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Einmal Krebs - immer Krebs?

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  • Einmal Krebs - immer Krebs?

    Guten Tag Herr Dr. Hennesser,
    im letzten Sommer wurde bei mir Enddarmkrebs diagnostiziert, der nach OP und Chemo bis auf Weiteres als geheilt gilt (T2, N0, M0). Zeitgleich wurde ein Lungenherd von ca. 1 cm festgestellt, der sich jedoch erst vor kurzem, nachdem ich auf einer Biopsie bestanden habe, als bösartiger Zweittumor entpuppte. Wahrscheinlich gibt es – wie beim Darmkrebs – kein Lymphknotenbefall, keine Metastasen und eine Heilungswahrscheinlichkeit von 80%. Macht rein rechnerisch eine Überlebenschance von 64% für beide Krebsarten zusammen- besser als es vielen Anderen in diesem Forum ergeht! Doch langsam stelle ich mir die Frage: Lohnt es sich, wieder eine schwere OP über sich ergehen zu lassen, angstvoll den Nachuntersuchungen von gleich ZWEI Krebsarten entgegen zu sehen? Ich bin 48 (Ja, habe geraucht) und erkrankte vermutlich zeitgleich an zwei Karzinomen, jeweils 20 bis 30 Jahre früher als der Durchschnitt. Wenn ich auch den Lungenkrebs überstehen sollte… was kommt als nächstes? Ist nicht doch etwas dran an dem Spruch „Einmal Krebs, immer Krebs“? Hat man nach diesen beiden Erkrankungen überhaupt eine Chance, ein „normales“ Lebensalter zu erreichen?

  • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

    Sie haben alle Chancen! Rektumkarzinom und Lungenkarzinom treten nicht gehäuft gemeinsam auf und sind keine Wegbereiter für Krebs-Syndrome, sprich Krebs auch woanders erwartbar. Sie haben das Glück daß man allein durch die Nachsorge des Enddramkrebs den Lungentumor so früh und damit früh genug entdeckt hat, lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen!

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    • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

      Sie haben alle Chancen! Rektumkarzinom und Lungenkarzinom treten nicht gehäuft gemeinsam auf und sind keine Wegbereiter für Krebs-Syndrome, sprich Krebs auch woanders erwartbar. Sie haben das Glück daß man allein durch die Nachsorge des Enddarmkrebs den Lungentumor so früh und damit früh genug entdeckt hat, lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen!

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      • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

        Danke für die mutmachenden Worte.

        Die Untersuchungsmaschinerie ist ja auch schon wieder angelaufen, und herausgekommen ist bislang folgendes: Im PET-CT maß man für den Lungentumor rund 1,5 cm aus und sah keinen Lymphknotenbefall, aber eine "fokale FDG-avide Anreicherung" im Brustwirbelbereich. Die wertet man in erster Linie als "Knochenmarksreversion" infolge der ersten Krebsbehandlung (u.a. Chemotherapie mit Capecitabin), will aber noch ein MRT machen, was für mich bedeutet: Metastase nicht ausgeschlossen!

        Wie wahrscheinlich ist es, dass ein ca. 1,5 cm großer Lungentumor bereits in den Brustwirbel gestreut hat? Würden nicht eher Lymphknoten befallen oder sich Metastasen an anderen Stellen bilden, oder ist dies für Lungenkrebs typisch?

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        • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

          Sehr unwahrscheinlich. Ehrlich: Es ist für uns tägliche Routine die falsch-positiven" Befunde eines PET-CT zu entkräften. Es ist nicht ganz sinnfrei ein PET-CT bei so einem kleinen Tumor zu machen aber oft wirft die Untersuchung dann mehr Fragen auf als daß sie Antworten liefert - deshalb sehen wir das mit einer gewissen Zurückhaltung, das muß man bei der Deutung beachten. Ich bin mir fast sicher daß Sie keine Metastase haben, das ist aber nur ein Eindruck und ersetzt natürlich keinerlei Befunde.

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          • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

            Inzwischen bin ich operiert, ein Lungenoberlappen wurde entfernt, und ich habe diese OP wesentlich besser überstanden als die Darmkrebsoperation. Damit wurden innerhalb weniger Monate zwei Karzinome im absoluten Frühstadium entdeckt und entfernt (Darm nach Radiotherapie: T2 N0 M0 / Lunge: T1a N0 M0, Größe des Tumors: ca. 1,5 cm).

            Ich bin mit der medizinischen Versorgung (beides fand in einem entsprechend zertifizierten Krebszentrum statt) weitgehend zufrieden, doch die Aufklärung seitens der Ärzte ließ leider wieder sehr zu wünschen übrig. Alle meine Informationen bezüglich Heilungschancen etc. habe ich aus dem Internet, da offenbar niemand Zeit hat, auf die Fragen eines Krebspatienten einzugehen.

            Was mögliche Rezidive des Darmkrebses angeht, mache ich mir weniger Sorgen. Über das Lungenkarzinom habe ich jedoch sehr verschiedene Aussagen gehört/gelesen. Die Tendenz geht dahin, dass ein Lungenkrebs bei Raucher und Ex-Rauchern nie als geheilt angesehen wird und auch noch wesentlich länger als die üblichen 5 Jahre zu Rezidiven neigt. Muss ich trotz der Diagnose „Frühstadium“ nun mein weiteres Leben fürchten, dass der Krebs wiederkommt (und dann wahrscheinlich nicht mehr therapierbar ist)?

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            • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

              Ihre Aussichten liegen bei der Tumorgröße bei 85% für eine dauerhafte Heilung, ähnlich verhält es sich beim Rektumkarzinom. Leider hat man "nur" diese statistischen Aussagen. Es ist jedoch Quatsch daß man einen Lungenkrebs nie heilen könne. Vermutlich waren Sie eher bei den Operateuren als zum Gespräch beim Onkologen.

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              • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                Ist es denn richtig, dass zumindest beim Darmkrebs der größte Teil (80 %) der Rückfälle in den ersten 2 Jahren auftritt, so dass man nach dieser Zeit erst mal aufatmen kann?

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                • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                  Das gilt mehr für den Lungenkrebs, da sind Rückfälle nach mehr als 2 Jahren fast ausgeschlossen. Beim Darm treten die meisten Rückfälle auch innerhalb von 2 Jahren auf, richtig aufatmen kann man aber erst nach 5 Jahren weil noch spätere Rückfälle dann Ausnahmen sind.

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                  • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                    Das klingt ja alles recht beruhigend. Eine (vorerst) letzte Frage: Kann ich, außer das Rauchen sein zu lassen, irgendetwas selbst tun, um die Heilungschancen zu verbessern? Man bekommt z.B. Begriffe wie Selen, Mistel von Ärzten genannt, ohne dass weiter auf Dosierung, Erhältlichkeit oder Wirkungsweise eingegangen wird.

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                    • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                      Alle diese Versuche mit Zusatzstoffen führen mal zu vorteilhaften, mal aber auch zu nachteiligen Langzeitergebnissen und sind in erster Linie eine Glaubensfrage. Einen sinnvollen Grund dafür Ihr eigenes Geld auszugeben sehe ich nicht. Nikotinverzicht, Bewegung, Wahrnehmung der Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig.

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                      • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                        Mittlerweile tut sich nach Darm- und Lungenkrebs leider eine weitere "Baustelle" auf: Der gynäkologische Abstrich erscheint bereits zum 3. Male kontrollbedürftig (PAP III), was augenblicklich noch als Folge der Bestrahlung des Enddarmkarzinoms gedeutet wird. Ab dem 4. Male wäre jedoch eine weitergehende Untersuchung angeraten, was ja nichts anderes bedeutet als "weitere Krebserkrankung nicht ausgeschlossen".

                        Wie aussagekräftig ist vor diesem Hintergrund ein vor 3 Monaten erstelltes PET/CT? Im Bericht wird lediglich ein seit Jahren bekanntes "Uterusmyom, teilverkalkt" erwähnt. Wäre eine bösartige Erkrankung der Gebärmutter hingegen nicht genau so auffällig geworden wie die vorangegangenen Tumore? Oder anders gefragt: Ist vor dem Hintergrund des negativen PET/CT-Ergebnisses ein Gebärmutterhalskrebs nicht eher sehr unwahrscheinlich?

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                        • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                          Ein jetziger Krebs ist durch eine 3 Monate alte PET-CT-Untersuchung unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen. Beim Abstrich geht es ja nur um einzelne Zellen und Frühstadien, da kann es durchaus sein daß dies vom CT nicht erfaßt wird weil es einfach viel zu klein ist.

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                          • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                            Ich hätte noch einmal eine Frage zum Thema Lungenkrebsnachsorge. Von der Entdeckung eines kleinen Rundherdes im CT bis hin zur Biopsie, die ein bösartiges kleines Adenokarzinom ergab, vergingen 10 Monate, in denen es hieß "Abwarten und kontrollieren". In diesen 10 Monaten ist der Tumor kaum gewachsen, deshalb frage ich mich, warum ich nun nach erfolgter OP - wie Patienten in weiter fortgeschrittenen Stadien - alle 3 Monate zur Nachuntersuchung muss.

                            Bitte nicht falsch verstehen: Es geht mir nicht allein darum, dass ich nach 2 Krebserkrankungen allmählich kein Krankenhaus mehr sehen kann (wobei das natürlich auch nicht ganz abwegig ist), sondern in erster Linie um die Strahlenbelastung für den Körper, sprich alle 3 Monate Röntgen (plus zahlreicher CTs und zweier PET-CTs innerhalb eines Jahres). Wenn der Tumor vorher innerhalb von 10 Monaten kaum gewachsen ist, wie wahrscheinlich ist es denn dann, dass innerhalb von 3 Monaten ein schon im Röntgen auffälliges Rezidiv entstanden ist?

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                            • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                              Die Empfehlungen kommen aus anderen Gründen zustande. Ein unbehandelter Lungenkrebs wird im Durchschnitt 9 Monate überlebt. Daran sehen Sie daß das Verhalten des Krebs bei Ihnen außergewöhnlich milde war, dies ist eine Ausnahme. Das muß keineswegs auch so sein wenn sich ein erneuter Tumor oder eine Metastasierung zeigen sollte.
                              Sie haben aber keineswegs Unrecht, der Sinn der Nachsorge ist durchaus umstritten was seine Auswirkungen auf die Lebenserwartung betrifft. Und der Zeitraum von 3 Monaten gilt keineswegs auf Dauer sondern nur für die ersten maximal 2 Jahre.

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                              • Re: Einmal Krebs - immer Krebs?

                                Würden Sie denn auch - wie meine behandelnde Klinik - eine jährliche Bronchoskopie empfehlen? In vielen anderen Kliniken gehört diese (in meinem Empfinden sehr belastende) Untersuchung wohl nicht zum Nachsorgeprogramm im Stadium I.

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