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Befund BSDK - bitte an Prof. Wust

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  • Befund BSDK - bitte an Prof. Wust

    Werter Herr Professor,
    wie ich Ihnen bereits am 25.10.12 mitgeteilt habe, hatte mein Vater ja ein Gespräch mit dem Onkologen. Er hatte ja vor 3 Wochen eine Narbenbruch-Op, wo er ein Netz eingesetzt bekommen hat ( Folge-Op vom Dezember 2011, BSDK,T3 N1 M0 R0 L1 V 0 G3). Heute hat er seinen schriftlichen Befund bekommen und den verstehen wir jetzt so gar nicht. Vor ein paar Tagen war der Onkologe noch ziemlich entspannt und jetzt möchte er plötzlich noch eine CT in 6 Wochen. Ich bin sehr durcheinander. Er ist zwar immernoch der Meinung, das es auch OP-Auswirkungen sein können, will aber kontrollieren. Ist ja auch gut so. Heute fiel allerdings das Wort " Tumor" wieder und das hat uns sehr erschrocken. Wir sind jetzt sehr durcheinander. Der Onkologe ist zwar sehr nett, aber hat auch wenig Zeit.Somit fallen einem die Fragen erst ein , wenn man schon lange wieder aus dem Behandlungszimmer raus ist.Ich schreibe Ihnen deshalb den Befund mal auf und bitte dringend um Ihre Einschätzung und Deutung.
    - geringe Weichteilvermehrung im Oberbauch, ventral rechts minimale Flüssigkeitsansammlung im Douglas, indem eine Weichteilstruktur mit 2cm Durchmesser erkennbar wird.
    - peritoneale Zeichnungsvermehrung im Oberbauch und Weichteilknoten im Douglas mit umgebener, minimaler Aszitis
    -Verdacht auf beginnende Peritonealkarzinose
    - 1 Lymphknoten im Fettgewebe ventral im Leberlappen 8 mm neu
    Das war`s. Ich bitte um Ihre Hilfe und warte auf Ihre Antwort.


  • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


    Ihr Vater hatte bis vor kurzem eine adjuvante Chemotherapie. In dieser Zeit ist ein Progress unwahrscheinlich. Jetzt nach Beendigung dieser Behandlung ist Vorsicht geboten. Da wird eher zu viel als zu wenig untersucht. Die Tumormarker waren (bisher) unspezifisch, daraus kann man keinen Progress ableiten. Wasser (Aszites) nach einer Op ist nicht ungewöhnlich. Mich stört auch der Befund des Radiologen, der von Zeichnungsvermehrung und einer Weichteilstruktur im kleinen Becken spricht. Er äußert den Verdacht auf eine beginnende Peritonealkarzinose, die (leider) beim Pankreaskarzinom typischerweise vorkommen kann.
    Eigentlich würde ich dann höhere Tumormarker erwarten, das passt nicht zusammen. Außerdem muss man wissen, dass eine Peritonealkarzinose im CT sehr schwer zu beurteilen ist und man leicht daneben liegen kann. Im Zweifel wird der Radiologe eher einen Verdacht äußern, um nichts zu übersehen.
    Ihr Onkologe macht schon das Richtige. Er kontrolliert im zeitlichen Verlauf. Natürlich weiß keiner, was herauskommt. Oben habe ich aber einige Argumente aufgeführt, die hoffen lassen, dass dann doch keine Peritonealkarzinose vorliegt. Ein PET-CT könnte hier nützlich sein (ist aber u.U. schwierig wegen der Kosten). Empfehle auch Tumormarkerkontrolle. Genau jetzt sind Tumormarker nützlich.

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    • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


      Werter Herr Professor,
      wie immer danke ich Ihnen für Ihre Einschätzung. Es ist sehr hilfreich, wenn man auf diese Art Hilfe bekommt und auch das " Mediziner-Deutsch" verstehen lernt. Mein Vater hat inzwischen am letzten Freitag mit der Chirurgin telefoniert, die ihm das Netz eingesetzt hat. Sie sagte ihm, das sie ,bevor sie das Netz eingesetzt hat, den Bauchraum laproskopisch untersucht hat. Wären da Metastasen am Bauchfell gewesen, hätte sie das Netz nicht eingesetzt. Die Chirurgin sagte ihm auch, das da , wo der Radiologe die Zeichnungsvermehrung sieht, das Netz sitzt. Die einzige Frage die bleibt: Was könnte dieser, vom Radiologen gesichtete , Weichteilknoten sein ? Alles andere können wir uns jetzt tatsächlich mit der Operation erklären. Natürlich hoffen wir, das das auch so ist. Danke für Ihre Antwort !
      Mit freundlichen Grüßen Evelyn

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      • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


        Eine Weichteilstruktur kann schnell mal durch eine atypisch verschobene Darmschlinge simuliert werden. Sonst müsste man das als Abtropfmetastase werten, die in den untersten Teil der Peritonealhöhle gewandert ist – eher ungewöhnlich. Wie gesagt, unter diesen Umständen müsste der Tumormarker deutlich ansteigen.
        Eine Kontrolluntersuchung CT ist am vernünftigsten. Man müsste eine Größenzunahme sehen, wenn es tatsächlich ein Tumor ist (was ich eher nicht glaube).

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        • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


          Werter Herr Professor, vielen Dank für Ihre Antwort. Mein Vater hat einen Termin für eine CT am 6.12. bekommen. Bis dahin werden wir uns alles gedulden müssen. Eine positive Nachricht haben wir heute noch bekommen. Sein HA hat am 05.11.12 den Tumormarker CA 19-9 genommen.
          Er lag am 05.10.12 ( 3 Tage vor der Bruch-OP ) bei 16.
          Am 23.10.12 ( 14 Tage nach der OP ) war er ja bei 38. Und jetzt, am 05.11.12 lag er wieder bei 26. Also rückläufig,Gott sei Dank.
          Insofern hoffen wir alle nun , dass es tatsächlich " Blinder Alarm " vom Radiologen war. Dieser Rückgang in den Normbereich ist doch als gutes Zeichen zu werten !?
          Mit freundlichen Grüßen Evelyn

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          • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


            Bei einem manifesten Rezidiv im Peritoneum (was eigentlich auf eine Peritonealkarzinose hinweisen würde) erwartet man einen deutlich höheren Wert des CA 19-9. Da die Werte in einem uncharakteristischen Bereich liegen, sogar fallen, spricht das gegen einen solchen Progress. Sie sollten also gedämpft optimistisch sein.

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            • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


              Werter Herr Professor,
              vielen Dank für Ihre Einschätzung. Mein Vater wartet jetzt etwas beruhigter aud die nächste CT. Auch sein HA hat ihm gestern eine ähnliche Einschätzung wie Ihre gesagt. Das hat ihm wieder neuen Mut gegeben und wir hoffen jetzt das Beste.
              Mit freundlichen Grüßen Evelyn

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              • Re: Befund BSDK - bitte an Prof. Wust


                Werter Herr Professor,
                heute hatte mein Vater nun Befundbesprechung. Der Verdacht auf eine beginnende Peritonealkarzinose hat sich , GOTT SEI DANK, nicht bestätigt. Darüber sind wir alle sehr froh. Die Aszitis ist weg und auch die auffälligen Lymphknoten sind nicht mehr sichtbar. Der erwähnte Weichteilknoten ist unverändert, was ja gegen eine Metastase oder einen neuen Tumor spricht. Alle Blutwerte waren in Ordnung. Nur der CA 19-9 ist auf 69 gestiegen. Das ist der einzige Wehrmutstropfen. Der Onkologe sagte zwar, dass das CT ausschlaggebend ist und der Bauchbereich sei " sauber ". Er ordnete eine Verlaufskontrolle aller 6 Wochen an und ein neues CT im Rahmen der Vorsorge im März 2013.
                Meine Frage nun :
                Kann der erhöhte CA 19-9 Wert auf ein Rezidiv, welches nur noch nicht sichtbar im CT ist, hinweisen? Papa war auch ziemlich erkältet. Er hat auch ab und zu ganz leichte Verdauungsprobleme ( kurz nach dem Essen ). Allerdings hat er die Dosierung des Kreons manchmal noch nicht richtig im Griff. Eine befreundete Ärztin meinte, dass sich dadurch die BSD leicht entzünden könnte und das dann vlt. Einfluss auf den Tumormaker hat. Der ist ja von 38 im Oktober auf 26 im November gesunken und jetzt halt auf 69 angestiegen.Könnte dies eine Erklärung für den Anstieg sein? Er ist ja noch nicht extrem , aber ich bin sehr ängstlich. Ich will keine Panik machen, aber im Falle eines Falles auch keine Zeit verlieren. Ich weiß allerdings inzwischen auch, dass man sich von den Tumormarkern nicht so verückt machen lassen soll. Ist halt nicht immer leicht, dies umzusetzen.Ich warte gespannt auf Ihre Meinung.
                Mit freundlichen Grüßen Evelyn

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