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magere Patienteninfo

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  • magere Patienteninfo

    Hallo,
    meine Freundlin bekommt zur Zeit wieder Chemo. Heute hatten wir den Befund vom CT erwartet - und haben ihn auch bekommen. Während dem Gesprächerzählte uns der Arzt, dass die zwei Lungenmetastasen konstant geblieben sind. Von Lungenmetastasen war noch nie die Rede nur von Weichteilmetastasen. Die Ärzte wussten von den Lungenmetastasen schon vor zwei Zyklen bescheid - haben uns aber nicht informiert.
    Überhaupt klappt die Kommunikation in der Klinik sehr schlecht. Wir haben auch keinen direkten Ansprechpartner, da gibt es den Oberazt, Stationsarzt, AIP ... aber keiner hat für ein richtiges Gespräch Zeit.

    Was kann man da tun. Gibt es in solch einer Klinik einen Ansprechpartner der einen durchweg betreut ?


  • RE: magere Patienteninfo


    Hallo,

    ich kann die gut verstehen, als wir vor ca. 7 Monaten erfuhren, das mein Freund an Hodenkrebs erkrankt ist, dachten wir auch wir wären dort gut aufgehoben, aber was sich mit der Zeit alles herausstellte war der Wahnsinn.
    Am Anfang hieß es er hätte einen Tumor im linken Hoden er bräuchte ca. 1-2 Chemo`s und das war es. Ha denkste nach der zweiten Chemo gab es plötzlich Komplikationen mein Freund bekam Schmerzen in der rechten Rippen und Lungen gegend - eine Woche haben die gesucht bis sie nach einer Bronchioskopie wussten was los ist, da mein Freund einen 7 cm großen Metastasen Herd in der Lunge hatte, der durch die Chemo zu schnell verfallen war hatte sich eine Entzündung gebildet und es befanden sich 4 Liter Wasser in der Lunge. Tja wir hatten keine Ahnung von dem Metastasen Herd, hinzu kamen dann noch Metastasen in der Leber, das wussten wir auch nicht.

    Wie Du siehst scheint das ein großes Problem zu sein. Ich kann Dir nur raten - auch wenn Ihr nicht verheiratet sein solltet, sind wir auch nicht, aber mein Freund hat die Ärzte ihrer Schweigepflicht entbunden - Du musst immer fragen fragen und nochmal fragen, wenn Sie irgendein Medikament bekommt was Ihr nicht kennt, dann soll sie es erst nehmen, wenn es Euch erklärt wurde.

    Sei so oft wie möglich präsenz bei allen Untersuchungen und Besprechungen, nerv die Ärtze mit Fragen und gib Ihnen zu verstehen, das Ihr kein altes Renter-Päärchen seid, die es evt. nicht mehr interessiert was da passiert.

    Ich muss dazu sagen das wir einen prima Internisten als Hausarzt haben, den wir auch alles fragen können und der uns immer ehrlich antwortet.

    WIe Du vielleicht in einem anderen Beitrag von mir gelesen hast, stehen wir im Moment auch mal wieder vordem Problem, das die Ärzte uns anlügen bzw. nicht mit der Sprache rausrücken, aber wenn es uns zu blöd geht, werden wir andere Ärzte aufsuchen.

    Ach ja mitlerweile hatte mein Freund 6 Chemo`s und eine Hoden OP steht noch bevor, sowie evt. eine OP an der Lunge und an den Bauchlymphknoten.

    Zeig den Ärzten deine Angst und das Du vieles nicht verstehst, zwing Sie dir gegenüber ehrlich zu sein such Dir am besten einen, mit dem Du am besten klar kommst.

    Ich hoffe ich konnte Dir einwenig helfen, aber das wichtigste ist, das Du immer für deine Freundin da bist und such auch das Gespräch mit den Ärzten ohne deine Freundin, meistens erzählen Sie einem dann auch schon mal etwas mehr und so war es auch bei mir.

    Die haben hinterher sogar geknobelt wer uns irgendwelche Ergebnisse mitteilt, weil wir die alle so auf trab gehalten haben. Das schlimme ist nur das dann so anstrengend ist und man sich garnicht aufs Gesund werden konzentrieren kann.

    Also viel Glück und bis dann

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    • RE: magere Patienteninfo


      Zunächst sind die Ärzte bei Bekannten aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht nur dann auskunftsbereit, wenn es vollständig im Einverständnis des Patienten ist (also Ihrer Freundin). Das sollte vollkommen klar gestellt sein (auch zwischen Ihnen und Ihrer Freundin). Wenn Sie allein bei Ärzten auftreten, sollten Sie das schriftlich haben.
      Dann hat der Patient das Recht zur Einsichtnahme in die Patientenunterlagen. Vielleicht können Sie sich die wichtigen Arztbriefe und Befunde kopieren (immer mit Einverständnis Ihrer Freundin). Dort ist meist alles enthalten (man muß es nur lesen können). Sollte Ihre Freundin stationär sein, ist der Stationsarzt der geeignetste Ansprechpartner, da er meist alle Informationen parat hat (haben muß). Mit dem Stationsarzt sollte man einen gemeinsamen Besprechungstermin vereinbaren. Dieser ist am ehesten dazu bereit.
      Ansonsten muß man auch berücksichtigen, daß die Ärzte mitunter wenig Zeit haben, aber die Patienten meist schon informieren. Diese nehmen aber oft die Information nicht auf oder vergessen diese (oder wollen diese nicht wahrhaben). Zusammen mit den Angehörigen entsteht dann manchmal ein komplexes Wechselspiel. Es ist sehr schwierig, von außen zu beurteilen, was wirklich stattgefunden hat. Auch Sie sollten mit voreiligen Schlüssen vorsichtig sein.

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