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Glioblastom

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  • Glioblastom

    Sehr geehrter Prof. Wust,ein 11jähriger Junge aus unserem Nachbarort ist im Feb.diesen Jahres an einem Glioblastom St.IV erkrankt.Nach OP und Strahlentherapie hat der Tumor nun wieder eine Grösse von 4 cm.Die Eltern sind natürlich schockiert ,das die Ärzte der zuständigen Uniklinik dem Jungen keine Chance mehr geben.Spendenaufrufe in Presse( am Sonntag wohl auch in der BamS) und Fernsehen laufen aktuell ,um eine mögliche Behandlung in den USA zu finanzieren.Ich bin kein Pessimist ,aber schon eher Realist ,Kennen Sie Beh.möglichkeiten ,die in den USA angewandt werden und Erfolg bringen könnten.Eigentlich gibt es doch sicher auch internat.Behandlungsstandarts. Ich habe gelesen,das die durchschnittliche Lebenserwartung nur ca.ein Jahr beträgt. LG und Danke.


  • Re: Glioblastom


    Grundsätzlich ist bei einem Glioblastomrezidiv eine Re-Operation zu prüfen. Diese Möglichkeit hängt von der Lage und Ausdehnung des Tumors ab (die hier nicht beschrieben wird). Wenn in der Uniklinik von erfahrenen Neurochirurgen die Op nicht für möglich gehalten wird, sind das Beurteilungen, die auch in den USA nicht wesentlich anders ausfallen werden.
    In diesem jungen Alter kann allerdings auch eine Chemotherapie zu einer längerfristigen Remission führen (und höhere Wirksamkeit entfalten). Vielleicht wurde sie auch schon eingesetzt. Das wäre auf jeden Fall zu prüfen. Es gibt auch spezielle Substanzen (z.B. Avastin), die hier zum Einsatz kommen könnten.
    Im Falle eines begrenzten Rezidivs könnte auch eine stereotaktische Re-Bestrahlung erwogen werden (plus Chemotherapie?). Diese müsste mit speziellen Techniken durchgeführt werden. Eine Protonen- oder Teilchentherapie könnte hier von Interesse sein. Sie würde in Heidelberg oder München durchführbar sein. Eventuelle Spendengelder könnten hierfür verwendet werden. Auch für diese Behandlung muss man nicht nach den USA (aber das klingt natürlich viel besser). Leider muss man bei dieser Diagnose im Rezidivfall davon ausgehen, dass eine Heilung kaum möglich ist, also die Maßnahmen letztlich palliativ sind. Man muss bei einem 11jährigen Jungen abwägen, ob man ihm diesen Stress zumuten sollte, da man ja nur (im günstigen Fall) einen zeitlichen Aufschub bekommt.

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