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Blasenhalsinzision empfohlen

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  • Blasenhalsinzision empfohlen

    Hallo, ich hbae eine Frage: Ich war heute beim Urologen, der eine Blasenspiegelung durchgeführt hat. Nachdem ich seit ca. 2 Monaten sehr häufig (>10 x pro Tag und auch 1-2x pro Nacht) zur Toilette muss. Als ich das erste Mal bei ihm war wurde eine Restharnmenge von fast 200ml festgestellt, daru heute der Termin zur Spiegelung. Eine vorherige Restharnbestimmung hat wieder ca. 200ml ergeben, womit klar ist dass hier etwas nicht stimmt. Bei der Blasenspiegelung hat er nun festgestellt, dass ich eine Blasenhalsverengung habe und hat mir eine Überweisung ins Krankenhaus gegeben. Auf der Überweisung steht "Turner Warwick".
    Nun meine Frage: was darf ich darunter verstehen? Er hat mir erklärt, daß der Blasenhals geweitet wird, aber wie funktioniert das? Ist die OP in Vollnarkose oder auch in lokaler Narkose möglich? Stimmt es, dass danach eine retrograde Ejakulation auftreten wird?
    Vielen Dank für hilfreiche Antworten!

  • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

    Es handelt sich um eine Operation an der Prostata/Blasenhals. Strenge Indikation dann, wenn Sie noch Kinder zeugen wollen…… Eine retrograde Ejakulation kommt nach dem Eingriff eher sehr häufig vor.

    Lieben Gruß


    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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    • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

      Hallo Herr Dr. Kreuzig, vielen Ddank für Ihre Antwort. Kinderwunsch ist nach Vasektomie bereits ad acta gelegt.
      Auf Nachfrage hat mir mein Urologe mitgeteilt, dass die retrograde Ejakulation nur sehr selten vorkommt bei dieser Art von OP.
      Da nur am Blasenhals etwas eingeritzt wird und dies alles noch hinter der Prostata liegt.
      Auch weitere Risiken wie ein zu tiefer Einschnitt und folgende Inkontinenz wären sehr gering bzw. nicht vorhanden.
      Können Sie dem zustimmen?
      Und noch eine Frage zur OP selbst: wird diese in Vollnarkose durchgeführt oder kann dies auch in lokaler Anästhesie erfolgen?

      Vioelen Dank für Ihre Rückmeldung!

      MfG
      Tobias

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      • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

        Lokale Betäubung reicht eher nicht. Zum Risiko der retrograden Ejakulation vertrete ich eine andere Auffassung.... Aber ich kenne auch die Befunde nicht.... LG Dr. Thomas Kreutzig-Langenfeld

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        • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

          hallo dr kreutzig,

          auch ich habe eine blasenhalsenge. mir ist meine manneskraft sehr wichtig, einer meiner sinngebenden dinge im leben, daher ängstigt mich das.

          wann genau tritt eine retrograde ejakulation denn auf? wenn "zu tief" geschnitten wurde?

          wie müsste man denn schneiden, um die ejakulation zu schützen, was wurde bei denen, die danach noch antegrade ejakuleiren, anders geamcht ,,als bei den unglückspilzen?

          können sie das verfahren mal etwas erläutern?

          wie schaut es damit aus, dass die kerbe zusammenwächst, geht sowas? (fällt mir so ein, wenn man sich schneidet, wächst das ja auch zusammen...)

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          • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

            Mann kann den Schnitt nicht "planen" um Ejakulation anterograd sicher zu erhalten. Das Ergebnis ist nicht klart vorherzusehen. Es wird mittels HF-Strom mit einer Elektrode ein kleiner Schnitt im Bereich des engen Blasenhalses gemacht. Natürlich ist es auch möglich, das dieser Schnitt wieder zusammen wächst. Vorhersehbar ist das aber nicht.

            Lieben Gruß

            Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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            • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

              hallo dr kreutzig,

              da ich selbst pflegewissenschaftler bin( leider nur mit rudimentären kenntnissen im bereich physiologie, es gab andere schwerpunkte..), interessiere ich mich natürlich auch für den theoretischen background meiner erkrankung (blasenhalssenge, chronische prostatitis) sowie die wirkungen von meinen medikamenten (Tamsulosin, nitrofurantoin) und den nachteilen von operationen in diesem bereich (inzision, resektion)

              ich bin auf eine dissertation von dr. eichel gestoßen, in der das konzeapt der ejakulation von dorschner als basis für eine ejakulationserhaltende herangehensweise an eine bhp und blasenhalssklerose dient. Dort wird u.A berichtet, dass es die sog. "retrograde ejakulation" unter tamsulosin gar nicht gibt!

              "HELLSTRÖM 2006 berichtete über einen Abfall des Ejakulatvolumens in 90 % der untersuchten Patienten unter der Behandlung mit Tamsulosin. Allerdings ergab sich in postkoitalen Urinuntersuchungen keine Erhöhung derSpermienzahl. Dies bedeutet, dass dieso genannte retrograde Ejakulation - wie bisher angenommen - nicht stattfindet (24). "

              Quelle: http://d-nb.info/1056906987/34


              Des Weiteren berichtet der Autor, dass die alte Ansicht von von MAARBERGER und SWAAB, dass ein intakter Blasenhalssphincter für die ejakulation immanent ist (durch herstellen einer druckkammer), durch ein neues konzept koorigiert wird. hierbei wird ein muskel beschrieben (m. ejaculatorius, den es nur beim mann gibt.

              "Eine Verwicklung in den Prozess der Ejakulation er
              schien den Autoren bereits damalsschlüssig, wurde allerdings nicht festgelegt, da nach wie vor dem Blasenhals die
              Hauptbedeutung im Zusammenhang mit der Ejakulationzukam (15). "

              ich dachte mir sie interessiert das auch, meinem urologen habe ich die studie auch gezeigt. der ging immer davon aus, dass nach einer resektion die ejakulation retrograde ist.

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              • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                Ist mir bekannt….

                Lieben Gruß

                Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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                • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                  Hallo Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

                  ich bin Anfang 30 und überlege ebenfalls die Blasenhalsinzision durchführen zu lassen, allerdings möchte ich gerne noch Kinder zeugen. Mein behandelnder Arzt hat das Risiko der rétrograden Ejakulation mit weniger als 5% beziffert und meinte, ihm sei kein Fall bekannt. Vertreten Sie immer noch die gleiche Meinung wie 2014? Können Sie eine Prozentangabe machen? Ich sehe im Moment leider wenig Auswege, habe einige Prostataentzündungen hinter mir und ausstrahlenden Schmerz in den linken Hoden und mache mir Gedanken darüber, was das mittel-/langfristig für die Spermienqualität bedeuten würde, wenn ich einfach nichts dagegen mache ausser ein paar Narhungsergänzungsmittel zu nehmen. Ich hatte zudem eine Untersuchung per Kamera über den Harnweg, die die Verengung bestätigt hat.

                  Im Vorab Danke für Ihre Einschätzung,
                  Viele Grüße

                  Kommentar


                  • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                    Meine Auskunft ist inhaltlich natürlich gleich wie zuvor. Eine %-Angabe macht nicht wirklich einen Sinn, da Sie ja nicht wissen, zu welchem Teil Sie gehören. Es gilt also 0% ODER 100%.

                    Eine Prostatitis ist eine Domäne der antibiotischen Therapie und nicht der Operation.

                    Meines Wissens gibt es auch keine Daten, daß eine OP einen positiven Einfluß auf die Prostatitis hat. Eine Blasenhalsenge, die zu einer Einschränkung des Harnflusses führt, ist eine Indikation zur OP.

                    Lieben Gruß

                    Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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                    • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                      Danke für Ihre Rückinfo. Ja, ich verstehe Ihre Logik hinsichtlich der % Angabe. Ich meinte eher einen Wert der Ihnen bekannten (oder sogar selbst operierten) Fälle wie: Von 100 Blasenhalsinzisionen hatten 30 danach eine retrograde Ejakulation, also 30%. Das dieser Wert ebenfalls nicht repräsentativ wäre ist mir klar. Mir geht es nur um eine Zweitmeinung, da mein Arzt (in Frankreich) von weniger als 5% spricht. Das steht auch auf der Infounterlage zur OP, was im Gegensatz zu anderem Infomaterial steht, dass ich online gefunden habe.

                      Anschlussfragen:

                      -Ist eine retrograde Ejakulation irreversibel oder kann man das heilen bzw. durch eine zweite Operation wieder "richten"?
                      -kann eine Blasenhalsinzision überhaupt einen positiven Einfluss auf die Spermaqualität haben?
                      -kann die OP Einfluss auf die bei mir in Geschwindigkeit und Menge rückläufigen Ejakulationen haben?

                      Denn mal andersherum gedacht: Wenn durch die OP "nur" das gelegentliche Ziehen im linken Hoden und das Gefühl, die Blase nicht richtig leer zu bekommen, weggehen, ich aber Gefahr laufe, nie wieder ejakulieren zu können und dementsprechend auch hinsichtlich des Kinderkriegens eingeschränkt bin, dann spiele ich mit dem Gedanken die OP sein zu lassen.

                      Für Ihre Einschätzung vorab Danke und viele Grüße,

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                      • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                        Kurze aber klare Antwort auf Ihre 3 Fragen:

                        1. nein - ggf. irreversibel
                        2. nein - wie auch?
                        3. nein


                        Lieben Gruss Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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                        • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                          Herr Dr. Kreutzig-Langenfeld,

                          herzlichen Dank für die Rückinfo und für Ihre Einschätzung. Mein Arzt hatte von einer möglichen Verbesserung der Spermaqualität gesprochen, da seine Logik kurz ausgedrückt folgende war: Blasenhalsverengung-> negativer Einfluss(Druck) auf die Prostata-> Reizung der Prostata -> Prostatits bzw. chronisch entzündete Prostata -> Einfluss auf Spermaqualität und Ursache für die gelegentlich auftretenden Schmerzen im Hoden und der Leistengegend.

                          Jedoch bin ich nach Online Recherche und Einholung weiterer (professioneller) Meinungen auch zu dem Schluss gekommen, die OP sein zu lassen. Es gibt noch viele Dinge, die ich vor solch einem Schritt ausprobieren kann, die Zeit sollte so sehr nicht drängen. Sogar Stress kann ein Faktor sein, was ich gelesen habe. Zudem muss ich ganz klar feststellen: Die Wahrscheinlichkeitsangabe bzgl. der von einer retrograden Ejakulation betroffenen Personen (post-OP) variieren von Experte zu Experte, von Land zu Land. Während mein derzeit behandelnder Arzt und die französische "Association Francaise d'Urologie" das irreversible Risiko einer retrograden Ejakulation mit kleiner 5% beziffern, spricht die "British Association of Urological Surgeons" von ca. "4 out of 10 men", sprich 40% ! Das ist ein wahnsinniger Unterschied, was genau stimmt bleibt wohl erstmal dahingestellt, vor allem wenn man nicht weiß wie die Daten erhoben und ausgewertet worden sind. Trotzdem scheint mir klar: Ob die OP etwas Positives erwirken kann wird seitens meines Arztes mit viel Konditional umschrieben, dem stehen irreversible Risiken gegenüber, egal wie klein der Prozentsatz. Selbst wenn es 5% wären, die muss es ja trotzdem geben. Ich möchte nicht einer der 5 von 100 betroffenen Männern sein, vor allem wenn der Kinderwunsch noch im Raum steht.

                          Meine Schlussfolgerung: Viele Expertenmeinungen einholen, recherchieren und vor einer OP nach alternativen Lösungen suchen. Diese Einschätzung beruht auf meiner Erfahrung und meinem persönlichen Fall, ein Forenbeitrag sollte natürlich kein Ersatz des Arztbesuches sein, jeder Fall kann anders sein.

                          Quellen:

                          https://www.baus.org.uk/_userfiles/p...20incision.pdf

                          https://www.urofrance.org/base-bibli...co-prostatique

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                          • Re: Blasenhalsinzision empfohlen

                            ..... Wei ich sagte.......


                            Lieben Gruß

                            Dr. T. Kreutzig-Langenfeld

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