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Primärtumor

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  • Primärtumor

    Sehr geehrter Prof. Dr. Wust,

    bei meinem Vater wurde vor ca. 1 Jahr ein bösartiger Tumor in der Halsgegend festgestellt. Es wurde herausgefunden, dass es sich um eine Metastase handelt. Diese wurde durch Bestrahlung behandelt, der Primärtumor wurde nie gefunden. Man dachte, man habe ihn im Rahmen der Bestrahlung mit "erwischt". Jetzt war mein Vater wegen Rückenschmerzen beim Arzt. Es wurde festgestellt, dass neue Metastasen in den Knochen (Rippen, Bein, Fuß) aufgetreten sind und der Krebs sehr schnell wächst und agressiv ist. Er ist nun wieder in die Klinik eingewiesen worden, wo man mit Bestrahlung die Metastasen bekämpfen will. Eine Bekannte sagte mir, dass oft nur das Nötigste getan wird, in diesem Fall die Metastasen zu bekämpfen, und nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um doch noch eine Heilung herbeizuführen. Ist dem wirklich so? Welche Untersuchungen/Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um den Primärtumor zu finden. Gibt es auch Methoden, die von der Kasse nicht gezahlt werden und deshalb oft nicht angewendet werden? Sollte man den behandelnden Arzt darauf verweisen unter Hinweis, dass man dies auch privat zahlen würde? Wie soll man sich verhalten bzw. auftreten, um vom Arzt ernst genommen zu werden und ihn dazu zu bewegen alles mögliche zu tun?

    Über eine Beantwortung meiner Fragen wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Tina Witt




  • RE: Primärtumor


    Ein Talgdrüsentumor des Auges kann ebenfalls in die Halsgegend metastasieren, was häufig nicht berücksichtigt wird beim Auftreten von Metastasen im Halsbereich. Gibt es dafür irgendwelche Anzeichen oder irgendwelche Probleme am Auge? Wenn ja, muss eine sofortige Untersuchung beim Augenarzt erfolgen.

    Ich denke, dass Sie von den Ärzten sicher ernst genommen werden und darauf nicht extra hinweisen müssen. Auch die Methoden zur Suche des Primärtumors (wie z.B. MRT, CT, Sonographie, Szintigraphie, Blutwerte etc.) sind sicher schon durchgeführt worden oder werden durchgeführt, wenn sie indiziert sind.

    Ich denke auch nicht, dass Ihre Freundin Recht hat mit dem, was Sie sagt. Sie glauben doch hoffentlich nicht wirklich, dass die Ärzte kein Interesse an der Heilung Ihrer Patienten haben. Sie können dem Arzt natürlich sagen, dass Sie möchten, dass alles getan wird, aber das wird er auch von sich selbst aus tun, alles andere würde ja nicht seinem Berufsauftrag entsprechen. Lediglich bei aussichtslosen Fällen, kann, aber NUR in Absprache mit dem Patienten und den Angehörigen entschieden werden, dass bestimmte Maßnahmen nicht mehr durchgeführt werden, weil Sie dem Patienten mehr Leid als Nutzen zufügen würden.

    Gute Besserung an Ihren Vater und Ihnen alles Gute!

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    • RE: Primärtumor


      Wenn jetzt Metastasen in verschiedenen Knochen aufgetreten sind, ist leider eine Heilung kaum noch möglich. Deswegen erübrigt sich eine Antwort auf die Bemerkung Ihrer Bekannten. Es würde jetzt nicht viel nützen, wenn man den Primärtumor finden würde (da man auch mit diesem Wissen kaum noch eine Heilung erreichen kann – es ist ein metastasierender Tumor). Eine geeignete Methode wäre die PET, aber es ist richtig, dass die (gesetzliche) Kasse hier eventuell Probleme macht. Wenn überhaupt, wäre diese Methode seinerzeit (vor 1 Jahr) sinnvoll gewesen. Damals hätte das Auffinden eines Primärtumors eventuell eine Änderung der Therapie nach sich gezogen.

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      • RE: Primärtumor


        Versteh ich nicht, wie konnten die Ärzte damals wissentlich eine Metastase therapieren, ohne nach dem Primärtumor zu suchen? Oder nahmen sie zum damaligen Zeitpunkt die M als PT an? Frage an den Spezialisten: Kann man überhaupt eine Metastase vom Primärtumor unterscheiden, wenn man keinen Primärtumor findet ?!

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        • RE: Primärtumor


          > Versteh ich nicht, wie konnten die Ärzte damals wissentlich eine Metastase therapieren, ohne nach dem Primärtumor zu suchen?

          Bestimmt wurde nach dem Primärtumor gesucht, sonst wäre es ja eine Verletzung der Sorgfaltspflicht gewesen. Aber die Fälle von Krebserkrankungen, in denen der PT nicht gefunden werden kann, sind gar nicht mal so selten. Siehe u.a.:

          http://de.wikipedia.org/wiki/CUP-Syndrom

          https://www.onmeda.de/krankheiten/cup_syndrom.html

          http://www.meb.uni-bonn.de/cancernet...ch/203331.html

          mfg
          platon

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          • RE: Primärtumor


            Prof. Wust :
            -------------------------------
            Wenn jetzt Metastasen in verschiedenen Knochen aufgetreten sind, ist leider eine Heilung kaum noch möglich. Deswegen erübrigt sich eine Antwort auf die Bemerkung Ihrer Bekannten. Es würde jetzt nicht viel nützen, wenn man den Primärtumor finden würde (da man auch mit diesem Wissen kaum noch eine Heilung erreichen kann – es ist ein metastasierender Tumor).

            TWW:

            Danke für die bisherigen Antworten zu meiner Anfrage vom 25.02.05 zum CUP-Syndrom.

            Inzwischen sind die Diagnosen etwas weiter. Es wurde festgestellt, dass es sich bei den Knochenmetastasen um alte Metastasen handelt. Frage: Wie können die Metastasen alt sein, wenn sie vor einem halben Jahr noch nicht sichtbar waren oder können die Metastasen so klein gewesen sein und jetzt erst gewachsen sein?

            Man vermutet, dass der Primärtumor vor der Behandlung vor einem Jahr mit abgetötet wurde und vorher noch gestreut hat und die Metastasen erst jetzt gewachsen sind.Ist das möglich? Wenn ja, wie lange muss man damit rechnen, dass noch weitere Metasasen auftreten, obwohl der Primärtumor nicht mehr existiert.

            Was ich immer noch nicht verstehe, warum kann man nicht mehr von Heilung sprechen, wenn zwar Metastasen vorhanden sind, aber der Primärtumor weg ist? Wenn die Metasasen mit Bestrahlung behandelt werden müsste doch eine Heilung möglich sein?
            Kann man die Lebensdauer eingrenzen?

            Noch eine generelle Frage. Die Bestrahlung eignet sich doch eher für die gezielte Behandlung von Tumoren und die Chemo gelangt überall hin in den Körper. Könnte man den Primärtumor nicht so zerstören ohne genau zu wissen wo er sitzt?

            Können Metastasen selbst streuen?

            Bin für jede Antwort dankbar.

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