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Monatelang Husten kann doch nicht normal sein

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  • Monatelang Husten kann doch nicht normal sein

    Sehr geehrter Professor Wust,

    ich bin ziemlich verwirrt und inzwischen mitunter auch an mir selbst zweifelnd. Ich wende mich an Sie und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können. Ich weiß, dass dies schwierig ist, wenn man dies virtuell machen soll, aber ich habe trotzden die Hoffung.

    Ich bin 41 Jahre alt und habe seit Anfang des Jahres permanete Hustenanfälle. Ende März bin ich dann endlich zum Hausarzt, weil es einfach nicht besser wurde. Der überwies mich an einen Lungenfacharzt. Ich wurde geröntgt, ohne Befund. Habe zig Lungenfunktionsteste hinter mich gebracht. Ergbnisse langen immer zwischen 70-90% Lungenvolumen. Habe auf Anraten meines Hausarztes einen Allergietest gemacht, auch ohne Befund bzw. nichts was der Rede wert ist.

    Seit Ende April habe ich Budecort 200 morgens und abends eine Einheit genommen. Seit letzter Woche, nach den erneuten Vorstelligwerden beim Lungenfacharzt nehme ich nun 2 Einheiten morgens und abends und zusätzlich Doxycylin 200 weil ich inzwischen Schleim abhuste. Als "Notfallspray" benutze ich Sultanol.
    Mein Lungenfacharzt vermutet nun eine Erkältung und sehr empfindliche Bronchien habe er festgestellt.
    Mir ist zwischendurch immer schwindlig bzw. schummrig. Ich bin antriebslos und bin nach 2 Treppenaufgängen (20 Stufen) außer Atem. Das passt nicht zu mir. Ich war immer aktiv und bin jetzt ewig ohne "Puste".

    Mein Frage an Sie ist nun folgende: Würden Sie auch von einer Erkältung ausgehen oder käme möglicher Weise auch eine andere Erkrankung in Betracht. Wie könnte ich weiter vorgehen bzw. mich eventuell anders behandeln lassen? Welche Untersuchungen würden Sie zur Ursachenabklärung vorschlagen bzw. als sinnvoll betrachten?

    Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir weiterhelfen könnten, denn im Moment bin ich ziemlich "durch den Wind". Die ständige Heisterrei ist anstrengend, schmerzhaft (Kopf, Nacken und Schultern) und wirklich nervig.

    Für Ihre Bemühungen danke ich im voraus und wünsche Ihnen eine schönes Wochende.

    Herzliche Grüße aus dem schönen Hessen

    Dina

  • Re: Monatelang Husten kann doch nicht normal sein


    Die Ärzte gehen bei Ihnen offenbar von einer sog. COPD aus (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Das ist eine chronische Bronchitis, die teilweise bakteriell bedingt ist. Daher wird auch antibiotisch behandelt (Doxycyclin). Eine COPD ist eine häufige Erkrankung. Sie beginnt häufig mit einer „Erkältung“, die sich nicht adäquat zurückbildet und chronisch wird.
    Sie befinden sich offenbar in Behandlung eines Pulmonologen. Was soll ich da aus der Ferne noch beitragen. Natürlich sollten Sie alle (zusätzlichen) Belastungen der Bronchien möglichst vermeiden wie Rauchen, schlechte Luft etc. Vielleicht liegen auch berufliche Belastungen/Expositionen vor? Auch eine allergene Ursache ist nicht vollkommen vom Tisch (trotz der negativen Tests). Natürlich sind bei der COPD Aufenthalte an der See nützlich (Reha, Kur?). Sie können zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen.

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    • Re: Monatelang Husten kann doch nicht normal sein


      Sehr geehrter Prof. Wust,

      vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.

      Ich habe den Verweis/Artikel COPD gelesen. Bis vor 5 Jahren habe ich tatsächlich geraucht und bin erschrocken, dass dies heute noch eine Ursache für meine neu aufgetretene "Kurzatmigkeit" sein kann. Kann man COPD eindeutig diagnostizieren, gibt es eine sicheren Test dafür?

      Gleichzeitig bin ich mir wirklich sicher, dass ich in den letzten 2 Jahren nicht erkältet war. Ich war gestern mit der letzten Antibiotikagabe fertig. Fazit: Keine Besserung. Ich huste nach wie vor sehr stark mit Schleimbildung. Mein Kopf "platzt" fast dabei.

      Nochmals viele Dank für Ihre Bemühungen.

      Freundliche Grüße

      Dina

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      • Re: Monatelang Husten kann doch nicht normal sein


        Eine COPD kann anhand der Lungenfunktionstests bestätigt werden. Die sind bei Ihnen normal (wie Sie berichten). Eventuell sollte man eine Bronchoskopie (Untersuchung unter Sicht mit Endoskop) erwägen, um doch eine andere Ursache für den ständigen Hustenreiz auszuschließen. Eigentlich wäre eine solche Untersuchung indiziert, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort würde man auch die Bronchitis (Entzündung) sehen und beurteilen können. Fragen Sie Ihren Pulmonologen. Symptomatisch könnten Sie ein Inhalationsgerät einsetzen, um die Verflüssigung des Schleims zu verbessern und damit das Abhusten.

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        • Re: Monatelang Husten kann doch nicht normal sein


          Sehr geehrter Prof. Wust,

          vielen Dank für Ihre erneute Antwort.

          Ich war gerade gestern bei meinem Lungenfacharzt, Untersuchung nach der Antibiotikakur (10 Tage) gewesen. Ergebnis: Husten mit gelegentlichem Brechreiz unverändert, Nacken- und Kopfschmerzen, wie gehabt. Lungenfunktionstest wurde nicht gemacht. Nachdem ich entsetzlich gehustet hatte, sagte mein Arzt, "oh je, dass hört sich aber wirklich nicht gut an" und betrachtete mich mitleidig.

          Fazit ich soll Budecort 200 weiter nehmen und zusätzlich bekam ich Prednisolontabletten (am 1. Tag 3 Stück gleichzeitig, am 2. Tag auch, dann 3 Tage lang 2 Stk., dann 3 Tage 1 Stk. und dann eine 1/2 bis Packungsende) und Ketotifenkapseln vor dem schlafengehen verordnet.

          In 10 Tagen, wenn keine Besserung eintritt, solle ich wieder vorstellig werden.

          Ich werde bei dem Termin mal nach einer Bronchuskopie fragen.

          Mit freundlichen Grüße

          Dina

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