#}
  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Stimmt das oder ist das ein Märchen?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Stimmt das oder ist das ein Märchen?

    Angeblich soll Japan das höchste Jodvorkommen und auch die höchste Schilddrüsenkrebsrate haben. Stimmt das?
    Es wird doch bei uns Jod zugesetzt in der Nahrung, um Schilddrüsenkrebs zu verhindern?


  • RE: Stimmt das oder ist das ein Märchen?


    Hallo,

    Also selbst wenn man in Deutschland ausreichend viel Jod zu sich nimmt wird man damit sicher nicht Schildrüsenkrebs verhindern können! Jodmangel ist nur einer von vielen Risikofaktoren für die Entstehung eines solchen Karzinoms.

    Es hat wohl eher etwas mit dem 2 Weltkrieg und den damit verbundenen Atombombenabwürfen zu tun das in Japan so viele Menschen an Schilddrüsenkrebs erkranken.

    Kommentar


    • RE: Stimmt das oder ist das ein Märchen?


      Was sind die "vielen Risikofaktoren"? Ich versuch schon so lang, was dazu herauszufinden, und fast immer wird da nur sowas wie Tschernobyl und Bestrahlung im Halsbereich genannt. Sowas hatte ich aber nie.
      Kann es mit dem Trinkwasser zu tun haben? Das würde dann ja die recht kleinflächigen regionalen Unterschiede halbwegs erklären können.
      Und die Atombombenabwürfe wirken sich bis heute aus? Also auch noch Sd-Krebs bei 20-30 jährigen kann auf die Strahlung, die ihre Eltern, Großeltern abbekommen haben, zurückgeführt werden?

      Kommentar


      • RE: Stimmt das oder ist das ein Märchen?


        Die Ursachen für die Entwicklung der Schilddrüsen-Karzinome sind im einzelnen noch nicht geklärt. Anhand langjähriger Beobachtungen sind jedoch einige Faktoren bekannt, die mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Schilddrüsen-Karzinomen einhergehen. In Gebieten mit Jodmangel ist das Risiko an einem Schilddrüsen-Karzinom zu erkranken auf das 2,3fache erhöht. Der Einfluss ionisierender Strahlen auf die Entwicklung von Schilddrüsen-Karzinomen ist seit mehr als 40 Jahren bekannt. Sowohl bei den Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki als auch bei den Überlebenden der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde eine Vervielfachung des Risikos für Schilddrüsen-Karzinome beobachtet, wobei Kinder besonders häufig betroffen sind.

        Neben diesen äußeren Faktoren existieren genetische Faktoren. Insbesondere für medulläre Schilddrüsen-Karzinome wurde eine familiäre Häufung im Rahmen des MEN-Syndroms II beobachtet. Beim MEN-Syndrom handelt es sich um multiple endokrine Neoplasien, also mehrfache Neubildungen hormonbildender Organe, die eine familiäre Häufung zeigen und bevorzugt im jungen Erwachsenenalter auftreten. Neben medullären Schilddrüsen-Karzinomen werden bei diesen Patienten gehäuft Tumore der Nebenniere und der Nebenschilddrüse beobachtet. Eine genetische Familienuntersuchung hinsichtlich einer Mutation auf dem Chromosom 11 sollte erfolgen und Patienten mit erhöhtem Risiko regelmäßig, z.B. mit dem Pentagastrin-Test untersucht werden.

        (aus http://www.m-ww.de/krankheiten/krebs...esenkrebs.html)

        Kommentar



        • RE: Stimmt das oder ist das ein Märchen?


          Die größte (dokumentierte) Häufigkeit von SD-Karzinomen ist auf Hawai. Da wird tatsächlich spekuliert, dass hier eine sehr hohe Jodexposition eine Rolle spielen könnte. Normalerweise wird aber eher dem (endemischen) Jodmangel eine Krebs-begünstigende Rolle zugeschrieben. Gebiete mit hoher Strumahäufigkeit (Kropf) haben auch etwas höhere Raten. In Europa sind das Deutschland, Österreich, Finnland. Aber das ist nur ein Trend.
          In Japan ist die Häufigkeit des SD-Karzinoms eher niedrig. Und sicher ist es vernünftig, den Jodmangel durch Jodzusatz in Salz und Trinkwasser zu verhindern. Aber es gibt ziemliche Schwankungen in der Häufigkeit von SD-Krebs, und nicht alles ist geklärt.

          Kommentar

          Lädt...
          X