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Krebs! Und die Kinder?

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  • Krebs! Und die Kinder?

    Hallo, ich hoffe hier kann mir jemand helfen!
    Bei meinem Schwiegervater wurde Mitte Dezember ein Magentumor diagnostiziert. Er wurde sofort operiert. Neben der geplanten Magenresektion wurde auch die Milz und ein Teil den Dickdarms entfernt. Ende Januar beginnt die Chemotherapie. Mein Schwieger Vater ist fast 81 Jahre alt und die behandelnde Ärztin macht uns nicht viel Hoffnung auf Heilung. Sie schätzt die Lebenserwartung auf 3-6 Monate, vielleicht auch etwas länger, je nach Therapieverlauf.
    Meine Kinder sind 14 und 8 Jahre alt und wissen dass ihr Opa sehr krank ist, allerdings nicht wie sehr.
    Wie kann ich sie, wenn überhaupt, auf den Tod ihres Opas vorbereiten? Sollte man es ihnen sagen oder lieber nicht?
    Meine jüngste Tochter hat schon gefragt ob ihr Opa sterben muss. Sie ist sehr sensibel und war nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Cousine vor 3 Jahren lange Zeit in einem seelischen Tief, hatte immer wieder Alpträume und Weinanfälle. Für sie wird der Verlust besonders schwer.
    Was soll man den Kindern erzählen? Hat vielleicht jemand Erfahrung mit einem derartigen Problem und kann mir einen Rat geben?


  • RE: Krebs! Und die Kinder?


    Hallo Mirimah,

    Kinder können besser mit sowas umgehen wie Erwachsene, sag es ihnen!
    Ich selbst musste meinen Kindern, jetzt 9 und 7 sagen, dass ihre Oma sterben wird.
    Allerdings war meine Vorlaufzeit länger. Meine Mutter erkrankte 1996 an Brustkrebs. Damals bekam ich das erste Kind. Ich musste ihr schon früh beibringen, dass Oma eine empfindliche Brust hat und dass sie sie vorsichtig umarmen muss. Das machte ich dann später mit der Kleinen auch. Als dann vor drei Jahren klar war, dass meine Mama den Brustkrebs nicht besiegen konnte, habe ich die beiden Kinder drauf vorbereitet, dass Oma an dieser Krankheit sterben wird. Und als es dann soweit war, konnten sie ganz gut damit umgehen, besser als ich. Sie starb im September 2004.

    Alles Gute

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    • RE: Krebs! Und die Kinder?


      Hallo Mirimah

      Das ist gewiss keine leichte Situation. Sehr hilfreich habe ich folgendes Kinder-Bilderbuch gefunden: (über Amazon usw. erhältlich)
      "Grossvater und ich - und die traurige Geschichte mit dem kleinen Kätzchen" von Merlee und Benny Alex. ISBN-Nr. 376555572X, Brunnen-Verlag Giessen
      Im Klappentext steht:
      "Maria darf in den Ferien zu den Großeltern auf den Bauernhof. Was gibt es da nicht alles zu entdecken! Was für frohe Tage! Doch dann findet Großvater das tote Kätzchen. Gemeinsam beerdigen sie das arme Ding auf der großen Wiese hinter dem Haus. In Maria erwachen kindliche Fragen: "Tut Sterben weh, Großpapa?" -
      "Mußt du auch einmal sterben?"
      Und Großvater erklärt ihr, warum er keine Angst hat vor dem Tod."
      Das Buch ist für 5-10jährige, aber erfahrungsgemäss schauen sich grössere Kinder auch gerne gut illustrierte Kinderbücher an, wenn sie das Thema interessiert.

      Es ist eine feinfühlig erzählte Geschichte, sehr geignet, wenn man selbst etwas "sprachlos" ist in Bezug auf das Thema Sterben, besonders wenn jemand im Umfeld möglicherweise davon betroffen ist.

      Viel Mut und Kraft wünscht
      Zippora

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      • RE: Krebs! Und die Kinder?


        Solange kein eindeutiger Progress besteht, würde ich (noch) nicht vom sterben reden. Ich weiss zwar nicht, wie erfolgreich die Op war. Aber ich unterstelle mal, dass der Tumor entfernt werden konnte. Dann reicht es jetzt zu sagen, dass der Opa eine schwere Erkrankung hat, aber dass alle hoffen auf Genesung unter der Therapie. Erst wenn ein Rezidiv auftritt, ist es absehbar. Dann sollten Sie die Kinder langsam vorbereiten (aber jetzt ist es m.E. noch zu früh). Und vor allem: keiner weiss, wie lange es dauert.

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        • RE: Krebs! Und die Kinder?


          Hallo Mirimah!

          Ich denke, ein Erfolgsrezept für diese schwierige Situation gibt es nicht...

          Ich kann Dir "nur" einen kleinen Erfahrungsbericht geben:

          Ich war etwa in im Alter zwischen Deinen Kindern, als uns die Nachricht erhielt, dass unsere geliebte Tante, die uns sehr nahe stand, an Krebs erkrankt war. Sie hatte eine sehr schlechte Prognose und der Arzt sprach davon, dass die Heilungschancen sehr, sehr gering seien. Er erzählte meinen Eltern dass man damit rechnen müsse, dass vielleicht nicht mehr lange bei uns sein könne.

          Meine Eltern erzählten mir und meinem jüngeren Bruder, dass die Tante sehr fest krank sei und wir besuchten sie oft im Spital.
          Mit uns wurde sehr offen über die Krankheit gesprochen. Wir hatten tausend Fragen, die uns mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen beantwortet wurden. Die Frage ob die Tante Sterben müsse vormulierten wir selber und erhielten auch darauf eine ehrliche Antwort.
          Wir wurden von der ganzen Familie getragen; wir durften weinen und waren dabei wenn die "Grossen" weinten.

          Wir erlebten jedes Stadium der Krankheit mit.
          Es wurde uns Zeit gegeben, uns mit dem Ganzen auseinader zu setzen und wir wurden von unseren Elten wo immer nötig unterstüt. Wir setzten uns gemeinsam mit dem Thema sterben und Tod auseinader.

          Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, dass sie in dieser schwierigen Zeit immer ehrlich und offen mit uns waren! Ich bewundere sie dafür, dass sie die Kraft dazu hatten.

          Für mich war es wohl der richtige Weg, der gewählt wurde, aber ich denke, dass jedes Kind solche Situationen verschieden wahrnimmt und anders damit umgeht...

          Ich wünsche Euch für die bevorstehende Zeit viel, viel Kraft und dass Ihr den für Euch richtigen Weg findet!!

          Liebe Grüsse
          Röslein

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          • RE: Krebs! Und die Kinder?


            Hallo, ich finde, wie es Röslein erlebt hat, ist es am richtigesten.
            So wünsche ich es für meine kinder auch, denn der Tod gehört zum Leben dazu und soll nciht versteckt werden, sonst iwrd man nie darauf vorbereitet.
            Mein Opa ist gestorben als ich 8 Jahre alt war, und er hatte Lungenkrebs.
            Er hat immer nur neuesBlut bekommen, so sagte meine Oma - das war Chemo.
            Niemand hat mir damals gesagt, das er sterben wird, als es dann soweit war, fühlte ich mich von den "Grossen" betrogen.
            Ich wünsche noch eine gute Zeit.
            Struppi

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            • RE: Krebs! Und die Kinder?


              Danke Herr Prof. Wust! Wir sind natürlich selbst am Aufarbeiten, müssen uns erstmal darüber klar werden, was diese Krankheit bedeutet. Meine Schwiegereltern kennen die Aussage der Ärztin auch noch nicht und glauben an eine Heilung. Wir warten auf den Beginn der Chemotherapie, werden abwarten.
              Nochmals vielen Dank!

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              • RE: Krebs! Und die Kinder?


                Danke Röslein,
                ich glaube auch, dass es gut für die Kinder ist, wenn man sie "langfristig" vorbereitet. Keiner weiß wieviel Zeit noch bleibt und wenn dann plötzlich und unerwartet Schluss ist, sind die Kinder bestimmt geschockt.
                Ich wünsche dir alles Gute und nochmals vielen Dank für deine Worte!
                Mirimah

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                • RE: Krebs! Und die Kinder?


                  Hallo Zippora,
                  danke für den Tipp! Ich habe das Buch bestellt und es auch schon erhalten. Bereits nach den ersten Seiten musste ich es erstmal bei Seite legen. Ich war einfach nur betroffen. Es geht wirklich sehr offen mit dem Thema Sterben um. Ich denke es wird auch mir helfen selbst erstmal klar zu kommen. Ich werde es selbst lesen und es dann langsam mit meiner Tochter "bearbeiten".
                  Auch für dich wünsche ich alles Gute und nochmals vielen Dank!
                  Mirimah

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                  • RE: Krebs! Und die Kinder?


                    Hallo Saraurmel,
                    Danke für die Worte. Ich bin jetzt auch davon überzeugt, dass ich mit ihnen reden muss. Habe mir das Buch bestellt was Zippora empfohlen hat. Es ist eine Hilfe, auf jeden Fall. Es ist nicht einfach die geeigneten Worte zu finden. Ein Buch macht es bestimmt einfacher.
                    Vielen Dank und alles Gute für dich!
                    Mirimah

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                    • RE: Krebs! Und die Kinder?


                      Hallo Mirimah,
                      ich wünsche dir auch alles gute und viel Kraft, das alles durchzustehen.
                      Ich habe es auch geschafft und meinen Kindern geht es auch gut.
                      Der Tod gehört zum Leben dazu und man kann auch die Kinder nicht vor der Konfrontation schützen, man muss ihnen helfen damit klar zu kommen und sie kommen meistens besser klar damit als Erwachsene.
                      Alles Liebe

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