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Zökum-Ca, Leber-Meta, Radiochemo, Rektum-Ca.

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  • Zökum-Ca, Leber-Meta, Radiochemo, Rektum-Ca.

    Sehr geehrter Prof. Wust,

    mein Vater (73 Jahre / 1929) ist erstmals seit 4.11.2002 am 20.01.03 für 2 Wo nach Hause gekommen. Er bereut es inzwischen, sein OK zur Rektumresektion gegeben zu haben. Das Stoma wird durch den Pflegedienst (3x wo) versorgt - in diesen knapp 2 Wochen hat sich 3-4 Mal die Versorgung gelöst ..Inhalt lief an den Beinen und sonstwo runter....und fördert nicht gerade das Wohlbefinden meines Vaters. Ich denke, durch die letzte Chemo vom 17.01.2002 wurde starker Durchfall und Blähungen ausgelöst.. bzw. auch ansonsten kämpft mein Vater sehr mit Blähungen - in NullKommaNix bläht sich der Beutel auf. Wir haben schon soviel probiert - finden aber keine Lösung. Früher mußte er wegen Blasendruck nachts viel zur Toilette -. und heute ... weil die Versorgung andauernd gefüllt und entleert werden muss.

    Auch konnte man vorher nirgend lesen, dass mein Dad durch diese OP zum Bindenträger (mit Netzhose) wird - auch wenn nur noch ein Anal-Stumpen da ist - und Schleimhaut arbeitet - wieso kommt trotzdem ein dunkles Sekret aus dem After? Vor der OP konnte mein Dad essen + trinken - ihm ging es gut - und dann der letzte Eingriff am 14.11.02.. den mein Vater wirklich zutiefst bereut. (lieber hätte er es sich noch einige Monate gut gehen lassen)

    Lieber Prof. Wust , ich habe wirklich grosse Angst um meinen Vater .. und ich verstehe ich auch vollkommen, dass er "bevor die Viecherei anfängt" - sich einen Sekundentod liebend gerne herbei wünscht. Nächste Woche startet der 2. Chemo-Zyklus Ardalan/Oxaliplatin - und falls wieder die schlimmen Nebenwikungen wie in der letzten Woche kommen - wird mein Vater die Chemo abbrechen. Wie sehen Sie die weitere Zeit aufgrund der Krankengeschichte auf uns zukommen? Bitte ganz ehrlich.

    Krankengeschichte meines Vaters (73J) in Kurzfassung:

    1995/1996 pAVK IV-re / Implantation femoro-popl. Bypass rechts /links / folgten div. Verschlüsse / Marcumar-Therapie
    ******
    25.05.2001 Ileus + Miserere/ Hemikolektomie rechts Zökumkarzinom - pT3,pN1 (2/15),G2,R0
    19.06.2001 anschließende AHB
    28.06.2001 DDD-Schrittmacher Implantation bei intermett. AV-Block III, Bradyarrhythmien
    Bis Dez. 2001 adjuvante 6 Chemo-Zyklen - Poon-Schema
    ******
    24.01.2002 1. Nachuntersuchung - Lebermetastase entdeckt
    20.02.2002 Atypische Leberteilresektion 6. Segment pM1 (hep), G2, R0 (Tumor nur sehr knapp im Gesunden entfernt )
    05.03.2002 AHB
    *****
    06.06.2002/ 2. Nachuntersuchung Ileocoloskopie Rektumkarzinom G2 wandinfiltrativ
    27.06.2002 Explorative Laparotomie -T4 /NX - in Höhe 8 cm - Karzinom gut tastbar - adhärent mit Blase im Trigonums-Bereich - Indikation zur neo-adjuvanten Radio-Chemo Therapie (ansonsten radikale OP mit Uro + Colo-Stoma)
    19.08.2002 - 26.09.2002 neo-adjuvante Radio-Chemo-Therapie Woche 1+5 stationär - 5x 24 Std. 5/FU / 1000 mg/m2, Radio (1,8 x 28 Tage = 50,4)
    ******
    14.11.2002 - tiefe anteriore Rektumresektion mit endständigem Descendostoma rypT3 - rypN0 - M0 - GX - R1 Rest-TU bei 8cm p.a. 12:00 SSL (was bedeutet 12:00 SSL ?)
    28.11.2002 - CT Abdomen V.a. 1,5 cm grosse Metastase im rechten LL (ich hatte vor der OP um ein CT gebeten.. um evtl. Leber-Metas bei der OP entfernen zu können)
    11.12.2002 - Start 1. Chemo Zyklus (6 Wo) 1x Wo 26/28 Std. Ardalan Schema mit Oxaliplatin (alle 2 Wo.) bis 17.01.2003
    03.02.2003 - Start 2. Chemo Zyklus

    Nochmals herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    RoseWood®

  • RE: Zökum-Ca, Leber-Meta, Radiochemo, Rektum-Ca.


    Hier noch ein Auszug der histologischen Beurteilung:
    Invasives Adenokarzinom des Rektums in einem Rektumsresektat mit Tumorinfiltration durch alle Rektumwandschichten mit fokalem Durchbruch des zirkumferenziellen Resektatrandes.

    OP-Auszug:
    Samenblase/strang infiltriert - mitentfernt,
    Absetzen des Rektums am Beckenboden bzw. Analkanal an der linea dendata mit dem geraden Stapler. Tabakbeutelnaht am oralen Resektionsrand, Absetzen des Präparates, Einknoten des Kopfes CEEA 29 Zirkulastaplers. Aufgrund der R1-Situation und der grenzwertigen länge des colons anlage eines endständigen colostomas, anschließend Transposition des Colons aus dem Abdomen heraus in den linken Unterbauch . Spülen mit Kochsalz-Lösung, Einlegen einer 26er Robinson Drainage von der rechten Flanke nach präsakral. Fascienverschluss mit 1er PDS Schlinge - Hautnaht.

    Vielen Dank

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    • RE: Zökum-Ca, Leber-Meta, Radiochemo, Rektum-Ca.


      Es handelte sich um ein fortgeschrittenes Rektumkarzinom T4 (Infiltration der Blase). Es fand eine R1-Resektion statt, also es sind ein paar Tumorzellen am Resektatrand verblieben. Offenbar ist noch eine Lebermetastase da (also M1). Im Rahmen des Möglichen hat man nach meiner Einschätzung vieles versucht. Eine Op führt sicher zur Verbesserung der lokalen Kontrolle, obwohl man hier mit einem Lokalrezidiv rechnen muß.
      Die Problematik eines Anus Praeter ist ja bekannt. Da gibt es Beratung und Betroffene, bei denen man Tipps bekommen kann (Deutsche ILCO e.V.). Die Beschwerden mit dem Rektumstumpf könnten darauf hinweisen, dass noch Tumor vorhanden ist (woher sollte sonst blutiges Sekret kommen). Wundheilung müßte eigentlich abgeschlossen sein.
      Jedenfalls ist bei noch vorliegendem Tumor die Chemotherapie indiziert. Wenn Sie sehr schlecht vertragen wird, muß man sie vielleicht umstellen. Wenn man sie wegläßt, kann es sein, dass die Erkrankung wieder fortschreitet. Das muß man sich gut überlegen.

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