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Frage an Professor Dr. Wust

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  • Frage an Professor Dr. Wust

    Sehr geehrter Professor Dr. Wust

    Ich würde gerne noch einmal Ihre Zeit in Anspruch nehmen um Ihre Meinung zu hören.

    Ich hatte Ihnen schon von meinem Vater geschrieben, der auf Zypern lebt, 75 Jahre alt ist und seit Dez. letzen Jahres an Lungenkrebs (Adenokarzinom linke Lunge) erkrankt ist. Er hat 6 Zyklen Chemo bekommen, eine Kombination von Cisplatin 60 mg/m2 pro Tag am ersten Tag und Gemcitabine 1,250 mg/m2 pro Tag am ersten und achten Tag. Der Zyklus wurde alle 21 Tage wiederholt. Der Tumor hat sich, bereits nach dem 4 Zyklus von ursprünglich 3cm auf 1cm verkleinert.
    Es existiert noch Pleuraerguss.
    Keine Veränderung nach dem 5 und 6 Zyklus. (Seit dem 11 Mai ist seine Chemo zu Ende)
    Tomographie wurde am 24 Mai 04 gemacht.
    Es wurden keine Metastasen und kein Lymphknotenbefall festgestellt. Mein Vater fühlt sich aber sehr geschwächt.
    Ist es normal? Geht es ihm nach einiger Zeit dann etwas besser?

    Wie würden Sie mit seiner Behandlung weiter vorgehen?
    Vor Ort sähe der weitere Weg so aus:
    alle 4 -8 Wochen zum Arzt gehen,eine regelmäßige Röntgenaufnahme der Lunge musste dann gemachten werden und bei bedarf eine Tomographie. Bei Verschlechterung wieder Chemo.
    Sein Arzt hat ihm vorgeschlagen in einer Studie mit dem Medikament INDESSA teilzunehmen. Es gäbe wohl Studien mit INDESSA nach Verschlechterung des Zustands, während einer Chemo und jetzt wohl kurz nach der Chemo.
    Wie ist Ihre Meinung dazu?
    Dürfte mein Vater zum regenerieren Folsäure einnehmen (oder etwas anderes) oder gibt es Bedenken?

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe

    Elena Guhr



  • RE: Frage an Professor Dr. Wust


    Es ist normal, dass man sich nach 6 Zyklen dieser Chemotherapie geschwächt fühlt. Man erholt sich davon nach einiger Zeit. Wenn das Blutbild schlecht ist (niedriger Hämoglobinwert), kann Erythropoetin helfen (s. sog. Fatigue-Syndrom). Iressa ist als Zweitlinientherapie beim Bronchuskarzinom inzwischen etabliert. Man kann es auch als Erhaltungstherapie geben, wenn es gut vertragen wird (das muss man abwarten). Zur Standardtherapie gehört allerdings auch die Überlegung, eine kon-solidierende Radiotherapie durchzuführen. Das wäre sinnvoll, wenn ein kleiner Tu-morrest im Bereich des Primärtumors verblieben ist, der vermutlich bald wieder an-fängt zu wachsen (wenn man nichts tut). Gegen Einnahme von Vitaminen usw gibt es keine Einwände.

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