• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

Einklappen

X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

    Hallo Prof Wust,

    es steht überall, dass die Strahlenbelastung (mSv Wert) eines CT so gering wie möglich gehalten wird und abhängig ist von der Körpergröße und dem Gewicht des Patienten. Welche Einteilung/Klassen gibt es denn dort genau ? Ich habe mich dumm und dämlich gesucht und nichts wirklich dazu gefunden. Ich würde nämlich gerne wissen, ob es von der Strahlungsdosis einen Unterschied macht, ob die Person 160cm groß/50 kg schwer ist oder 158cm groß/48 kg schwer ist. Ob das eine schon in eine andere Klasse fällt als das andere oder es hier keinen Unterschies gibt, weil beides noch in ein und die selber Klasse fällt.

  • Re: Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

    Bei einem CT spielt die Querschnittsdicke eine Rolle (also indirekt Körpergewicht bzw. BMI). Bei einem schlanken Patienten benötigt man weniger Dosis, um ein gutes Bild zu erzeugen (mit hohem Signal-zu-Rausch-Verhältnis). Diese Werte werden bei den Scanbedingungen mitberücksichtigt, die am Gerät eingegeben werden. Daraus resultiert der sog. CTDI-Wert, der ein Schätzwert für die mittlere Dosis in dem untersuchten Volumen ist und am Gerät abgelesen werden kann, vielleicht sogar auf dem Ausdruck mit erscheint. Natürlich spielt vor allem die Schichtdicke und die Zahl der Scans eine Rolle für die Strahlenexposition (ein weiterer Scan mit KM, Schichtauflösung etc.). In modernen Scannern gibt es Verfahren zur Dosiseinsparung, aber das würde hier zu weit führen. Da müssen Sie die entsprechende Spezialliteratur lesen, z.B. H.-D. Nagel, Strahlenexposition in der CT, CTB Publications. Die von Ihnen genannten minimalen Gewichtsunterschiede würden bei der Exposition keine Rolle spielen.

    Kommentar


    • Jess
      Jess kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Re: Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

      Danke Herr Prof. Wust.

      Dann ist also die Strahlendosis auch abhängig von der Körpergröße und dem Gewicht des Patienten, also seinem BMI.
      Jemand der 160 cm ist und 50 kg wiegt, hätte einen BMI von 19,5. Jemand der 157 cm groß ist und 48 kg wiegt demnach einen BMI von ebenfalls 19,5. Somit wäre das Strahlenrisiko beider Personen identisch, wenn man alle anderen Faktoren wie Anzahl der Bilder etc. unberücksichtigt lassen würde. Jemand der 158 groß ist, aber 52 kg wiegt, hätte einen etwas höheren BMI und dementsprechend eine etwas höhere Dosis, die aber nur minimal sein dürfte. Anders wäre das bei jemanden, der einen BMI von 30 hat. Da würde der Gewichtsunterschied bei der Expositon eine große Rolle spielen und es wäre von einem deutlich höheren mSv Wert auszugehen als bei den Vergleichsgruppen.
      Habe ich das richtig verstanden?

    • Jess
      Jess kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Von wieviel mSv dürfte man in diesem Fall (158cm/48kg bzw. 160cm/50kg) für ein Nieren CT ausgehen?

      Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken, denn dass Sie sich in einem solchen Forum engagieren und das Sie kostenlos die Fragen in aller Ausführlichkeit beantworten, ist nicht selbstverständlich. Daher ein
      riesen Dankeschön von mir!

  • Re: Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

    Danke Herr Prof. Wust.

    Dann ist also die Strahlendosis auch abhängig von der Körpergröße und dem Gewicht des Patienten, also seinem BMI.
    Jemand der 160 cm ist und 50 kg wiegt, hätte einen BMI von 19,5. Jemand der 157 cm groß ist und 48 kg wiegt demnach einen BMI von ebenfalls 19,5. Somit wäre das Strahlenrisiko beider Personen identisch, wenn man alle anderen Faktoren wie Anzahl der Bilder etc. unberücksichtigt lassen würde. Jemand der 158 groß ist, aber 52 kg wiegt, hätte einen etwas höheren BMI und dementsprechend eine etwas höhere Dosis, die aber nur minimal sein dürfte. Anders wäre das bei jemanden, der einen BMI von 30 hat. Da würde der Gewichtsunterschied bei der Expositon eine große Rolle spielen und es wäre von einem deutlich höheren mSv Wert auszugehen als bei den Vergleichsgruppen.
    Habe ich das richtig verstanden?

    Kommentar


    • Re: Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

      Wenn Sie nach einer Dosis fragen, müssen Sie zunächst die effektive Dosis von der Organdosis unterscheiden. Welche Dosis meinen Sie? Die Organdosis bei einem Nieren-CT liegt vielleicht bei 20 mSv, die effektive Dosis liegt deutlich niedriger (z.B. bei 5 mSv). Das sind jedoch nur Anhaltswerte. Sie können die tatsächlichen Werte bei der Untersuchung am Monitor ablesen. Dosisrelevante Größen sollten auch auf dem Ausdruck vermerkt sein. Ich erwähnte schon, dass diese Werte stark von den Einstellbedingungen abhängen. Unter anderem geht zwar auch das Körpergewicht mit ein, ist aber bei weitem nicht der wichtigste Parameter. Sie haben recht, dass bei einem BMI von 20 im Vergleich zu 30 schon ein Unterschied zu erwarten ist, schätze ´mal in der Gegend von 20-30% (also z.B. 20 mSv versus 25 mSv Organdosis).

      Kommentar



      • Re: Gewicht und Körpergröße in der Radiologie - Frage an Experten

        Also ich kann die Radiologie Herne (http://www.radiologie-herne.de)Empfehlen. Dort wird man auch direkt und gut beraten und Fragen werden geduldig beantwortet.

        Grüße,

        Bullenauge

        Kommentar