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Asbest

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  • Asbest

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wust,
    ich mache mir große Sorgen, da ich vor einigen Tagen eine Entdeckung zu Hause gemacht habe, die mich nachdenklich stimmt. Ich bin 20 Jahre alt und lebe bei meinen Eltern in einem Altbau, wo im Wohnzimmer alter PVC-Belag verlegt ist. Hinter dem Sofa habe ich nun ein größeres Loch entdeckt, wo Spuren des alten Fußbodenbelages von vor der Renovierung Ende der 80er Jahre zu sehen sind. Nach Auskunft meiner Eltern ist der neue Belag asbestfrei, bei dem alten wissen sie es nicht - kann sein aber auch nicht.
    Wir wollen das Loch schließen, aber die eigentlich Sorge die ich nun habe: Kann es nicht sein, dass sich während meiner gesamten Kindheit regelmäßig Fasern gelöst haben, evtl. auch beim Putzen/Staubsaugen, die ich dann eingeatmet habe, wenn ich mich täglich im Wohnzimmer aufgehalten habe. Zwar ist die Stelle hinter dem Sofa und daher nicht oft durch Gehen beansprucht, aber es ist nunmal ein Loch.
    Wenn ich im Internet lese, wird vielfach darauf hingewiesen, dass insbesondere ein „Pleuramesotheliom“ schon bei geringsten Konzentrationen auftreten kann.
    Ist es wahr, dass ich aufgrund dessen eine Krebserkrankung befürchten muss?
    Vielen Dank für Ihre Einschätzung im Voraus!
    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf Schmitt

  • Re: Asbest


    Nennenswerte Risiken traten bei berufsbedingten Expositionen auf, wo mit asbesthaltigen Materialien gearbeitet wurde und dabei Stäube/Abrieb etc auftraten. Unter diesen Umständen sind höhere Konzentrationen möglich (1 Mio pro Kubikmeter). Im häuslichen Bereich liegen die Konzentrationen unter 1000 pro Kubikmeter). Vor allem haben diese Arbeiter ununterbrochen (berufsbedingt) unter diesen Bedingungen gearbeitet und haben sich nicht hin und wieder damit beschäftigt. Diese Risiken wurden erkannt und sind längst abgestellt.
    Bei Ihrer Beschreibung treten keine oder allenfalls vernachlässigbare Konzentrationen von Asbestfasern auf – selbst wenn wir unterstellen, dass dort ein asbesthaltiger Belag vorlag. Ich würde nicht weiter darüber nachdenken. Die Risiken für die Normalbevölkerung werden mit 1:100.000 abgeschätzt (vorausgesetzt Sie sind Nichtraucher).

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