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Gefahrenwirkung mehrfacher CT - Krebs / Katarakt Risiko

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  • Gefahrenwirkung mehrfacher CT - Krebs / Katarakt Risiko

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wust,

    ich habe mir die anderen Beiträge und Kommentare von ihnen zu dieser Thematik schon durch gelesen, aber mich lässt meine leichte Angst, wenn auch unbegründet, nicht los, daher möchte ich ihnen dennoch kurz meinen Sachverhalt mit Fragestellung schildern.

    Ich hatte Anfang des Jahres einen schweren Verkehrsunfall bei dem ich angefahren wurde und unter anderem mit einem schweren Schädel Hirn Trauma, SAB, SDH usw. ins Krankenhaus (Uniklinik) kam. Nun wurde dort innerhalb von 3 Wochen grob geschätzt ca. 13-14 Mal ein CT von mir gefertigt (Abdomen, Thorax, sehr oft Schädel, Muskel-Skelett-System, Becken, Hals). Nun habe ich mich sehr gut erholt wofür ich auch dankbar bin, nur hatte die Tage nach einem leichten Stoß wieder starke Kopfschmerzen etc. weshalb ich mir stark Sorgen machte und wieder zum Krankenhaus fuhr. Dort wurde wiederum ein CCT gefertigt, ohne Befund.

    Die gesamten CT Aufnahmen waren alle nötig um mich zu retten, daher zweifel ich in kleinster Weise den Sinn an, zu 100 % gerechtfertigt, auch wenn es da halt Strahlung gab.

    Dennoch frage ich mich, ob ich wegen dieser sehr großen Anzahl an notwendigen CT's nun stark gefährdet bin, im weiteren Leben an Krebs zu erkranken und was bei Schädel-CT's ja auch möglich ist, eine Linseneintrübung/Katarakt zu erlangen. Das mein Risiko wegen der erforderlichen Maßnahmen "erhöht" ist, ist mir bewußt und da kann ich mich dann auch mit abfinden, es ist halt so. Dennoch würde ich gerne ganz ganz grob eine Einschätzung / Erfahrungswerte in solch einer Sache von ihnen erfahren.

    Ich danke ihnen vielmals und mit freundlichem Gruß!!

  • Re: Gefahrenwirkung mehrfacher CT - Krebs / Katarakt Risiko

    Für die Abschätzung des Krebsrisikos ist die effektive Dosis einer CT-Untersuchung maßgebend (Umrechnung auf eine Ganzkörperdosis). Die effektive Dosis einer CT-Untersuchung hängt von der Region ab. Für ein CT des Schädels ist sie am niedrigsten (ca. 1,5 mSv), beim Thorax-CT vielleicht 3 mSv und beim Abdomen (mit Becken) am höchsten (bis 10 mSv). Die gesamte Dosis würde ich bei Ihnen auf 20-30 mSv schätzen. Das daraus resultierende zusätzliche Krebsrisiko ist altersabhängig. Bei einem 30jährigen würde es mit 5%/Sv bei ca. 1 Promille liegen. Ab 40 Jahren liegt das Risiko nur noch bei 3%/Sv, um dann mit steigendem Alter allmählich gegen Null abzufallen. Nun muss man berücksichtigen, dass das spontane Krebsrisiko im Laufe des Lebens fast bei 50% liegt, so dass sich das Krebsrisiko bei Ihnen eher geringfügig von 50% auf 50,1 % erhöht. Bezogen auf den einzelnen ist das nicht viel. Nur wenn man es auf eine große Zahl von Menschen umrechnet (Tausende oder sogar Millionen) kommt man auf eine nennenswerte Zahl. Daher soll ja eine CT-Untersuchung nur durchgeführt werden, wenn ein medizinischer Grund vorliegt (das war bei Ihnen der Fall). Das Risiko im Promille-Bereich ist sicher vertretbar.
    Das Kataraktrisiko berechnet sich nach der lokalen Dosis (Organdosis), die logischerweise höher als die effektive Dosis ist. An der Linse beim Schädel-CT liegt sie bei 30-40 mSv (sog. Referenzdosis). Dann ist die Dosis mit 200-300 mSv, also 0,2-0,3 Sv, abzuschätzen. Die Linse hat aber eine Toleranzdosis von 10 Sv (= 10 Gy). Da liegen wir mit einigen Zehntel Sv so deutlich darunter, so dass das zusätzliche Risiko für eine Kataraktentstehung vernachlässigbar ist.

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    • Re: Gefahrenwirkung mehrfacher CT - Krebs / Katarakt Risiko

      Ich danke ihnen vielmals für ihre Antwort!!

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      • Re: Gefahrenwirkung mehrfacher CT - Krebs / Katarakt Risiko

        Guten Morgen Herr Dr. Wust,

        ich habe in meinem o.g. Fall doch noch einmal eine kurze Frage an Sie und wäre sehr dankbar, wenn Sie da auch kurz etwas zu sagen könnten.

        Mir sind wg anderer Thematiken nun alle CT Untersuchungen zugekommen. Bei mir wurden insgesamt 2 CT Polytraumaspirale und insgesamt 10 CCT (inkl. der beiden Schädel-CT der Polytraumaspiralen) durchgeführt. Alles insg in 3 Wochen außer 2 Schädel CT zur Verlaufskontrolle.

        Von der Strahlung beläuft sich das laut der Protokolle für die 10 Schädel CT auf ca. 20,51 mSv. Für die Polytraumaspiralen (ohne Schädel) habe ich keine mSv-Angaben, gehe da dann mal von je 16 mSv aus. Die gesamte Exposition beläuft sich so auf grob 53 mSv.

        Wie in meinem ersten Beitrag genannt, keine Problem, musste ja sein.

        Was ich mich nun allerdings noch frage, ob es denn auf Grund der Anzahl an CCT (10 Schädel CT) in dieser kurzen Zeit ein höheres Risiko für Krebs/Leukämie gibt weil es halt immer die gleiche Stelle in "kurzer" Zeit war?
        Oder ist dies unrelevant und es ist halt einfach nur diese ca 20,5 mSv für die Schädel-CT und die häufige notwendige Wiederholung dieser CCT erhöht das Risiko für Krebs / Leukämie nicht noch zusätzlich?

        Vielen Dank für ihre erneute Antwort, danach sind auch jegliche Fragestellungen bei mir beantwortet.

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