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Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusproblemem

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  • Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusproblemem

    Sehr geehrter Herr Prof. Wust,
    wir sind total am Boden zerstört. Bei meinem Mann wurde letzte Woche ein Prostatakarzinom festgestellt. Vermutlich Stadium T1 - T2. Ergebnis des CT ist uns (noch) nicht bekannt. Blasenspiegelung folgt nächsten Montag. Mein Mann hat furchtbare Angst davor wegen der zu erwartenden Schmerzen. Am 4.12. wird eine Prostataektomie durchgeführt. Wir wissen, daß mein Mann danach wahrscheinlich keine Erektionen mehr bekommen wird. Wie sieht es mit der Orgasmusfähigkeit aus. Kann die voraussichtlich erhalten bleiben? Ich würde meinen Mann in seiner Verzweiflung gerne ein wenig trösten können.
    Besten Dank im voraus für eine baldige Antwort.
    Mona B.


  • RE: Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusprobleme


    Sie müssen die Prostatektomie nicht durchführen lassen. Es gibt im frühen Stadium (T1-2) die Seeds-Implantation und die hochpräzise Strahlentherapie von außen als in etwa gleichwertige Verfahren. Man muss noch den PSA-Wert und Gleason-Score in Rechnung stellen. Gehen Sie zu einem Radioonkologen zu einer Beratung. Wegen Seeds gibt es z.B. das Op-Zentrum im Ullsteinhaus in Berlin (030-60081475).

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    • RE: Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusprobleme


      Von der Seeds-Implantation haben wir schon gehört, falls es diese Methode ist, bei der kleine Stifte in die Prostata "geschossen" werden. Soll aber ca. 7.000,- Euro kosten.
      Leider ist mein Mann Offizier der Bundeswehr und hat keine freie Arztwahl-Möglichkeit. Er muß von Bw-Ärzten behandelt und im weit entfernten Bw-Krankenhaus operiert werden. Die Seeds-Implantation zahlt die Bw niemals. Außerdem ist bereits der Vater meines Mannes an Prostata-ca gestorben und sein jüngerer Bruder wurde im letzten Jahr daran operiert. Da wird es vielleicht doch besser sein, das Organ total zu entfernen. Das meint jedenfalls der Arzt.
      Mona B.

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      • RE: Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusprobleme


        Von der Seeds-Implantation haben wir schon gehört, falls es diese Methode ist, bei der kleine Stifte in die Prostata "geschossen" werden. Soll aber ca. 7.000,- Euro kosten.
        Leider ist mein Mann Offizier der Bundeswehr und hat keine freie Arztwahl-Möglichkeit. Er muß von Bw-Ärzten behandelt und im weit entfernten Bw-Krankenhaus operiert werden. Die Seeds-Implantation zahlt die Bw niemals. Außerdem ist bereits der Vater meines Mannes an Prostata-ca gestorben und sein jüngerer Bruder wurde im letzten Jahr daran operiert. Da wird es vielleicht doch besser sein, das Organ total zu entfernen. Das meint jedenfalls der Arzt. PSA war übrigens 5,8.
        Mona B.

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        • RE: Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusprobleme


          Liebe Frau B.,

          ich verstehe Ihre Bedenken und vielleicht sind meine Gedanken dazu völlig unpassend in Ihrer Lebenssituation, trotzdem würde ich sie Ihnen gerne mitteilen.

          Eine Prostataoperation hat weitreichende Folgen und ich halte es für wichtig, die Unsicherheit, die Sie und Ihr Mann spüren, ernst zu nehmen und die Zeit, die Ihnen bis zur OP verbleibt, zu nutzen (und die OP eventuell auch zu verschieben). Eine Beratung ist auf jeden Fall machbar und notfalls - sofern sie nicht kostenfrei ist - auch bezahlbar. Sollte sich herausstellen, dass die alternative Behandlung für Ihren Mann geeignet und einer OP gleichwertig ist, aber ohne die verheerenden Folgen für sein sexuelles Erleben, dann wäre die Aufnahme eines Kredites in Erwägung zu ziehen. Falls die Behandlung für ihn nicht geeignet ist und nur die OP in Frage kommt, so wird Ihr Mann wenigstens in der Hinsicht entlastet sein, als dass er alle Überlegungen gründlich miteinbezogen hat.

          Die Diagnose Krebs ist schlimm genug (bin selbst betroffen und auch in der Familie), deshalb ist es umso wichtiger, dass man zwar selbstverständlich das Überleben an erste Stelle setzt, aber die Lebensqualität kommt gleich danach.

          Ich wünsche Ihnen alles Gute bei dieser schweren Entscheidung.

          Sina_S

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          • RE: Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusprobleme


            Ich weiß jetzt nicht ganz, was Sie wollen. Wenn Sie die Operation durchführen lassen wollen, dann tun Sie es. Es handelt sich um eine hocheffektive (vielleicht die effektivste) Lokalbehandlung. Die anderen Verfahren sind aber hinsichtlich 10-15 Jahres Überleben in etwa gleichwertig.
            Ich hatte den Eindruck, Sie suchen nach anderen Verfahren. Die gibt es. Auch wenn Sie kein Geld haben, bleibt die externe Radiotherapie mit vorgeschalteter Hormontherapie – diese wird mit Sicherheit bezahlt. Bin mir außerdem nicht sicher, ob Ihre Vermutung stimmt, da die Bundeswehr in der Regel besser ausgestattet ist und vermutlich mehr bezahlt als z.B. die AOK.
            Sie sind in keinster Weise unter Zeitdruck und können ganz in Ruhe Beratung einholen. Falls Ihr Arzt Urologe ist, wundert mich seine Ansicht nicht. Gehen Sie zu den entsprechenden Experten – an manchen Universitäten gibt es schon interdisziplinäre Sprechstunden.

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            • RE: Prostata-Karzinom, Erektions-/Orgasmusprobleme


              S.g. Herr Prof. Wust, danke für Ihre Antwort. Meine Frage war gewesen, ob die Orgasmusfähigkeit erhalten bleibt, auch wenn die Erektionsfähigkeit abhanden gekommen ist.
              Angeregt durch Ihren Tip haben wir uns mit der Brachytherapie (Seeds-Implantation) beschäftigt. Die Bundeswehr zahlt diese Therapie nur, wenn der Urologe der Bw dies befürwortet. Das tut er aber nicht, weil er einen Bauchschnitt machen will und die Prostata entfernen möchte. Befunde stehen uns leider (noch)nicht zur Verfügung wie z.B. Gleason-Score oder Anzahl der krankhaften Biopsieproben. Wir werden darum bitten. Wir haben auch schon Kontakt aufgenommen mit einer Kölner Klinik, die Seeds-Implantationen macht. Wir könnten diese Behandlung auch selbst finanzieren, das wäre nicht das Problem. Am Montag sprechen wir nochmals mit dem Urologen und informieren ihn über Ihre Vorschläge. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Mona B.

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