirkungen einer Biopsie
    - Dann hat er Angst das sollte es bösartiger Krebs sein, das durch die Biospie Krebszellen austreten können und sich dann Metastasen bilden könnten.

    Ich habe mir seine bedenken zu Herzen genommen. Und habe mich die letzten Tage fast rund um die Uhr mit dem Thema beschäftigt.

    Es gibt ja Alternativen einer Biopsie, was ich gelesen habe und sehr vielversprechend sein soll ist das so genannte PET CT.
    Nur zahlt das wohl nicht jede Krankenkasse, weil es einfach zu teuer ist. Jedoch gibt es Kliniken die es ihm rahmen einer Studie wohl über die Krankenkasse abrechnen kann. Jedoch müssen dafür bestimmte Indikatoren gegeben sein.
    Andernfalls kostet ein PET CT ca. 1500€.

    Ich habe aber noch ein ganz anderes Problem, es kann sein das mein Vater überhaupt nichts lassen machen will, denn er sagt es gäbe noch die Möglichkeit es einfach zu hin zu nehmen wie es ist. Sprich hat er Krebs dann ist es so und wenn der Krebs ausbricht dann ist halt so. So ist das leben es kommt und es geht irgendwann.
    Er geht von einem Worst Case aus das er bösartigen Krebs hat und die nächsten 1 bis 2 Jahre eh nicht überleben wird.
    Auch meint er weil er dieses Problem mit dem Wasserlassen schon über 2 Jahre hat und auch seine PSA Werte in den letzten 2 Jahren stetig nach oben gehen das er an Krebs erkrankt ist und nach 2 bis 3 Jahren braucht er sich eh nicht behandeln zu lassen, da es zu 99,9% ohne hin zu spät wäre.

    Jedoch kann und will ich mich nicht mit dieser Einstellung abfinden.

    Denn bei Menschen wo der Krebs ausgebrochen ist, zumindest in den Foren bei denen ich gelesen habe, die haben ja PSA Werte jenseits von Gut und böse, ich habe Werte gelesen von 100 aufwärts.
    Meinem Vater tut nichts weh. Die einzigen Beschwerden die er hat ist das Wasser lassen. Sonst hat er keine Schmerzen oder Beeinträchtigungen.

    Ich kämpfe wirklich jeden Tag um ihn, denn ich denke es ist Angst verhalten von meinem Vater.
    Ich sage meinem Vater jeden Tag bzw. ich rufe ihn fast jeden Tag an da ich nicht direkt um die Ecke beim ihm Wohne das es ja auch was anderes sein kann außer Krebs. Außerdem Krebs ist nicht gleich Krebs es könnte ja auch gutartig sein.
    Oder eine Prostataentzündung etc.

    Man muss doch nicht gleich den Teufel an die Wand malen.

    Jedoch als er letzten Donnerstag von seinem Hausarzt kam meinte er das sein Hausarzt ihm gesagt hat das er vermutlich Krebs haben wird, denn erstens sei sein PSA bei 28,0 und zum Zweiten wäre ein anderer Wert der nur 4,0 sein darf bei meinem Vater 6,5. Mein Vater konnte sich aber nicht mehr dran erinnern wie dieser zweite Wert heißt der bei 6,5 liegt. Und sein Hausarzt meinte die Kombination zwischen seinem PSA und diesem anderen Wert lässt wohl vermuten das er Krebs hat.

    Her Dr. mein Problem ist ich kann meinen Vater nicht dazu bewegen weiter zu machen, ich habe heute mit einer Uni Klinik tel. die ein PET CT machen und das im Rahmen einer Studie das vielleicht von der Krankenkasse übernommen wird. Sie haben mir einen Link mit geteilt wo eine Anmeldung ausgefüllt werden muss. Daraufhin habe ich meinen Vater angerufen und habe ihm gesagt wir fahren zum Hausarzt und er muss das Ausfüllen bzw. das PET CT anordnen. Daraufhin meinte mein Vater nee das wäre ihm alles viel zu Kompliziert und ich soll das wieder vergessen.

    Ja und jetzt ?

    Ich bin da wirklich verzweifelt, mein Vater will einerseits keine Biopsie durchführen lassen aus oben genannten Gründen, andererseits will er aber auch keinen Aufwand auf sich nehmen um evtl. ein PET CT machen zu lassen.

    Was soll ich denn jetzt machen ? :-(

    Ich kann es doch alles jetzt nicht auf sich beruhen lassen ?

    Gibt es denn vielleicht noch andere Möglichkeiten außer einer Biopsie und einem PET CT. Ich habe noch von einem PCA3 Test gelesen, jedoch ist dieser nicht ganz unumstritten und er kostet ca. 350€ und ist nur Gedacht als Entscheidungshilfe einer Biopsie ja oder nein. Wenn mein Vater aber sich keiner Biospie unterziehen möchte, welche Möglichkeiten hat er denn dann noch ?

    Vielen Dank erst einmal für Ihre Hilfe, ich bin wirklich verzweifelt.

    Liebe Grüße Andy



  • Re: Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

    Viele Köche verderben den Brei.... hier mischt sich Halbwissen mit dem, was Dr. Google so liefert zu einer unangenehmen situation. Ich kann die Dinge nur dann bewerten, wenn ich die Befunde kenne und den Patienten auch untersucht habe.
    Der PSA-Wert ist sehr sehr Morgan- nicht aber erkrankungsspezifisch. Es gibt auch hohe PSA-Werte bei Entzündungen in Kombination mit Prostata-Vergrößerungen, die durchaus in diesem Bereich liegen.

    Ein Hausarzt ist in der differenzierten Einordnung eines PSA-Wert es nach meiner Erfahrung eher überfordert und sollte sich mit solch kernigen Aussagen eher mal zurück halten. Gemeint ist hier wohl eher das freie PSA.... das bedarf einer sehr kritischen Betrachtung.

    Das PET-CT und auch der PCA3 Test werden letztlich nicht weiter bringen.....
    Was tun Sie wenn PET-CT UND PCA3 positiv sind???
    Eine Therapie wird niemand machen ohne Biopsie, die den Tumor (wenn es denn einer ist) definitiv nachweist.

    Also ein besonnenes Gespräch nach Lage aller Befunde und eine vernünftige, schlaue Entscheidung. Mit 73 aber auch nicht den Kopf in den Sand stecken. Ein Prostatakarzinom kann eine gute Heilungschance haben!

    Lieben Gruß

    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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    • Re: Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

      Sehr geehrter Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

      vielen Dank für Ihre Antwort, gäbe es die Möglichkeit das Sie meinen Vater untersuchen könnten ?
      Die Befunde bzw. die Blutergebnisse würden wir mit bringen.

      Liebe Grüße

      Andy

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      • Re: Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

        Natürlich ist das möglich, wenn Sie es wünschen. Ich führe hier in Koblenz allerdings eine reine Privatpraxis.

        Lieben Gruß

        Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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        • Re: Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

          Das bedeutet das wir die Untersuchung selbst Zahlen müssten, da mein Vater leider nicht Privat Versichert ist. Was würde denn in etwa auf uns zu kommen ?

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          • Re: Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

            Mir geht es um folgendes. Ich will nicht andere Ärzte klein reden.

            Aber mein Vater war bei 2 Urologen und er fühlt sich einfach nicht gut aufgehoben.
            Der erste Urologe war ziemlich grob zu ihm und hat ihm kaum Informationen gegeben.
            Der zweite war sehr freundlich und sehr behutsam aber auch da erfolgte leider nicht die Aufklärung die sich mein Vater gewünscht hat.

            Ich bin gestern Abend einfach zu ihm gefahren und habe nochmals mit Ihm gesprochen. Er sagt es ist nicht so das er sich quer stellt bei den Untersuchungen, aber er wird leider so gut wie nicht aufgeklärt und das gibt ihm zu bedenken und deshalb lässt er diverse Untersuchungen einfach nicht zu.

            Er sagt beim letzten Arzt, zwar war er freundlich jedoch kam er sich vor wie ein Paket auf dem Fließband.
            Was er sucht ist jemand der ihm genau erklärt was gemacht wird oder werden soll.
            Der auch offen zu ihm ist bezüglich vorteile und nachteile.

            Er hat mir gestern Abend noch gesagt sein letzter Urologe hat wohl ein gutes Ultraschall Gerät und der Arzt hat auf dem Ultraschall 2 Schwarze Punkte gesehen bei der Prostata und da hat der Arzt gesagt das Gefällt ihm nicht, wir müssen Biopsieren.
            Mein Vater hat daraufhin Angst bekommen und hat ihn gefragt wie Gefährlich eine Biospsie ist, er hat dem Arzt wirklich seine Bedenken geäußert.
            Er meinte zu mir statt der Arzt dann zu ihm hingegangen ist und gesagt hat was fakt ist oder ihn über die Risiken aufgeklärt hat, ist er hingegangen und hat meinem Vater gesagt : "Ach machen sie sich keine sorgen ich mache das tag täglich"

            Mein Vater hat dann nochmals gefragt : Wie wirklich tag täglich ?

            Der Arzt meinte dann : Na ja okay nicht jeden tag aber lassen sie mich einfach mal machen, ich weiss ja was ich zu tun habe.

            Und da hat mein Vater dann gesagt nee das ist lieb gemeint aber er wird das nicht machen lassen.

            Ich weiß eine Praxis ist auch noch für andere Menschen da und mein Vater ist nicht der Einzige Patient.
            Jedoch wünscht er sich doch einfach nur einen Arzt der nicht so grob ist oder Menschen wie Fließbänder behandelt sondern einen wo er Vertrauen hat und wo er sich gut aufgehoben fühlt und vor allem einen der behutsam mit ihm umgeht. Er ist immerhin schon 73 Jahre alt.
            Und ein Arzt der ihn wirklich aufklärt.

            Ich habe schon den Eindruck nach dem was ich alles über Sie gelesen habe, das Sie so ein Arzt sind, Pech für uns ist jetzt leider nur das Sie eine reine Privat Praxis führen. Wenn die kosten jedoch überschaubar sind kann ich mit meinem Vater mal reden. In erster Linie wird er natürlich sagen warum soll ich zu einem Privat Arzt wenn die Krankenkasse das doch bezahlt. Das heißt ich muss ihm dann genau Argumentieren warum er den Arzt wechseln soll.

            Meine Tochter war früher auch bei einem Spezialisten bezüglich ihres Rückens, dieser war auch reiner Privat Arzt, jedoch von den Kosten muss ich sagen hielt sich das wirklich in Grenzen. Ich habe mit ihm unsere Finanzielle Situation besprochen und ich muss sagen er hat da wirklich Rücksicht genommen und uns trotzdem bestens beraten und Ärztlich für 2 Jahre zur Seite gestanden.

            Natürlich ist mir bewusst will man eine besondere Behandlung muss man manchmal eben selbst Zahlen ohne Krankenkasse.

            Und ich denke wenn es sich Kostenmäßig bei Ihnen auch in Grenzen hält, werde ich ihn bestimmt überreden können das wir zu Ihnen in die Praxis kommen. Ich sag jetzt mal übertrieben wenn Sie jetzt sagen würden eine Erst Untersuchung und Beratung liegt bei 500€ ich glaube weder mein Vater noch ich könnten uns das Leisten. Wenn es sich aber im Rahmen von 100€ bis 200€ handelt sieht die Sache da schon wieder anders aus.

            LG Andy

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            • Re: Bitte um Hilfe und um Rat bezüglich einer Biopsie meines Vaters

              Eine Beratung und Ordnung der Befunde mit einer Untersuchung würde hier 150-200€ sicherlich nicht überschreiten.

              Lieben Gruß

              Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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