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Zungenkrebs - Auffälliger Lymphknoten

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  • Zungenkrebs - Auffälliger Lymphknoten

    Sehr geehrter Prof Wust,

    ich habe Fragen zu einem vergrößerten Lymphknoten in Folge eines Zungenkarzinoms bei mir und würde mich über eine kurze Einschätzung sehr freuen.

    Folgender Verlauf:
    - 12/2012 Diagnose Zungenkarzinom, OP im Gesunden (Größe 0,6cm), Neck Dissection auf der befallenen Seite. T1 N0 M0 R0 V0 => Keine Bestrahlung, keine Chemotherapie.
    - 06/2013 MRT zur Verlaufskontrolle mit einem vergrößerten Lymphknoten auf der befallenen Seite (trotz Neck Dissection noch vorhanden), Größe 0,7cm x 1,9cm mit zentraler Verfettung, vorsichtshalber Entnahme empfohlen. Bei OP wurde dieser nicht gefunden, nur Drüsengewebe, das untersucht wurde und unauffällig war.
    - 11/2013 MRT zur Verlaufskontrolle. Vergrößerter (bei der OP nicht gefundener) Lymphknoten noch unverändert sichtbar. Gleiche Größe, keine sonstige Auffälligkeit oder Veränderung.
    - 04/2014 MRT zur Verlaufskontrolle. Vergrößerter Lymphknoten ist nach wie vor sichtbar. Größe unverändert. Keine tumorverdächtige Veränderung.

    Meine Fragen dazu:
    - Kann bei o.g. Verlauf davon ausgegangen werden, dass der Lymphknoten nicht befallen ist (10 Monate ohne Veränderung)? Wäre bei Tumorbefall der Lymphknoten in dieser Zeit gewachsen oder hätte sich verändert?
    - Wäre eine Feinnadelpunktion des Lymphknotens sinnvoll?
    - Kann der vergrößerte Lymphknoten eine Folge der Neck Dissection sein, weil der Lymphknoten bspw. mehr Arbeit verrichten muss o.ä.?

    Vielen Dank für eine kurze Einschätzung von Ihnen und freundliche Grüße...

  • Re: Zungenkrebs - Auffälliger Lymphknoten

    Eine zweimalige MRT-Kontrolle mit Befundkonstanz deutet ganz stark auf einen reaktiv vergrößerten Lymphknoten hin, der natürlich nach der Vorgeschichte durchaus erklärbar ist (wie Sie selbst anführten). Nach menschlichem Ermessen ist also alles in Ordnung. Leider gibt es (selten) auch atypische Verläufe, wo dann später (mitunter nach Jahren) doch ein Tumorrezidiv kommt. Aber zur Zeit gibt es dafür keinen Anhalt. Vielleicht sollten Sie anhand der MRT-Aufnahmen den Ort des LK ermitteln, so dass Sie im weiteren Verlauf selbst prüfen können, ob eine Vergrößerung stattfindet. Auch mittels Ultraschall könnte man hier Prüfungen vornehmen, was vielleicht weniger aufwendig als die MRT ist. Eine Feinnadelpunktion eines so kleinen Knotens ist erstens sehr schwierig und würde zweitens auch nicht ausschließen können, dass sich dort noch eine Krebszelle versteckt.
    Es bleibt also nichts weiter übrig als abzuwarten. Zur Zeit ist jedoch ein Rezidiv nicht nachweisbar (und auch nicht wahrscheinlich).

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    • Re: Zungenkrebs - Auffälliger Lymphknoten

      Sehr geehrter Prof. Wust,

      vielen Dank für Ihre Einschätzung.

      Ich habe nun den endgültigen Befund der Radiologie erhalten und hätte noch 3 kurze Fragen:

      In diesem Befundbericht steht, dass der Lymphknoten "minimal größer" wäre als bei der letzten MRT-Untersuchung
      (nun 9 x 22 statt wie bisher 7 x 19, also doch nicht genau gleich groß).
      "… minimal größenprogredienter, zentral verfetteter Lymphknoten. Weitere Tumorverlaufskontrolle nach Plan.".

      Per Ultraschall habe ich den Lymphknoten inzwischen auch noch von 2 weiteren Ärzten untersuchen lassen (HNO und Internist / Onkologe).
      Beide sagen, dass der Lymphknoten kein Grund zur Sorge sei, trotz der minimalen Größenzunahme, und nichts auffällig wäre.

      - Ist diese (minimale) Vergrößerung auch aus Ihrer Sicht trotzdem kein Alarmsignal, der eine schnelle Abklärung erfordert?

      - Der Internist / Onkologe hat zudem gemeint, dass er sich nicht mal sicher wäre, ob es ein Lymphknoten ist (da diffuses Gewebe?!).
      Ist es auch denkbar, dass sich inneres Narbengewebe von der Form und der Signalgebung her wie ein Lymphknoten darstellen kann (z.B. Atrophie, Stromafibrose)? Dies würde erklären, warum bei der zweiten OP gar kein Lymphknoten gefunden wurde. Bei der ersten OP wurden ja die lymphatischen Gefäße, sowie die Glandula Submandibularis entfernt, und der zu sehende Lymphknoten befindet sich im Bett der entfernten Glandula Submandibularis.

      - Sollte es sich doch um eine (einzelne) Lymphknotenmetastase handeln, könnte dies dann (trotz der Neck Dissection auf der Seite) dazu führen, dass die Krebszellen weiter streuen können oder ist dies dann eher unwahrscheinlich?

      Vielen Dank nochmals für eine kurze Einschätzung von Ihnen...


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      • Re: Zungenkrebs - Auffälliger Lymphknoten

        Alles, was Sie schreiben, trifft zu. Ergänzen möchte ich, dass Größenabmessungen in diesem Bereich von 1-3 mm auch mit Ungenauigkeiten behaftet sind, allein schon aufgrund der Schichtdicke (die ich vom MRT nicht kenne). Hier könnte man eigentlich die PET zu Rate ziehen, die vermutlich geheim gehalten wird (weil die GKV sie nicht bezahlen will). Die PET (mit FDG) müsste hier eine Anreicherung zeigen, wenn wirklich aktive Tumorzellen in der Struktur sind. Ansonsten bleibt (nur) die Verlaufskontrolle, die nach 3-6 Monaten erfolgen sollte. Dann kann man besser beurteilen, ob tatsächlich eine Vergrößerung im zeitlichen Verlauf stattfindet.
        Ob eine Streuung stattfindet, kann man nie wissen. Bei den HNO-Karzinomen sind die Metastasierungsraten mit 20% eher gering, aber nicht vernachlässigbar.

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        • Re: Zungenkrebs - Auffälliger Lymphknoten

          Sehr geehrter Prof. Wust,

          ich hatte wieder ein Verlaufs-MRT. Der Lymphknoten ist unverändert (9x22mm). Somit ist der sichtbare Lymphknoten seit 1,5 Jahren bis auf die o.g. kleine Veränderung konstant. Die Ärzte treffen die Aussage, dass der Lymphknoten nicht pathologisch vergrößert ist.

          Kann man aus Ihrer Sicht nach diesem Zeitraum (1,5 Jahren) davon ausgehen, dass es sich nicht um eine Lymphknotenmetastase handelt?
          Würden solche Metastasen im Halsbereich schneller bzw. sichtbar wachsen?

          Zumal sich der vergrößerte Lymphknoten bereits 6 Monate nach Neck Dissection zeigte und seitdem unverändert ist, hoffe ich bzw. gehe ich davon aus, dass er doch dann auch in dieser Geschwindigkeit weiter wachsen müsste, sollte er befallen sein?!

          Ich würde mich über eine kurze Einschätzung sehr freuen.

          Vielen Dank und freundliche Grüße

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