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Lebermetastasen / Frage an Prof. Wust

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  • Lebermetastasen / Frage an Prof. Wust

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wust,

    bei meinem Vater wurden vor einigen Tagen 2 Lebermetastasen (14 und 16 mm groß) diagnostiziert. Im August wurde der Primärtumor in einer "OP nach Wippel" (ich hoffe richtig geschrieben) entfernt. Bestrahlung und Chemo waren seinerzeit nicht angezeigt.

    Auf der homepage der Deutschen Krebshilfe las ich einen Artikel über ein Forschungsprojekt in Berlin und Tübingen, welches "Selbstmordgene als Therapeutikum" einsetzt. Die Deutsche Krebshilfe gibt als Projekt-Nummer 10-1673 an.

    Ist das etwas, was meinem Vater helfen könnte?
    Was ist ggf. noch zu empfehlen?

    Für Ihre Hilfe und Ihre Informationen bedanke ich mich bereits an dieser Stelle ganz herzlich!

    Freundliche Grüße aus Legden in Westfalen

    Thomas Volmer
    Osterwicker Str. 31
    48739 Legden
    Tel. (0 25 66) 96 10 1
    Fax (0 25 61) 73 36 5
    e-mail: t.volmer@ksk-borken.de


  • RE: Lebermetastasen / Frage an Prof. Wust


    Wenn tatsächlich nur zwei kleine Lebermetastasen vorliegen, kann man mit ablativen Verfahren (z.B. Laser) diese Metastasen beseitigen. Dies wird in einigen Kliniken angeboten (u.a. auch an der Charité Berlin, Dr. Ricke, siehe www.lasertherapie-zentrum.de). Zunächst muß man jedoch genauer untersuchen, ob wirklich nur 2 Metastasen vorliegen (z.B. mit Kontrastmittel MRT). Die von Ihnen angesprochen Gentherapie ist sehr experimentell. Wenn Sie an dieser Therapie Interesse haben, müssen Sie sich direkt an die Projektleiter wenden. Diese müßten auch der Homepage der Dtschen Krebshilfe zu entnehmen sein. Ansonsten können Sie auch dort anfragen.
    Da ich vermute, daß ein Pankreaskarzinom vorlag (Whipplesche Op), muß jetzt wohl an eine Chemotherapie gedacht werden.

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    • RE: Lebermetastasen / Frage an Prof. Wust


      Guten Tag, Herr Prof. Dr. Wust,

      vielen Dank für Ihre Informationen und Ihre schnelle Reaktion auf meine Fragen. Das halte ich nicht für selbstverständlich!

      Zwei Fragen hätte ich noch:

      Sie nennen die Lasertherapie. Ist diese auch bei einer Lage der beiden Metastasen in der Nähe des Zwergfells möglich? Eine OP scheidet aufgrund der Lage wegen der nicht vorhandenen Zugänglichkeit aus.

      Sie schreiben, daß aufgrund des Pankreaskarzinoms jetzt wohl eine Chemotherapie gedacht werden müsse. Warum ist das jetzt sinnvoll? und: Welche Chemotherapie würden Sie empfehlen?

      Vielen Dank nochmals - auch im Namen meines Vaters - für Ihren tollen Einsatz!

      Freundliche Grüße

      Thomas Volmer
      Osterwicker Str. 31
      48739 Legden
      Tel. (0 25 66) 96 10 1
      Fax: (0 25 61) 73 32 0
      t.volmer@ksk-borken.de

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      • RE: Lebermetastasen / Frage an Prof. Wust


        Ein Einsatz der LITT (laserinduzierten Thermotherapie) ist i.d.R. auch in Zwerchfellnähe möglich. Es hängt vom Punktionszugang ab, aber der ist meistens gegeben.
        Ich muß aber noch einmal wiederholen, daß eine solche (ablative) Therapie nur dann anzustreben ist, wenn es wirklich die einzigen Manifestationen des Tumors sind. Leider muß man sagen (ich will hier nicht pessimistisch sein, aber...), daß beim Pankreaskarzinom (wenn es ein Pankreaskarzinom ist) einzelne Metastasen eher die Ausnahme sind. Man muß daher mit weiteren Manifestationen rechnen bzw. danach suchen. Erst wenn nichts weiter findet, ist eine ablative Maßnahme begründet. Dann könnte man auch mit einer Chemotherapie noch warten (aber unter engmaschiger Kontrolle).
        Findet man doch weitere Herde, ist eine Chemotherapie angebracht. Dann muß man von einer allgemeinen Ausbreitung ausgehen, die nur mit einer Chemo adäquat behandelt werden kann. Hier hat sich beim Pankreaskarzinom vor allem in letzter Zeit das Gemcitabine bewährt, welches recht gut verträglich ist und über längere Zeit Stillstand der Erkrankung (und manchmal auch Rückbildung) erreichen kann.

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