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Hyperthermie und danach?

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  • Hyperthermie und danach?

    Sehr geehrter Herr Kollege,
    bei meinem Onkel, aktuell 68-jährig, wurde 1997 ein Prostata-Ca mittels FNP diagnostiziert (T1c, Gleasonscore 9/10). Daraufhin Radiatio 1997. 1999 erneuter PSA-Anstieg auf 10. Daraufhin Behandlung mit Hyperthermie. Erneuter PSA-Abfall und neg. Biopsie-Kontrollen. Nun im Juni 2001 PSA auf 4.5 und in der Biopsie 1 von 8 Zylindern mit Prostata-Ca (Gleasonscore 7/10). Der gesundheitliche Allgemeinzustand meines Onkels ist ansonsten ausgezeichnet. Die Hormon-/Chemotherapie wurde mit meinem Onkel diskutiert. Er möchte aber damit noch zuwarten, da er dies als letzten Schritt seiner Behandlung sieht und dann....?
    Was für weitere Therapien würden Sie in Betracht ziehen ? Käme noch eine operative Therapie in Betracht? Wäre eine Immuntherapie/antikörperspezifische Therapie das Richtige?
    Auf Ihre baldige Antwort würde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüssen,
    M. Hug


  • RE: Hyperthermie und danach?


    Eine Operation (Salvage-Prostatektomie) ist sicher mit hohem Risiko verbunden wegen der multiplen Vorbehandlung. An strahlentherapeutischen Maßnahmen könnte eine Seeds-Implantatation in Betracht kommen. Darüber gibt es zumindest einen ermutigenden Bericht (s. Grado et al 1999, Urology 53, S. 2ff). Natürlich ist auch diese Therapie mit höherem Risiko verbunden und es ist fraglich, ob Sie jemanden finden in Deutschland, der die Implantation unter diesen Bedingungen durchführt (abgesehen von der Kostenfrage).
    Eine Wiederholung der Hyperthermie (ich vermute, es handelte sich um fokussierten Ultraschall) wäre denkbar, wenn die Spezialisten den fraglichen Bezirk lokalisieren und nochmals behandeln. Man könnte zumindest nachfragen (München?).
    Falls lokale Maßnahmen nicht mehr möglich sind, würde ich auch die Hormontherapie (totale Androgenblockade) empfehlen. Verschiedene innovative Ansätze (z.B. Immuntherapie) werden diskutiert. Solche Ansätze sind absolut experimentell. Ob in Deutschland eine solche Studie läuft (an der Ihr Onkel ev. teilnehmen könnte), erfahren Sie am besten bei der Deutschen Krebsgesellschaft www.krebsgesellschaft.de (Arbeitsgemeinschaft Urologie). Nach meinem Kenntnisstand gibt es solche Studien nicht.
    Man muß zuletzt immer abwägen, ob eine (riskante) Lokaltherapie wirklich einen Vorteil bringt, der das deutlich erhöhte Risiko rechtfertigt. Wenn die Nebenwirkung erst einmal da ist (Fistel, Inkontinenz etc) sind alle schlauer.

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