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adenoid-zystisches Karzinom

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  • adenoid-zystisches Karzinom

    Sehr geehrter Dr. Wust -


    ich wurde von einer Betroffen auf diese seite und Ihren Service verwiesen und schätze es sehr, nunmehr eine Möglichkeit zu haben, Informationen einzuholen. Vor 2 Wochen hat meine Mutter (57) erfahren, dass sie ein adenoid-zystisches Karzinom an der Glandula submandibularis, der Speicheldrüse. PT2 No Mo Go - Von der Nachricht ist die ganze Familie geschockt, wir sind völlig überfordert -

    Ich möchte Sie nun um Hilfe bitten: zum einen wäre ich sehr dankbar über Informationsmaterial zu dieser seltenen Krebsart bzw. Literaturhinweisen. Genauso gelegen ist mir an Empfehlungen für die onkologische Nachsorge bzw. Therapie: Ich möchte bezüglich der medizinischen Versorgung da Bestmögliche für meine Mutter finden.

    Nach einer 2. OP (neck-dissection) mit Entfernung der Lymphknoten, die nur unspezifisch vergrößert sind, aber nicht befallen, ist eine Strahlentherapie angeordnet. Kann diese Therapie schaden ? - heisst das, dass noch Tumorreste vorhanden sind? Ist eine Metastasierung auch nach operativer entfernung und Bestrahlung möglich, wann? Wie kann die Metastasierung festgestellt werden? Können Sie mich an SpezialistInnen verweisen? Was muß ich dazu unternehmen?

    Im Voraus schon vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen

    Anja M.

  • RE: adenoid-zystisches Karzinom


    Die Nachbestrahlung des Tumorbettes der befallenen Halsseite wird bei Speicheldrüsentumoren generell empfohlen, wobei gewisse Risikofaktoren (genaue Histologie) die Dringlichkeit verstärken können. Eine Bestrahlung der Lymphknoten ist wohl aufgrund des negativen Befundes nach Neck Diss (pN0) nicht notwendig. Es sollte eine CT-geplante konformale Strahlentherapie in Maskenlagerung sein, Dosis mind. 60 – 65 Gy. Natürlich wird an den Uni-Kliniken in der Strahlentherapie aufwendiger bestrahlt . Man kann das aber nicht generalisieren. Eine einzelne Abteilung kann und sollte man nicht empfehlen. Erkundigen Sie sich nach der eingesetzten bzw. geplanten Technik.
    Grundsätzlich ist eine Metastasierung (selten) auch nach abgeschlossener Primärtherapie möglich. Das wird man bei einem so langsam wachsenden Tumor jetzt kaum feststellen können. Zunächst würde ich nach der Bestrahlung optimistisch sein.

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    • RE: adenoid-zystisches Karzinom


      Sehr geehrter Prof. Dr. Wust:
      entgegen Ihrer Einschätzung ist zur Therapie des adenoid-zystischen Carzinoms eine CT geplante Bestrahlung angesetzt, die im Speicheldrüsenbereich mit ca. 80 Gy und in der umgebenden Region bis zum Schlüsselbein mit ca 40 Gy über 39 Sitzungen arbeitet, um auch die Lymphknoten entlang der Wirbelsäule zu treffen. Aufrgund meienr bisherigen Recherche scheint mir dies sehr hoch - können Sie mir da weiter helfen?
      Mit welchen irreversiblen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
      Vielen Dank
      Anja

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      • RE: adenoid-zystisches Karzinom


        Eine hohe Dosis im Tumorbett ist vielleicht ganz gut (da diese Tumorart wenig strahlensensibel ist), obwohl 80 Gy schon recht hoch ist. Das hängt aber vom Volumen ab – es ist ja eine CT-Planung und man müßte sich den Plan ansehen. Ob die gleichseitigen Lymphknoten mitbestrahlt werden müssen, kann diskutiert werden.
        Hier wird eher recht hochdosiert behandelt, d.h. man befindet sich auf der sicheren Seite. Insgesamt würde ich die Vorgehensweise für akzeptabel halten. Schließlich habe ich nicht alle Informationen über Risikofaktoren. Bei Ihrer ersten Anfrage ging es darum, ob überhaupt bestrahlt werden muß. Das habe ich bejaht. Mein Vorschlag entsprach mehr der Minimaltherapie (vielleicht etwas verträglicher, aber dafür nicht ganz so wirksam, aber auch mind. 65 Gy). Die Bestrahlung einer Halsseite bis 40 Gy ist i.allg. gut verträglich. Aber das muß wirklich auch in der Aufklärung des behandelnden Arztes besprochen werden.

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        • RE: adenoid-zystisches Karzinom


          Sehr geehrter Prof. Dr. Wust:
          bei m einer Mutter wird nun eine CT-geplante Strahlentherapie durchgeführt, Maskenplanung und Simulation finden noch diese Woche statt, mit dem Aufklärungsgespräch durch die Radiologin war ich sehr zufrieden.
          Dennoch möchte ich Sie um einen weiteren Rat bitte: kann man durch Medikamente oder eien spezielle Lebensführung die Nebenwirkungen der Strahlentherapie beeinflussen bzw. so gering wie möglich halten? Was empfehlen Sie?
          Vielen Dank!

          Anja

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